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Tagesticker: 2. Januar 2019

Schichtende für Naldo?

Verlässt Naldo den FC Schalke? Warum Christian Pulisic »Bye, bye« sagt und trotzdem bleibt. Und weshalb Xabi Alonso vielleicht ins Gefängnis muss. Hier kommt alles Wichtige zum Tag.

17.55 Uhr

Natürlich kann man die Premier League für einen verzückenden Ort halt, an dem talentierte Spieler möglichst viel Geld verdienen und dabei eine Liga voller Spiel, Spaß und Spannung bilden. Oder man schaut mal hinter den Zaun, genauer in den Spielertunnel. Denn dort stehen an jedem Wochenende 22 glückliche Einlaufkinder. Ein Glück, das die Eltern teuer erkauften mussten. Der Bleacher Report veröffentlichte eine Liste, nachdem mancher Verein bis zu 700 Pfund haben will für einen Auftritt an der Seite der Stars. Ganz vorne in der Tabelle stehen West Ham, Leicester und Tottenham. Wir sagen, ähm, Glückwunsch. 

16.45 Uhr

Als der englische Mittelfeldspieler Danny Drinkwater im Sommer 2017 von Leicester City zum FC Chelsea wechselte, dachten sich viele: Puh. Wird knapp mit den Einsatzzeiten. Dann lief es zunächst eigentlich ganz gut an, ehe diese Saison auf der Habenseite standen: 30 Minuten in einem unbedeutenden Pokalspiel. Macht insgesamt 15 Einsätze in Liga und Champions League für Chelsea, im Schnitt über 51 Minuten. Oder umgerechnet auf die 35 Millionen Pfund Ablösesumme, die Drinkwater einst gekostet hat:

16.30 Uhr

Französischen Quellen folgend, steht Schalkes Naldo vor einem Wechsel nach Monaco - und zwar ablösefrei wegen Vertragsauflösung. Wer hätte gedacht, dass der Mann, der so maßgeblichen Anteil an der Vizemeisterschaft 2017/18 hatte, den 11FREUNDE noch zum Spieler des Jahres gekürt hat, so schnell auf das Abstellgleis holpert? Und wessen Karriere sollen wir als nächstes ruinieren, indem wir ihn auf das Cover hieven? Den Zuschlag erhält der Höchstbietende. Ernstgemeinte Zuschriften bitte an CashMoney@11freunde.de 

16 Uhr

Am 16. Januar steigt der italienische Supercup zwischen Juventus Turin und dem AC Mailand. Natürlich im »King Abdullah Sports City Stadium«, einem Stadion 50 Kilometer nördlich von Dschidda, Provinz Mekka, Saudi-Arabien. Tolle neue Welt. Nicht so toll: Frauen sind zwar zugelassen, aber nur im Familienblock der Arena. Und das alles abgesegnet von einer Liga, die noch vor Jahresschluss einen Spieltag auserkoren hatte, gegen häuslichen Gewalt zu protestieren. 

15.15 Uhr

Und da sage noch einer, in den sozialen Netzwerken sei nicht mehr wirklich was über die Fußballer von heute herauszufinden. Man muss nur wissen, wo man suchen muss! Wie im Fall von Galatasarays Verteidiger Serdar Aziz. Der hatte sich vor dem letzten Spiel des Jahres 2018 mit »Magenbeschwerden« abgemeldet. Blöd nur, dass seine Freundin davon offenbar nichts wusste und ihn fröhlich in ihrer Insta-Story markierte. Im tiefsten Relax-Modus auf den Malediven. Sein Verein reagierte besonnen und setzte Aziz auf die Transferliste. 

14.45 Uhr

Ist aber auch ein Teufelskerl, dieser Jamie Vardy...

14.15 Uhr

Ricardo Faty ist Nationalspieler Senegals, in Frankreich geboren und spielt für Ankaragücü in der Süper Lig. Das war uns bis dahin ehrlich gesagt ebenso unbekannt wie die Tatsache, dass Ricardo Faty einen Sohn hat. Aber damit auch wir uns mal wie ein richtiges Nachrichten-Portal fühlen können, vermelden wir jetzt »Was wir wissen«: Ricardo Fatys sehr junger Sohn übersetzt die Interviews seines Papas im türkischen TV vom Französischen ins Türkische. Das ist zwar höchstwahrscheinlich irgendwie auch Kinderarbeit. Vor allem aber: Sehr, sehr cool und ziemlich lässig. Seht selbst, und zwar hier >>> 

13.30 Uhr

Samir Nasri ist zurück. Er galt als legitimer Nachfolger von Zinedine Zidane, verzauberte den FC Arsenal, wurde Frankreichs Fußballer des Jahres und Skandal-Kicker. Seine Ex-Freundin wetterte ob einer Nicht-Nominierung für die Nationalmannschaft »Fuck France«. Er trainierte mal mehr mal weniger gut, weshalb es ihn irgendwann zu Antalyaspor verschlug. Dann die Sperre wegen Dopings, das er sich in den USA besorgt hatte, in Form von Vitaminspritzen. Vermutlich weil die behandelnde Ärztin mit ihm auf Twitter angab, flog die Sache auf. Eine andere Version besagt, seine gekränkte Nun-Ex-Freundin habe Nasris Account geknackt und die Sache so publik gemacht. Die Wahrheiten verschwimmen an dieser Stelle. Klar ist nur, dass Nasri für 18 Monate gesperrt wurde, die Strafe nun abgesessen hat und neu angreifen will, bei West Ham United. Dort, wo Manuel Pelligrini Trainer ist. Der Mann, der ihn einst schon bei Manchester City zu einem der besten Spieler der Premier League machte. Ob mit oder ohne Doping, wird sich nun zeigen müssen. Nasri jedenfalls hat Bock. Schön.

12.30 Uhr

Aus der Reihe »Weird but true«: Kalidou Koulibaly vom SSC Neapel steht nicht in den Top3 zur Wahl von »Afrikas Spieler des Jahres«. Denn dort stehen Mo Salah, Pierre-Emerick Aubameyang und Sadio Mané. Der kommt wie Koulibaly aus dem Senegal und jetzt wird es kurios: landete bei der Wahl zu Senegals Fußballer des Jahres hinter Koulibaly. Während wir noch versuchen, uns selbst zu erklären, wie das zu erklären ist, sagen wir: Glückwunsch. Und: Verdient. Schließlich sagt man über ihn nicht zu Unrecht: Hätte ihn Carlo Ancelotti nicht jetzt erst, sondern schon beim FC Bayern unter seinen Fittichen gehabt, wäre er noch beim FC Bayern. Außerdem hat es Koulibaly »dank« einer viel zu großen Horde an viel zu großen Vollidioten im italienischen Fußball nicht immer leicht (Über den neuerlichen Rassismus in der Serie A lest ihr hier >>>). Und lässt es trotzdem leicht aussehen. Allein dafür gebühren ihm täglich Preise. 

12 Uhr

Bisschen was zur Entspannung zwischendurch. Alle 26 Torvorlagen von Lionel Messi aus dem Jahr 2018. In diesem Sinne: Frohes Neues. Und möge er noch lange wirbeln.

11.45 Uhr

Xabi Alonso. Hach. Spielte immer top, sah immer top aus, hört die richtige Musik und hatte diesen kleinen Sticker an seinem Spind in der Kabine des FC Bayern: »JFT96« - Justice for the 96. Den Opfern der Hillsborough-Stadion-Katastrophe im Jahr 1989. Und dieser Mann soll Steuern hinterzogen haben? So ganz profan? Wie alle die anderen Gauner? Und dieser Mann soll dafür fünf Jahre in Haft und vier Millionen Euro Strafe zahlen, wie es die Staatsanwaltschaft fordert? Aber nicht doch, sagt dieser Mann, denn: »Ich habe ein ruhiges Gewissen, weil ich weiß, dass ich alle Steuerangelegenheiten immer korrekt abgewickelt habe.« Weshalb er, im Gegensatz zu Lionel Messi und Cristiano Ronaldo, keinen Vergleich mit den Behörden anstrebt, sondern sich der Justiz stellt: »Wenn ich Zweifel an meiner Unschuld hätte, würde ich es nicht tun.« Entweder das, oder Xabi Alonso hat eine gespaltene Persönlichkeit. So oder so: Hach.

11.30 Uhr

Der FC Schalke 04 soll an der Verpflichtung von Barcelonas Nachwuchsstürmer Munir und Liverpools Nachwuchsstürmer Dominic Solanke interessiert sein. Warum die an einem Wechsel zum FC Schalke 04 interessiert sein sollten, ist leider nicht bekannt.

11.25 Uhr

Nochmal München. Aus dem Werben um Arsenals Aaron Ramsey wird vermutlich: nix. Denn der Mittelfeldstratege aus Wales steht wohl so gut wie sich in der nächsten Saison für Juventus Turin auf dem Platz. Eine Alternative könnte heißen: »Aurelien Tchouameni«, defensiver Mittelfeldspieler bei Girondins Bordeaux und 18 Jahre jung. Über den Uli Hoeneß vermutlich sagen würde: »Ich kenne ihn nicht. Und ich kann seinen Namen auch nicht aussprechen, aber er soll eine echte Bombe sein.« Was natürlich stimmt. Der gute Mann ist immerhin durch alle U-Nationalmanschaften Frankreichs gezogen. Und hat gegenüber Ramsey folgenden Vorteil: Nach seinen Toren stirbt niemand...(Was es damit auf sich hat, lest ihr hier >>>)

11.20 Uhr

Und die Bayern so? Machen halblang. Auf die Brazzo-Art. Der über den neuen kanadischen Flügelstürmer Alphonso Davies (Wer das ist? Lest ihr hier >>>) sagt: »Es ist ganz wichtig, dass er in Ruhe aufgebaut wird und sich an die Bundesliga gewöhnen kann. Wir werden auf Alphonso aufpassen, keinen Hype um ihn machen.« Klingt gut, schließlich ist der gerade mal 18 Jahre jung und trotzdem zehn Millionen Euro schwer. An Münchner Erwartungshaltungen sind schließlich schon ganz andere gescheitert (Was die Bayern-Talente von einst heute machen, lest ihr hier >>>). Was nicht so gut klingt ist das, was Salihamidzic sonst noch so über den ersten Wintertransfer der Bayern gesagt hat: »Grundsätzlich ist er ein Riesentalent. Alphonso ist ein Super-Junge, ein Super-Charakter. Wenn wir ihm genug Zeit geben, hat er ein Riesenpotenzial, um hier große Leistungen zu bringen.« Und wenn das niemanden nervös macht, dann vielleicht die Wort von Uli Hoeneß: »Ich habe ihn noch nie spielen sehen. Aber er wird eine Bombe, habe ich gehört. Da vertraue ich meinem Sportdirektor.« Und so, liebe Kinder, vermeidet man einen Hype auf bayrisch.

11 Uhr

Und was sagt der BVB? Was sagt Manager Michael »Susi« Zorc? Das hier: »Es war immer Christians großer Traum, in der Premier League zu spielen. Das hat sicher auch mit seiner amerikanischen Herkunft zu tun, und infolgedessen war es uns nicht möglich, seinen Vertrag zu verlängern. Vor diesem Hintergrund haben wir uns dafür entschieden, ein – angesichts der geringen Vertragsrestlaufzeit – außerordentlich lukratives Angebot des FC Chelsea nun anzunehmen.« Klingt nach guter alter Floskel. Wenn man allerdings denen glaubt, die zu wissen meinen, dass man in Dortmund gar nicht mehr restlos von der langfristigen Entwicklung Pulisics überzeugt ist, klingt es nach: genialem Schachzug. Und: Katsching. Den Aktionären gefällt das. Den Fans erstmal nicht. Aber so eine Meisterschaft soll ja durchaus etwas Tröstendes haben.

10.50 Uhr

Das kam ad-hoc! Wie Borussia Dortmund seine Aktionäre wissen ließ, verlässt Christian Pulisic den Klub und wechselt zum FC Chelsea. Für 64 Millionen Euro. Sofort. Also: bald. Denn zugleich wurde bekannt, dass Pulisics neuer Arbeitgeber ihn umgehend wieder verleiht - an den BVB. Und zwar unentgeltlich. Klingt nicht so, als glaube man an eine echte Liebe auf den ersten Blick mit dem Neuen. Eher so, als sage ein reiches Sandkasten-Kind zu einem anderen Sandkasten-Kind: Ey, lass mal heiraten später. Also wenn Du schön und schlau wirst. Bis dahin lebst Du noch bei denen Eltern. Kostet die auch nix. Tatsächlich aber ist das Konstrukt wohl dem Umstand geschuldet, dass dem FC Chelsea ab Sommer eine mehrjährige Transfersperre droht. Dabei geht es um die Verpflichtungen von ausländischen Jungprofis unter 18 Jahren, die nicht mit den FIFA-Regularien vereinbar waren.