Liveticker
Belgien – Deutschland 4:1
U21

15:49 Uhr

Guten Tag in die Runde. Heute also das Top­spiel der EM-Qua­li­fi­ka­tion zwi­schen Bel­gien und Deutsch­land. Das Spiel findet übri­gens nicht in Brüssel, son­dern in Löwen statt. Löwen wie­derum ist ein kleines Städt­chen etwa 30 Kilo­meter öst­lich der bel­gi­schen Haupt­stadt. Oder wie sie beim DFB sagen: knapp drei Minuten mit dem Flieger.

15:52 Uhr

Eigent­lich wollte Kol­lege Beh­nisch längst in der Redak­tion sein. Aber bei ihm ist es wie bei Andi Scheuer: Er hat Pro­bleme beim Thema Ver­kehr“.

15:57 Uhr

Aber apropos Ver­kehrs­wende. Ich stelle mir grade vor, wie es wäre, wenn Andi Scheuer den ganzen Bums hier leiten würde. Zum Bei­spiel als Trainer. Und was er den Spie­lern dann mit auf den Weg geben würde. 
Also Jungs, wir spielen heute wieder im 2−3−5, ein Hin­weis an die drei Läufer: der bel­gi­sche Rechts­ver­binder ist brand­ge­fähr­lich. Hell­wach sein! Und du da, der Lange, genau, du bist doch unser Tor­steher, oder?“
Ja, Trainer.“
Wo zum Teufel ist dann deine Schie­ber­mütze?“ 

15.58 Uhr

Herrje. Schon die Natio­nal­hymnen. Dabei wollte ich doch noch die Auf­stel­lungen pren­geln, allein, weil bei Bel­gien einer mit­spielt, der Mike Tresor Ndayis­hi­miye heißt. Was für ein ver­rückter Name: Mike.

15.59 Uhr

Auf den leeren Tri­bünen dieses Sta­dions irgendwo in Bel­gien ist übri­gens Ohl Ohl Ohl Ohl“ zu lesen. Wahr­schein­lich irgendein sinn­loser Sponsor. Klingt trotzdem wie der letze Auf­stoßer nach diesem einem Jupi­laer zu viel. Like, wer’s kennt.

1.

Anstoss Bel­gien. Deutsch­land bisher chan­cenlos. Oder wie der Eng­länder sagen würde: Kuntz out.

2.

Die deut­sche U21 in der Innen­ver­tei­di­gung mit Pieper und Leitsch. Gute Jungs. Können ja nix dafür, dass ihre Namen klingen wie der Ver­wal­tungs­vor­gang einer deut­schen Behörde: Nehmen Sie den Pieper und ste­cken ihn in den Leitsch.“ Optional: Geiger drunter.

4.

René Adler wieder Co-Kom­men­tator heute. Neben seinem Job als Experte. Zwei Jobs zugleich. Läuft nicht bei ihm. Aber gut, man tut was man kann. Viel mehr Sorgen macht mir die so bedenk­lich belegt klin­gende Stimme vom Super-Adler. Als müsse er sich in jeder Silbe selbst davor bewahren, nicht ein­fach MAL ZU SAGEN, WIE ES IST. Ganz ok näm­lich.

5.

Für mich Elf­meter“, sagt Kom­men­tator Uwe Morawe nach einem klaren Foul an einem deut­schen Hoff­nungs­träger. Für mich Straf­stoß. Aber gut, muss jeder selbst wissen. Der Schiri zum Bei­spiel sagt: Wei­ter­spielen. Ver­rückter Hund.

8.

Eine Anfangs­phase hier wie früher rund ums Berg­hain: Viel Abtasten, viel Mann­de­ckung. Und ein Resultat wie rund ums Berg­hain heute: nix los.

11.

Die ersten elf Minute, Sym­bold­bild: 

Dogspotting1

14.

Bel­gien mit einer ersten Chance, Distanz­schuss durch Mike Tresor Ndayis­hi­miye. Aber wie so ein glück­li­cher eng­li­scher Tou­rist nach einem zünf­tigen Pubcrawl: knapp am Pfosten vorbei. 

16.

Gucken das Spiel auf Pro­Sie­ben­Maxx und leider nicht auf Pro­Sie­ben­Maxx HD. So unscharf wird es sonst nur in deut­schen Küchen.

17.

Mag an U21-Spielen ja, dass die Par­tien dann doch etwas wilder ablaufen als bei den alten Hasen. Ein über­mo­ti­viertes Foul hier, ein unsin­niges Dribb­ling da, ein ver­gurkter Abschluss da. Apropos: Ges­tern hat die 11FREUNDE-Betriebs­mann­schaft in der Medi­en­liga gegen die deut­sche Autoren­na­tio­nal­mann­schaft gespielt. 

19.

Pieper früher: Ner­viges Angeber-Gerät an männ­li­chen Gür­teln. Pieper heute: Not­bremse, rot. Deutsch­land nur noch zu zehnt. 

21.

Den fäl­ligen Frei­stoß ver­wan­delt, Ach­tung, Tresor Ndayis­hi­miye. Und nein, ich bin gerade nicht auf der Tas­tatur ein­ge­schlafen. 

22.

Ser­vice-Tick: In der Ban­tu­sprache Kin­yar­wanda bedeutet Ndayis­hi­miye was? Natür­lich: Ich habe es genossen. Bitte.

24.

A‑Nationalmannschaft auf­ge­passt: Wer 0:1 hinten liegt, kann sich kein 1:1 fangen!

26.

Bel­gien in rot, Deutsch­land in weiß, ich mit Lust auf Freibad-Pommes. 

27.

Bel­gien kom­bi­niert sich lässig nach vorne, die deut­sche Hin­ter­mann­schaft wirrer als ein durch­schnitt­li­cher Trump-Tweet. Besorg­nis­er­re­gend. 

30.

Nmecha über rechts, aber Sebas­tian Bor­nouw klärt im letzten Moment zur Ecke. Bezie­hungs­weise: Bornauw or never!

31.

Und bei der Ecke wird Schlot­ter­beck regel­widrig gefällt! Elf­meter für Deutsch­land. Kol­lege Beh­nisch rennt spontan rüber ins Bad, Schland-Schminke auf­tragen. 

32.

Nmecha tritt an. 1:1. Ist halt Nmecha-Typ. 

33.

Bei den Bel­giern spielt einer mit, der mit Vor­name Zinho heißt. Nach dem bra­si­lia­ni­schen 90er-Jahre-Spiel­ma­cher Zinho. Dem blas­sesten bra­si­lia­ni­schen Spiel­ma­cher aller Zeiten“, wie Uwe Morawe zu berichten weiß. Was mich daran erin­nert, dass ich mal mit Hans-Peter Briegel tele­fo­niert habe, der mir erzählte, dass sie nach der EM 1980 in Alba­nien ganz viele Kinder nach deut­schen Natio­nal­spie­lern benannten. Und jetzt laufen da also lauter 40-Jäh­rige rum, die Briegel oder Rum­me­nigge heißen. Mit Vor­namen. Und da sage noch jemand, Fuß­ball sei nicht grausam.

35.

Was heißt Mann­de­ckung bei der U21? Kin­der­riegel. Und ja: Sorry.

38.

Das Spiel jetzt wie ein Abend nur mit Kölsch: fließt so vor sich hin und nix pas­siert. 

42.

Abschluss Bel­gien. Doch der deut­sche Keeper wie eine sehr gefähr­liche Situa­tion im Park: Grill fliegt. 

45.

Halb­zeit! 1:1. Ver­rückt: Andersrum wäre auch gerecht. Womit ich nur erneut sagen will: Sorry.

46.

Weiter geht’s, es steht nach wie vor 1:1. Stand jetzt sind kaum Unter­schiede zur A‑Nationalmannschaft erkennbar.

48.

Ein Zustand, der ein biss­chen klingt wie diese relativ neue Por­no­seite: ohne Fans.

50.

Kom­men­tator Morawe sagt, die deut­sche Mann­schaft könne jetzt klas­si­sche Nadel­stiche“ setzen. Ich frage mich: Wel­cher U21-Natio­nal­spieler hat denn eine abge­schlos­sene Aus­bil­dung zum Aku­punk­teur?

51.

Stefan Kuntz wie ich in meinen veganen Wochen: igno­riert Hack. 

53.

Und dann ist es pas­siert. Der bel­gi­sche Vier­zehner drib­belt von rechts­außen in die Mitte, zieht mit links ab, der Ball landet im langen Eck, 2:1 für Bel­gien. Ein Schuss wie die Zustände im deut­schen Ver­kehrs­mi­nis­te­rium: unhaltbar. 

54.

Kuntz wird wohl bald reagieren wie ich nach meinen veganen Wochen. Und es mal wieder mit Hack pro­bieren. 

57.

Erstaun­lich: Da sind gerade 21 Jugend­liche draußen unter­wegs – und kein ein­ziger fährt ange­soffen mit einem E‑Scooter rum. 

61.

Und schon wieder pfeift der Schieds­richter einen – wenn auch unbe­rech­tigten – Elf­meter. Dum­mer­weise für Bel­gien. Ndayis­hi­miye tritt an und trifft sou­verän. 3:1 Bel­gien. Ich habe es nicht genossen. Jetzt wird es ganz schwer für den deut­schen Nach­wuchs. Vor allem auch, wenn man die fami­li­en­un­freund­li­chen Politik in diesem Land bedenkt. 

64.

Was haben weib­liche Füh­rungs­kräfte und die deut­sche U21 gemeinsam? Beide sind in Unter­zahl und rennen einem Vor­sprung hin­terher.

67.

Jetzt sind hier deut­sche Tugenden gefragt. Wie zum Bei­spiel: einen Krieg anzet­teln.

70.

Stark hin­gegen: Bereits erstes Merch zu diesem Spiel im DFB-Fan­shop erhält­lich:

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73.

Deutsch­land wech­selt, bringt Keitel für Geiger und Krüger für Berisha. Was macht das mit einem? Fragen wir meine Nase: dfjgkn

76.

Tor für Bel­gien. Weil ein Steil­pass durch die deut­schen Reihen flip­pert. Und dann: Openda. Klingt wie ein nie ver­öf­fent­lichter Film mit Robin Wil­liams. Ist aber ein­fach nur das 4:1. Und warum auch nicht. Wenn schon 2020, dann richtig.

78.

Ob Bel­gien-Ultra Mar­cel­inho grade zuschaut? Und viel­leicht sogar mit einem Lächeln im Gesicht diesen Ticker liest. Falls ja: Ich liebe dich!

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81.

Wahn­sinn wie emo­tional Kol­lege Beh­nisch in Bezug auf Mar­cel­inho gerade geworden ist. Habe ja nichts dagegen, und klar, Mar­cel­inho war ein her­aus­ra­gender Fuß­baller, aber ein biss­chen Impuls­kon­trolle sollte doch drin sein. 

83.

Her­thaner Arne Maier geht vom Platz. Spä­tes­tens jetzt geht es mir bei dem Spiel wie mit dem Jahr 2020: Ich will ein­fach nur, dass es auf­hört. 

84.

Morawe rechnet. Erzählt vom Tor­ver­hältnis. Ich muss eine dumme Zwi­schen­frage stellen: Zählt das Hin­spiel­ergebnis über­haupt, wenn nie­mand mehr weiß, wie das Hin­spiel­ergebnis lautet. 

86.

Fun Fact:
Inner­halb von nur 24 Stunden ver­lieren gleich zwei deut­sche Natio­nal­mann­schaften (U21, Autoren) mit 1:4. 

89.

Wieder ein Frei­stoß, wieder der bran­ge­fähr­liche Ndayis­hi­miye. Knapp drüber. Aber der Junge ist gut. Mal schauen, wo er spielt. Aha: Bei Wil­helm II Til­burg. Finde ja, er hätte langsam mal eine Chance in der Ersten ver­dient. 

90.+2

Bel­gien mit der nächsten Chance. Aber am Ende geht es dem jungen Mann mit der Nummer Sechs mit seinem Schuss wie jedem Gast bei Markus Lanz jemals: Er trifft einen deut­schen Pfosten. 

17:55 Uhr

Dann ist Schluss, Deutsch­land ver­liert erst das Spiel mit 1:4 und in Folge dessen auch die Tabel­len­füh­rung in der EM-Quali-Gruppe 9. Was heißt dieses Ergebnis für den deut­schen Fuß­ball? Gibt es ein struk­tu­relles Pro­blem? Ist die Natio­nal­mann­schaft auf Jahre hinweg schlagbar? Müssen wir uns an den Schland-Iro-Seiten plötz­lich wieder Haare wachsen lassen? Oder war es nur ein Aus­rut­scher, ein Miss­ge­schick, ein Ein­zel­fall? Wir sind traurig und über­fragt, oder umge­kehrt, keine Ahnung, wün­schen der Mann­schaft aber trotzdem einen guten Rück­flug. Nach Brüssel.