Bayern München

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Werder Bremen

Liveticker Bayern-Bremen

Entschuldigung?

Bayern schlägt Werder. Doch am Ende war dieses Spiel vor allem eines: Werbung für jede andere Sportart außer Fußball. Liefert das Protokoll des Grauens: der Liveticker.

15.15 Uhr

Grüß Gott. Der Liveticker hier. Außenstelle Berlin-Friedrichshain. Was zu erwähnen ist, damit Sie wissen, diesen Ticker bitte unbedingt als Kritik am Online-Journalismus zu verstehen. Warum, wird uns schon noch einfallen. Derweil steht es bei Bayern-Bremen noch 0:0. Man beweise uns das Gegenteil!

15.17 Uhr

Kommen wir mal zu den Aufstellungen (ohne Gewähr; dafür größtenteils vom »Kicker« abgeschrieben): Ulreich - Kimmich , Süle , J. Boateng , Breitner - Javi Martinez , Thiago - Gnabry , T. Müller , Coman - Lewandowski

15.18 Uhr

Viel interessanter jedoch. Auf der Bank und Ersatztorhüter der Bayern: R.-T. Hoffmann. Was nach einem bedeutenden Dichter der deutschen Romantik klingt. Wichtigste Werke: Ecken-Novelle, Die Angst des Ersatztorhüters vor dem Erbe Oliver Kahns, Im Schatten des Reklamierarms. Aber es ist doch nur ein Ron-Thorben Hoffmann, geboren in Rostock. Und optisch eine Mischung aus Bernd Leno und Bastian Schweinsteiger. Was sicherlich etwas Gutes ist. Ich weiß nur noch nicht, für wen.

15.19 Uhr

Und hier die Aufstellung von Werder (ohne Gewähr): Kruse - Kruse, Kruse, Kruse, Kruse - Kruse, Kruse, Kruse, Kruse - Kruse, Kruse

15.21 Uhr

Geil, Patrick Wasserzieher im Interview mit Thomas Eichin. Der das Battle um das weiter geöffnete Hemd um zwei Knöpfe gewinnt. Und auch die besseren Fragen stellt, zum Beispiel: »Bitte?« Wasserzieher bleibt ungerührt, zieht knallhart durch. Wann stellt er die alle entscheidende Frage: »Herr Eichin, sitzt Florian Kohfeldt auch gegen die Bayern noch auf der Bank?«

15.24 Uhr

Schönster Sonnenschein übrigens in München. Und irgendwo im weiten Rund sitzt ein zufriedener Ulrich H. und säuselt sanft: Bitteschön.

1.

Anstoss Werder. Stand jetzt.

3.

Solider Beginn. Das Spiel hat bisher alles, was es braucht: 22 Mann, 1 Ball, 4 Schiedsrichter, 2 Trainer, und jede Menge Gedöns drumrum. Next Level wäre jetzt natürlich, wenn der Ball mal für mehr als zwei Pässe in den Reihen eines Teams bliebe. Aber die Hoffnung ist noch jung, sie darf noch wachsen. Einzig Claudio Pizarro auf der Werder-Bank wird langsam ungeduldig. Verständlich. Er hat ja nicht mehr so viel Zeit.

5.

Werder hier mutig, wie man so schön sagt, wenn man sich noch freut, dass die unterlegene Mannschaft, die dann bald schon mit 0:3 hinten liegt, die Wahrheit nicht akzeptieren kann oder übermütig ist und also einfach nach vorn macht. Kurzum: Schöne Chance durch Eggestein. Wird allerdings im letzten Moment noch von Boateng geblockt. Mehr dazu dann in der kommende Ausgabe von »BOA«.

8.

Die gute Nachricht: Die Rotzbremse von Kimmich ist zurück. Die schlechte Nachricht: Sie hat zwei Geschwister bekommen, die sich aus Platzmangel an den Wangen einquartiert haben.

10.

Eckball für Werder. Gefolgt von Einwurf Werder. 50 Meter weiter hinten. Womit das Niveau dieser Partie für den Moment ganz gut beschrieben wäre.

13.

Nico Kovac am Seitenrand schaut nervös. Liest mit uns und allen auf der Werbebande: »Der FC Bayern vertraut auf Goodyear.«

15.

Werder weiter sehr offensiv und weiter sehr harmlos. Wie ein Poker-Spieler, der blufft und blufft und blufft, ehe einer sagt: »Hat jemand Karten mitgebracht?«

17.

Thiago. Schnibbelt, chippt, schlenzt einen Freistoß. Und es sieht natürlich wunderschön aus, wie er das so macht. Blöd nur: der Ball landet im Aus. Ohne dass auch nur irgendwer dran gewesen wäre. Und da ist sie wieder: die Thiago-Wut. Auf diesen Mann, der alles kann, der vor Talent aus jeder Pore tropft und der doch immer nur anzudeuten scheint, was in ihm steckt. Was unter uns gesagt, eine ziemliche Frechheit ist. Denn wenn ich mir nicht verdammt viel Mühe geben würde, dann wäre dieser Tick hier nicht so verdammt witzig. Keine Pointe.

18.

Boateng auf Ulreich, der nicht Neuer ist, sondern überfordert. Aber irgendwas ist man ja immer.

21.

Dinge, die spannender sind als dieses Spiel: Diskussionen darüber, was ein Thread ist. Die Gedanken von Hartschimmelkäse an einem Dienstagabend. Überleitungen von Claus Kleber. Claus Kleber.

24.

Gnabry setzt die Vorgaben von Kohfeldt gut um. Klärt in höchster Not.

25.

Ok. Gelogen. Pavlenka hat abgewehrt. Schwach von Gnabry.

27.

Würde ja wirklich gern was prickelndes schreiben. Aber dann hätten wir prompt wieder eine Diskussion über Online-Journalismus. Und wer will das denn?

29.

Kruse steckt wunderschön durch auf Rashica, der Sky-Kommentator überschlägt sich: »Ulreich raus!« So weit würde ich allerdings nicht gehen. So schlecht macht er seine Sache nun auch wieder nicht.

30.

Idee aus aktuellem Anlass: Bundesliga-Spiele müssen ab sofort immer entweder mit Eintracht Frankfurt oder Ajax Amsterdam stattfinden. Meister wird am Ende wie bisher Bayern. Auch schon egal dann.

33.

Ein Spiel würde dem Spiel guttun.

35.

Irgendwas mit Drake.

38.

Das Spiel, wie es wirklich ist: Pavlenka auf Gebre Selassie - Boateng. Einwurf Bayern. Ballverlust Bayern. Möhwald. Kimmich. Grätsche zurück. Coman. Coman. Coman. Coman. Pavlenka. Ecke. Bäh.

40.

Aha! Wir haben einen Gewinner. Davy Klaassen siegt über Serge Gnabry. Per Shihō nage - Schulterwurf. Toll. Bzw.: Ich habe Schachspiele gesehen, bei denen mehr Torgefahr herrschte als hier.

43.

Achtung. Der folgende Tick wird präsentiert von meinem Po. Für den dieses Spiel offenbar gedacht ist: ghbgbmxjmhnbnb hn

45.

Beste Aktion der ersten 45 Minuten jetzt: Halbzeit.

16.29 Uhr

Wir schalten ins Studio, zur 11FREUNDE-Halbzeitanalyse: 

46.

Schiedsrichter Tobias Welz pfeift die zweite Halbzeit an. Wenn das mal keine Fehlentscheidung ist.

47.

Wenn es schlecht läuft, wird dieses Spiel bald schon von Til Schweiger verfilmt. Titel: Keintorhasen.

49.

Immerhin. Es gibt da dieses Lied von »The National«, dieser unbedingt wunderbaren Band. Und da heißt es: »la, di, da, di, da, di, da, da«. Musste ich grad dran denken. Weiß auch nicht, warum.

51.

Noch eine Idee: Bei Spielen wie diesen sollten die Zuschauer im Stadion und im Fernsehen per Mehrheitsentscheid die Möglichkeit haben, die Partie aus Langeweile zu unterbrechen. Und dann müssten die Verbrecher dort unten, also die Spieler, etwas darbieten. Ein Boxkampf zwischen Kingsley Coman und Robert Lewandowski. Ein Duett von Joshua Kimmich mit seinem Schnäuzer. Irgendwas halt, was keine Frechheit ist.

54.

Aha! Man muss nur meckern! Pavlenka glänzt gegen Gnabry, der jetzt mit zwei Abschlüssen in drei Minuten zu beeindrucken versucht. Wie so ein richtiger Karl-Theodor zu Guttenberg. Süss!

56.

Jetzt entschieden mehr Zug im Spiel. Noch ein bisschen, und das Spiel erreicht in 20 Minuten den Hauptbahnhof. Vom Flughafen aus.

57.

Immer gut, ob beim Metzger oder im Stadion: ein richtiges Pfund! Dieses kommt von Robert Lewandowski. Ist dann aber doch nur halb und halb gemischt. Weiter 0:0.

59.

Werder geht in Führung. In Platzverweisen. Milos Veljkovic erwischt Niklas Süle mit dem Ellenbogen am Hals. Gelb-rote Karte für Veljkovic. Der enttäuscht schaut. Wollte ihn vermutlich im Gesicht treffen. Bitter.

62.

Kohfeldt reagiert, bringt Langkamp für Möhwald. Weniger sexy klang ein Wechsel zuletzt in der Sparkasse Cottbus-Nord, als Filialleiter Klaus H. seinem Bezirksleiter durchgab: »Wir haben jetzt im Kopier-Raum von 90g- auf 80g-Papier umgestellt.«

65.

Weiterhin der Einzige, der hier Wirbelt macht: Serge Gnabry. Hier ein Haken, da ein Antritt, dort ein trockener Abschluss. Und alles mit dieser Attitüde in Richtung seines Ex-Vereins, die sagen will: Und nichts davon habe ich bei Euch gelernt. Und dann wird es halt doch nix mit dem Tor, und die Mitspieler von einst schauen ihn an: Sicher?

67.

Für alle, die sich erst in den vergangenen zwei, drei Jahren dem Fußball zugewandt haben: David Alaba war mal ein wirklich aufregender Linksverteidiger.

70.

Coman mit dem umgedrehten Robben, oder dem richtigen Otto Schily, je nachdem, kommt jedenfalls von links außen nach rechts innen und sucht das Glück. Aber weiter: Bayern-Pavlenka 0-0.

72.

EILMELDUNG: Borussia Dortmund prüft Fan-Freundschaft mit Werder Bremen.

74.

Ok. Letzte Idee für heute: die 5-Prozent-Hürde für Fußballspiele. Details noch unklar. Hauptsache dieses Spiel kommt nie wieder.

75.

Tja. Und dann passiert es eben doch. Süle mit einem harmlosen Gewaltroller, abgefälscht vom grätschenden Klaassen, und Pavlenka ist geschlagen. Wenn das hier das schöne Leben wäre, und also eine Partie Fußball Manager, dann würde ich jetzt an der Stelle von Werders Schlussmann neu laden, weil: so nicht, Freunde.

78.

Hier könnte ihre Werbung stehen.

81.

Bayern will jetzt Ball und Gegner laufen lassen. Sucht den Gegner. Frohe Ostern.

84.

Ja ja ja ja ja. Meck Meck Meck. Dabei hat das Spiel doch auch sein Gutes: in sechs Minuten ist es vorbei.

87.

Ist natürlich totaler Quatsch. Das Spiel bietet noch etwas Gutes: einen triftigen Grund zum Saufen.

88.

Tickere jetzt einfach im Minutentakt, was ich noch fühle nach 88 Minuten Bayern-Werder. Los geht's: -

89.

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90.

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90. +1

H A S S

90. +2

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90. +3

Ja. Klar. Ihr mich doch auch.

17.23 Uhr

Aus. Bayern München gewinnt mit 1:0 gegen Werder Bremen. Allen, die diesen Ticker bis hierhin gelesen haben: Tut mir leid. Allen, die dieses Spiel bis zum Ende geschaut haben: Mein Beileid. Allen anderen: Macht was draus.