Deutschland

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Südafrika

Liveticker: Südafrika-Deutschland

ZZ Popp

Die deutsche Mannschaft schlägt Südafrika und qualifiziert sich für die K.O.-Runde der WM in Frankreich. Und wem hat sie das zu verdanken? Leupolz, Däbritz, Popp. Oder kurz: ZZ Popp. Beziehungsweise: Entschuldigung. 

17.50 Uhr

Bonjour und herzlich willkommen zu Deutschland-Südafrika. Und was soll man sagen? Ideale Ausgangsposition für die deutsche Mannschaft. Oder wer kann schon von sich behaupten, mit einem Unentschieden den (Gruppen-)Sieg klarmachen zu können? Eben. Wir haben Bock und Lust auf Fußball haben wir auch. In diesem Sinne: Allez maximale.

17.53 Uhr

Kommen wir mal zu den Aufstellungen. Zunächst die der deutschen Mannschaft: Schult - Gwinn, Doorsoun, Hegering, Schweers - Leupolz, Magull, Huth, Däbritz - Popp, Bühl. Klingt wie ein oller Witz auf Plattdeutsch: Schult gwinn schweers Magull. Und Doorsoun? Huth Popp! (LOL) 

17.54 Uhr

Und nun zu Südafrika: A. Dlamini - Ramalepe, Van Wyk, Matlou, Vilakazi - Ndimeni, Makhabane, Jane, Biyana, Mthandi - Fulutudilu. Ich muss gestehen, von denen kenne ich keinen einzigen Namen. Aber gut, so geht es mir bei Weihnachtsfeiern auch oft. Wird dann trotzdem meistens ein guter Abend.

17.55 Uhr

Frage für alle Frauen-Fußball-Kritikaster: Was macht eigentlich der Gender Play Gap?

1.

Sätze, die Grammatik-Liebhaber bei unseren Texten und die deutsche Nationalelf zu sagen pflegen
Ein Punkt würde schon reichen
Und damit Anstoß

3.

Deutsche Camping-Urlauber in Frankreich - Endgegner !!!

4.

Wir suchen: Südafrikanische Spielerinnen. F_l_t_dil_ - Voss-Tecklenburg: »Ich kaufe ein U und möchte lösen«

7.

Stephanie Baczyk nennt Magull »quirlig«. Das erinnert mich an den Ausspruch eines 90er Jahre-Kommentators, der einen Spieler so beschrieb: »170 Centimeter geballte Quirligkeit«. Und wem das schon kurios vorkommt, dem sei gesagt, um wen es sich handelt: Sergej Dikhtiar. Und während ich das in der Redaktion erzähle und diesen Namen, der selbst hier seit Jahrzehnten nicht mehr gefallen ist (wohl nicht mal im Hause Dikhtiar), nenne - ruft Tobias Ahrens von hinten: »Dikhtiar - der beste Zehner überhaupt.« Und ich: »Was? Dikhtiar war Stürmer.« - »In Meppen war er Zehner.« Und mehr muss man über die Absurdität unseres Lebens in diesen Redaktionsräumen auch nicht wissen.

10.

Bisher auf dem Rasen wenig los, aber die deutsche Mannschaft hat hier ganz klar das Heft in der Hand. Giulia Gwinn heute rechts hin, Magull in der Startelf und vorne die gegen Spanien nach ihrer Einwechslung überzeugende Bühl. Jahrelang mussten Kommentatoren schreiben: »Graf, die gebürtige Brühlerin«, wann ziehen wir nach und schreiben »Bühl, die gebürtige Gräfin«. Derweil Riesentrick der Deutschen beim Freistoß - und irgendwo weint Hansi Flick ergriffen in seinen Matchplan.

12.

Sätze in diesen ersten zwölf Minuten, die gleichzeitig jedem DJ den Angstschweiß auf die Stirn treiben:
Die Deutschen wollen Pop(p) einbinden

14.

TOOOOOOOOOOR! Melanie Leupolz nach einer Ecke mit dem Kopf zur Stelle. Schöne Ecke, wenig Gegenwehr und dann macht sie das, was uns in allen Proseminaren der Uni ausgezeichnet hat: gekonnt einnicken.

17.

Oha. Däbritz schießt, die südafrikanische Torfrau lässt nach vorn klatschen, Popp muss den Ball aus fünf Metern eigentlich nur noch ... aber Popp-Schutz, weil Rücklage. Und die ist immer noch besser als Rückstand.

20.

»Ist ein bisschen leise«, sagt Stephanie Baczyk. Aber dafür, dass das hier die Beerdigung aller südafrikanischen Träume ist, geht es eigentlich noch, finde ich.

23.

Wenn der absichtliche Fehlpass Teil des Matchplans war, muss man sagen: offenes Spiel.

26.

»Gutes Auge, gutes Auge, gutes Auge ...«. Wenn es nach Stephanie Baczyk geht, ist das hier ein Fest für alle Optiker. Da fehlt ihr der Durchblick. Meine Meinung.

29.

Südafrika fängt sich, lässt den Ball jetzt gut laufen, nur der letzte Pass ist noch zu ungenau. Kein Problem, denkt sich Marina Hegering und bringt mit einem zu kurz geratenen Rückpass Almuth Schult in Bedrängnis. Die pöhlt ordentlich weg. Fieldgoal.

30.

2:0 für Deutschland. Südafrikas Torfrau Dlamini flutscht eine harmlose Hereingabe vor die Füße von Sara Däbritz, die kaum noch eine Chance hat, das Tor nicht zu machen. Bravo! Ist natürlich die Frage jetzt, ob das ein Torwartfehler war. Ich lege mich fest: Dlamini.

32.

LaOla im Stadion, rhythmisches Klatschen und Pfiffe für jeden, der nicht mitmacht. Unsere Meinung: hier.

34.

Magull läuft alleine auf das Tor und haut drüber. Stephanie Baczyk: »Da hatte sie zu viel Zeit zum Nachdenken.« Wieder Angriff für Deutschland. »Das ist ja eine Kopie nach der anderen.«
Und dieser Satz erinnert mich an Yogi Berra und einen seiner legendären Sätze: »This is like a deja-vu all over again.«

37.

Die Schiedsrichterin unterbricht kurz bei diesem warmen Wetter. Alle, wirklich alle gehen raus zum Trinken. Aber genug von unseren Kollegen aus der Redaktion.

40.

TOOOOOOOOOOR! Butterweiche Flanke Gwinn - Kopfball Popp schulbuchmäßig - 3:0. Läuft direkt zur Bank und jubelt mit den Ersatzspielerinnen. Für Südafrika sieht es in der Defensive so schlecht aus, dass selbst die Hintermannschaft von Hannover 96 geschlossen kondolieren will.

43.

Ich leg mich fest: Heute kann Voss-Tecklenburg Kerstin Garefrekes schonen.

45.

Und damit Halbzeit. Deutschland führt mit 3:0 und ist damit Gruppenerster. Der Unterschied zwischen der deutschen Nationalelf und Leuten, die mit Till Lindemann das Hotel teilen: Sie sind ungeschlagen.

46.

Und weiter geht es. Deutschland jetzt von links nach rechts. Voss-Tecklenburg - diese Taktik-Füchsin.

48.

Südafrika jetzt wie ich, wenn ich mich in ein Dorf in Niedersachsen verirrt habe und irgendwo »Nena - 99 Luftballons« gespielt wird: die große Angst vor dem Schützenfest.

51.

Wieder Foulspiel - Magull hat es erwischt. Doch sie steht schon wieder. Die deutschen Frauen jetzt wie Fifa-Funktionäre auf Tagungen in der Schweiz: stecken viel weg.

54.

Uns erreichen die ersten Headlines der Konkurrenz:
Stern - Deutschland Erster in der Gruppe - ist es der Habeck-Effekt?
BILD - Unsere Mädels - so hübsch sieht die Tabelle nach drei Siegen aus
SZ Magazin - Drei Siege bei der Zeitenwende - ein Uhrenheft
Das goldene Blatt - Frauen-WM - so nimmt es Fritz Wepper mit

57.

Beckenbauer: Wenn jetzt noch die Dzsenifer Marozsan zurückkommt, werden wir auf Jahre unschlagbar sein.

59.

TOOOOOOOOOOOOOOR! Kopfball Hegering - Magull staubt ab. Oben links lesen wir: Südafrika - Deutschland 04. Und irgendwo weint Clemens Tönnies ergriffen in seine Allmachtsfantasien.

61.

Wieder LaOla, wieder alle Händ hoch - entweder haben die Zuschauer wirklich Spaß oder auf der Haupttribüne gibt es gerade diverse Überfälle. Wer weiß das schon.

64.

Währenddessen tüfteln Ilja und Kollege Dirk Völler gerade auf dem Sofa an einem eigenen Schlager über alternde deutsche Punkmusiker. Man merkt, dass das Bier bei diesen Temperaturen direkt ins Blut geht. Liebe Kinder, don't try this at home.

67.

Würde ja gern schreiben, dass die Deutschen jetzt Ball und Gegner laufen lassen. Problem: Kein Gegner da.

70.

Schöne Flipper-Kombi im südafrikanischen Strafraum jetzt. Jetzt einmal über Bande, und es gibt ein Freispiel.

73.

Abwehrchefin van Wyk mit einem schönen Schuss aus der Distanz, eine SPD drüber, also gut 15 Prozent. Südafrika jetzt insgesamt mit dem Versuch der Entlastung. Die Anklage: Mord am Fußball.

74.

Riesen-Chance für Südafrika, doch Schult lässt der allein auf sie zu rennenden Südafrikanerin im 1:1 keine Chance. Brüllt danach ihre Abwehrspielerinnen an. So hat die Szene auch was Gutes.

76.

Tor für Deutschland. Und dann doch nicht, weil: abseits. Die AfD-Szene des Spiels.

79.

Ich sag mal so: Seit dem 0:4 ist es ein offenes Spiel. Aber es nützt: wenig. Als würde man die Führerscheinprüfung längst verkackt haben und dann sagt der Prüfer: gut abgebogen!

82.

Jane liegt blutend am Boden. Tarzan zu keiner Stellungnahme bereit.

85.

Noch fünf Minuten. Schaltet die deutsche Elf noch einen Gang zurück und kommt endlich im Leerlauf an? Es ist so spannend.

90.

Krasse Fehlentscheidung des Unparteiischen-Gespanns: vier Minuten Nachspielzeit.

19.55 Uhr

Aus. Deutschland gewinnt mit 4:0 gegen Südafrika und qualifiziert für die K.O.-Runde der WM. Und hier könnte jetzt Ihre Pointe stehen. Tut sie aber nicht. Denken wir da mal drüber nach. Bis dahin, gute Nacht und niemals vergessen: allez maximale.