Gladbach

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Düsseldorf

Liveticker: Gladbach-Düsseldorf

Thuramisu

Gladbach-Düsseldorf, ein Spiel wie ein All-You-Can-Eat-Buffett: Schockierende Beilagen, viele Volltreffer und ein Dessert aus dem französischen Feinkostregal. Hat wie immer aufgegessen: der Liveticker.

15.15 Uhr

Ihr Lieben! Wie könnte man diesen wunderschönen Spätsommer-Sonntag besser verbringen als mit einer Partie, in der der Sommer ebenfalls noch ein Wörtchen mitzureden hat. Gut, man könnte sich ein Eis holen und spazieren gehen, eine Radtour machen oder Minigolf spielen. Aber ihr habt es scheinbar so gewollt  - deshalb für euch am Start: Ilja »Straciatella« Behnisch und Florian »Fürst Pückler« Nussdorfer.

15.20 Uhr

Folgende Frage: Führen Funkels Fortunen ferunsicherte Fohlen for?

15.22

Derweil bei Sky: Reklame. DHL wirbt mit Summer of 69. Und in Gladbach haben sie seit dieser Saison eine neue Einlaufhymne. Verkehrte Welt.

15.27

Die Aufstellungen. Nach vier Gegentoren gegen Wolfsberg wechselt Marco Rose viermal. Logisch. Und weil heute so ein heiterer Nachmittag ist, macht Funkel es einfach genauso. Also:

Gladbach: Sommer - Lainer , Jantschke , Ginter , Wendt - Zakaria , Neuhaus , Benes - Herrmann , Embolo , Plea

Düsseldorf: Z. Steffen - Ayhan , Hoffmann , Adams - M. Zimmermann , Baker , Bodzek , Gießelmann , J. Zimmer , Kownacki - Karaman

15.29 Uhr

Wenn ihr die Wahl hättet zwischen »Die Seele brennt« und »Summer of 69«, würdet ihr euch lieber die Ohren zuhalten oder wegrennen?

1.

Anstoss. Oder wie man in Gladbach nach dem 0:4 gegen Wolfsberg sagt: Na dann.

2.

Düsseldorf gleich mal mit Feuer. Lainer gleich mal mit der gelben Karte. Aber da muss man Nachsicht haben, der Mann ist nun wirklich kein Fußballer.

3.

Der anschließende Freistoßversuch von Ayhan geht direkt nach Wolfsberg. Trockener Kommentar der Österreicher: Ist jetzt aber auch mal genug mit den Geschenken aus Gladbach.

4.

Nächster Freistoß. Wie aus dem Lehrbuch der deutschen Handwerker-Innung: Zimmer überlässt die Ausführung Gießelmann. Das Ergebnis: Beamtenfußball. Bzw.: Abstoß Gladbach.

6.

Düsseldorf drückt, Bodzek mit dem Distanzschuss - Ecke. Und dann ist der Ball im Tor. Adams nach Getümmel mit dem Kopfball, Ginter zwar mit seiner schönsten Körperbewegung, der Meerjungfrau, zur Klärung, aber: Hinter der Torlinie.

7.

»Sie kommen aus einem Spiel, das viele, viele Fragen aufwirft«, so der Sky-Kommentator über die Gladbacher. Was natürlich Quatsch ist, denn es war nur diese eine Frage, die das 0:4 und das jetzt schon wieder 0:1 aufwirft: Hä?

9.

Gladbach so unfassbar schlecht, keine zwei Pässe und die einfachsten davon kommen an. So langsam würde man wirklich gern mal wissen, was die Jungs im Hauptberuf machen.

10.

Man muss nur meckern, Gladbach direkt mit einer Chance. Lainer, von dem man wirklich gern wüsste, wer ihm eingeredet hat, dass er Fußballer sei, mit einem schönen Steckpass auf Embolo, der es dann allerdings mit Gewalt versucht und Gewalt, so scheint, ist ein Fetisch von Düsseldorf-Keeper Steffen. Den geilt er dann einfach weg.

11.

Und im Gegenzug der prompte Konter der Düsseldorfer, das geht Ratz-Fatz und dann dank Kownacki neben das Tor. Gladbachs bester Mann bisher, dieser Kownacki.

12.

Hui! Embolo mit der 1000-Prozent-Chance, taucht plötzlich aus dem absoluten Nichts vor Steffen auf, umkurvt ihn so halb, nur, um ihn dann doch noch anzuschießen. Er ist halt ein lieber Kerl, der Breel, und wenn der Steffen auf Gewalt steht, soll er Gewalt haben. Er wollte ballern, ich wollte ballern - man kennt das. Und dann gibt es noch einen Nachschuss, und keinen Treffer und noch einen Nachschuss und keinen Treffer und dann liegen alle am Boden und sind verzweifelt. Wie so ein ganz ordinäres Manöver der Bundeswehr.

15.

Nächste Möglichkeit für Gladbach, Herrmann mit Zeit und Platz und das ist dann das Problem, dass er Zeit hat, denn wenn er nachdenken kann, der Herrmann, dann denkt er nach und dann ... Eckball Gladbach. Und gleich die nächste Chance, Benes mitten im Strafraum mit dem doppelten Abschluss, trifft allerdings das Bein von Benes. Und die Bundeswehr wird immer hellhöriger ...

18.

Gladbach kombiniert sich jetzt wieder immer wieder hübsch in den Sechzehner. Dann wird's jedoch meistens ziemlich hässlich - beziehungsweise: schlecht.

19.

Lainer holzt Zimmer um. Klingt nach Einrichtungstipp, ist aber tatsächlich Fußball - oder so etwas in der Art.

24.

Und es wird munter weiter geholzt, jetzt gleich dreimal innerhalb von drei Sekunden. Wenn das so weiter geht, schreiben die 257ers einen Song über dieses Spiel.24.

27.

Geil: Ein kleiner Junge sitzt auf der Tribüne und tut so, als würde er mit einem Fernglas aufs Spielfeld gucken. Was witzig ist, weil er dabei auf zwei Mannschaften blickt, die so tun, als würden sie Fußball spielen.

30.

Jetzt im Bild: Die Auswechselspieler von Gladbach, bezeihunsgweise die »Aufwärmgruppe«, wie Jonas Friedrich sie nennt. Derweil die Spieler in den weißen Trikots auf dem Platz auch etwas wie die Aufwärmgruppe sind. Für die Düsseldorfer.

33.

Gladbach mit so einer schlechten Raumaufteilung, gleich kommt hier der deutsche Statiker-Verband und erwirkt einen Spielabbruch. Wegen Einsturz-Gefahr.

34.

Aus der Reihe »Sätze, die garantiert auf keinen Bullshit-Bingo-Zettel stehen«: Düsseldorf auch spielerisch besser.

35.

Distanzkracher von Kownacki, Sommer kann den Ball nur nach vorn abklatschen lassen. Zum Glück für die Borussia denkt sich Karaman beim Nachschuss: Karaman machen, muss man aber nicht.

36.

Karaman und Zimmer mit der nächsten Doppelchance für Düsseldorf, weil Gladbach jetzt auch noch Slapstick im Programm hat, da sie offenbar nur noch per Luftloch klären wollen. Kann natürlich sein, dass der Klub gerade eine Lehrvideo-Reihe mit dem Titel »So nicht!« produziert. Dann sollten sie jetzt aber auch alles Material zusammen haben.

38.

Oder halt so:

39.

Riesen-Chance für Ginter, der nach Flanke von rechts so blank steht wie ein Playmate des Monats, und dann aber auch ihre Probleme hat, also Probleme mit dem Kopf. Denn den muss er eigentlich machen, so fünf Meter vor dem Tor, aber da ist kein Wums dahinter und dann pflückt Zack Steffen den Ball mit nur einer Hand aus Luft und muss dann aufpassen, dass er sich anschließend nicht einfach totlacht.

41.

»Tolle« Szene. Schiri Dingert wird zur Seitenlinie beordert, um eine Abseits-Stellung zu bestätigen, die aus Berlin heraus als Abseits-Stellung erkenntlich war. Mit geschlossenen Augen. Aber gut, jeder wie er kann.

44.

Pléa will ein Handspiel von Adams gesehen haben. Nützlicher wäre, er hätte vor Anpfiff der Partie eine Taktiktafel gesehen.

45.

Der Wolfsberger AC führt zur Zeit übrigens und kurz vor Schluß mit 2:0 in Hartberg. Macht daraus, was ihr wollt.

16.20 Uhr

Und dann ist Halbzeit. Im BorussiaPark pfeifen sie sich die Lungen aus den Leibern. Und fast ist man geneigt zu schreiben: Immerhin gelingt den Gladbachern mal was.

46.

Weiter geht's. Und komm, wir hauen's jetzt einfach mal raus: Für die Gladbacher kann's nur besser werden.

47.

Kleiner Nachtrag noch zur ersten Halbzeit:

49.

Jetzt mal eine Düsseldorfer Ecke. Davon soll es ja auch schöne geben, hört man. Köingsallee und so, weltberühmt. Diese hier führt allerdings zu einem Gladbacher Konter, den die Fortunen dann doch etwas schäbig stoppen: Flingern Süd.

52.

Noch etwas Erhellendes: Pyro im Gästeblock.

54.

Zack, da war er wieder! Scharfe Hereingabevon Wendt in den Düsseldorfer Sechzehner, aber unser Gewaltfreund Steffen ist zur Stelle und befördert den Ball per Respektschelle aus der Gefahrenzone.

58.

Wechsel bei Fortuna Düsseldorf: Baker geht, Thommy kommt.

60.

»Großartige Ausstrahlung, auch bei diesem Schuss von Benes«, schmachtet Friedrich. Während wir verzweifelt darum ringen, überhaupt irgendwas auszustrahlen, schafft dieser Benes das sogar beim Schießen! Toll!

63.

Hermann mit der sehr guten, sehr großen Kopfball-Chance, aber dann hat er gleich zwei Probleme: den Kopfball und die Chance. Abstoß Düsseldorf.

66.

Riesige Konterchance für Gladbach, da stehen sie dann mit vier Angreifern gegen zwei Düsseldorfer und schon kurz vor dem Strafraum. Und was macht Neuhaus? Spielt einen Düsseldorfer an. Was gar nicht so leicht schien. Aber Fair Play ist eben eine Geisteshaltung.

67.

Pléa jetzt aus dem Spiel. Wird ihn überraschen. Also, dass er mitgespielt hat.

68.

Nächste verpasste Chance von Herrmann, nachdem Wendt ihn per Flanke gesucht hat. Was die Frage aufwirft: Warum?

69.

Inzwischen Glabdach aber sehr viel besser unterwegs hier. Noch fünf Minuten in dieser Art und Weise, und das 0:1 geht in Ordnung.

72.

Und trotzdem: Alles soll immer ganz schnell und direkt gehen bei Gladbach. Ganz egal, ob der Passweg jetzt zugestellt ist oder nicht, ganz egal, wie weit die Abstände zwischen den Spielern sind. Hauptsache Tempo, Hauptsache drauf und Hauptsache vor, vor, VOR. Und sie wollen ja auch. Und doch wirken sie so furchtbar hilflos dabei. Wie ein getunter Passat mit 1000 PS. Ohne Lenkrad.

74.

Wie gesagt: Tor für Gladbach ... Thuram mit dem Ausgleich. Weil Neuhaus mit Düsseldorf tanzt, die Notfallgasse ins Borussen-Glück sieht, die Notfallgasse, in der Lainer schon parkte und wartete und aus der heraus Lainer dann flach hereingibt, auf Thuram, der schneller ist als Ayhan, schneller als sein Zweifel und der abschließt wie Mehl: trocken.

76.

»Ab jetzt ist Crunch-Time«, so der Sky-Kommentator. Und wir haben wieder nur Haferflocken da.

78.

Benes heute bislang mit den besten Zweikampfwerten aller Beteiligten. Nicht zu verwechseln mit Kollege Behnisch: Der hat besten Schreikrampfwerte aller Beteiligten.

81.

Pledl hat Zeit für eine richtig schöne Flanke. Aber die gerät dann so richtig daneben. Pled.

83.

Alter! Adam Bodzek. Und der ist wirklich alt. 34 nämlich schon. Und eigentlich nicht gerade für Fußball aus der Feinkostabteilung bekannt. Doch jetzt und hier lässt er erst einen Gegenspieler per Zidane-Drehung aussteigen, um dann anschließend ein Außenristpass in den Lauf seines Mitspielers zu streicheln. Bon Appetit!

88.

Wie viel Aufregung passt in dreißig Sekunden? Ecke Gladbach, Schuss, Latte, Schuss, gehalten, Schuss, Tor! Denkste! Abseits! Denkste! Videobums sagt: Zählt!

89.

Doppelpack von Thuram übrigens. Ob er mit seiner stolzgeschwellten Brust heute Abend überhaupt noch durch den Thuram passt?

90.

Fünf Minuten Nachspielzeit. Oder wie sie in Gladbach sagen: Pfeif! Jetzt! Sofort! Ab!

90.+3

Nächster Traumpass von Bodzek, findet aber zu seinem Pech damit nur Kollege Pledl, der damit nicht umzugehen weiß.

90.+5

Schluss! Lange war das hier Fußball auf Europapokal-Niveau, also auf Gladbacher Europapokal-Niveau von Donnerstag. Doch dann kam Thuram und sorgte für große Gefühle. Schön!

17.30 Uhr

So Freundinnen und Freunde, noch scheint die Sonne! In Mönchengladbach und im Hause Behnisch vielleicht noch etwas heller als anderswo, aber sei's drum: Geht nochmal raus, genießt den Sonntagabend. Wir sind ebenfalls: raus.