Liveticker
Schweiz – Kamerun 1:0
WM 2022

10:48 Uhr

Tag eins nach dem großen Schock, der ganz Deutsch­land auch heute Morgen noch in Atem hält. Die Spe­ku­la­tionen über­schlagen sich: Wie geht es jetzt weiter? Ist das Ding jetzt schon durch? Was bedeutet das für die übrigen Teil­nehmer? Sie wissen schon längst wovon ich rede: Jeremy Fra­grance hat ges­tern Promi Big Bro­ther ver­lassen.

10:49 Uhr

Achso, Fuß­ball gespielt wurde aus deut­scher Per­spek­tive ges­tern natür­lich auch und zwar in her­vor­ra­gender Arbeits­tei­lung: 65 Minuten lang domi­nierte Deutsch­land, danach über­nahm Japan das Kom­mando. Aus­gang bekannt. Wir sind gespannt, was die Schweiz und Kamerun auf den Rasen bringen. In diesem Sinne: Herz­lich Will­kommen zum Live­ti­cker!

10:54 Uhr

Zu den Auf­stel­lungen: Bei der Schweiz stehen heute sage und schreibe zehn Spieler in der Startelf, die in der deut­schen Bun­des­liga spielen oder schonmal dort gespielt haben. Nur Remo Freuler war noch nie in Deutsch­land aktiv. Da stellt sich die Frage: Findet Remo irgend­wann doch noch den Weg in die Bun­des­liga?

10:55 Uhr

Kamerun startet natür­lich mit Bayern-Stürmer Choupo-Moting, der, betrachtet man seine letzten Spiele, heute etwa zehn Tore schießen wird. Das wird eine Eric Maximal schwere Auf­gabe für die Schweizer.

10:57 Uhr

Falls Sie heute spontan noch nichts vor­haben: Die Gegen­tri­büne des Al-Janoub Sta­dium ist quasi leer. Oder wie die Kataris sagen würden: Aus­ver­kauft.

11:01 Uhr

Kamerun hat seine letzten sieben WM-Spiele alle­samt ver­loren. Damals war aber auch noch nicht Natio­nal­held Rigo­bert Song Trainer. Der wurde im ver­gan­genen Jahr vom kame­ru­ni­schen Staats­prä­si­denten per­sön­lich ein­ge­setzt und direkt WM-Quali geschafft.

1.

So, Anpfiff! Positiv: Es gibt keinen so rich­tigen Favo­riten. Negativ: Bisher gingen in diesem Tur­nier solche Spiele meist 0:0 aus.

5.

Einen leichten Favo­ri­ten­status hat die Schweiz hier natür­lich schon und sie bringt das auch auf den Platz. Die Nati hat viel Ball­be­sitz, findet immer wieder Anspiel­sta­tionen zwi­schen den Linien, aber Kame­runs Abwehr­reihe hat bis­lang alles im Griff.

9.

Das Spiel findet haupt­säch­lich in der Hälfte der Kame­runer statt, Tor­raum­szenen gibt es bis­lang aber noch über­haupt nicht.

10.

Pas­send zur Winter-WM ist Yann Sommer wieder fit geworden und muss auch gleich zum ersten Mal ein­greifen. Erste dicke Chance für Kamerun, Sommer pariert mit den Fäusten, der Nach­schuss geht drüber.

12.

Spä­tes­tens jetzt sollten hier alle wach sein. Was bei der ein­schlä­fernden Atmo­sphäre in diesem Sta­dion keine Selbst­ver­ständ­lich­keit ist.

15.

Choupo-Moting legt den Ball herr­lich über Manuel Akanji und stürmt plötz­lich allein aufs Tor zu. Der Schweizer Innen­ver­tei­diger schafft es den­noch, den Stürmer ent­schei­dend zu stören, sodass Sommer keine Pro­bleme mit Choupo-Motings Abschluss hat.

17.

Ja, die Schweizer haben den Ball, aber Kamerun setzten hier so gute Nadel­stiche, das hat meine Oma früher beim Hosen­fli­cken auch nicht bes­sern hin­be­kommen.

19.

Ins­ge­samt macht Kamerun das offensiv bisher sehr gut, und dass, obwohl sie heute sogar vor einer beson­deren Her­aus­for­de­rung mit der schwei­ze­ri­schen Defen­sive stehen. Wenn sie da auf Granit beißen, hat das mit Sicher­heit eine rote Karte zur Folge.

21.

Zwanzig Minuten vorbei und jetzt mal wieder ein Hallo-Wach-Moment, weil Sommer sich gegen Martin Hongla zu viel Zeit lässt. Ansonsten macht einen die feh­lende Atmo­sphäre hier wahn­sinnig. Nur Ricardo Rodri­guez freut sich, der kennt das noch aus Wolfs­burg.

24.

Jetzt mal wieder ein Antritt von Kamerun, dann lassen sie sich zu viel Zeit mit dem Tor­ab­schluss und es springt nur eine Ecke heraus.

28.

Ernst­haft, wie Kamerun hier seine Konter vor­trägt, ist gar nicht schlecht. Die Schweizer haben da echt ihre Pro­bleme damit, den­noch zeigen sich die Afri­kaner hier bis­lang gnädig im Abschluss.

30.

Man muss aber auch sagen: Das Offen­siv­spiel der Schweizer ist hier bis­lang unge­fähr so kreativ wie Til Schweiger, der zum achten Mal in Folge den glei­chen Film macht. Kein­tor­nati quasi.

32.

Kol­lege Din­kelaker sagt gerade das sei so ein 0:0‑Spiel“. Und der Mann muss es wissen, er ist Hertha-Fan.

34.

Jetzt mal ein guter Angriff der Schweizer, der Mainzer Außen­ver­tei­diger Silvan Wid­mert sich einer seiner Kern­kom­pe­tenzen und bringt den Ball scharf in die Mitte. Dort wird die Her­ein­gabe aber relativ locker geklärt.

36.

Es klingt immer so hart, aber wenn man ganz ehr­lich ist, sind so viele 0:0s wie mög­lich genau das, was dieses Drecks­tur­nier ver­dient.

40.

Jetzt kommt Breel Embolo mal in den Straf­raum, aber Jean-Charles Cas­tel­letto grätscht ihn so sauber ab, mit dieser Grät­sche könnte er bei mir zuhause gerne auch mal den Boden wischen.

42.

Ganz seltsam auch, was die Eid­ge­nossen hier für ein­fache Fehler in ihrem Spiel haben. Nico Elvedi legt Choupo-Moting den Ball beim Klä­rungs­ver­such mus­ter­gültig vor, zum Dank schießt der Bayern-Stürmer den Glad­bach-Ver­tei­diger volle Kanne ab. Die Rache für alle die Nie­der­lagen der Münchner gegen die Foh­lenelf?

44.

Ich sag mal so: Die Halb­zeit­pause würde dem Spiel gut tun.

45+1.

Immerhin hat Schieds­richter Facundo Tello wohl auch keinen Bock mehr auf dieses Gestümper: Es gibt lächer­liche zwei Minuten Nach­spiel­zeit

45+1.

Doch noch eine gute Chance für die Schweiz nach Eck­ball. Man­chester Citys Manuel Akanji stei­chelt den Ball mit der Stirn, der geht dann aber knapp vorbei.

45+3.

Dann ist Pause. Die gute Nach­richt: Viel schlechter kann es nicht werden. Die schlechte Nach­richt: Viel­leicht ja doch. Bis gleich!

46.

So, weiter geht’s! Die Schweiz hat in der ersten Halb­zeit nicht ein Mal aufs Tor der Kame­runer geschossen. Viel­leicht freu­lert Remo also gleich ein­fach mal einen ab, für die Sta­tistik.

48.

Und da ist tat­säch­lich das 1:0! Die Schweizer machen es plötz­lich mal schnell, Shaqiri bringt den Ball von rechts in die Mitte, wo der gebür­tige Kame­runer Breel einen Embo­lo­gen­platz hat und unbe­drängt zur Füh­rung trifft.

51.

Angriff der Schweizer, aber Kapitän Granit Xhaka kriegt einen ab. Und alle Schweizer im Chor: Xhaka mal, das war doch ein Foul!

54.

Kamerun erhält einen Frei­stoß an der Sei­ten­linie, der Ball kommt hoch in die Mitte. Ist dann aber wie der Strohhut meiner Mutter: Einer für den Sommer.

57.

Kamerun kom­bi­niert sich auf rechts durch, Choupo-Moting lässt dann noch Akanji aus­steigen, schei­tert dann aber aus spitzen Winkel an Sommer.

64.

Jetzt müssen die West­afri­kaner natür­lich Risiko und Druck erhöhen, was den Schwei­zern wie­derum Räume geben könnte. Bei einem Konter bricht Ruben Vargas durch, ent­scheidet sich aber für den Weg nach außen und holt nur einen Eck­ball heraus – Vargas die fal­sche Ent­schei­dung?

67.

Onana, was für eine Parade des kame­ru­ni­schen Tor­hü­ters! Wieder ein Konter über rechts, Vargas läuft in den Rück­raum, doch Andre Onana pariert klasse.

68.

Jetzt geht’s aber ab hier: Der dar­auf­fol­gende Eck­ball kommt scharf vors Tor, Angu­issa kriegt den Fuß rein und der Ball springt fast ins eigene Tor. Irgendwer scheint der Schweiz in den letzten Minuten erklärt zu haben, dass die WM bereits ange­fangen hat.

72.

So gut Kame­runs Links­ver­tei­diger Nouhou Tolo das in der ersten Hälfte gemacht hat, in den letzten Minuten gerät er doch ganz schön unter Druck. Aber gut, in der ersten Halb­zeit war die Partie eben noch tolos.

75.

Es ist Wech­sel­zeit und bei Kamerun geht tat­säch­lich Choupo-Moting raus. Für ihn kommt Vin­cent Abou­bakar.

77.

Ich glaube, ich habe gerade Vuvu­zelas gehört. Könnte aber auch der Auto­lärm von draußen sein. Hier ist es so ruhig, da ist wirk­lich alles mög­lich.

79.

Ein Tor für Kamerun ist hier wie WM-Euphorie in Deutsch­land: Liegt nicht unbe­dingt in der Luft.

81.

Rechts­ver­tei­diger Fai hat jetzt mal ein biss­chen Platz und kann flanken. Geht aber knapp vorbei. Noch kein Grund zum faiern also bei Kamerun.

85.

Fünf Minuten sind hier regulär noch zu spielen, aber was ist bei dieser WM schon regulär? Wahr­schein­lich gibt es gleich zwölf Minuten Nach­spiel­zeit und es wird ein aus­ver­kauftes Sta­dion ver­meldet.

89.

Die Schweizer gehen diese letzten Minuten hier ganz ruhig und kon­trol­liert an. Granit Xhaka kommt aus zwanzig Metern mal zum Abschluss, Onana taucht ab und hält.

90+1.

Sechs Minuten Nach­spiel­zeit gibt es hier.

90+3.

Rieder wird nochmal steil geschickt, aber Nouhou gewinnt das Lauf­duell locker. Oder wie Nico Schlot­ter­beck sagen würde: Was?

90+5.

Sefer­ovic macht es erst ganz stark gegen die beiden Innen­ver­tei­diger, dann wirft sich Cas­tel­letto aber mit einer Ent­schlos­sen­heit in den Schuss, dass sie für ein Raunen im Sta­dion sorgt. Und das will hier wirk­lich was heißen.

90+6.

Dann ist Schluss: Die Schweiz gewinnt hier mit 1:0 gegen Kamerun und das geht so auch in Ord­nung. Den­noch sollten sie nochmal ihr Getriebe che­cken, denn am Montag gegen Bra­si­lien müssen sie auf jeden Fall ein paar Gänge hoch­schalten.

13:00 Uhr

Für Kamerun geht es am Montag gegen Ser­bien weiter. Und den heu­tigen WM-Tag setzen um 14 Uhr Uru­guay und Süd­korea fort. Gute Fahrt und bis dahin!