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DFB Pokal

Liveticker
HSV – Freiburg 1:3
DFB-Pokal

20:30 Uhr

Guten Abend und herz­lich will­kommen zum Halb­fi­nale des DFB-Pokals. Der HSV gegen den SC Frei­burg. Ein K.O‑Spiel, ein aus­ver­kauftes Sta­dion und das beste: die Bayern können nicht mehr gewinnen. Kurzum, der DFB-Pokal ist die bes­sere Bun­des­liga. Hierzu eine Ein­ord­nung für die etwas jün­geren HSV-Fans: Die Bun­des­liga, das ist ein Wett­be­werb im deut­schen Fuß­ball, der Zweiten Liga nicht unähn­lich, nur mit einigen deut­lich beschis­se­neren Ver­einen und weniger Span­nung.

20:33 Uhr

Für den gemeinen Fuß­ball­zu­schauer mag es zwar rei­zend und auf­re­gend sein, dass der FC Bayern schon längst aus­ge­schieden ist. Wir sollten aber auch an die Ver­ant­wort­li­chen bei der ARD denken. Die standen näm­lich vor der unwahr­schein­lich schwie­rigen Auf­gabe, sich für die Über­tra­gung einer der beiden Halb­fi­nal­par­tien zu ent­scheiden, ohne nach dem bewährten Wir-übertragen-das-Bayernspiel-scheiß-egal-wer-sonst-noch-spielt“-Prinzip ver­fahren zu können. Mit Blick auf die mor­gige Paa­rung, denke ich: Gut gemacht.

20:36 Uhr

Chris­tian Streich im Inter­view bei Jessy Wellmer und Bas­tian Schwein­s­teiger. Sieht hungrig aus. Zu seinem Glück steht heute ein knappes Dut­zend Ham­burger auf dem Spei­se­plan.

20:38 Uhr

Schweini zur Taktik des HSV und dessen Trainer Tim Walter: Die Aus­rich­tung ist nach vorne.“ Wir werden das im Auge im behalten.

20:40 Uhr

Wenn man genau hin­schaut, kann man Lücken im Gäs­te­block aus­ma­chen. Man muss Ver­ständnis zeigen, einige Frei­burger Fans hatten heute Morgen noch ein Pro­se­minar in Ange­wandter Laber­wis­sen­schaft. Und dann dauert es natür­lich auch, mit dem Fahrrad aus dem Breisgau nach Ham­burg zu kommen.

20:44 Uhr

Der Anstoß ver­zö­gert sich wohl etwas, weil Chris­tian Streich noch um eine Ein­schät­zung zur Prä­si­dent­schafts­wahl in Frank­reich, zum Sturm auf die Bas­tille sowie zur Kreu­zi­gung von Jesus Christus gebeten wurde.

1.

Anpfiff. Nicht zu ver­wech­selt mit dem Anschiss, den Chris­tian Streich gerade Jessy Wellmer ver­passt hat, als die nach dessen Pokal­siegen mit der Frei­burger A‑Jugend und Chris­tian Günter gefragt hat.

3.

6.000 Frei­burger in Ham­burg. Hof­fent­lich haben die Gast­wirte in der Han­se­stadt genügen Bio­Zisch Holun­der­blüte ein­ge­kauft.

5.

Spaaaaaaaaß, die Wahr­heit könnte nicht weiter von dem ent­fernt sein, was ich da gerade ver­zapft habe, von wegen Bio­Zisch und alko­hol­frei. Kenne einige Frei­burger Fans per­sön­lich, auch solche, die im Sta­dion sind, und wenn ich deren WhatsApp-Nach­richten von heute, 11:23 Uhr, richtig ein­ordne, dann haben die das mit der Flanke von Jeong auf Sallai und den Kopf­ball von Glatzel auf der anderen Seite schon gar nicht mehr mit­be­kommen.

7.

Schlot­ter­beck mit Manuela-Schwesig-Gedächtnis-Frisur. Kein Wunder, dass er hier direkt unter Druck gerät.

11.

HSV gegen Frei­burg. In einer Welt, in der ich mich besser zurecht­finden würde, wäre das kein Pokal-Halb­fi­nale, son­dern die Rele­ga­tion. Mit dem HSV als Bun­des­liga-Sech­zehnten. Und Lasogga im Sturm. Und Irgend­einem Dutt oder Sorg beim SC an der Sei­ten­linie. Und acht Kilo weniger Bauch bei mir. Und Kopfweh, weil ich ges­tern auf einer guten Feier gesoffen hätte und nicht, weil mein Sohn schon um 04:30 auf­ge­wacht ist rück­sichtslos vor sich hin gestram­pelt hat. Ande­rer­seits hat er vorhin ganz hin­rei­ßend gegluckst, als ich man­tra­artig schlot­ter­beck­schlot­ter­beck­schlot­ter­beck“ gesungen habe. Und da waren wir beide glück­lich und die Welt eigent­lich ganz in Ord­nung. Wahr­schein­lich macht der Streich das in der Kabine genauso.

13.

Ich wollte schon klug­scheißen und fragen, wieso Chris­tian Streich den Petersen von Anfang an bringt, wenn der doch vor allem als Joker trifft. Und dann das: Ecke Grifo, Kud­del­muddel im Straf­raum, und am Ende nickt eben jener Petersen ganz gemäch­lich ein. 0:1 Frei­burg. Scheiße, ey, der Streich ist so kom­pe­tent, nicht mal Julian Rei­chelt würde ihn nach seinem Äußeren bewerten.

17.

Fehler Fer­nandes, 0:2 Chicco Höfler. Nach 16 Minuten. Grmpf. Um schneller aus etwas die Luft raus­gehen zu sehen, müsste man schon mit ange­spitzter Nadel durch die Man­sion der Kar­da­shians laufen.

20.

Den Frei­burger Fans wird die Freude noch ver­gehen, wenn sie fest­stellen, dass sie sich den Sieg nicht für ihr Stu­dium anrechnen lassen können.

22.

Bemer­kens­wert: Der SC Frei­burg kommt bis­lang gänz­lich ohne Papier­kugel aus.

25.

Oh Mann, Ham­burgs Suhonen kommt elf Meter vor dem Frei­burger Tor frei zum Schuss und ver­gibt. Ha ha ha HSV.

27.

Guten Tag, darf ich Ihnen die schönsten Modelle unserer Lifta“-Treppenlifte zeigen, gnä­dige Dame?“
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31.

Vor dem Spiel lief im Volks­park­sta­dion übri­gens Zorba’s Dance (Sir­taki)“. Wir dürfen uns wohl noch auf einen Auf­tritt von Theo­fanis Gekas freuen. Immerhin.

32.

Immer noch 0:2. Wir werfen einen ersten Blick auf die Frei­burger Trai­ner­bank.
QUER 32 für Querformate 9

34.

Von wegen, haha, Chris­tian Streich ist so der­maßen auf 180, er erin­nert mich an Max Kruse in einer 30er-Zone.

36.

Jetzt ver­stehe ich aber auch, warum: Streich wollte einen Elf­meter haben. Und bekommt den auch. Weil ein Ham­burger seinen Schlot­ter­beck im Straf­raum ein­fach gegen den Kopf getreten hat. Klare Sache: Elf­meter Frei­burg, Tor Grifo, 0:3. Der HSV hier so über­for­dert, als müsse er in zwei prä­gnanten Sätzen den Plot von Dark erklären.

37.

0:3 hinten in einem Heim­spiel gegen den SC Frei­burg nach 37 Minuten. Würde man in Glad­bach sofort unter­schreiben.

41.

Jetzt kommt es knüp­pel­dick: Der HSV feiert den Anschluss­treffer“, die Tor­musik geht an, Jubel im ganzen Sta­dion, und am Ende zeichnet Aytekin doch noch das Viereck in die Luft, VAR, sechs­ein­halb Zen­ti­meter Abseits, kein Tor, immer noch 0:3. Wenn der HSV jetzt noch in der Halb­zeit­pause Walter mit Slomka ersetzt, könnte es tat­säch­lich der am beschis­sensten gelau­fene Abend der Ver­eins­ge­schichte werden.

43.

Einmal im Leben so unter Strom stehen wie Chris­tian Streich bei 3:0‑Führung gegen einen über­for­derten Zweit­li­gisten. Was da alles mög­lich wäre!?

45.

Scheiße gelaufen für den HSV bis hierhin. Aber viel­leicht ist fol­gender Gedanke ja ganz tröst­lich: Immerhin sind sie kein Scho­ko­laden-Her­steller, den es kurz vor Ostern mit einem Sal­mo­nellen-Skandal in der kom­pletten Pro­dukt­pa­lette erwischt.

Halb­zeit

Tja. Die Sache scheint ent­schieden zu sein. Aber das dachten die Mai­land-Super­stars einst auch, und am Ende jubelte Didi Hamann. Was lehrt uns das? Dran­bleiben.

21:42 Uhr

Ein Pokal­halb­fi­nale, bei dem der haus­hohe Favorit zur Pause schier unein­holbar vorne liegt – und dann läuft auf DMAX auch noch par­allel Der Ger­mi­nator“. Das hatten sie sich in der ARD-Pro­gramm­di­rek­tion sicher­lich anders vor­ge­stellt.

45.

Die zweite Hälfte läuft. Wir stellen die aktuell bren­nendste Frage des heu­tigen Abends: Who wore it better?
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48.

Gerade noch Pyro im HSV-Block. Bis­lang das ein­zige Feu­er­werk, das die Ham­burger hier abbrennen.

50.

Wäre ich Anhänger des SC Frei­burg, käme ich mir aber auch ver­arscht vor. Stell dir vor, du gewinnst fünf Spiele in Serie und darfst zum Dank nach Berlin fahren.

52.

Als dürfte man nach einem harten Arbeitstag im Büro die Klo­schüssel aus­le­cken.

55.

Exper­ten­tipp:

58.

Inter­es­sant: Man darf nicht für den SC Frei­burg spielen, wenn man keinen Undercut hat.

62.

Die Frei­burger Fans haben es schon ange­stimmt: Über Ham­burg fahren wir nach Berlin.“ Ich finde: Gerade in diesen Zeiten ein unnö­tiger Umweg. Habe mir da mehr Umwelt­be­wusst­sein erwartet. Wir haben nur diese eine Erde, Freunde.

68.

Gleich erstmal Fahr­rad­korso durch die Frei­burger Innen­stadt.

69.

Kittel mitt­ler­weile wie meine Mutter, wenn ich als Kind auf der Hoch­zeit von irgend­einer Cou­sine am Ende doch wieder Fuß­ball in meinen guten Kla­motten gespielt habe: kom­plett ange­pisst wegen Flekken.

72.

Wenn die Frei­burger Profis im Mai nach Berlin kommen, sollten sie bei der Gele­gen­heit unbe­dingt noch ein Seminar bei meinem Bür­geramt geben. Damit die mal lernen, wie man Sachen richtig ver­waltet.

73.

Gelb für Schlot­ter­beck. Und eine Karte hat er gerade auch noch gesehen.

77.

Wenn Frei­burg tat­säch­lich den Pokal gewinnt, werden die SC-Fans sicher die kom­plette Nacht durch­tanzen. Also vor­aus­ge­setzt, die Sambas drü­cken nicht so sehr an den Füßen.

79.

Die Ham­burger sollten sich schon mal darauf ein­stellen, in den kom­menden Wochen immer wieder schweiß­ge­badet auf­zu­wa­chen. Mit einem Bild von einer Höfler-Grät­sche im Kopf.

81.

Tja. Frei­burg kann man halt nur schlagen, wenn man mit einem Mann mehr auf dem Platz steht…

84.

Zur Ver­tei­di­gung des HSV sei aber gesagt: Die Mann­schaft ist noch so jung, Mats Hum­mels hat sie schon nach einem Date gefragt.

88.

Die Frei­burger Anhänger zer­bre­chen sich schon den Kopf dar­über, ob sie das Wochen­ende in Berlin über­haupt vom BAföG bezahlen können.

89.

Oha. Glatzel köpft ein. Nur noch 1:3. Und wer hat’s getippt? Unser Schweini! Krake Paul, du erbärm­liche Lusche.

90.+2

Vier Minuten Nach­spiel­zeit. Die Frei­burger Fans pfeifen. Über­stunden gibt es an der Uni nicht.

90.+6

Schluss, Aus, Ende! Der SC Frei­burg zieht zum ersten Mal ins DFB-Pokal­fi­nale ein. Ekstase bei den mit­ge­reisten Anhän­gern, Hun­derte Jute­beutel fliegen durch die Luft, 6.000 Paar Bir­ken­stocks hüpfen auf und ab im Volks­park­sta­dion. Aber Spaß bei­seite und herz­li­chen Glück­wunsch! Feiert schön, liebe Frei­burger! Bitte nicht zu wild, jeder nur eine Club Mate. In Ham­burg sagt man Tschüss.