Liveticker
Düsseldorf – Gladbach 1:4
Bundesliga

14:37 Uhr

Guten Tag aller­seits. Später, so ab viertel sieben (bzw. fünf­viertel sechs), tickern wir hier das Top­spiel“, Düs­sel­dorf gegen Glad­bach. Und zwar kom­plett ohne Druck. Denn ganz egal wie das Ding am Ende läuft, wir erleben so oder so ein her­vor­ra­gendes Wochen­ende. Ich wie­der­hole: ein her­vor­ra­gendes Wochen­ende! Denn, Freunde, Ach­tung, Trom­mel­wirbel, Becker­faust bereit­halten: Man­chester City darf nicht nur ein Jahr nicht Cham­pions League spielen, nicht nur ein­ein­halb Jahre nicht Cham­pions League spielen, son­dern, genau Pep, zeig es allen, MAN­CHESTER CITY DARF ZWEI JAHRE LANG NICHT CHAM­PIONS LEAGUE SPIELEN. ZWEI!!! Z W E I !

18:15 Uhr

Und damit Herz­lich Will­kommen in Düs­sel­dorf, in der, bitte was?, Merkur Spiel-Arena? Tsss, Merkur Spiel-Arena… Wird für mich immer die Esprit-Arena bleiben.

18:17 Uhr

Es gibt ja Ex-Sportler, wie Lothar Mat­thäus zum Bei­spiel, die bleiben nach der Kar­riere sport­lich und durch­trai­niert und schlank und man hätte keine Sorge, sie auch in einem Spiel im Jahr 2020 noch mal ein­zu­wech­seln. Und dann gibt es so sym­pa­thi­sche Typen wie Max Eberl. 

18:19 Uhr

Der letzte Glad­ba­cher Sieg in Düs­sel­dorf datiert auf den 17.03.1990. Glad­bach siegte 0:1, Tor­schütze ein gewisser Tiger. Bei Düs­sel­dorf noch Klaus Allofs im Sturm. Magi­sche Zeiten, als Vokuhilas noch nicht iro­nisch von Mitte-Hip­stern ent­weiht wurden und Jeans­ja­cken zu jedem Anlass als modi­sche Ober­be­klei­dung galt. Ich war ein halbes Jahr alt, aber erin­nere mich, als wär es ges­tern gewesen.

18:21 Uhr

Wir kommen zu den Auf­stel­lungen. Bezie­hungs­weise direkt zum Tages­sieger in der Kate­gorie Wenn sich 11FREUNDE-Redak­teure Fuß­baller backen könnten“: 

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18:26 Uhr

Ich muss an dieser Stelle leider etwas beichten: Ich bin mords­mäßig ver­ka­tert. Mein Hirn fühlt sich so mat­schig an, bei einem chir­ur­gi­schen Ein­griff bräuchte der Arzt keine OP-Hand­schuhe, son­dern Wan­der­stiefel. Mein Hirn fühlt sich so wab­belig an, wäre es Teil einer Dschun­gel­prü­fung, die G‑Promis würden sich beim blind Rein­langen richtig ekeln. Anders aus­ge­drückt: Mein Hirn fühlt sich an, als wäre es zehn Wochen von Klinsi ange­leitet worden. Was mich zum eigent­li­chen Punkt bringt: Unter Jugend­li­chen ist so ein Ver­halten viel­leicht in Ord­nung, aber, und hiermit ent­schul­dige ich mich auf­richtig beim Kol­legen Reich, unter Erwach­senen, mit denen es ernst­hafte Ver­ein­ba­rungen (wie in diesem Fall die Ticker­schicht) gibt, geht das natür­lich und eigent­lich über­haupt nicht. Sorry dafür. Ha Ho He Euer Max.

18:27 Uhr

Wie unfassbar frus­trie­rend das sein muss, als Ein­lauf­kind einen Lini­en­richter abzu­kriegen. 

18:29 Uhr

Rouwen Hen­nings bei der Sei­ten­wahl. Der Mann hat es echt geschafft, den Sprung vom Zweit­liga- zum Erst­li­ga­tor­jäger. Und irgendwo sitzen Benny Auer, Marius Ebbers und Simon Ter­rode und spre­chen sich gegen­seitig Mut zu. 

1.

Anstoß Düs­sel­dorf. Kennt man ja von der längsten Theke der Welt. Cheers. 

4.

Auch von mir ein herz­li­ches Will­kommen zum Ticker. Und was soll ich sagen, um ein Haar wäre ich nicht gekommen. Nach DEN Nach­mit­tags­paa­rungen, liebe DFL, war ich näm­lich auf dem Weg zum Ten­nis­verein um die Ecke, um lebens­lang ein­zu­treten und damit meine end­gül­tige Abkehr vom Fuß­ball­sport zu demons­trieren. Die Jungs vom 90er-Fuß­ball­quiz­verein, bei dem ich Schatz­meister bin und immer Mitt­wochs das wöchent­liche Olaf-Mar­schall-Quiz betreue, konnten mich nur mit ein paar herz­haften Kuntz-Sägen und einer Extra­por­tion Ractiv davon abhalten. Ich mein, ich weiß ja auch gar nix über Tennis. Hab damit nix am Hut. Inter­es­siert mich nicht. Find ich eher ätzend sogar. Aber glei­ches gilt für ein Spiel wie Hof­fen­heim – Wolfs­burg.

7.

Naja, Top­spiel also. Immerhin sind zwei rich­tige Fuß­ball­ver­eine betei­ligt. Auch wenn ein Top­spiel“ mit For­tuna Düs­sel­dorf ein biss­chen so ist, als würden Kol­lege Din­kelaker und ich uns bei der Wahl zu Deutsch­lands Mr. Six­pack bewerben.

9.

Glad­bach hier direkt Chef im Ring. Gefähr­li­cher Frei­stoß, dann Ecke, zweimal vorbei. Oder wie Lothar Mat­thäus sagen würde: Gnabb.

14.

Eieiei, nächste Chance Glad­bach. Thuram auf Rechts, tanzt kurz den Demü­ti­go­nado mit Kasim Adams, dann flache Her­ein­gabe, in der Mitte klärt Zanka zur Ecke. Glad­bach hier enga­gierter als ein durch­schnitt­li­cher 11FREUNDE-Redak­teur beim Wir-wursten-selbst-Redak­ti­ons­abend. 

18.

Hui, auf der Gegen­seite die Rie­sen­chance für Düs­sel­dorf. Ayhan mit der Flanke, Berisha mit dem Flug­kopf­ball. Aber was pas­siert, wenn kno­tige, kan­tige Mit­tel­feld­spieler ein Kabi­nett­stück­chen ver­su­chen? Genau, es geht schief. Fragt mal den Kol­legen Din­kelaker. 

19.

Ditt­mann: Thommy!“

Mein Hirn, jedes Mal:

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20.

Rose zum ersten Mal in der Groß­auf­nahme. Der Mann sieht so gut aus, mit ihm käme selbst Steffen Baum­gart in die Disko rein. Also viel­leicht.

22.

Chance Düs­sel­dorf, aber Ampomah ver­gibt. Und dann rollt der Konter, über Thuram, der den Ball wun­der­schön auf Hof­mann durch­steckt, der furz­tro­cken ins lange Eck trifft. 1:0 Glad­bach. Und ein Pass, so schön, morgen wird er Fan­post von Toni Kroos bekommen. 

24.

Glad­bach kon­tert mit der­maßen viel Tempo, es grenzt an Schleich­wer­bung.

26.

Marcus Thuram ist ein geiler Fuß­baller. Groß, robust, tech­nisch stark, pfeil­schnell, lässt sich nicht bei jedem Kon­takt gleich fallen. Unterm Strich könnte man sagen: Das genaue Gegen­teil von Kol­lege Reich. 

27.

Jetzt über­treibt Thuram es aber mit seinen Außen­ris­t­pässen. Er sollte nicht ver­gessen: Er ist zwar gut, aber noch kein Matheus Cunha. 

28.

Nachdem man sich tage­lang über die FDP und Jürgen Klins­mann auf­regen musste, sehnt man sich zum Run­ter­kommen nach einem seichten Sams­tag­abend-Kick… UND DANN SEM­MELT DIESER NEU­HAUS DEN SCHEISS FICK­BALL DRÜBER MAAAAANNNN!!!1!1!1

31.

Famoser Pass von Ayhan auf Thommy, der das Ding dann ver­ar­beitet wie ein ganz Großer. Nimmt den Ball per­fekt an und mit, zieht ihn in Rich­tung langes Eck und schon zap­pelt er im Kas­ten­meier. 1:1, Aus­gleich. Bezie­hungs­weise: Thommy, hier kommt der Genuss. 

33.

Das Spiel gerade so wild, Cle­mens Tön­nies würde es am liebsten vom Hoch­sitz aus erlegen. 

36.

Fürs Pro­to­koll: Der Tick von Kol­lege Din­kelaker aus Minute 26 stimmt ein­fach nicht. a) Bin auch groß. Und b) ver­si­chert mir meine Freundin regel­mäßig, ich sei nicht fett, ich sei nur robust. Ha!

39.

Nächster Konter Glad­bach, Hof­mann auf Neu­haus, der zum 2:1 ein­lupft, aber Abseits. Bitter. Und den­noch: So wun­der­schön kon­tern könnte ich nicht einmal Samstag mor­gens mit einem eis­kalten Radler irgendwo auf einer sonn­nigen Dach­ter­rasse. 

42.

Thuram mit der nächsten geilen Aktion. Was ein Kicker. Schnell, robust, tor­ge­fähr­lich. Was viele nicht wissen: Thuram“ ist Fran­zö­sisch und heißt so viel wie Tür­rahmen“. In Frank­reich werden die Leute näm­lich oft nach ihrem Kör­perbau benannt. Ist wirk­lich wahr, könnt ihr gerne wei­ter­erzählen. 

45.

Geil übri­gens, wie Uwe Rösler eben beim 1:1 jubelnd abklatschte. Miss­mu­tiger Gesichts­aus­druck. Ernst­hafte Geschäf­tig­keit. Die gebeugte Kör­per­hal­tung eines schwer arbei­tenden Men­schen, der nicht viel zu lachen hat. Klatscht seinem Co in die Hände, wie andere Men­schen Fleisch hacken würden. Würde mich nicht wun­dern, stünde er dem­nächst in blut­ver­schmierter Schürze am Sei­ten­rand, packte in den Spiel­pausen 50/50-Hack ab und würde unge­duldig, wenn die Leute bei der Aus­wahl zu lange brau­chen. Nee, vegane Blut­wurst hamwa nich. Sonst noch was?“

45.+1

Und Pause. Rösler bittet sein Team in den Kühl­raum. Viel­leicht. 

Halb­zeit

Durch­pusten, Freunde. Rasantes Spiel­chen, was uns da bisher geboten wurde. Umso wich­tiger, jetzt ein biss­chen die Kräfte zu schonen. Wer weiter nach guter Unter­hal­tung sucht, kann in der Pause auch kurz rüber zu Face­book wech­seln. Kol­lege Reich geht gleich live und erklärt, warum er letzt­end­lich doch von seinem Plan zurück­ge­treten ist, sich nur noch von Senfeiern zu ernähren. Er wird sich auch den kri­ti­schen Fragen stellen.

46.

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47.

Sorry, ich meinte natür­lich: Weiter geht’s. Gar nicht so leicht hier in Berlin zu tippen, nach so einem Klinsi-Beben…

50.

Acht­fa­cher Dop­pel­pass der Glad­ba­cher im Mit­tel­feld, und plötz­lich dringt Marcus Thuram in den Straf­raum ein. Ver­passt aber den rich­tigen Moment für den Quer­pass. Zeit für mich, mal ein Macht­wort zu spre­chen: Lieber Marcus, macht nichts!

51.

Aya­yayay. So wie Mat­thias Zim­mer­mann da gerade in den Zwei­kampf gegen Zakaria gerauscht ist, würde ich als Zahnfee schon mal los­ma­chen, Geld abheben.

53.

GLAD­BACH FÜHRT! Weil Neu­haus den Ball wun­derbar auf Thuram durch­steckt, der diesmal genau den rich­tigen Moment findet, um quer zu legen. Näm­lich auf Kapitän Stindl, der es macht wie mit dem Fie­ber­ther­mo­meter: schiebt lässig ein. 

56.

Düs­sel­dorf zum zweiten Mal in Rück­stand. Jetzt muss die Mann­schaft Morales zeigen. 

58.

Am Ende wird es zwar nicht mit einem Tor belohnt, aber Neu­haus zeigt hier ein Wahn­sinns-Solo. So fein, ich würde ihm jetzt gerne die Hand küssen. 

61.

Düs­sel­dorf aktuell auf dem Rele­ga­ti­ons­platz. Und Otto Reh­hagel läuft es kalt den Rücken runter. 

63.

Glad­bach jetzt wie das Gegen­teil von einem Woh­nungs­su­chenden in Berlin: bekommt jede Menge Räume.

66.

Düs­sel­dorf mit Glad­bachs Tem­po­fuß­ball über­for­derter als ein Con­troller in der Buch­hal­tung Man­chester Citys mit den Finanz­strömen. Eine Weile geht es gut, aber irgend­wann halt nicht mehr. Bin gespannt, ob das 1:2 vor dem CAS Bestand hat.

70.

Mein eigent­li­cher Held hier heute Abend ist übri­gens keiner der Spieler, son­dern Schieds­rich­ter­as­sis­tent Lasse Koslowski. Was ein Sen­sa­tions-Name. Sehe ihn in einem alten Kadett durch den Vor­spann eines Bang­boom­bang-artigen Ruhr­pott­films fahren, Kippe im Mund, Spät­som­mer­sonne im Gegen­licht, irgendwas aus­he­ckend. Voice­over von Ralf Richter drüber: Der Lasse, der war so faul, wat weiß denn ich, wie faul der war.“ Ach, ich würde viele D‑Mark zahlen, um diesen Film zu sehen. 

73.

For­tuna der­weil wie ein Elf-Mann-Schlucke. Bin da auch grad wat am planen dran.“ Dann Fehl­pass Stöger. Ach Schlucke, wat soll denn da pas­sieren?

80.

Und Tooooooor für Glad­bach, 3:1, die Ent­schei­dung. Stindl kommt am Fünf­me­ter­raum an die Murmel und wie­selt sie räudig aus dem Gewühl abge­fälscht irgendwo ins Eck. Wenn dieses Straf­raum­wüh­lertor Ulf Kirsten, Stefan Kuntz und Bruno Lab­badia gesehen haben, bin ich mir sicher, dass sie sich noch heute Abend in der Eck­kneipe treffen, um über die gute alte Zeit zu reden. 

82.

Nächste dicke Chance für Glad­bach. For­tunas zweite Halb­zeit so mies, wenn sie nicht auf­passen, landet sie am Ende noch auf dem Spiegel-Cover.

84.

Langsam wird es bitter. Irgendwie landet der Ball nach 27 Bogen­lampen bei Neu­haus, der pflückt ihn mit der Brust runter und trifft dann abge­klärt zum 1:4. For­tuna mitt­ler­weile so kopflos, es grenzt an Splatter.

85.

Wer Skrzybski bei Scrabble legt, hat sofort gewonnen.

87.

Hi Frank, muss grade noch arbeiten, sonst würde ich anrufen. Könn­test du mir später bitte eine dop­pelte Por­tion Senfeier mit­bringen?

88.

Wir müssen uns an dieser Stelle ent­schul­digen. Kol­lege Reich hatte sich im Chat-Fenster geirrt.

90.

Irks. Morales und Strobl prallen auf­ein­ander, Strobl saftet, Morales muss benommen vom Platz. Gute Bes­se­rung. Zumal es Morales nicht zum ersten Mal in seiner Kar­riere übel erwischt

Abpfiff

Und eini­ger­maßen pünkt­lich wird das Spiel abge­pfiffen. Glad­bach schlägt Düs­sel­dorf am Ende deut­lich mit 4:1 und redet wieder mit im Titel­kampf. Düs­sel­dorfs Form­kurve zeigt dagegen wieder nach unten wie die Mund­winkel von Cam­pino. Der Live­ti­cker wie­derum wie ein Ami ohne Rechts­schutz: kann nicht klagen. In diesem Sinne: Tschüs­sel­dorf!