FC Chelsea

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Eintracht Frankfurt

Liveticker: Chelsea gegen Eintracht Frankfurt

Um Hazards Breite

Auf einer Insel, die Vinnie Jones hervorgebracht hat, stellt sich die Frage neu: Wie brutal kann Fußball sein? Eintracht Frankfurt scheidet im Elfmeterschießen gegen den FC Chelsea aus. Ist trotzdem stolz: der Ticker. 

20:45 Uhr

Fußball auf RTL weckt natürlich immer Erinnerungen an die Neunziger. Anpfiff mit Ulli Potofski, Burkhard Weber und Wilfried Mohren. Wir möchten sofort mit dem Fuß in eine Werbetonne treten, um danach mit Andi Möller ein paar Schutzschwalben zu üben. Alles aber nicht möglich gerade, weil das Spiel gleich losgeht. Also kämmen wir, passend zum Abend, nur unsere Ralf-Weber-Gedächtnis-Matten und glätten unseren Uwe-Bein-Schnauzer. Experten am Spielfeldrand heute: Karlchen und Björn-Hergen Schimpf. In ihren besten Rollen als: Michael Ballack und Roman Weidenfeller. Viel Spaß!

20:52 Uhr

Apropos: War nicht sonderlich leicht für mich, den Sender RTL zu finden. Liegt bei mir irgendwo zwischen Alex TV und Bibel TV. Bin zwischendurch tatsächlich auf einem Sender namens RTL Plus gelandet. Und ja, dort läuft Rund um die Uhr das alte RTL-Plus-Programm. Ruckzuck, Familienduell, Vermisst. Trash? Mitnichten! Es wirkt im Vergleich zum heutigen RTL-Programm aus wie ein Themenabend auf Arte.

20:54 Uhr

So viele Märchen diese Woche, man kann fast den Überblick verlieren. Wenn Frankfurt heute gewinnt, sind wir uns jedenfalls sicher: Disney verfilmt diese Woche. In einem Animationsfilm. Mit Charly Körbel und Bruce Grobbelaar als Erzählerstimme.

20:57 Uhr

»Heute sind wir alle Eintracht«, behauptet eine RTL-Off-Stimme. Danach Einblendung des Kommentatoren-Duos Steffen Freund und Marco Hagemann. Danach ein Blick auf die Gästekurve. Eine Choreo von 2000 Frankfurter Fans. Chelseas Kunden komplett irritiert. Rufen Ordner herbei, als die Eintracht-Fans auch noch Gesänge anstimmen. So laut war es hier zuletzt zuletzt irgendwann in den Siebzigern. Prognose: Morgen Tinitus.

20:59 Uhr

In Liverpool kamen diese Woche vermutlich sehr viele Jungen mit dem Namen Jürgen zur Welt. Was passiert, wenn Frankfurt heute gewinnt? Man sollte den Gedanken nicht zu Ende führen!

Nein! Nicht zu Ende führen, haben wir gesagt!

1.

Anstoß Chelsea. Und wieder mal der Beweis: Geld schießt keine Tore! Jedenfalls nicht direkt mit dem Anstoß.

3.

Die Frankfurter müssen also ein Tor schießen. Dafür haben sie die komplette -ic-Offensive zur Verfügung: Rebic, Jovic, Kostic, Gacinovic und Rodic. Kurzum: Fantastic.

6.

Erste Halbchance für Frankfurt. Ein Kopfball landet in den Händen von Chelsea-Keeper Kepa, dessen Vorname klingt wie eine norwegische Blackmetal-Band: Arrizabalaga. Bitte stellen Sie sich dazu eine tote Katze, weiß geschminkte Gesichter und einen sehr verschnörkelten Schriftzug vor. Arrizabalaga! Großartig.

9.

Chelsea kommt in Fahrt. Klingt wie eine neue Folge aus einem »Wendy«-Comic. Wohingegen der Hashtag CHEFRA klingt wie Hundefutter für ukrainische Multimillionäre. Fazit nach neun Minurten: ein tierisches Spiel.

12.

Große Aufregung im Strafraum der Frankfurter. Giroud leitet einen Querpass mit der Hacke weiter. Aber Loftus-Cheek  kommt nicht an den Ball. Weil er gestoßen wird? Sagen wir so: Daniel Siebert hätte hier zwei Elfmeter und drei Freistöße gegeben.

13.

Freistoß Frankfurt. Oder wie wir heute sagen: Free-Kic.

15.

0 zu Leck-mich-am-Arsch! Danny da Costa verarbeitet einen Ball derart gekonnt weiter, dass er ab morgen wahrscheinlich in einem DHL-Paketzentrum am Band stehen muss. In diesem Fall aber Kepa dazwischen bzw. "Wir haben ihr Paket beim Nachbar hinterlegt" (Kein Name, 27-Parteien-Haus).

17.

Aber nun gut, was will man von dieser Nacht in dieser Woche erwarten? 24 Stunden, nachdem Tottenham in allerletzter Sekunde die Superduper-Ajax-Truppe bezwang. Zwei Tage, nachdem der FC Liverpool 4:0 gegen Barcelona gewann und doch noch ins Champions-League-Finale einzog. Und nur drei Tage, nachdem der 1. FC Schweinfurt den Bayern Amateuren ein 1:1 abtrotzte. Ich bin ganz ehrlich: Ich bin der Überraschungen derart müde, am Kassenband meines Supermarkts hab ich Sicherheitsabstand vom Ü-Ei-Regal genommen.

18.

Was aber auch klar ist: Sollte Frankfurt heute weiterkommen, sind sie endgültig die legitimen Nachfolger der deutschen Eishockey- und/oder Handball-Nationalmannschaft. Herzlichen Glückwunsch.

20.

Erster Tiefpunkt an diesem Abend: Der Österreicher hat angekündigt, wieder Räume besetzen zu wollen.

22.

Banner in der Frankfurter Fankurve: »Radikale Anhänger«. Wahnsinn, wo Kevin Kühnert dieser Tage überall auftritt.

24.

David Luiz gegen Danny da Costa. Der Frankfurter rutscht aus. Eine geniale Aktion, denn beim Gedanken seines eigenen größten Ausrutschers bricht der Brasilianer sofort wieder in Tränen aus.

24.

Herrje, bei dieser Masse an Gefühl, die Eden Hazard in seinem Fuß hat, sollte er verzweifelten englischen Ehemänner Aushilfsstunden anbieten. Nur um ihre Frauen mit seinem dicken Onkel zu streicheln.

26.

Frankfurt jetzt wie Eltern von pubertierenden Kids: Müssen eine schwierige Phase überstehen.

28.

Ohje. Beziehungsweise: 1:0. Weil Hazard durchs Mittelfeld wirbelt, dass es mich nicht wundern würde, wenn Meteorologen bald Tornadostärken in der Maßeinheit "Eden" angeben würden. Spielt dann einen wunderbaren Pass auf Ruben Loftus-Cheek, der nur noch einschieben braucht. Die gute Nachricht für Frankfurt: Eigentlich ist nichts passiert. Die schlechte Nachricht für Frankfurt: Bisher ist eigentlich nichts passiert.

30.

Gut, Frankfurt sollte versuchen, lange Bälle zwischen Viererkette und Kepa Arrizabalaga zu spielen. Die Erfahrung hat gezeigt: Chelseas Torwart kommt ungern raus.

32.

Nur zur Info: Die letzte deutsche Hoffnung, die nach Baku fuhr, wurde Achter. Eine Platzierung, die ich dieser Frankfurter Mannschaft noch immer zutraue. Und jetzt alle:

33.

Chelsea gerade derart überlegen, dass die Brüder jetzt langsam mal den Ball lang spielen sollten. Meine Meinung. 

37.

Bei Valencia-Arsenal steht es momentan 1:1. Nur noch mal zur Erinnerung: Wenn Arsenal und Chelsea heute ins Europa-League-Finale einziehen, kommen die vier besten Teams Europas aus England. Tritt Theresa May dann zurück? Und was wird dann aus Brexit? Brenter?

39.

»Echte Liebe« heißt der Marketingslogan des BVB. Echte Freude sollte der beim FC Chelsea heißen. Kurzer Blick auf Abramowitsch nach dem Tor:

42.

»Ein Tor braucht Frankfurt! Ein Tor!«, weiß RTL-Mann Hagemann. Aber wenn es nicht fällt, sollten wir es so sehen: Es winkt Baku. Klingt so im Grunde auch nicht attraktiver als der Satz: Es winkt ein Urlaub auf einer Verkehrsinsel in Murmansk.

21:50 Uhr

Halbzeit. Und totale Frustration. Nicht weil es 0:1 steht, sondern weil mir die Werbebanden 90 Minuten lang Amstelbier versprochen haben. Ich aber nur eine Dose Sterni im Kühlschrank habe und eine angegessene Bifi. Schreibe direkt eine Beschwerdebrief an Michel Platini und Sepp Blatter. Ach, die sind gar nicht mehr im Amt? Egal. Hauptsache: Hass!

21:53 Uhr

Werbung. Mit Jerome Boateng. Der sich rasiert. Und am Ende steht dort: Push your style. Was aber, wenn ich gar keinen Style habe, den ich pushen kann? Und keinen Bartwuchs wie den von Jerome Boateng? Und insgesamt mein Leben auch nach dem Beschwerdebrief an Michel Platini immer noch eher Sterni als Amstel ist? Es ist zum Verrücktwerden. Wie dieses Spiel. Aber hey: »Ein Tor! Ein Tor!«, wiederholen die Experten, Kommentatoren und Moderatoren von RTL. Oder anders: »Bleiben Sie ja dran – oder wir schicken Ihnen Vera Int-Veen vorbei!«

21:53 Uhr

Ihr seid Fußballfans? Ihr seid der Eintracht quer durch Europa gefolgt? Ihr habt trotzdem kein einziges beschissenes Ticket für das größte Spiel der Vereinsgeschichte bekommen und sitzt jetzt versoffen und traurig auf dem Sofa? Keine Sorge, ihr seid nicht die größten Verlierer des Abends. 


(via twitter.com/faiaann)

21:56 Uhr

Immer noch Halbzeit. Das heißt auf RTL: Werbung für Energydrinks, Telekommunikationsunternehmen, Banken, Autos und Bier. Kaufe mir direkt alles auf einmal – mit dem Geld, das mir ein nigerianischer Geschäftsmann in den nächsten auf mein Konto überweisen wird. So hat er es jedenfalls per E-Mail angekündigt.

22:01 Uhr

Irre. Eben gerade acht Sekunden (handgestoppt) ein Blick auf den Rasen, wo sich die Ersatzspieler warmmachen. Es könnte sein, dass wir rechtzeitig zum Anstoß zurück sind.

46.

Jetzt stößt Frankfurt an. Auf die Saison. Auf die Freunde. Auf die Gesundheit. Los geht's!

48.

Manchmal fehlt es Frankfurt einfach an Kreativität. Oder anders: Dieser Pass war eine geniale Idee für Menschen, die auf sonderbare Ideen stehen. Aber hey: Es gibt diese Menschen. Und diese Ideen.

50.

Irre! Plötzlich steht es 1:1. Jovic. Klar doch. Spielt mit der Brust einen Doppelpass und schließt dann flach ab. Wir freuen uns auf eine Verlängerung – RTL auf circa achtzehn weitere Werbeunterbrechungen. Wie auch immer: TOOOOOR! The Eagle has landed at Stamford Bridge!

53.

Das Tor in der Wiederholung.

55.

Liebe Frankfurter: Ja, das war der Ausgleic.

58.

Steffen Freund: »Sebastian Rode ist gelbverwarnt. Er muss jetzt aufpassen. Sonst könnte er Gelb-Rot sehen.« Experte, ein Ausbildungsberuf. 

60.

Frankfurt jetzt mit mehr Druck als eine gewöhnliche Busreisegruppe voller Äppelwoi-Enthusiasten, deren Bordtoilette kurz vor der Autobahnauffahrt ausgefallen ist. 

62.

Das Spiel jetzt dermaßen auf Messers Schneide, dass sich HansaPlast heute Nacht auf Jahre refinanzieren könnte.

64.

Das 11FREUNDE-Investigativressort (ein Flamingo und eine halbe Salami) war in der Frankfurter Kabine und hat herausgefunden, was die Betreuer ihren Spielern mit in die 2. Halbzeit gaben. 

66.

Filip Kostic dribbelt sich unermüdlich durch Chelseas Viererkette. Und irgendwo in Stellingen weint Christian Titz in seine Raute.

68.

Ganz ehrlich, Frankfurt spielt hier wie wir damals in der C-Jugend. Als wir gegen die überheblichen Junioren aus dem Reichenviertel antraten, mit ihren Original-Känguruhlederschuhen, den Haarbändern und ihrem Originalgebiss. Während unser Trainer uns vor dem Spiel in Leitkegel grätschen ließ. Wir waren chancenlos, eigentlich. Wir waren schlechter, eigentlich. Und irgendwie gewannen wir trotzdem 5:0. (Zwar erst am grünen Tisch. Aber das muss nun wirklich nicht jeder wissen).

70.

Rode wird verletzt in die Kabine gebracht. Frankfurt derzeit also nur zu elft.

71.

Ecke Chelsea. Aber Hasebe beginnt jetzt die Bälle lang rauszuschlagen. Und irgendwo in München zucken die Oberschenkel von Mats Hummels.

73.

Übrigens: Sollte Frankfurt nur ein einziges Tor schießen, würde Chelsea sofort zwei benötigen, um ins Finale einzuziehen. Liebe Auswärtstorregel, in den vergangenen 24 Stunden hatten wir unsere Differenzen, aber jetzt komm in meine Arme. Ich will dir was zu essen machen, dann schauen wir den Seifenoper-Film, den du unbedingt noch mit mir sehen wolltest und später fahre ich dich nach Hause und halte streng das Tempolimit ein, versprochen.

75.

Zugegeben, wenn Flip Kostic andribbelt, ist nicht zu verkennen, dass er ein Jahr mit Douglas Santos auf dem Trainingsplatz stand.

77.

Zappacosta so humorlos im Zweikampf gegen Kostic. Würde mich nicht wundern, wenn sich bei seiner Geburtsurkunde ein Fehler eingeschlichen hat, und der gute Mann eigentlich Zappenduster hieße.

79.

»Wie viel Herz zeigen schon wieder die Hessen?«, fragt Hagemann. Eine gewagte Frage, wenn man bedenkt, dass das »schon wieder« bis vor kurzem Volker Bouffier und Roland Koch implizierte.

81.

Die Frankfurter Fans singen: »Wir holen den U-U-EFA-Cup und werden Deutscher Meister!« Und ja, wir glauben ihnen alles heute. Dass sie den UEFA-Cup holen (gegen Spartak Moskau oder RSC Anderlecht). Dass sie Meister werden (trotz 20-Punkte-Rückstand). Dass sie vermutlich auch noch die Champions League, den Europapokal der Pokalsieger und den UI-Cup holen. Und dass sie Weltmeister werden. Alles heute Abend! Macht euch bereit für eine lange Nacht. Manni Binz hat sich als DJ angekündigt!

84.

Kameraschwenk auf die Tribünen. Enttäuschte Chelsea-Kunden. Sie kauften zuletzt PVC-Böden in Holz-Optik und acht Konservendosen Langeweile. Aber was soll das hier sein? Echter Fußball? Großer Kampf? Eintracht Frankfurt?

86.

Um die Chelsea-Fans herum explodiert aber die Stamford Bridge, Frankfurts Fans immer noch am Eskalieren. So laut war es zuletzt bei Manowar 1988. Und irgendwo in München sitzt Niko Kovac und schaut sich alte Meister-Megafeten auf dem Marienplatz an. Ob diesmal mehr als zehn Fans kommen werden?

89.

Trapp pariert einen Ball von Giroud. Im Hintergrund hechelt Hazard. Service-Post: Beide Spieler sind in etwa so viel wert wie Eintracht Frankfurts Kader von 1950 bis heute zusammen.

91.

Schwenk auf Abramowitsch. Der jetzt sofort diesen ganzen Wettbewerb kaufen könnte, um dieses Spiel zu annullieren. Aber er tut es nicht. Weil er wichtigere Dinge zu tun hat. Zum Beispiel: Darüber nachzudenken, wie es wäre, wenn er diesen ganzen Wettbewerb kaufen würde, um dieses Spiel zu annullieren.

90. +3

Jovic, Rebic, Kostic und Gacinovic – wieder großartig. Wir möchten ihnen noch in der regulären Spielzeit die vielleicht schönste Platte der jugoslawischen Popgeschichte überreichen:

90. +4

Chelseas Kovacic schaut neidisch auf die Frankfurtices. Wechselt vermutlich vor der Verlängerung noch seinen Arbeitgeber. Bewerbung an Eintracht hat er bereits abgeschicht. Natürlich über Indeed.

22:54 Uhr

Verlängerung. Und weiterhin besteht die Hoffnung, dass die Saison von Chelsea richtig schön mittelmäßig enden könnte: In der Liga nur Dritter, Aus im FA Cup im Achtelfinale, Final-Niederlage im League Cup. Kurzum: Gute Nachrichten für Menschen, die Fußball mögen.

22:56 Uhr

Wie findet eigentlich Jose Mourinho das Spiel so?

91.

Hagemann informiert zum Anstoß: »Es ist Frankfurts erste Verlängerung seit 1994.« Damals regierte Helmut Kohl zu Marushas »Somewhere Over The Rainbow«. Klingt ähnlich grotesk wie diese Europa-League-Saison von Eintracht Frankfurt. Kurzum: »Mega!« (Dieter-Bohlen-VoiceI)

93.

Ein Glück ist Steffen Freund mit am RTL-Mikro. Jetzt erklärt er, was »Extra Time« bedeutet. Und gleich erklärt er, was »Football« bedeutet.

96.

Bin eigentlich eher der Freund des schönen Spiels, aber mit Tackles von Gacinovic könnte man sogar den Boxkampf zwischen Fler und Bonez MC gewinnen.

98.

Eins ist klar: Das war bisher die beste Werbung für eine Verlängerung, die ich je auf meinem Laptop gesehen habe.

99.

Würde gerade sehr gerne Gary Lineker sehen. Ob er wohl von einer TV-Box aufs Spielfeld schreit: »Es sind die Deutschen!! Kein Elfmeterschießen! Es sind die Deutschen!!«?

100.

Mein liebes bisschen. Sebastian Haller mit so einer großen Chance, als hätte er sein Vermögen beim Roulette auf Schwarz und Rot gesetzt und würde gleich beide Einsätze zurückerhalten. Steht allein vor Kepa, doch trifft den Ball nicht richtig. David Luiz rettet. Oder wie man in Brasilien sagt: Rien ne va plus.

102.

Barclay mit der nächsten Gelegenheit. Aber gut, dass der kicken kann, sollte allen klar sein. Nach dem Mann wurde schließlich mal die Premier League benannt.

105.

Die erste Halbzeit der Verlängerung ist gleich vorbei. Und seien wir mal ehrlich, es ist längst kein Spiel mehr zweier Mannschaften. Es ist ein reines Eins-gegen-Eins. Trapp gegen Kepa. Welchem Torwart glitscht eine halbgare Flanke als erstes durch die Flutschfingerchen? Wir wissen es nicht, tippen aber jetzt vorsichtshalber nur noch mit den Fäusten weiter. lmc,klcxmn cxmmcxmxmxc,xc...

105.+1

Entgegen britischer Gepflogenheiten: Es wird einfach mal was ausgeführt. Ecke Frankfurt.

23:16 Uhr

Haller gegen Zappenduster. 1:1. Weiterhin.

23:18 Uhr

Seitenwechsel. Zeit, um eure verbissenen Fletscherzähne mal ein bisschen aufzulockern.

23:18 Uhr

Seitenwechsel. Zeit, um eure verbissenen Fletscherzähne mal ein bisschen aufzulockern.

106.

Anstoß. Spoiler: Das sind Frankfurts letzten 15 Minuten in einem Europa-League-Halbfinale.

107.

Schlechte Nachrichten: Steffen Freund hatte auf Elfmeterschießen getippt. Womit klar sein dürfte, dass sich sein Experten-Vertrag verlängert, wenn Jovic nicht noch was einfällt.

110.

Die Frankfurter komplett am Ende ihrer Kräfte. Trotzdem ist zu erahnen, dass sie mich auf 100 Metern auch dann noch überlaufen würden, wenn ich 90 Meter Vorsprung hätte. Und den HSV schlagen würden, wenn der mit drei Torhüter spielen dürfte. Ein großes Team!

113.

Jetzt aber noch mal eine große Chance für Chelsea. Trapp pariert einen Schuss, dann wirft sich Hinteregger in den Nachschuss wie einst Rambo in die Tanne. »Hör auf«, scheint er Higuain zu sagen. »Oder du hast einen Krieg, den du nie begreifen wirst!«

118.

Was ist das? Trapp fängt eine Flanke, lässt den Ball aber fast wieder fallen, Azpilicueta köpft ihn aus der Hand ins Tor. »Das müssen wir uns noch mal anschauen«, findet auch Hagemann. Puh. Sagen wir so: Es gab schon Szenen, die weniger strittig waren. Zum Beispiel das Wembley-Tor.

120.

Zwei Minuten Nachspielzeit. Zwei Minuten, die sich so lang anfühlen können wie die komplette Star-Wars-Saga.

120. +2

Ok, das Spiel ist aus. Vorerst. Gleich geht's weiter. »Mehr Drama ist nicht möglich«, sind sich die RTL-Kommentatoren einig. Nun, fragt mal bei Ole Gunnar Solksjaer und Ottmar Hitzfeld nach.

23:36 Uhr

Klar, jetzt müssen beide Trainer nach möglichen Schützen suchen. Bei Frankfurt dürfte Hinteregger gesetzt sein - hat heute noch kein 1-gegen-1 verloren.

23:37 Uhr

Und natürlich die Frage: Wechselt Sarri Sekunden vor dem ersten Elfmeter noch Kepa aus?

23:38 Uhr

Aber mal ehrlich: Es ist nicht alles einfach in dieser Zeit. Die Mieten in Berlin werden immer teurer. Meine Matratze und mein Fernseher haben fast zeitgleich den Geist aufgegeben (Zusammenhänge nicht ausgeschlossen) und ich habe noch keinen Ersatz. BMW gehört uns einfachen Menschen noch immer nicht. Und dann kommt diese Europapokal-Woche daher. Und entschädigt uns für fast alles, was wir in dieser so Welt ertragen müssen.

Elfmeter Frankfurt

Elfmeterschießen. Das Russisch Roulette des kleinen Mannes. Haller lässig zum 1:0.

Elfmeter Chelsea

Trapp wie einst Dudek. Ist fast dran. 1:1. Aber was soll's, kommen ja noch vier.

Elfmeter Frankfurt

Mit dem Selbstbewusstsein von siebzig ausgewachsenen Nashörnern: Luka Jovic. Der Mann trifft momentan auch das Tor, wenn er drei Kilometer entfernt steht. Unten links, Kepa war noch dran, aber drin. 2:1.

Elfmeter Chelsea

Aziplicueta - dürfte eigentlich nicht mehr auf dem Platz stehen - trifft nicht! Nur fair.

Elfmeter Frankfurt

Vorteil Frankfurt. Fast so geil wie Advantage Jimmy Connors. Auch Guzman trifft. Souverän. 3:1.

Elfmeter Chelsea

Die schlechte Nachricht: 3:2. Die gute Nachricht: Noch führt Frankfurt.

Elfmeter Frankfurt

Hinteregger. Mit zerrissenem Trikot. Einer der Besten heute. Verdammt! Schuss in die Mitte, der Ball bleibt zwischen den Beinen von Kepa klemmen.

Elfmeter Chelsea

3:3 - David Luiz wie Nordkorea: Zündet die nächste Mittelstreckenrakete.

Elfmeter Frankfurt

Der letzte Frankfurter. Vorerst. Paciencia. Spät eingewechselt. Tippelschritte. Und... Kepa hält. Bitter.

Elfmeter Chelsea

3:4. Es ist Aus. Keine Pointe, leider.

23:55 Uhr

Chelsea zieht ins Finale ein. Unverdient, so was von!!!!1!!EINS! Was bekommen wir jetzt? Abramowitsch in Baku, Chelsea-Kunden in Baku, Arsenals Opern-Fans in Baku. Ein Finale wie aus einem Coffee-Table-Katalog für Wohneinrichtungen, die man nicht kaufen kann. Ich trete heute noch der Eintracht bei und werde mich in die 11FREUNDE-Außenstelle nach Hessen versetzen lassen. Ach, die gibt es gar nicht? Egal. Dann höre ich heute Nacht die besten Badesalz-Sketche und schaue mir das UEFA-Cup-Finale von 1980 in voller Länge an. Ach so, Hanns Joachim Friedrichs, Ihren Satz »Ein Journalist darf sich nicht mit einer Sache gemein machen« dürfen Sie wiederhaben. EINTRACHT! FRANKFURT! Bis bald!