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HSV – Werder 2:3
2. Bundesliga

13:00 Uhr

Moin Moin! Es ist Der­by­zeit im Norden! Ham­burg gegen Bremen, Elbe gegen Weser. Und das vor 25.000 Zuschauern. Es geht um drei Punkte, es geht um den Auf­stieg, aber es geht natür­lich auch um so viel mehr. Ist zwar nicht grün, stinkt aber nach Fisch: der Ticker.

13:02 Uhr

Natür­lich ist es aber so: Es fällt wei­terhin nicht nur schwer, einem Sport­er­eignis eine große Bedeu­tung zuzu­messen, es ist eigent­lich unmög­lich. In dem Sinne: Grüße an euch alle, die der­zeit even­tuell auf den Frie­dens­demos im ganzen Land unter­wegs sind. Wir wollen der­weil weiter für etwas Unter­hal­tung und Ablen­kung sorgen. Gehen wir’s an!

13:07 Uhr

Schauen wir mal auf die Auf­stel­lungen. Die Gast­geber starten mit: Rost – Demel, Mathijsen, Jansen… Oh, Sorry, musste noch kurz meine Wenn im Fuß­ball wieder alles doof ist, bitte diese VHS einschieben“-Kassette aus dem Spieler nehmen. Also: der HSV beginnt mit Heuer Fer­nandes, Heyer, Vus­kovic, Schonlau, Muheim – Mef­fert, Reis, Kittel – Jatta, Alidou Glatzel. Und Werder? Mit Pav­lenka – Friedl, Toprak, Vel­j­kovic – Jung, Groß, Weißer, Schmid, Bit­ten­court – Ducksch, Füll­krug.

13:18

Ein Nord­derby, das sport­lich eine echte Rele­vanz hat. Schön, dass nun auch Men­schen unter 80 Lebens­jahren behaupten können, ein sol­ches erleben zu dürfen. Vorab bei den Kol­legen von Sky: Die Trainer Tim Walter und Ole Werner im fried­li­chen Dop­pel­in­ter­view. Dürfte also nur noch eine Frage der Zeit sein, bis David Jarolim da hüft­hoch und beid­beinig dazwi­schen geht.

13:24 Uhr

Vorab auch noch Aaron Hunt im Inter­view. Hat ja sowohl für den HSV als auch für Werder gespielt und nun seine Kar­riere beendet. Was wir aus dem Gespräch mit­nehmen? Hunt anschei­nend irgendwo irgend­wann mal ein Hawaii-Hemd getragen. Toll.

13:28 Uhr

Kon­fe­renz oder Ein­zel­op­tion? Torsten Mat­tuschka hat eine klare Mei­nung: Ein­zel­op­tion! Schön Bier­chen auf, Tüte Chips“. Na gut, geahnt hatten wir’s ja schon, aber so kurz vor dem Nord­derby noch erklären, warum es mit der ganz großen Erst­li­ga­kar­riere nicht geklappt hat, ist dann doch ein wenig ego­is­tisch, oder?

1.

Jetzt also Anstoß. Um es mit Tusche“ zu sagen: Brutal.“ Joa.

3.

Bre­mens Trainer Ole Werner sagte vor dem Spiel über den oft impul­siven Tim Walter: Er kom­mu­ni­ziert seine Sicht­weisen sehr klar.“ Mei­nung: Schöner könnte man auch Klaus Kinski nicht beschreiben.

8.

Tor für Bremen, Bit­ten­court aller­dings im Abseits. Und da will ich mich gerade über den Video­schieds­richter beschweren, der den Treffer nochmal über­prüft, obwohl es sich um fünf Meter gehan­delt haben dürfte – nix da! Es gibt Hand­elf­meter für Werder! Auch zur Über­ra­schung der Bremer. Fuß­ball, du geiles Stück… naja.

10.

Werner vor dem Spiel: Ich finde es geil, wenn du irgendwo hin­fährst und weißt, da sind alle gegen dich.“ Immerhin: Auf den VAR kann er sich ver­lassen. Duksch trifft, 1:0 Werder.

15.

Inter­es­santer Fakt: Das Duell Ole-Werner gegen Tim-Walter findet auch jeden Tag im Prenz­lauer Berg statt, wenn sich die Dop­pel­namen-Spröss­linge einer zuge­zo­genen Familie im Las­tenrad um den Alna­tura-Auf­strich prü­geln. Das aber nur am Rande.

19.

Der­weil geht’s auf dem Rasen hin und her, auf und ab, hoch und runter, hin und fort. Werder ver­gibt eine Chance und auf der anderen Seite trifft der HSV, zählt aber nicht, weil Offen­siv­foul. Der Volks­park tobt und Scooter läuft nichtmal.

22.

Beim Blick in die Kurve des HSV wird auch schnell klar: Mehr Zuschauer schön und gut, aber junge, bier­bäu­chige Männer, die ober­halb des Gür­tels nur ihre Haut und einen Fischerhut tragen, hätte ich mir dann doch als ein Ding der Ver­gan­gen­heit gewünscht.

23.

Bei Sky werden beide Mann­schaften als eins­tige Raupen“ bezeichnet, die sich wäh­rend der Saison zu richtig schönen Schmet­ter­lingen“ ent­wi­ckelt haben. Also wir fanden das mit den Häss­li­chen Vögeln“ besser. 

24.

Der­weil Chris­tian Groß mit einem Hammer aus der Distanz, macht’s aber wie ich mit den Auto­bahn­aus­fahrten und rauscht vorbei.

28.

Sonny Kittel guckt einmal, zweimal, dreimal – und spielt seinem Gegner den Ball dann direkt in die Füße. Würde mich gerne drüber lustig machen, aber wenn ich daran denke, was ich heute morgen beim Frei­zeit­kick auf den Platz gebracht habe… lieber nicht.

29.

Dribbel weiter so wie Mit­chell Weiser“, wird auf diesem Song gerappt. Macht Weiser aber nicht und spielt lieber einen Fehl­pass. Hätte er mal besser hin­ge­hört.

30.

Puh, fast das 2:0 für Werder. Das frühe Pres­sing fun­kio­niert, Ducksch bedient Bit­ten­court im Zen­trum und Heuer-Fer­nandes kriegt da irgendwie noch die Kralle ran. Stark! Und auch stark abge­guckt bei meinem Kater, der ähn­liche Kunst­stücke gerne mit meinem Mit­tag­essen vor­führt.

32.

Sonny Kittel spielt bis­lang so, als wäre ihm mein Abschneiden im Mana­ger­spiel, vor­sichtig aus­ge­drückt, relativ egal.

33.

Schneller Angriff der Bremer über Duksch, dessen Lupfer schei­tert aber an Heuer-Fer­nandes. Werder hat heute offenbar den glei­chen Plan wie ich nach ges­tern Nacht: gut kon­tern.

37.

Die Ham­burger bis­lang so, als würde die Han­se­stadt auf einer ein­samen Insel liegen: sehen kein Land.

41.

Sehr über­ra­schend: Der HSV ist heute extrem harmlos in der Offen­sive. Hin­gegen eher weniger über­ra­schend: Sonny Kit­tels Bruder heißt Sammy.

44.

Na also, der erste gefähr­liche Angriff der Ham­burger. Jatta wird in die Tiefe geschickt, legt von rechts quer in den Sech­zehner, Glatzel grätscht in den Ball, und der kul­lert nur knapp am Pfosten vorbei. Ich finde: eine gelun­gene nor­di­sche Kom­bi­na­tion.

45.+3

Das bleibt aber auch die ein­zige gelun­gene Aktion des HSV im ersten Durch­gang. Jetzt ist Pause. Dass elf Ham­burger so tro­cken abge­fer­tigt werden, habe ich zuletzt nur beim Meckes um die Ecke gesehen.

14:31 Uhr

Für das Nord­derby gilt bis hierhin das gleiche wie für dünne Wim­pern: etwas mehr Tusche täte dem Ganzen gut. Bitte über­nehmen, Herr Mat­tuschka, wäre brutal.

46.

So, weiter geht’s im Volks­park. Der HSV jetzt wie ein Post­bote am 23. Dezember: Muss an diesem wichtig Tag noch richtig lie­fern.

48.

Der HSV startet per­fekt in die zweite Halb­zeit! Jonas Mef­fert erzielt das 1:1, freut sich zunächst aber nichtmal, weil er glaubt, im Abseits gestanden zu haben. Der­weil tru­deln Eil­mel­dungen ein, dass Vla­dimir Putin seine Atom­streit­kräfte in Alarm­be­reit­schaft ver­setzt. Nein, zum Freuen ist das hier wirk­lich alles nicht mehr.

51.

Tja, und dann Hand­elf­meter Werder Bremen Vol. 2. Wieder checkt es der VAR, wieder dauert das einige Minuten und dann macht Niclas Füll­krug das 2:1. Komisch das alles heute. Dieses Spiel und auch alles fernab von diesem Kick. 

55.

Wie macht man hier jetzt weiter? Fragen sich sowohl der HSV als auch die Tickerer Tolu und Richter. Zum Zeit­ge­winnen mal ein alberner Witz: Füll­krug, aber als schroff for­mu­lierte Anwei­sung an einen Knei­pen­wirt namens Niclas.

58.

Ludovit Reis heute auch eher wie eine Packung Hart­weizen Nudeln unter­wegs.

60.

Der HSV sehr bemüht, aber dabei eher wie… Mh. Sorry, mir fällt gerade keine gute Pointe ein. Bin ich ehr­lich.

63.

Bei diesem ganzen Theater um Hand­elf­meter nach Video­be­weis sollten wir wirk­lich mal dar­über nach­denken, Hand­spiel im Fuß­ball ein­fach zu erlauben.

66.

Lassen wir mal so stehen:

68.

HSV = Hand­ball-Sport­verein?

72.

Immerhin schön, dass hier bei der großen Video­be­weis­wer­be­kam­pagne zwi­schen­durch auch ein biss­chen Fuß­ball gespielt wird.

76.

Wobei das auch nicht so schön ist, was da auf dem Platz pas­siert. Zu kurze Flanken, zu viele Fouls… Wollte ich gerade sagen, da ent­scheidet sich Marvin Duksch, daran etwas zu ändern. Sein Distanz­schuss rauscht unhaltbar für Heuer-Fer­nandes ins untere linke Eck. Schöner Treffer! 3:1 für Bremen. Noch eine Vier­tel­stunde. Viel­leicht ist das Spiel aber auch schon vorbei, das weiß man bei Sky Go nie so genau.

80.

Als Hertha-Fan, der ich (Richter) leider bin, kriegt man auch nichts geschenkt. Ges­tern stan­des­gemäß in Frei­burg ein­ge­packt worden und heute führt mir Robert Glatzel schamlos vor, wie es aus­sehen würde, wenn Davie Selke etwas besser Fuß­ball spielen könnte. Macht näm­lich das 2:3 aus kurzer Distanz, der HSV-Stürmer. Frank Busch­mann würde sagen: Jetzt geht’s hier in die Knus­per­phase!!!!!!!!“

85.

Der HSV schiebt jetzt nochmal an. Werder steht dagegen massiv hinten drin. Gut, dass dieses Geduld­spiel nur noch maximal fünf Minuten + X dauern kann.

87.

Kann Giorgi Chak­ve­tadze jetzt bitte zum SC Frei­burg wech­seln?!

89.

Quer­denker bitte weg­hören: Kittel hat doch gerade tat­säch­lich den Ball gechippt.

90+1.

Der HSV pro­biert und macht und tut und kann man mit Fleiß­bi­en­chen, das wir ihm hiermit ins Heft kleben, trotzdem nichts anfangen.

90+3.

Jatta nochmal, der auf dem rechten Flügel durch­bricht und flankt. Glatzel kriegt dann beim Kopf­ball keinen Druck drauf. Liegt viel­leicht am Haupt­haar.

90+4.

Keeper Heuer-Fer­nandes tief in der Hälfte der Bremer mit einem herr­li­chen Ball in den geg­ne­ri­schen Sech­zehner, und der HSV erzielt tat­säch­lich das 3:3. Zählt aber nicht. Weil Abseits. Werden heute keine Freunde mehr: Die Ham­burger und das Schiri-Team.

15:30 Uhr

Und dann ist Schluss! 90 Minuten Fuß­ball, fünf Tore und VAR-Ent­schei­dungen für eine ganze Saison. Hat Spaß gemacht, reicht in der Form dann aber auch wieder. Gibt näm­lich auch noch wich­ti­gere Dinge, mit denen man sich heute aus­ein­an­der­setzen sollte. Danke fürs Rein­lesen und einen ange­nehmen Sonntag noch!