Inter Mailand

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Frankfurt

Liveticker: Inter Mailand - Frankfurt

Fantast-ic

Eintracht Frankfurt mit dem perfekten Spiel: Trifft früh, dominiert Inter Mailand komplett und hält es trotzdem lange spannend. Feierte sich schamlos als Erfolgsfan: der Ticker-ic. 

20:45 Uhr

Freunde. Gude bzw. Herzlich Willkommen. Denn es ist eine dieser Nächte, in der Magisches passieren (Ja, wissen wir alle. Liegt lange zurück. Das mit Anne, aus der 11b). Aber Frankfurt spielt im Europa-League-Rückspiel gegen Inter Mailand. In dem Stadion, in dem Schalke den Uefa-Cup holte. Gegen den Verein, gegen den Schalke zu den Eurofightern wurde. Wiederholt sich etwa Geschichte? Mit Blick auf die Gegenwart sagen wir: Lieber nicht.

20:49 Uhr

Frankfurt die letzte deutsche Mannschaft in einem internationalen Wettbewerb. Auf Augenhöhe mit einem vermeintlich besseren Gegner. Mit erfrischendem Fußball und tollen Fans. Die Eintracht wird von allen geliebt. Kurzum: Frankfurt ist da, wo der FC Bayern immer hin wollte.

20:53 Uhr

Und damit stellt sich natürlich wieder die Frage: Muss man zwangsläufig FÜR Frankfurt sein? Einfach, weil man Deutscher ist. Und die Schland-Schminke ja sonst bis zum nächsten Sommer im Schrank schlecht werden würde. Aber ganz ehrlich: Was soll die Frage? Oder habt ihr etwa nicht gejubelt, gehofft, die Daumen gedrückt, als die No Angels für uns beim ESC auftraten?!

20:55 Uhr

Adi Hütter hat jetzt schon zum vierten Mal die Wasserflasche aus dem Hinspiel umgetreten. Wann schreitet Greta Thunberg ein?

20:57 Uhr

Inter war so nett und hat das Auswärtskartenkontingent verzehnfacht. Mehr als 13.500 Frankfurter durften trotzdem nicht ins Stadion. Weil die Italiener um ihre »Heimspielatmosphäre« fürchten. Mit Blick auf die leeren Ränge erinnert das an den Türsteher, der die fünf Gäste vor seinem Lokal abweist. Nur um anschließend reinzugehen, ein Bier zu trinken und allein gegen sich Billard zu spielen.

20:59 Uhr

Die Eintracht mit folgender Aufstellung: Trappic - Hintereggeric, Hasebic, Ndickic, Rodic, Willemsic, da Costic, Kostic, Gacinovic, Halleric, Jovic. Manager: Bobic.

20:59 Uhr

Für die Eintracht also das wichtigste Spiel seit zwei Jahrzehnten. Für Inter? Donnerstag.

1.

Anstoss Inter. Frankfurt nach fünf Sekunden noch nicht einmal am Ball. So wird es schwer. Meine Meinung.

3.

Frankfurts Aushilfscoach Peintinger an der Seitenlinie sieht aus wie ein richtig gewiefter Althauer. Im Skisprung. Und jetzt alle: »Ziiiieeeehhhhh!«

4.

Kennt man aus dem Schlafzimmer. Denn: Bums mich, Latte! Haller nach einem zunächst abgewehrten Distanzschuss von Kostic mit dem Spitzler an die Latte. Und der Ball prallt bedrohlich Richtung Torlinie auf seinem Weg nach unten, aber: Glück interuptus, deutlich kein Tor. Und Achtung, es sinkt für sie - das Niveau. Das kann passieren, wenn man versucht, mit einem Franzosen einen rein zu machen.

7.

Bumms mich fett!!!!! Toooooorr!!!! Wieder Latte, bzw. Pfosten und der ist die bessere Latte für den Moment, vielleicht ist das ja auch eine Lehre für euer kommendes Liebesspiel, aber ganz egal jetzt, denn Tooooor, denn Jovic gewinnt ein Laufduell gegen de Vrij, denn er drückt ihn leicht ins Nirvana und lupft den Ball dann in den Himmel aller Adler über Handanovic hinweg, gegen den Pfosten und zum 1:0. Sag mal Jovic oder träum ich?

8.

Breaking News: André Agassi, der Trainer von Inter Mailand, sieht verzweifelt aus. Was lief da wirklich mit Steffi Graf und dem Erben des Barilla-Imperiums?

10.

Pro-Tipp: Wer diese Eintracht an der Konsole und also bei Fifa19 nachspielen möchte: die Taste für den weiten Pass in den Lauf reicht vollkommen.

11.

Die gute Nachricht: Bei Frankfurt klemmt das Getriebe. Die Jungs kennen hier nur einen Gang, den Vorwärtsgang. Im nächsten Leben möchte ich Adler sein. Damit mich alle lieben.

13.

Jetro Willems mit dem nächsten Abschluss für die Eintracht. Der aber wie eine ordinäre Wortmeldung der AfD: daneben.

14.

Die nächste Chance für die Eintracht. Langes Holz aus dem Halbfeld von Kostic und in der Mitte wurschtelt Haller Richtung Ball, wurschtelt daneben. Wo ist Thomas Müller, wenn man ihn mal braucht? Er hätte doch jetzt die Zeit.

16.

Huch. Rode wird von einem Mailänder einfach umgeschubst. Wenn ich richtig Lippen lesen kann, hat er zuvor gesagt: »In Dortmund hast Du mir besser gefallen!«

18.

Gut, da sieht man natürlich, dass Peintiniger die Erfahrung fehlt. Hebt nur protestierend den Arm. Ein echter Trainer hätte hier den Assistenten unter Androhung des Kriegsgerichts zur Roten Karte gedrängt. So: Nichts. Auch schön.

20.

Schon wieder Willems. Schon wieder weit weit daneben. Aber gut, die AfD wirst du auch nicht durch sture Wiederholung los, leider.

22.

Oh. Fiese Attacke von D’Ambrosio an Gacinovic. Adi Hütter kickt aus Protest ein Champagnerglas in der Loge weg.

24.

Und Frankfurts Präsident Peter Fischer wird heute 63. Er sagt, er wünscht sich heute nichts mehr, als dass Frankfurt weiterkommt. Und wenn ich mir das so anschaue, ist das möglich, dass die Mannschaft ihm dieses Geschenk macht. Keins, dass kurz vor der Party billig an der Tanke gekauft wurde. Sondern eins, dass sie knapp ein Jahr sorgfältig vorbereitet haben. Ein perfektes Geschenk, mit Schleife und allem Zipp und Zapp. Sogar zwei entfernte Verwandte aus Übersee kommen.

25.

… ob Peter Fischer wohl nach dem Spiel in die dunkle Kabine kommt, wo alle schon auf ihn warten. Und dann, ganz bescheiden, rufen muss: »Oaaaah, damit hätte ich ja gaaaaar nicht gerechnet! Ihr seid doch verrüüüüückt!«?

27.

Und jetzt? TOOOOR. Zumindest für den Zeitpunkt eines Augenblicks. Dann Frankfurts Stürmer wie unseren Kollegen, wenn wir Montagmorgens ins Büro kommen: Ahnen die Fahne. Abseits. Prost.

29.

Die Werbebande mit sturer Amstel-Werbung. Finde ich aber gut, gab es ja seit »Jenny from the Block« nicht mehr.

31.

Inter wie ein nahezu machtloses DIN-Institut. Nur über Standards zwingend.

33.

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen: Man sieht bei Inter die Handschrift von Domenico Tedesco.

34.

Irre, diese Parallelen zwischen der Eintracht und der 11FREUNDE-Redaktion. Denn Adi Hütter, so weiß es der DAZN-Kommentator, sei es egal, wer welche Position besetzt. Hauptsache sie sei überhaupt besetzt. Und Chef, wenn Du das liest: Spaß. Wenn Du drüber reden willst, Du weißt wo Du mich findest. In Deinem Büro.

36.

Ecke für die Italiener. Und was soll man sagen: landet Hinter Mailand.

37.

Rode liegt schon wieder. Nachdem er erneut geschubst wurde von einem Inter-Spieler. So langsam scheint mir, ich muss mich korrigieren und fragen: Was lief da zwischen Steffi Graf und Frankfurts Mittelfeldrasenmäher?

38.

Neiiiinnnnn! Gacinovic mit seiner Kernkompetenz, fängt an der Mittellinie den Ball ab und hat eigentlich nur noch Rasen und Handanovic vor sich. Und lange Läufe, das kann er doch. Das wissen wir doch. Aber neeeeiiin, er macht den Fehler aller großen Männer, die ihre eigentliche Stärke im Schießen haben: er fängt an, nachzudenken. Und gewaltrollert den Ball nur Richtung Tor. Bitter. Bzw.: Neeeeiiinnnn!

41.

Die drei größten Skandale des Fußballs:

-- Christoph Daum und das Kokain
-- Alles von Stefan Effenberg
-- Dass es hier nur 1:0 für die Eintracht steht

(Apropos: Wirklich ALLES über Skandale im Fußball jetzt im Handel. Im neuen Super-Duper-11FREUNDE-Spezial-Heft »Skandale«!!! Kann man hier kaufen: shop.11freunde.de/)

44.

Angesichts der aktuellen Leistungen und Leistungsträger der Frankfurter muss man bisher sagen: Fantast-ic!

21.47 Uhr

Halbzeit! Die Eintracht führt sowas von verdient, die Mannschaft sollte in der Kabine geschlossen und aus besten Gründen nach einer Gehaltserhöhung für alle verlangen! Der Ticker nutzt die Halbzeitpause derweil mal dafür, den Wohnungsmarkt in Mainhattan zu sondieren. Haben gehört, da wäre immer Party.

46.

Anstoß Frankfurt. Machen bis hierhin alles richtig.

47.

Noch 45 Minuten. Kann Inter nochmal zurückkommen? Ein Wunder vollbringen? Kaum zu glauben. Aber heute haben auch Peter Neururer, Huub Stevens und Mike Büskens gleichzeitig einen neuen Posten bekommen. Kurzum, der Begriff »Wunder« ist dieser Tage nicht mehr viel wert.

48.

Frankfurt gleich wieder mit der ersten Chance. Der RTLII-Andreas unter den Anfangsphasen der 2. Halbzeit: »So, beruhigt hab' ich mich jetzt nicht...«

50.

Dieser Jovic, so stark, er sollte als Fishermen-Friends-Geschmack verkauft werden. Dribbelt sich im Strafraum fest, holt sich den Ball eigenständig zurück. Probiert es nochmal, aber verletzt sich etwas bei der Chance. Uns bleibt der Atem weg.

52.

Jetzt bleibt Danny da Costa liegen, muss den Platz humpelnd verlassen. Aber keine Sorge: Der untersucht sich notfalls selbst.
»Hab ich Schmerzen? Ja.« »Finde ich es cool, dass ich weiterspielen kann? Auch: Ja, finde ich sehr cool.«

54.

Was sagt Jovic zu seinem Gegenspieler, wenn der ihn mal wieder ziehen ließ? »Ich bin so Vrij«

56.

Frankfurt mit dem nächsten Ballgewinn. Hasebe ganz lässig, der letzte Libero im modernen Fußball. Und die Eintracht im Umschaltspiel, Gacinovic muss nur schnell einen rasenmähenden Greenkeeper umkurven, der etwas übermotiviert den freien Platz nutzen wollte.

58.

Und an der Seitenlinie: Ben Kingsley in seiner stärksten Rolle als Inters Trainer.

61.

Der einzige Skandal bis hierhin, dass dieses Spiel noch offen ist. Die Eintracht wie Wolfgang Bosbach: Hätte längst die Klappe zumachen können.

62.

Krasser Fehler vom DAZN-Kommentator jetzt, der über die Eintracht sagt: »Das San Siro endgültig stumm kriegen, das würden sie schaffen mit dem zweiten Tor.« Angesichts der aktuellen Kräfteverhältnisse auf den Rängen und in den Stimmbändern würde ich sagen: »Das San Siro endgültig abreißen, das würden sie schaffen mit dem zweiten Tor.«

63.

Hinteregger mal wieder mit blitzsauberer Grätsche. Und irgendwo in Augsburg oder München oder auf dem Mars oder wo immer Jens Lehmann so einen Donnerstagabend verbringt, denkt sich dieser Jens Lehmann: Hinteregger, das wäre einer für den FCA.

64.

Ivan Perisic, diese Augenweide, dieser Eigentlich-Alles-Könner mit einer astreinen Alibi-Leistung. Oder wie man auf Schalke sagt: Bentaleb.

67.

Kostic, Haller, Jovic. Chancen im Minutentakt jetzt für die Eintracht. Alles zu ungenau. Sie wollen den Deckel drauf machen und finden das Glas nicht. Bitter.

68.

Die Eintracht jetzt mit Demenz-Erscheinungen: lässt viel liegen.

69.

Aber: Inter wird etwas stärker. Prüft wiederholt Kevin Trapp. Der die Dinger allerdings pflückt, als wäre Erntezeit am Apfelsaftautomaten. Jetzt noch eine Großchance vereiteln, und es kann nicht mehr lange dauern, bis bei einem gewissen Manuel Neuer das Telefon läutet: »Du Manu, hier ist der Jogi. Ich wollte Dir nur sagen, dass, also..«

71.

Konterchance für die Eintracht, die jetzt vier gegen zwei spielen kann und aber einfach ins Aus spielt. Jetzt wollen sie auch noch die Fair-Play-Wertung gewinnen.

73.

Bei Frankfurt nun Marc Stendera im Spiel. Bei Inter ein Mann namens Esposito. Bzw.: ein Junge namens Esposito. Denn der Bursche ist 16! In Worten: Hui! Mit 16 habe ich um diese Uhrzeit in mein Kissen geweint, weil ich mal wieder im Tennis gegen Mandy verloren haben und Mandy anschließend »auf keinen Fall« ein Eis mit mir essen wollte. Und dieser Esposito? Lässt sich von elf Frankfurtern überrollen. Plötzlich sieht meine Jugend gar nicht mehr so traurig aus.

76.

Noch gut eine Viertelstunde Zeit für die Italiener, hier was auf die Beine zu stellen. Bzw.: Dreimal Bunga-Bunga.

76.

Tolle Leistung übrigens von der Sportlichen Leitung, den eineiigen Zwilling von Filip Kostic zu finden und zu verpflichten. Denn der, der da gerade Inters Viererkette zum sechsten Mal nach allen Regeln der Kunst auseinandernimmt, kann doch niemals vor einem Jahr unter Christian Titz und mit dem HSV abgestiegen sein. Oder?

77.

... Wow. Kostic, ausgerechnet Kostic, eröffnet das nächste Vier-gegen-Zwei. Und dann? Die komplette HSV-Schule. Inter mir Ballbesitz.

79.

Vielleicht liegt die Begeisterung an Frankfurts Erfolgslauf wirklich darin, dass sie wie wir sind. Wie die einfachen Leute. Die simplen Malocher, die morgen wieder das Wochenende herbeisehnen werden. Bringen es seit der fünften Minuten nur noch über die Zeit. SGE, immer mit uns.

81.

Inter mit der nächsten Halbchance. Sind hier aber auch völlig von der Rolle. Versuchen es jetzt schon mit der Verzweiflung der Mutigen.

83.

Nur noch zehn Minuten. Langsam dürfen die SGE-Fans träumen. Vom Viertelfinale. Vom Cup. Vom nächsten großen Gegner. England, sagte Möller in der Halbzeit, das wäre was. Aber, und das tut uns leid, das ist hier die Europa League. Da bekommt man Slavia Prag zugelost - wenn’s gut läuft.

85.

Perisic mit einer mutlosen Flanke. Tut was für den Ruf. Den Ruf, dass in Italien wirklich niemand die Europa League gewinnen will.

86.

Noch immer keine Entscheidung. Klarer Fall: Peter Fischer soll an seinem Geburtstag gleich zwei Jahre älter werden.

89.

Rode geht mit einem Ganzkörperkrampf vom Platz. Lässt es sich aber nicht nehmen, noch einmal in die Kurve zu winken. Ein kurzes »Danke«. Ein kleines »Packt eure Koffer! Nächste Woche geht's weiter!« Auf die Kanaren. Oder wenigstens nach London.

90.+2

Noch sechs Minuten und die Eintracht nutzt die Zeit, um nochmal dieses Spiel im Schnelldurchlauf zu spielen: Statt den Ball zur Eckfahne zu tragen, flankt de Guzman auf Jovic. Und der? Köpft exakt den eigentlich machtlosen Handanovic an. Inter mit dem Konter. Verpufft.

90. +4

Und minütlich grüßt die vergebene Konter-Chance. Diesmal ist es Haller, der fast schon durch ist und dann eben doch nicht. Weil: dann wird er gefoult. Kostic mit dem anschließenden Freistoß und mit sattem Strahl direkt zu seinem Vertragspartner - den Händen von Handanovic. Kollege Ahrens derweil schon ganz auf die Eintracht eingeschworen, kündigt an, schonmal eine Überschrift für diesen Ticker zu suchen und ein Bild, kündigt an: »Ich mach alles fertig!«

22.52 Uhr

Und dann ist es vorbei. Aushilfscoach Christian Peintinger jetzt also mit folgender Karriere-Bilanz: Hat bisher jedes Spiel gegen Inter Mailand gewonnen. Und überhaupt 100 Prozent aller seiner Pflichtspiele. Muss Adi Hütter jetzt um seinen Job bangen? Aber sagen wir es mit den Worten meines Chefs, wenn ich mal wieder eine Idee habe: Ach komm, lassen wir das. Freuen wir uns einfach über die großartige, ach komm, fantastische Leistung der Eintracht, freuen uns, dass diese Mannschaft weiterhin im Europapokal spielt. Und freuen wir uns über diese wirklich einmaligen Fans. In diesem Sinne: Danke, Frankfurt. Bis bald.