Liveticker
Borussia Dortmund – Schalke 04 3:0
Bundesliga

18:15 Uhr

Hallo und herz­li­chen Will­kommen, bezie­hungs­weise an alle Schalker Ver­tei­diger: Guten Morgen. Hier wird jeden Augen­blick das Revier­derby geti­ckert. Halten wir es mit Königs­blau – und ver­su­chen erho­benes Hauptes aus der Sache zu geraten.

18:17 Uhr

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18:21 Uhr

Gute Nach­richten für alle Schalker Spieler: Die Bla­mage des Wochen­endes ist bereits ent­schieden. 

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18:24 Uhr

Gän­se­haut: Nobbi Dickel spielt You’ll never walk alone – außer der Inzi­denz­wert liegt über 50“ ab. 

18:27 Uhr

Die Auf­stel­lungen. 

Dort­mund: Bürki – Meu­nier, Hum­mels, Akanji, Guer­reiro – Dahoud, Delaney, Sancho, Brandt, Reyna – Haa­land. 

Schalke: Naja – Wer?, Sane?! Achso., Argh – Oha, Der spielt da immer noch?, Uff, Keine gute Idee, – Der macht doch auch kein Tor, Mhm, Hoffen wir mal.

1.

1 Begeg­nung mit nied­rigem Risiko bisher. Oder halt: Anstoss.

3.

Die 300 Zuschauer mit einer Stim­mung wie damals, als meine Abi-Note vor dem ver­sam­melten Jahr­gang ver­lesen wurde: Irgendwas zwi­schen Anfeue­rung und Ent­setzen.

5.

Schalke feiert hier kol­lektiv jeden Ein­wurf. Den dann immer Oczipka aus­führt. Und wie. Che­figer Blick, biss­chen den Kopf zur Seite. Wie so einer, der genau weiß, was zu tun ist, wenn im Snack-Auto­maten mal wieder der Riegel klemmt. Junge, ich hab hier schon Zucker aus dem Schacht geholt, da war Twix noch das Geräusch einer ent­täuschten Liebe.“ Und dann neigt sich der Kopf zur Seite und der Ball fliegt seiner Bestim­mung hin­terher. Oczipka regelt. Bei­fall und Abgang.

8.

Dort­mund um Spiel­kon­trolle bemüht. Dabei aber noch so ein­falls­reich wie ein Schach­spieler, der immer wieder Pasch“ ruft. Schalke hin­gegen wie eine Gruppe Spit­zen­sportler, die mal zeigen will, dass sie auch im Fuß­ball eine Chance hätte. Rennen hier alles und jedem hin­terher, als würden nur die Hoff­nungen der anderen müde werden können. Und man will ihn Bravo“ zurufen. Und: Viel Glück“.

11.

Hara­kiri im königs­blauen 16er. Klingt wie eine Motto-Party im Swin­ger­club gleich neben der Trink­halle, ist Haa­land aber zu unsexy. Der Nor­weger wemst den Ball nach furcht­barem Schalker Ball­ver­lust lustlos ins Bal­lungs­ge­biet Rönnow. Haupt­stadt von Ächz.

14.

Hui. Dort­mund hier jetzt drü­ckend über­legen. Und irgendwo in Rheda-Wie­den­brück schlachtet man bei Tön­nies ein paar Hum­meln.

17.

Alle: Dort­mund spielt Katz und Maus mit dem Gegner. Schalker: Wel­cher Gegner?

19.

Zwayer erin­nert: Wir spielen hier Fuß­ball”. Drei Schalker ver­lassen schlag­artig den Platz.

21.

Dort­mund, sagt Fuss, suche nach Lösungen. Aber bei allem Respekt: Noch sehe ich Cur­eVac in der Favo­ri­ten­rolle.

22.

Malick Thiaw säbelt Reyna an der Mit­tel­linie um. Ein unnö­tiges Foul, über­hart, der­by­reif. Und auf der Schalker Meile erzählen Väter ihren Kin­dern gerade gerührt von Mar­celo Bordon. 

24.

Delaney revan­chiert sich direkt, haut mit Knie voraus Harit um. Ein schönes Zei­chen – an den Ama­teur­sport. 

26.

Pacencia und Matondo stehen etwa 30 Meter vom Dort­munder Tor ent­fernt. Bekommen keine Bälle, machen Lücken zu, hoffen, laufen zwi­schen­durch cou­ra­giert an. Kurzum: Nie hat Franco di Santo mehr gefehlt. 

28.

Schalke (Sym­bol­bild).

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31.

Ich schaue nach draußen: Es ist dunkel geworden in den letzten Minuten, die Sonne unter­ge­gangen. Gegen­über sind die Fenster erleuchtet. Eine Frau macht seit einer Stunde akri­bisch sauber, es sieht sehr pro­fes­sio­nell aus. Sie weiß, was sie tut. Dar­über haben sich offenbar Stu­denten getroffen. Sie tanzen zu fünft oder sechst in einer Ein­zim­mer­woh­nung. Was ange­sichts der Lage viel­leicht nicht die beste Ent­schei­dung ist, aber klar: Wer will es ihnen am Ende ver­denken? Und ich blicke auf einen Bild­schirm, auf die Uhr. Noch eine Stunde. Durch­halten, Manuel Baum.

34.

Aha! Ein Schalker Tor­schuss. Durch Ozcipka. Der was ein­bringt? Richtig: Einen Ein­wurf durch Oczipka. Der was ein­bringt? Richtig: Einen Eck­ball durch Ozcipka. Der was ein­bringt? Richtig: Einen langen Ball von Rönnow auf Oczipka. Und ja, liebe Leser*innen, da müsst ihr jetzt alleine durch­steigen.

36.

Jetzt wieder das typi­sche Bild dieser ersten Halb­zeit. Dort­mund in Ball­be­sitz, Schalke ver­dichtet. Hier in der Ana­lyse: 

38.

Fre­derik Rönnow hätte auch gut und gern Stuntmen für die Frisur von Stefan Wes­sels bei dessen Jack-Wolfskin-Wer­be­drehs sein können. Hat sich statt­dessen ent­schieden, Tor­hüter auf Schalke zu werden. Aber manche wollen es ein­fach auf die harte Tour.

41.

Immer noch 0:0. Bin gespannt, wann sich Galileo Mys­tery der Sache annimmt. 

44.

Ange­sichts dieser ersten Halb­zeit muss sich Lucien Favre hin­terher schon ein paar unan­ge­nehme Fragen stellen lassen. Zum Bei­spiel: Herr Favre, warum haben Sie gegen Schalke zwei Innen­ver­tei­diger auf­ge­stellt? Oder einen Tor­hüter?

19.16 Uhr

Halb­zeit. Dort­mund spielt es ganz gut, rund um den Straf­raum viel­leicht ein biss­chen planlos. Statt immer wieder kon­se­quent die 1:1‑Duelle zu suchen, sieht man den schwarz-gelben das Soll ich?“ gera­dezu an. Und Schalke? Stellt acht Mann auf eine Linie, hofft auf das Beste und schmückt sich das bis­he­rige Ergebnis aus. Unge­fähr so:

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46.

Konnte Schalke trotz viel Gegen­wehr nicht ver­hin­dern: der Wie­der­an­pfiff.

47.

Ein­wurf Oczipka. Ben­taleb kämpft den Ball ins Aus. Wieder: Ein­wurf Oczipka. Hätte nicht gedacht, dass sie so früh mit dem Zeit­spiel beginnen.

49.

Und Dort­mund? Pro­biert es im letzten Drittel weiter Klein-Klein. Erin­nert dabei an Men­schen vor der Super­markt­kasse, die 3,57 unbe­dingt mit den Cent-Resten im Porte­mon­naie zahlen wollen. Und nach einer halben Ewig­keit: Ah. Mit Karte, bitte”.

51.

Pacencia ver­kauft sich im Zwei­kampf so billig, würde mich nicht wun­dern, wenn gleich einer ein Mydealz-Angebot ein­stellt.

53.

Manuel Baum gibt immer wieder Kom­mandos, klingt dabei ein wenig wie ein über­mo­ti­vierter Mini­ki­cker-Trainer: Nicht alle gleich­zeitig auf den Ball!” Ja, du darfst gleich auch mit­spielen.” Na kommt, weiter geh… Wer pflückt denn da jetzt Blumen?!”

55.

TOOR für Dort­mund! Nach einem Eck­ball spielt Julian Brandt den Ball ele­gant mit der Hacke weiter, Reyna hält mal drauf. Eine Chance, wie schon so viele: Sieht gut aus, bringt nichts ein. Doch diesmal steht da Manuel Akanji und schaltet beim Abpraller von Rönnow am schnellsten. 1:0. Aus­ge­rechnet. Akanji, der zweite Innen­ver­tei­diger, das Mathe­ma­tik­genie – damit haben nur die wenigsten gerechnet.

57.

Fuss mahnt, dass Favre nun auch auf die Belas­tungs­steue­rung der Spieler achten soll. Es könne sein, dass einer der Dort­munder sonst ins Sauer­stoff­zelt müsse. Ich halte dagegen: Oczipka.

59.

Oh, habt ihr das gehört? Das war der Knoten, der geplatzt ist. Haa­land läuft 30 Meter vor dem Schalker Tor ein­fach los, bekommt den Ball von Sancho im rich­tigen Moment in den Lauf gespielt, über­lupft Rönnow. 2:0 – und ab jetzt gilt für Schalke: Haa­land unter.

62.

Gute Nach­richten aus der deut­schen Milch- und Mol­ke­rei­wirt­schaft: Ein immens großer Block Butter wurde in Dort­mund gefunden. Haa­land ist gerade hin­durch geschnitten.

65.

Schalke. Kann mehr, als es zeigt. Und will es ja auch. Dreht mit Hack­mes­sern an Stell­schrauben und läuft sich wei­nend die Beine aus dem Leib. Weil sie wollen, unbe­dingt wollen. Aber es geht ein­fach: nix. Schalke. End­lich könnte ich mich mit Dir iden­ti­fi­zieren. End­lich ver­stehe ich Dein Wir leben Dich“. Aber wer will das? So leben? Und jetzt alle: Bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin. 

68.

Pro­dukt­hin­weis für alle Schalker, die morgen nach oder durch Lüden­scheid-Nord müssen:

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71.

Manuel Baum schreit im Minu­ten­takt die grund­sätz­lichsten Anwei­sungen auf das Spiel­feld. Seine Spieler tun das Nötigste, ver­schieben, laufen an und über­haupt. Dort­mund hin­gegen lässt den Ball laufen, von links nach rechts und vor und zurück. Und auf den Syn­apsen von Lucien Favre bilden sich woh­lige Schauer. So muss ein Fondue aus Gedanken schme­cken. Und doch ist das hier natür­lich längst Toten­tanz, die ulti­ma­tive Lan­ge­weile. Ein Ärzte-Song im Ärzte-Remix. Alles da und alles gähn. Und eigent­lich will man schon ein­pa­cken, es ist dunkel und kalt da draußen und unter einer halben Stunde kommen wir nicht nach Hause. Aber wäre ja unhöf­lich, hört man die eigene Mutter in sich rufen. Und: Noch ein Stück Kuchen? Ja gut, was gibt’s? Streusel. Natür­lich. Und weiter 2:0.

74.

Jens Keller.

77.

Immerhin. Es gibt immer noch Dinge, die schwerer zu erklären sind als die aktu­elle Schalker Form­kurve. Beweis­stück a)

Christans are creepy3

78.

TOR für Dort­mund. Nach einem Eck­ball spielt Nastasic, der heute fast jeden Zwei­kampf gewonnen hat, Stäb­chen­ziehen – zieht den Kür­zeren. Bezie­hungs­weise: Hum­mels springt einen guten Kopf höher. Macht, was auch uns drohte: Nickt ein. 

80.

3:0. Was über­ra­schend ist, also, dass es so lange dafür brauchte.

82.

Das Spiel in dieser Form natür­lich Argu­ment für alle Coro­nal­eugner: Ein wei­terer Test.

84.

Weil auf einem der Wer­be­banden für Sport­wetten geworben wird, halten wir kurz inne und denke an jene Taler, die heute aus Lust und Laune, aus Ver­zweif­lung, aus Sucht allen ernstes auf Schalke 04 gesetzt wurden.

85.

Manuel Baum for­dert zweite Bälle. Natür­lich: Jetzt hat’s am Spiel­gerät gelegen.

87.

Dort­mund spielt mit Schalke Katz und Maus – und muss beide Rollen selbst besetzen. 

89.

Baum: Naldo, mach dich bereit.“ 

Naldo: Was? Ich bin hier der Co-Trainer!“

Baum: Sie sind hier ver­ant­wort­lich? Sehr erfreut!“ 

90.

Sky gra­tu­liert Matondo, weil er den schnellsten Sprint heute hin­ge­legt hat. Ich finde, man sollte erst gra­tu­lieren, wenn die Schalker wieder aus dem Bus gestiegen sind. 

91.

Zwayer pfeift ab. Damit steht fest: Dort­mund kann’s auch ohne Götze. Herz­li­chen Glück­wunsch.

20:22 Uhr

Fuss emp­fiehlt uns, gleich Über­le­bens­kampf in der Tiefe“ zu sehen. Ganz ehr­lich: Man muss das, was sich in der Schalker Hälfte abge­spielt hat, nicht nochmal wie­der­holen. In diesem Sinne suchen wir schnell das Weite. Bis bald und passt auf euch auf!