Gennaro Gattuso
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Gonzalo Higuaín

Tagesticker: 14. Januar 2019

Gattusos dunkle Fantasien

Wie Milans Trainer Gonzalo Higuaín halten will. Die heißesten Transfergerüchte. Und überhaupt alles Wichtige zum Tag.

imago

17.30 Uhr

Falls Ihr in Sachen Fußball gerade sehr selbstbewusst unterwegs seid und jemanden braucht, der Euch auf den Boden der Tatsachen zurückholt - lasst Eure Skills einfach von Clarence Seedorf bewerten. Denn nur den wirklich schönsten Toren verleiht der vierfache Champions-League-Sieger das Prädikat »Seedorf-Style«. Alle anderen bekommen ihr Fett weg. Im wahrsten Sinne des Wortes: 

17 Uhr

Alle reden von David de Gea, aber was ist eigentlich mit Ben Foster? Der Torwart von Watford zeigte am Samstag im Spiel gegen Crystal Palace seine 1000. Parade in der Premier League. Wie viele Bälle er allein mit seinem irren Blick geklärt hat, ist nicht überliefert. 

16.30 Uhr

»Chelsea reagiert nicht auf Bayerns Offerte für Hudson-Odoi«, schlagzeilt spox.com. Oder für die Generation Tinder: »Chelsea ghostet Bayern«. Mit dem Unterschied, dass da in der Regel keine 39 Millionen Euro im Spiel sind.

16 Uhr

Wir melden uns vom Abgrund: Noch vier Stunden läuft das Crowdfunding zur Rettung der SG Wattenscheid 09. Noch immer fehlen rund 200.000 Euro. Doch laut einem Bild-Bericht naht die Erlösung. Ein anonymer Geldgeber helfe dem Klub aus der Patsche, heißt es. Und tatsächlich: Wie der Klub soeben bestätigt, zahlt die Firma des Aufsichtsratsvorsitzenden Oguzhan Can die verbliebene Summe. Und in Wattenscheid plumpsen gerade etliche Steine von etlichen Herzen. Alles über den Schlamassel der letzten Monate könnt ihr derweil hier nachlesen >>>

15.45 Uhr

Nochmal zurück zu Higuaín. Dem Argentinier wird ja nachgesagt, gut und gerne zu essen. Als er einst für 90 Millionen Euro von Neapel zu Juventus wechselte, spotteten einige Tifosi, eine Million Euro pro Kilo Higuaín seien einfach zu viel. Auf dem Weg zum italienischen Supercup-Finale gegen Juve in Saudi-Arabien (hier bitte augenrollenden Emoji hinzudenken) ließ sich Higuaín nun gemeinsam mit anderen Milan-Stars fotografieren - mit einer Packung Nutella B-ready in der Hand. Möglicherweise muss man das Zitat seines Trainers Gennaro Gattuso zu den Wechselabsichten seines Stürmers (»Wenn es nach mir ginge, würde ich Higuaín zu mir nach Hause einladen, ihn in ein Zimmer sperren und ihm alle zwei oder drei Stunden etwas zu essen geben«) also doch etwas anders interpretieren.

15.30 Uhr

Nach Dan-Axel Zagadou, Manuel Akanji und Abdou Diallo gönnt sich der BVB mit dem Argentinier Leonardo Balerdi von den Boca Juniors offenbar den vierten jungen, hochveranlagten Innenverteidiger. Für schlappe 16 Millionen Euro. Und wir wägen im hippen Burgerladen nebenan verzweifelt ab, ob wir uns noch Süßkartoffelpommes zum Burger gönnen. Ungerechte Welt. 

15 Uhr

Man kennt das ja: Da steht ein großes Turnier ins Haus und jeder mäßig begabte Dorfbarde fühlt sich berufen, seiner Mannschaft mit einem eigenen Song zu huldigen. Was dieser Künstler hier jedoch der iranischen Nationalmannschaft für den Asien Cup mit auf den Weg gibt, lässt uns dann doch einigermaßen sprachlos zurück: 



Seine Wirkung scheint das Epos jedenfalls nicht zu verfehlen: Nach zwei von drei Spieltagen führt der Iran seine Gruppe souverän mit sechs Punkten und 7:0 Toren an. Alles, was man zum Turnier wissen muss, lest ihr übrigens hier >>>.

14.45 Uhr

Nach seinen Stationen in Mainz und Dortmund bastelt Jürgen Klopp in Liverpool gerade eifrig an seiner dritten Heiligsprechung. Doch man glaubt es kaum, auch ein Sympathiebolzen wie Klopp macht mal Fehler. Im Interview mit dem Liverpool Echo sprach Klopp nun über die verpasste Chance, seinen jetzigen Stürmer Sadio Mane im Jahr 2012 von Red Bull Salzburg zum BVB zu lotsen. »Ich habe in meinem Leben einige Fehler gemacht und einer der größten davon war es, Sadio nicht nach Dortmund zu holen«, offenbarte Klopp. »Nicht wirklich überzeugt«, sei er damals gewesen. Doch das Leben habe ihm eine zweite Chance gebeben. »Hoffentlich können wir es beide nutzen.« Ach, wäre unser größter Fehler doch auch nur ein verpasster Transfer. Stattdessen denken wir gerade wehmütig zurück an unsere verflossene Jugendliebe. Was waren wir leichtsinnig damals. Vielleicht sollten wir ja mal wieder anrufen. Vielleicht gibt uns das Leben ja auch nochmal eine zweite Chance. Hoffentlich können wir beide sie nutzen.

14 Uhr

Gonzalo Higuaín möchte offenbar sein Portfolio europäischer Topklubs erweitern. Nach Stationen bei Real, Neapel und Juve heißt es nun, der Stürmer strebe einen Wechsel vom AC Milan zum FC Chelsea an. Sogar eine »offizielle Transferanfrage« habe der Argentinier gestellt. Wie auch immer die aussehen mag. Sein Trainer Gennaro Gattuso jedenfalls würde Higuaín gerne halten. Und wenn Gattuso »halten« sagt, dann meint Gattuso auch »halten«: »Wenn es nach mir ginge, würde ich Higuaín zu mir nach Hause einladen, ihn in ein Zimmer sperren und ihm alle zwei oder drei Stunden etwas zu essen geben.«

13.30 Uhr

Für seine überragende Leistung im Spiel gegen Tottenham wird Manchester Uniteds Torwart David de Gea im Internet gerade völlig zu Recht ein Denkmal gebaut. Neben fantastischen elf Paraden ist den Fans der Spurs jedoch noch eine andere Statistik des Spaniers aufgefallen. Wie der Spurs Stat Man aufgedröselt hat, gingen immerhin 4,81 Prozent der Spielzeit dafür drauf, auf David de Geas Abstöße zu warten. Doch auch, wenn Schiedsrichter Mike Dean 40 statt vier Minuten hätte nachspielen lassen - die Spurs wären wohl weiterhin an de Geas Paraden verzweifelt. 

13.15 Uhr

Marko Arnautovic will West Ham United verlassen und das möglichst noch in diesem Winter. Britischen Medien zufolge zieht es den Österreicher zu SIPG Shanghai. »Marko will ein neues Land kennenlernen, dort um Titel mitspielen«, erklärte sein Bruder und Berater Danijel im TelegraphNeben den kulturellen und sportlichen Anreizen locken die Chinesen übrigens mit einem kolportierten Wochengehalt von 280.000 Euro. Wie viele Polizistenleben man damit wohl kaufen kann?

12 Uhr

Aus der Reihe »Zwei Typen, eine Attitude«, Teil 1 und Ende: Lukas Podolski und Diego Maradona. Aber der Reihe nach. Tagesordnungspunkt 1: Prinz Poldi. Der hat sich zu den Ess-Gewohnheiten von Franck Ribéry geäußert: »Ob das Steak Gold, Silber oder Bronze ist, ist mir am Ende scheißegal. Ich glaube, er ist dadurch kein anderer Mensch, ob er jetzt ein ›Gold-Steak‹ isst oder einen Döner.« Was natürlich Quatsch ist, weil Ribéry durch das »Gold-Steak« allein schon eine ganz andere Verdauunug hat, als sagen wir mal einer, der sein Fleisch lieber mit einfachen Schwermetallen oder gar nicht garniert. Andererseits wäre Ribéry schon auch ein anderer Mensch, würde er noch Bauarbeiter sein und nicht Multimillionär. Es macht halt nur trotzdem nix. Weshalb wir #TeamPoldi sind, was in diesem Fall #TeamScheißegal ist. Dem auch Maradona angehört. Als Ehrenpräsident. Neuester Nachweis: Eine überstandene Operation. Angeblich wegen eines Nabelbruchs. Das ist aber gar nicht weiter wichtig, wichtig ist ja nur, was Diego danach in die Welt geflötet hat, und zwar: »Es ist nichts. Ich ging mit 58 in die Klinik und kam mit 50 wieder heraus.« Und nur für's Protokoll: Er meint Kilogramm, nicht den IQ.

11.45 Uhr

Apropos Juventus. Ramon Calderon, Ex-Präsident von Real Madrid, hat über den Abgang von Zinedine Zidane geplaudert: »Er bestand darauf, Ronaldo zu behalten und stattdessen Gareth Bale abzugeben. Er wollte die Entscheidungskraft haben, wenn es darum ging, Spieler zu verpflichten und zu verkaufen. Da seine Forderungen nicht erhört wurden, ist er gegangen. Und das war richtig so.« Und in Düsseldorf prengeln sie aufgeregt über die Flure der Geschäftsführung: Der Zidane will einfach nur Entscheidungskraft haben? Kann er haben, kann er haben!! Ruft ihn an! 

11.30 Uhr

Kaum ist Cristiano Ronaldo bei Juventus Turin unter Vertrag, macht die alte Dame auf junger Hüpfer. Und einen Schritt in Richtung Neuland. Denn während ordinäre Fußballvereine zwar schon längst auch mehr als nur Trikots und Shorts verkaufen, bleiben sie mit ihren Fanartikeln doch immer nah am Kerngebiet, dem Sport. Poloshirts, Sweatshirts oder Schuhe sehen meist aus, als wären sie ein auf Alltag getrimmtes, nur über den Rasen hinausgedachtes Trikot. Juve nun geht weiter, dorthin, wo (zum Glück?) noch nie ein Klub zuvor war und pressiert eine richtige Streetstyle-Marke in die Welt. »Icon Collection« nennt sich der Bums und spielt zwar konsequent mit den Vereinsfarben und dem Logo des Klubs, kann ohne Wissen darüber aber ebenso problemlos in jeder Hipster-Boutique auf Planet Cool hängen. Fun Fact: Gilt ebenso für Emre Can. 


Foto: Screenshot icon.juventus.com/

11 Uhr

Und noch ein paar Transfers, bzw. Transfergerüchte. Werder Bremens Florian Kainz steht ebenfalls kurz vor einem Wechsel zum 1. FC Köln, so der Kicker, der zudem zu berichten weiß: »Der Österreicher wird eine Ablöse kosten.« Über die Höhe dieser Ablöse wissen wir leider auch nichts. Weil wir aber progressiv sind und von Geld nichts halten, weil wir keines haben, tippen wir mal, die Ablösesumme beträgt: Fünf Komplimente. Und wenn wir schon in Bremen sind, verlassen wir es zusammen mit Jaroslav Drobny. Denn der schließt sich für ein halbes Jahr Fortuna Düsseldorf an. Warum, wurde nicht bekannt. 

10.45 Uhr

Einst war Johannes Geis ein hoffnungsvolles Talent, die Nationalmannschaftskarriere war nur eine Frage der Zeit. Dann wechselte er zum FC Schalke 04. Und das mit der Hoffnung ging den Schacht runter. Zuletzt wirkte die Bande zwischen Spieler und Klub mehr wie ein Sado-Maso-Spiel, denn ein Angestelltenverhältnis. Versetzung in den Trainingsbetrieb der U23 inklusive. Jetzt wechselt Geis bis Saisonende zum 1. FC Köln. Special Interest statt Sado-Maso. Immerhin was Neues.

10.30 Uhr

Luft holen. Hinsetzen. Weiter Luft holen. Alle unnötigen Gedanken (Job, Steuer, Ehepartner) beiseite schieben. Dem Gehirn sagen, dass es gleich einen Happen Glück gibt. Und dann: jubeln. Denn: Ronny ist zurück. In Berlin. Ja, der Ronny! Der Mann, der einen Ball mit seiner linken Klebe weiter schießen kann, als er selbst zu Laufen im Stande ist. Und es kommt noch besser. Denn Ronny, der Bruder des Raffael, die Antwort auf einen BER-Gag, der nie gemacht wurde, ist nicht nur einfach so wieder in Berlin. Nein, Ronny, dessen Haarschopf erstaunliche Ähnlichkeiten mit einer Luftaufnahme der Berliner Museumsinsel hat, trainiert unter - Luft hofen, Hinsetzen, bereit machen zum Jubeln - Thomas »Icke« Häßler bei Berlin United. Siebte Liga. Der Champions League des kleinen Mannes. Der Champions League der Ronnys. Hach. Zitat von Klubchef Stefan Teichmann: »Ronny hat zunächst eine Vereinbarung bei uns für vier Wochen unterschrieben, macht das Training und die Spiele in der kompletten Vorbereitung mit. Danach sehen wir weiter.« Wer aufmerksam mitgelesen hat, wird feststellen: Vom kompletten Training war nicht die Rede.