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Katar – Ecuador 0:2
WM 2022

16:32 Uhr

Nun geht die WM also wirk­lich los. Sur­real. Und der end­gül­tige Beweis, dass wirk­lich alles käuf­lich und der Fuß­ball-Welt­ver­band ein völlig kaputter Sau­haufen ist, für den sich sogar Wie­senhof schämen würde. Oder wie sagte ein großer deut­scher Phi­lo­soph mit Dau­er­welle und Schnauz­bart einst? Ein noch tie­ferer Tief­punkt. Wir können jeden ver­stehen, der darauf keine Lust hast und sich For­mate mit mehr Klasse anschaut, zum Bei­spiel Promi Big Bro­ther mit Jeremy Fra­grance und Jörg Dah­l­mann. Für alle anderen am Balken: Tobias Today I feel angry“ Ahrens und Max Today I feel sad“ Din­kelaker.

16:34 Uhr

Das ZDF gibt direkt den Takt vor, bal­lert einen kri­ti­schen Bei­trag hinter den nächsten. Gut so. Im Sinne der Aus­ge­wo­gen­heit wird aller­dings, denke ich mal, gleich noch Hopp-Anwalt Schick­hardt erzählen, dass Infan­tino eigent­lich der letzte echte Fuß­ballfan der Welt ist.

16:36 Uhr

Neu­en­dorf gibt ein erfri­schend klares und kon­kretes Inter­view. Für mich der beste DFB-Prä­si­dent dieses Jahr. Und gute Geschichten erzählen kann er auch noch…

16:37 Uhr

Ich bin völlig ver­wirrt: seit drei Minuten steht DFB-Prä­si­dent Bernd Neu­en­dorf Rede und Ant­wort. War nicht der abge­spro­chene Weg, sich als DFB-Funk­tionär bei Fragen zu Katar aus dem Stuhl zu erheben, das Mikrofon weg­zu­werfen und die Herr Grindel, Herr Grindel“-Rufe zu igno­rieren?!

16:39 Uhr

Im Vor­feld hat die Zeit mit Peter Slo­ter­dijk gespro­chen und gefragt, wie er sich erklärt, dass die WM in Katar statt­findet. Seine Ant­wort: Der Kolo­nia­lismus ver­kehre sich nun ins Gegen­teil, wie das Opium Ende des 19. Jahr­hun­derts schaffen nun Regie­rungen die Unter­hal­tungs­drogen in ihre Länder, von denen der Westen abhängig ist: Fuß­ball, iPhones, Pro­fi­sport. All das, was Freude bereitet, gibt es nur noch dort. Eine ent­setz­liche Nach­richt für die Heiz­de­cken­in­dus­trie.

16:42 Uhr

Jetzt beginnt sie, die WM in Katar. Schlimm. Ande­rer­seits weitaus besser als das Tur­nier wie geplant aus­zu­richten in:

- Mordor

- auf einem Todes­stern

- am Ess­tisch von Han­nibal Lecter.

16:43 Uhr

Wir kommen zum Sport: Ich (Din­kelaker) schaffe nur noch knapp sechs Lie­ge­stütze. Bezeich­nend.

16:47 Uhr

Jetzt sport­li­cher Bei­trag zum Gast­ge­ber­land. Eine erste Über­ra­schung: Auf diesen Mann wird Katar tat­säch­lich ver­zichten müssen.
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16:49 Uhr

Über Katars Spieler weiß ich fast nichts. Auch Ecuador für mich ein kom­plettes Mys­te­rium. Also wie der Song von Sash! damals nie höher als Platz Sieben in den Charts stehen konnte.

16:50 Uhr

Was für ein Brett.

16:53 Uhr

Béla Réthy über­nimmt. Kom­men­tiert jetzt die WM-Eröff­nungs­feier. Begrüßt auch die Zuschauer, die heim­lich“ gucken. Inter­es­sant, dass er Kol­lege Ahrens per­sön­lich grüßt.

16:53 Uhr

Hielt es ja für mög­lich, mir nach dem Gucken des WM-Eröff­nungs­spiels in Katar die Augen aus­wa­schen zu müssen. Mit dem Auf­wärms­hirt der Ecua­do­rianer hatte ich trotzdem nicht gerechnet.
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16:54 Uhr

Jetzt: Gianni Infan­tino spricht.
Saurons Mund mit menschlicher Stimme

16:55 Uhr

Jetzt Infan­tino. Eröffnet die WM mit einer kleinen Ansprache, erst auf ara­bisch, dann auf spa­nisch, dann auf eng­lisch, dann, logisch, auf parsel.

16:57 Uhr

Und dann knallt eine süd­ame­ri­ka­ni­sche Natio­nal­hymne durchs Sta­dion, und alles, was ich vorher scheiße fand, kehrt sich um in pure Begeis­te­rung. Möchte auf­stehen, mir vehe­ment auf die Brust hauen, irgendwas mit corazón“ brüllen und den erst­besten kata­ri­schen Natio­nal­spieler umgrät­schen.

16:58 Uhr

Der Ver­band hat übri­gens nur einen ein­zigen Deut­schen als Ehren­gast und soge­nannte FIFA-Legende ein­ge­laden: Thomas Bert­hold. Keine Pointe.

16:59 Uhr

Offenbar haben die Regis­seure, die für die Auf­stel­lungs­gra­fiken zuständig waren, allen gesagt, sie sollen mal wie wild an ihrem Trikot reißen und so das Wappen ihres Landes prä­sen­tieren. Es sieht bereits beim vierten Spieler kom­plett lächer­lich aus. Als würde Robert Lewan­dowski das Bayern-Wappen küssen.

1.

Lieber Herr Infan­tino, danke für den Geld­koffer, ist soeben in der Redak­tion ein­ge­troffen. Bitte richten Sie auch unseren Dank an den Scheich aus, die Uhren sind ein echter Blick­fang. Aller­dings hätten Sie uns vor­warnen müssen: Um die Klunker unfall­frei am Hand­ge­lenk zu tragen, muss man ja Extra-Schichten im Gym ein­legen :-D Wie auch immer: Wir spre­chen ab jetzt dann wie abge­macht stets von der ganz bestimmt ganz sicher garan­tiert besten WM aller Zeiten“. Das wird super! Lieben Gruß aus Berlin und danke nochmal für das starke State­ment ges­tern bei der PK. Sie haben uns allen aus der Seele gespro­chen!

2.

Fuck, fal­scher Tab.

3.

Wie auch immer. Jetzt geht sie also end­lich los, die ganz bestimmt ganz sicher garan­tiert beste WM aller Zeiten!

4.

0:1 Ecuador durch Valencia. Also vor­erst. Mal sehen, mit wel­cher faden­schei­nigen Begrün­dung der VAR das gleich wieder ein­kas­sieren wird. Soll doch allen hier heute Spaß machen!

7.

Lol. Das Tor zählt wirk­lich nicht. Weil ein Ecua­do­rianer im Abseits stand. Weiter 0:0. Es bleibt span­nend. Also vor allem die Frage, wie offen­sicht­lich das Spiel in den ver­blei­benden 83 Minuten ver­schoben wird.

9.

In der Fami­li­en­chat­gruppe gerade das Foto meines Neffen, der beim Abend­brot seine aller­erste WM ser­viert bekommt. Er ist sogar zu einem Viertel Ecu­do­rianer – und mit diesem Fan­ta­sie­tur­nier soll jetzt also seine Begeis­te­rung für Fuß­ball ent­facht werden?! Möchte ihm vor­sichts­halber bei jedem Spiel statt­dessen ein altes Match von der WM 1998 zeigen. Unter­halten uns dann in ein paar Jahren über das Jahr­hun­derttor von Dennis Berg­kamp, über Klui­vert und den jungen Michael Owen.

11.

Ecuador wirkt deut­lich auf­ge­räumter. Aber kein Wunder, dass sie hier auf die Füh­rung drängen. Sie dürfen sich ja im Gegen­satz zu den kata­ri­schen Spie­lern beim Tor­jubel auch berühren, ohne fürchten zu müssen, des­wegen im Knast zu landen.

13.

Aber wir müssen mal eben zurück­ru­dern wie ein ver­wirrter Olym­pio­nike. Der ecua­do­ria­ni­sche Spieler stand eben wirk­lich im Abseits, knapp zwar, aber eben im Abseits. Alles regel­kon­form bis hierhin. Also bis auf alles um dieses Spiel herum natür­lich.

14.

Rethy kann die Situa­tion leider nicht auf­lösen. Wir sind ange­wiesen auf das Welt­bild.“ Und da will man den Kataris natür­lich nichts auf­drü­cken.

15.

Elf­meter für Ecuador! Jeder Angriff ist gefähr­lich, diesmal kommt der kata­ri­sche Keeper zu spät und trifft Valencia am Fuß. Katar wird bis hierhin so fach­ge­recht zer­legt – und dabei dachte ich, die wollten sich mit dieser WM vor über­grif­figen Nach­bar­staaten wie Saudi-Ara­bien schützen.

16.

Valencia tritt an und ver­wan­delt den Ball flach im Eck, so ent­spannt und locker, dass es mich ein biss­chen wun­dert, dass ihm auf dem Weg zum Eck­fah­nen­jubel nicht Ber­mudas an den Beinen und Flip-Flops an den Füßen wachsen. 1:0 für den Gast aus Süd­ame­rika. Herr Infan­tino, so war die Nummer hier aber nicht abge­spro­chen!

22.

Ecuador beein­dru­ckend ner­ven­stark. Spulen ihr Pro­gramm so rou­ti­niert ab, als hätten sie nie etwas anderes gemacht, als ein WM-Eröff­nungs­spiel aus­wärts gegen den Gast­geber zu spielen. Würde mich nicht über­ra­schen, wenn sie direkt nach Abpfiff aus­s­tem­peln, gemüt­lich nach Hause gehen und mit ihren Fami­lien zu Abend essen. Wie war’s auf Arbeit, Schatz?“ Och, ganz gewöhn­lich. “

23.

Ver­wirrt mich etwas, dass der Mann, der kom­plett in Gelb gekleidet spielt, Valencia heißt – und nicht Vil­lar­real.

25.

Zeit für ein kleines Geständnis: Ich bin tat­säch­lich selber ziem­lich homo­phob. Aller­dings immer nur genau in den Momenten, in denen sich Gianni Infan­tino gay“ fühlt.

28.

Hier noch mal die ersten Minuten der Infan­tino-PK ges­tern:

29.

Das Spiel findet im Al-Bayt-Sta­dium statt, aber so wie die Ecua­do­rianer hier bisher auf­drib­beln, müssten die Kataris ihre Arena bald in Al-Bay­te­nicht-Sta­dium umbe­nennen.

31.

So, wir haben den ersten WM-Star, es ist Enner Valencia. 2:0 für Ecuador nach einem wuch­tigen Kopf­ball des Stür­mers. Und so langsam habe ich das Gefühl: Enner geht noch…

33.

In Gedanken auch bei all denen, die in ihrer Tipp­spiel­gruppe über­legt haben, ob der Tor­schüt­zen­könig aus Bra­si­lien, Argen­ti­nien oder Frank­reich kommen wird. Und ein­fach nicht wussten, dass dieser Valencia 90 Minuten gegen Katar spielen darf.

34.

Ehren-Move vom kata­ri­schen Außen­ver­tei­diger: Ver­sucht mit seinem Schuss, Infan­tino auf der Tri­büne zu erwi­schen. Weiter so.

36.

Auch blöd: Weil die Kataris so übel ver­kloppt werden, müssen die nun ihr Leben lang Fackelmann“-Mützen tragen.

37.

Wenn ich das richtig ver­stehe, sam­meln die kata­ri­schen Spieler bereits jetzt Gelbe Karten, um dem dritten Grup­pen­spiel zu ent­gehen.

40.

Wir halten fest: Katar hat in den ver­gan­genen Jahren Mil­lionen und noch mehr Mil­lionen in die Hand genommen, wahr­schein­lich sogar Mil­li­arden, über­teu­erte aus­län­di­sche Experten ein­ge­kauft, ein völlig über­di­men­sio­niertes Trai­nings­zen­trum in die Wüste geklatscht, die besten Spieler des Landes ihr ganzes Leben lang auf dieses Spiel vor­be­reitet, Tag für Tag, Jahr für Jahr – und dann kommt ein 33-jäh­riger Fener­bahce-Stürmer und knipst mal eben das Licht aus.

42.

Die Ecua­do­rianer kochen hier so rou­ti­niert ab, ich gebe denen gleich das Fläsch­chen meines zehn Monate alten Sohnes.

44.

Enner Valencia ver­letzt. Hat im Zwei­kampf mit seinem Gegen­spieler ordent­lich einen aufs Knie bekommen. Sieht so aus, als würde er gleich aus­ge­wech­selt werden müssen. Wenn es wie sonst in Katar läuft, heißt es von den Behörden nur: natür­liche Ver­let­zungs­ur­sache.

45. +3

Fünf Minuten Nach­spiel­zeit. Höchste Zeit für Infan­tino, sich mit seinem Geld­koffer auf­zu­ma­chen Rich­tung Schieds­richter-Kabine.

45.+ 5

Die erste ganz dicke Chance für Katar, doch Almoez Ali köpft den Ball völlig frei­ste­hend aus kurzer Distanz am langen Eck vorbei. War ihm viel­leicht zu ein­fach, zu geschenkt, will viel­leicht keine Almo­ezen annehmen. Danach ist Pause.

17:55 Uhr

17:59 Uhr

Und dann ist die erste Halb­zeit dieser Schmuddel-WM vorbei, Ecuador lässt bis hierhin über­haupt nichts anbrennen, Katars Mann­schaft ist völlig über­for­dert. Aber viel wich­tiger: Das hier!

18:02 Uhr

Nie­mand:

Gar keiner:

ZDF: Halb­zeit im Eröff­nungs­spiel. Wie geht’s der deut­schen Mann­schaft?“

18:03 Uhr

Jetzt geht es um die One-Love-Binde. Und so sehr diese auch in der Kritik stand, mir gefällt sie in Bezug auf neue Pro­dukte in dem Seg­ment zumin­dest besser als die Pinky Gloves.

18:06 Uhr

Und nun geht es im ZDF-Haupt­pro­gramm seit Minuten um irgend­einen Geist“. Scheiß Eso­te­riker.

18:07 Uhr

Würde mich nicht wun­dern, wenn Katar in der Halb­zeit mal eben Erling Haa­land, Vin­cenzo Grifo und David Alaba ein­ge­bür­gert hätte.

46.

Der Wie­der­an­pfiff, jetzt stößt Ecuador an. Wurde Katar der Wind aus den Segeln genommen?

47.

Ein men­schen­feind­li­ches Klima, stein­reiche Mil­li­ar­däre auf der Tri­büne, häss­liche Neubau-Sta­dien in einer Region ohne Fuss­ball­bezug: Will­kommen bei der Fuss­ball-WM in Sins­heim.

49.

Enner Valencia eine abso­lute Instant-Legende für mich. Wie rück­sichtslos er Intan­tino und seinen Mil­li­ar­därs­kum­peln da gerade in die Suppe spuckt! Das letzte Mal so sehr gefreut über einen Erfolg, an dem ich selbst gar nicht betei­ligt bin, habe ich mich, als ein Mann Namens Graham Barker einen neuen Welt­re­kord für gesam­melte Bauch­na­bel­fussel (22,1 Gramm) auf­ge­stellt hat.

50.

53.

Nächster Ver­such, Infan­tino im sechsten Stock mit dem Ball zu erwi­schen: Pre­ciado pro­biert’s aus circa 30 Metern. Leider knapp vorbei. Also an Infan­tino.

54.

Werden natür­lich ent­spannte Tage, in denen sich jeder dar­über aus­lassen wird, wie schlecht Katar ist und nichts bei einer WM zu suchen hätte – also bis Mitt­woch dann Deutsch­land gegen Japan spielt.

55.

Ich sag, wie’s ist: Ich glaube, ich werde kein Fan dieser WM. Ande­rer­seits hätte ich auch nie gedacht, dass ich jemals Fan von Dres­sur­reiten werden könnte. Und bin ich auch nicht geworden.

58.

In Gedanken auch gerade bei der Familie dieses Mannes.

59.

+++BREAKING+++BREAKING+++ Neues Sta­tis­tik­de­tail für den ner­vigen Angeber-Kumpel in eurem Freun­des­kreis: Beim Ball­be­sitz gibt es bei diesem Tur­nier offenbar auch die Kate­gorie in con­test“. Gott stehe uns allen bei.

62.

Katar noch so unge­fähr­lich, nur noch eine Frage der Zeit, bis Bela Rethy auf­zählt, was die Jungs beruf­lich machen.

63.

Tja, und so plät­schert dieses erste Spiel dieser Skandal-WM vor sich hin, auf dem Platz pas­siert nicht viel, und wir haben zum ersten Mal Zeit in uns zu gehen, die ersten Ein­drücke auf uns wirken zu lassen, zu reflek­tieren. Erle­digt: Ja, WM in Katar ist immer noch Quatsch.

67.

Béla Réthy mit Argus­augen: Die ersten Zuschauer haben das Sta­dion ver­lassen, manche Plätze sind nach der Pause leer geblieben. Aber was willst du denn auch machen, wenn um 18:30 Uhr schon wieder die nächste Geld­koffer-Über­gabe statt­findet?

69.

Starkes Zei­chen beider Mann­schaften an alle, die das Tur­nier boy­kot­tieren und auf Ama­teur­sport­plätze gehen wollen. Auch sport­lich ist dieses Spiel nicht besser als Sparta Lich­ten­berg gegen TeBe II.

70.

Katar braucht hier drin­gend ein paar Last-Minute-Tore. Wann bringt Trainer Sán­chéz end­lich Oliver Burke?

74.

Stell dir vor, es ist Welt­meis­ter­schaft und alle gehen hin, aber nur bis zur 63. Minute, weil langsam ist dann auch mal gut, wir müssen alle morgen wieder arbeiten.

76.

Die halb­leere Tri­büne gibt mir als Ber­liner extreme Don­nerstag-Abend-Olym­pia­sta­dion-Hertha-gegen-ein-skan­di­na­vi­sches-Noname-Team-im-Uefa-Cup-Vibes. Aber klar: die Bran­den­burger müssen eben den Regio erwi­schen.

82.

Ecua­dors Plata rutscht volle Möhre in den kata­ri­schen Keeper rein. Foul, Frei­stoß. Kann froh sein, dass er für so viel Kör­per­kon­takt mit einem anderen Mann nicht direkt im Knast gelandet ist.

83.

Und irgendwo in Berlin sitzt Lars Wind­horst und ist erleich­tert, in einer schwa­chen Minute nur einen Bun­des­li­gisten gekauft zu haben.

85.

Die hei­mi­schen Fans schauen recht fas­sungslos auf ihre Mann­schaft. Bezie­hungs­weise: Katar, da haben wir den Salat.

88.

Die erste ernst­zu­neh­mende Chance. Der ein­ge­wech­selte Mun­tari mit einem Schuss, der an Ricken 1997 erin­nert, aber knapp drüber. Der Schütze fasst sich an den Kopf. Zen­ti­meter – und er hätte Jahre später als Ritter ver­kleidet irgend­einen Pokal ins Sta­dion tragen dürfen.

89.

Felix San­chez, Katars Trainer, schaut drein wie ein Stu­dent, der für einen extrem pein­li­chen Job wie das Jon­glieren eines Pfeils vor einem Auto­haus, sehr viel Geld bekommt – und jetzt ein­fach nur hofft, dass ihn kein Fami­li­en­mit­glied ent­deckt.

90.

Mich errei­chen Nach­richten von Freunden, die das Eröff­nungs­spiel zwar ange­fangen haben zu gucken, dann aber ein­fach aus­ge­schaltet haben. Aus Des­in­ter­esse? Aus Lan­ge­weile? Aus mora­li­schen Gründen? Keine Ahnung. Aber unterm Strich halt bezeich­nend für dieses Murks-Tur­nier.

90. +3

Das Sta­dion ist in vielen Berei­chen quasi leer. Muss diese Fuß­ball­be­geis­te­rung im Land sein, von der im Vor­feld von FIFA-Funk­tio­nären so viel gespro­chen wurde.

90.+4

Dafür hätte man dann auch keine Sta­dien bauen und tau­sende Arbeits­mi­granten sterben lassen müssen.

90.+5

Schieds­richter Daniele Orsato pfeift ab, hat ein Ein­sehen. Nicht, dass die zehn­tau­send Zuschauer, die bereits auf der Auto­bahn stehen noch etwas zu ver­passen drohen.

19:05 Uhr

Und das war’s: das erste WM-Spiel 2022 steht in den Büchern. Ecuador gewinnt 2:0 und hätte noch viel deut­li­cher siegen können. Glück für die kata­ri­schen Aus­richter: Es hat ohnehin keiner mehr mit­be­kommen. Weil tau­sende Zuschauer das Sta­dion weit vor Abpfiff ver­lassen hatten. Geht heim und wartet darauf, dass die Fuß­ball­kultur von ihrem Trip zurück­kehrt: der Ticker.