Schalke 04

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Eintracht Frankfurt

Liveticker: Schalke 04 - Eintracht Frankfurt

Nübelst Glück gehabt

Schalke 04 schlägt Eintracht Frankfurt. Nach einem Fußballspiel, das alles hatte, es ein gutes zu nennen. Und Alexander Nübel. Der offenbar so sehr zu den Bayern will, dass er berühmte Oliver-Kahn-Momente nachspielt. Aber lest selbst, denn es hat geschrieben: der Liveticker.

17.45 Uhr

Hallo und herzlich Willkommen an einem Abend in diesem Land, in dem Menschen ein Zugticket kaufen und dann - nicht einmal überraschend - doch auf dem Boden sitzen müssen. Womit auch klar ist: Schalke gegen Frankfurt - mit solchen Enttäuschungen müssten wir locker umgehen können. In diesem Sinne: Thank you for travelling. Nächster Halt: »Absurdistan«.

17.47 Uhr

Kommen wir zu den Voraussetzungen dieses Spiels: Frankfurt hat sich unter der Woche für das Sechzehntelfinale der Europa League qualifiziert, kommt in der Liga aber nicht in Tritt. Schalke ist Fünfter und könnte mit einem Sieg vor die Bayern drängen. Keine Pointe.

17.51 Uhr

Frankfurt mit folgender Aufstellung: Rönnow - Toure, Hinteregger, Ndicka - Chandler, Torro, Rode, Kostic, Gacinovic, Sow und: Dost! Frankfurts Stürmer hat eine Wunderheilung erlebt und irgendwo fragt Franz Beckenbauer, ob denn heut schon Weihnachten sei.

17.54 Uhr

Kollege Behnisch jetzt auch da. Informiert: »Es läuft übrigens auch LASK gegen Puntigamer«. Beziehungsweise: Wir haben eine Waffe und wir werden nicht zögern, sie einzusetzen.

17.58 Uhr

Und Behnisch lässt nicht locker, beschwert sich jetzt erst einmal über die Spielansetzung: »Schalke-Frankfurt, klingt ja wie eine Autobahnabfahrt.« Und, um einfach mal im Bild zu bleiben, nach einer Abfahrt, die aktuell wegen Bauarbeiten vollgesperrt ist. Bei der sogar der Hitradio-Moderator schon gähnt, wenn er die Fahrer drauf aufmerksam machen muss: »5 km stockender Verkehr am Kreuz Schalke-Frankfurt«. Während die also an der Baustelle dran vorbei stocken, an den Warnlichtern und stehenden Baggern und einem Schild auf dem steht: »Hier baut für sie die Bundesregierung bis Mai 2017.« In diesem Sinne.

1.

Anstoss. Oder wie man auf Schalke sagt: »Veltins«.

2.

Übrigens. Gladbach nicht mehr Tabellenführer, weil sie zum zweiten Mal innerhalb von vier Tagen in der Nachspielzeit verloren haben. Außerdem habe ich heute 13 Tonnen Plätzchen gebacken. Ihr seht also, ich habe nichts mehr zu verlieren. Und deswegen sage ich jetzt einfach, was Phase ist: Mir scheiß egal, wer hier gewinnt. Und: Anke Huber war und ist eine sehr attraktive Frau.

3.

Schalke so richtig mit Fußball, als hätten sie das trainiert. Erster schöner Angriff, da kombinieren sie schöner als Sherlock Holmes auf Jasmin-Tee, bleiben nur leider im Frankfurter Strafraum stecken. Aber rund um das Frankfurter Zentrum ist ja meist Stau.

5.

Matondo mit dem Antritt. Und wie er läuft, das erinnert immer an diese Stelle aus dem Söder-Portrait vom Deininger: »Leicht vorn über gebeugt, so, als könne er die Zukunft kaum erwarten.« Und wie Söder, läuft Matondo dann einfach ins Aus. Die Zukunft ist eben nicht immer nur schön.

6.

War kurz abwesend, weil meine Frau telefonierend nach meiner Plätzchen-Schale gegriffen hat und mit ihr aus dem Zimmer ging. So muss sich Schalke 2001 gefühlt haben. Aber dann kam sie jetzt gerade wieder: MIT MEHR PLÄTZCHEN! ANKE HUBER!

7.

Immer wenn Wolff Fuss »Hinteregger« sagt, denke ich mir: Wie hat er mich genannt?

9.

Frankfurt verteidigt tief und mit gefühlt Offenbach. Bei Ballgewinn dann englisch, also Brexit: Raus das Ding. Sind noch so im Europa-Pokal-Modus, die Armen, setzen komplett auf das Rückspiel.

11.

Weston McKennie nach Luftkampf mit Bas Dost vor der Auswechslung. Es hat ihn an der Schulter erwischt. Die Air Force ist auch nicht mehr das, was sie mal war. (Gute Besserung!)

13.

Für Aushilfs-Innenverteidiger McKennie kommt Linksverteidiger Miranda. Der bisherige Linksverteidiger Oczipka schaut fragend zu Trainer Dähwitt Wagner: »Wer soll denn jetzt auf links ...?« Wagner: »Lass Miranda!« Oczipka: »Trainer ... ich habe Frau und Kind!« (sorry)

15.

Spielerisch dünne Suppe hier. Zeit, für die wichtigen Fragen: Hat Euch Bas Dost in Fast&Furios oder Crank besser gefallen?

17.

Freunde, ich sag’s euch: Mein Sky-Go-Stream ist so schrammelig, für diese Qualität hätten sich russische Hacker vor zehn Jahren noch geschämt, wenn sie das bei livetvwiziwig.tu hätten anbieten müssen. Oder habe ich etwas nicht mitbekommen und Sky hat in dieser Woche auch irgendein HD-Paket an die Konkurrenz verloren?

19.

Wolff Fuss mit schlechten Nachrichten: Das technische Problem, weshalb er minutenlang nicht zu hören war, so sagt er, ist jetzt behoben.

20.

»19 Minuten gespielt«, sagt Fuss, »Schalke ist im Spiel.« Ab jetzt heißt es hoffen.

22.

Nein, ganz ehrlich! Auch wenn die Bundesliga dieses Jahr so ausgeglichen wie selten ist und Schalke auch sicherlich etwas Dusel hatte, den andere Vereine wie Leverkusen, Hertha, Frankfurt oder der SC Paderborn in dieser Saison seltener hatten, so hat David Wagner, dieser menschgewordene Duracellhase, ja doch in atemberaubender Zeit aus dieser Mannschaft, nun ja, eine Bundesliga-Mannschaft gemacht. Was ihn aus meiner Sicht zu einem veritablen Kandidaten für den »Trainer des Jahres« macht. Außer Konkurrenz: Hansi Flick, als emsiger Helfer bei Passproblemen an Flughäfen.

24.

Schalke aktuell.

26.

Sky hat jetzt irgendjemanden ins »Unterholz« geschickt und der warnt sogleich: »Wolfi!« Muss man aber ehrlich sagen, die Umstrukturierung zu einem Natur-Doku-Sender schreitet unaufhaltsam voran.

28.

Unbestätigten Gerüchten zufolge befinden sich LKW-Ladungen voller Verpackungsmaterial (diese Folie mit den Plopp-Bläschen) auf dem Weg in die Arena. Wagner will in der Halbzeit seinen letzten Verteidiger schützen.

30.

Wenn ich das richtig verstanden habe, hat Gacinovic keine Reservierung, weshalb er sich in den Schalker Strafraum setzt. Aber dann dreht sich die Welt einfach weiter. Schön.

33.

Gelbe Karte für Sebastian Rode. Nicht mehr lange, und das Einwohnermeldeamt Frankfurt schickt ihm einen Brief: »Möchten Sie diesen als Ihren Zweitnamen eintragen lassen? Sebastian Gelbe Karte Rode?«

34.

Schalke bringt den Vorsprung jetzt aber gut über die Zeit! Oh, Moment.

35.

Djibril Sow gewinnt den Ball im Mittelfeld, tritt kraftvoll an, schießt aus circa 30,112 Metern. Und siehe da, der Ball schlägt ein. In Bern.

37.

Kopfball Benito Raman. Was exakt so gefährlich ist, wie es klingt: gar nicht. Aber immerhin, wenn Raman Kopfball könnte, wäre das eine okayische Chance gewesen. So immerhin wissen wir, dass dieser Miranda nicht einfach nur Sergio Escudero ist, der hier seinem Zweitjob nachgeht (Diese optische Ähnlichkeit! Die Umständlichkeit der Körperdrehung, um sich richtig zum Ball zu positionieren!). Denn: die Flanke kam an.

39.

Freistoß Frankfurt, durch Kostic und dann steht Touré blank im Schalker Strafraum, aber er köpft zu zentral und viel zu schwach. Den hätte Nübel auch noch, wenn er erst Morgen zum Spiel erschienen wäre.

40.

Im Gegenzug Kabak mit der Chance zur Führung. Rennt einfach schnurstracks geradeaus und plötzlich ist sie da, die große Chance zum Abschluss, zum Dosenöffner. Aber vielleicht sind es nur die zwei Tonnen Plätzchen, die da aus mir sprechen, aber da macht er es wie einst Anke Huber, da steht ihm die eigene Courage im Weg, also das mangelnde Talent und dann will er es zu sehr. Abstoss Frankfurt. Bzw.: Deuce.

43.

Aha! Richtiger, richtiger Fußball von Schalke jetzt. Direkt gespielt, Harit, dieser Fußballer aus Feenstaub, auf Raman. Aber gegen alle Bauchschmerzen bei Adi Hütter und jenen, die es mit der Eintracht halten: Rönnow räumt den Magen auf. Macht es wie der Weihnachtsbaum bei den wunderlichen Nachbarn von schräg gegenüber: bleibt lange stehen.

45.

Drei Minuten Nachspielzeit. Schalke klar besser, müsste hier eigentlich 1:0 führen. Aber eigentlich müsste Anke Huber auch Grand-Slam-Siegerin sein, ich zehn Kilo dünner und RB Leipzig Quark im Schaufenster.

45. +3

Schöner Angriff der Eintracht nochmals. Flott kombinieren sie sich da durch das Mittelfeld, spielen auf den rechten Flügel und dann: Flanke, Kopfball (Gacinovic), kein Tor. Mit ordentlich Wumms, aber wenig Mmh, also viel zu zentral und also kein Problem für Nübel. Und damit geht es dann in die Halbzeit. Mit der wir Euch allein lassen. Weil: Gleich gibt es wieder Werbe-Clips, in denen von Matze Knop für Sky Comedy geworden wird. Wo wir uns schon fragen: Wo ist da der Witz? Antworten bitte an ankehuber@11freunde.de

46.

Weiter geht’s. Frankfurt stößt an, spielt den Ball kurz. Vielleicht das Grundproblem.

48.

Sofern ich die Halbzeitanalyse richtig verstanden habe, werden beide Mannschaften in der Nachspielzeit gewinnen, wenn sie heute gegen Gladbach spielen würden.

50.

Kostic mit der ersten Chance! Wie ein reicher Familienvater kurz vor Weihnachten, der kein Fingerspitzengefühl für angemessene Geschenke hat: Hatte sich viel vorgenommen, aber: drüber.

51.

Fuss: »Adi Hütter bestellt Kamada an die Bank.« Donnerwetter, und bei mir braucht Lieferando wieder 50 Minuten!

52.

Die 1. Halbzeit in der Zusammenfassung.

54.

Ha! Von wegen! TOOR für Schalke! Weil Königsblau es nach einem Ballgewinn schneller vortragen, als ein nervöser Fünftklässler sein erstes Referat! »Und das hier... ähm.. Moment. Das hier ist Amine Harit. Wikipedia sagt: Der kann passen und lebt ü-über-überwiegend auf Schalke.« Raman hat aufgepasst, bekommt das Ding vor den Fuß und zieht ab! 1:0 mit Sternchen.

56.

Frankfurt läuft jetzt dem Rückstand hinterher. Und alle fragen sich: Wann - verdammt nochmal - bringt Zidane Jovic?

58.

Kostic trifft! - von hinten die Beine von Harit. Irgendwie Ausgleich, aber irgendwie auch nicht. Und deshalb nur Gelb.

61.

Schalke jetzt offiziell Leipzig-Jäger Nummer 3. Und ich frage mich: Ist polnischer Feldhandball wirklich so interessant wie alle (sprich: niemand) sagen?

64.

Gerade auf dem Insta-Account von SZ-Magazin-Chef Timm Klotzek ein Enzensberger-Zitat gelesen: »Beim Essen einer Blutorange denke ich, dass die Welt mir mehr gegeben hat als ich ihr.« Ich wünschte, das könnte ich über die Betrachtung von Schalke-Frankfurt auch behaupten.

66.

Schalke sucht noch einen Stürmer, heißt es. Das ist lustig, weil ich neulich ein Kreuzworträtsel vor mir liegen hatte, in dem gesucht wurde: »Schalker Stürmer«. Und ich hatte schon »BURGSTALLE_« Bin aber einfach nicht drauf gekommen.

67.

Rote Karte für Nübel. Weil. Also der Reihe nach. Langer Ball auf Gacinovic, der allein in Richtung Tor rennt und dann kommt Nübel als Kahn-Epigone in seinen Lebenslauf gesprungen, Stollen voran, auf Hüfthöhe, und die Abrissbirne von Körper hinterher. Dass er gut eine Minute danach wieder wie ein Mensch im Leben steht, grenzt an eine Wunder. Auch wenn er aus dem Mund zu bluten scheint und ansonsten blasser ist als Ludwig XIV. nach einer Auswärtsfahrt.

68.

Im Schalker Tor jetzt Markus Schubert, der für Harit ins Spiel gekommen ist. Für Gacinovic ist Pacienca in der Partie. Keine Pointe. Einfach nur gute Besserung.

71.

Randnotiz: Immer wenn ich »Auf Schalke« die Bandenwerbung für/von Veltins sehe/lese, die ungefähr so groß ist wie das Ego von Aki Watzke, oder mindestens so groß wie der Himalaya, immer wenn ich da so dieses riesige, riesige »Veltins« sehe/lese, denke ich mir: Jetzt 'n schönen Tee, das wär's.

73.

Schalke führt, Schalke ist ein Mann weniger, Schalke zieht sich zurück bis Lüdenscheid Nord. Bedeutet auch: Frankfurt hat den Ball, Frankfurt muss das Spiel machen. Bedeutet auch: Frankfurt hat ein Problem, denn Frankfurt hat den Ball, Frankfurt muss das Spiel machen.

75.

Konter für den FC Schalke 04. Oder wie ich es nenne, wenn ich will, dass es einfach nur noch aufhört: Aspirin Complex. Und wie mit Aspirin Complex verhält es sich auch mit diesem Schalker Konter: bringt nix.

77.

Wagner stärkt die Defensive. Bringt Guido Burgstaller.

79.

Ich für meinen Teil finde ja, an Nübels letzter Aktion sieht man mal, in welcher Zwickmühle der Mann steckt. Wenn er sich für seinen Verein reinwirft, ist’s nicht richtig. Und wenn er vom Platz geht, ist’s auch nicht richtig.

81.

Frankfurt braucht jetzt ein Tor und hat noch zehn Minuten Zeit. Geht da noch was? Wenn man dann sieht, wie die Mannschaft mit aller Verve einen Einwurf in der eigenen Hälfte herausholt, muss man sagen: Eher nicht.

83.

Aus rechtlichen Gründen dürfen wir dieses Foul von Nübel nicht zeigen. Aber was soll's: 

83.

Ich würde nicht behaupten, dass Schalke jetzt den Bus hinten parkt. Aber wenn ich das gerade richtig sehe, steigen gerade im Sechzehner massenweise Rentner aus, bringen ihre Analogkameras in Stellung und sind auf der Suche nach Sehenswürdigkeiten, während fliegende Händler das Geschäft des Jahres riechen.

85.

Eintracht Frankfurt, nach etwa 48675 Spielen in dieser Halbserie mit Pokalspielen, Europa-League-Qualifikationsspielen in Estland und - natürlich - Bundesliga, ist derart stehend k.o., dass der Zeugwart gerade in einer hochkomplizierten Aktion Mundinneres an die Schuhnoppen anbringt, damit die Spieler auch wortwörtlich auf dem Zahnfleisch gehen können.

87.

Matondo hat die Entscheidung auf dem Fuß! Beziehungsweise: Er rast auf das Tor von Rönnow zu, als wäre er nicht Rabbi Matondo, sondern, sagen wir mal, Grit Breuer. Obschon: Grit Breuer hätte das Ding über die Linie gebracht. So weiter: 1:0.

89.

Sieben Minuten Nachspielzeit! Kann das auf Nübels Sperre bereits angerechnet werden?

90.+2

»Dieses Spiel hat: alles«, sagt Fuss. Was blöd ist. Denn wie alle wissen, hatten wir ja schon »Tor« und »Großchance« und »Gute Ecke«. Weshalb die Spieler jetzt auf ihrer »Alles«-Liste angekommen sind bei »Kontersituation durch ein taktisches Foul gestoppt« und »Ecke kurzgespielt und dann schnell im Aus« und »ganz schwacher Ball«.

90.+3

Schöne Sache: Für seine 500. Flanke ohne Abnehmer wird Filip Kostic soeben der Bronzene Odonkor überreicht. Alle weinen.

90.+5

Schalkes Spieler wollen jetzt den Sieg mit allen Mitteln verteidigen. Aber eh klar: In der Kabine wartet schließlich Nübel.

90.+6

Eine letzte Ecke für Frankfurt...

90.+7

... die bringt nichts ein. Außer: den Abpfiff. Schalke gewinnt 1:0. Alexander Nübel eine Einladung zur Wrestlemania. Und wir noch einige freie Minuten unseres Sonntagabends. In diesem Sinne: Schönen Tag noch. Beziehungsweise: Glückwunsch.