Liveticker
Manchester City – FC Chelsea 1:0

13:15 Uhr

Hello folks. City gegen Chelsea. Pep gegen Thommy. Heute wird mit harten Ban­dagen gekämpft. Die Was­ser­pis­tolen sind mit Wurst­wasser gefüllt, die Was­ser­bomben mit Billig-Cha­teau. Hier gönnt keiner irgendwem etwas. Nicht mal Scheich Man­sour dem Abra­mo­witsch seine Ölre­serven. Wir freuen uns jeden­falls. Aber nicht so sehr wie auf Guinea-Bissau gegen Ägypten heute Abend.

13:20 Uhr

Aber jetzt geht es erst einmal um die Neu­auf­lage des tra­di­ti­ons­rei­chen Klas­si­kers. Geschichts­träch­tige Duelle, große Kämpfe, große Nächte. Bingo: In 30 Minuten emp­fängt Osna­brück an der Bremer Brücke den FC Saar­brü­cken. Hehe. Okay gut, jetzt mal ernst­haft: Es spielt City, Erster, gegen Chelsea, Zweiter. 10 Minuten noch. Oder wie man beim Afrika-Cup sagt: Abpfiff.

13:24 Uhr

Um die Chose hier mit unseren Voll­korn­fe­ti­schisten Guar­diola und Tuchel un- und durch­fall­frei über die Bühne zu bringen, hat Kol­lege Richter sich sein Mehr­weg­glas mit den in Salz­laken fer­men­tierten Mai­rüb­chen mit­ge­bracht, ich bin bei der dritten Kar­damom-Kapsel. Scheiße, knallen die Dinger! Woooooooooooo­hoooo!

13:28 Uhr

Mich bestärkt das nur in der Ver­mu­tung, dass es sich hierbei um ne Gar­ten­fete han­delt. City jeden­falls kommt mit elf Mann, ein paar Würst­chen sind auch dabei: Ederson-Walker-Stones-Laporte-Can­celo-de Bruyne-Rodrigo-Silva-Ster­ling-Grea­lish-Foden.

13:29 Uhr

Chelsea ebenso her­kömm­lich bekömm­lich zu elft: Kepa-Rüdiger-Silva-Sarr-Azpi­li­cueta-Kanté-Kovacic-Alonso-Ziyech-Pulisic-Lukaku.

1.

Hallo, Louis Richter mein Name, Anhänger des Ber­liner Sport-Club Hertha. Bin ich hier richtig beim Ken­nen­lern­se­minar zum Thema Hoch­ge­schwin­dig­keits­fuß­ball samt ziel­ge­rich­tetem Pass­spiel“? Ich bräuchte da drin­gend Nach­hilfe. Also: Spiel läuft!

3.

Timo Werner bei Chelsea zunächst nur auf der Bank. Die Blues somit quasi schon in Füh­rung. Kai Havertz auch am Bank­wärmen, Ilkay Gün­dogan sitzt auch nur draußen. Wir fragen: Wie schlimm ist diese Krise für den deut­schen Fuß­ball?

4.

City natür­lich in Sky­blue, Chelsea dagegen in Dun­kel­blau. Letz­teres auch der Zustand der anwe­senden 11FREUNDE-Tickerer vor rund 10 Stunden.

6.

Dass Kevin de Bruyne einst für Werder Bremen und den VfL Wolfs­burg gespielt hat, darf von uns aus übri­gens gerne wei­terhin als eine der größten Kurio­si­täten der letzten 50 Bun­des­liga-Jahre ein­ge­ordnet werden.

8.

Kommt bisher noch nicht so richtig in Gang, das Spiel. Chel­seas Schluss­mann Kepa eben mit einer kleinen Unsi­cher­heit, aber das gehört ja eh zum Stan­dard­pro­gramm. Sonst wirkt das hier bis­lang eher so, als ob wir diesem Racker beim Dadeln zuschauen würden.

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11.

Jetzt mal Chelsea: Romelo Lukaku mit etwas Raum, pol­tert auf Citys 16er dazu. Bedient dann Hakim Ziyech aller­dings zu spät, der steht in aus­sichts­rei­cher Posi­tion vor dem Tor, aller­dings auch im Abseits. Der bel­gi­sche Stürmer nach dem SkAnDaL-Inter­view bei Sky Italia also mit der nächsten Sabo­tage am eigenen Arbeit­geber.

13.

Marcos ver­mut­lich auch der welt­weit ein­zige schnelle Alonso, der noch keinen Grand-Prix in der Formel1 gewonnen hat. Schwach.

15.

John Stones jetzt mal mit dem ersten Abschluss des Spiels. Tankt sich nach einer Ecke hoch und köpft aufs Tor. Leichtes zweites Früh­stück für Kepa. Chelsea im Gegenzug mit Ziyech, der Lukaku den Ball eigent­lich nur in den Lauf spielen muss. Ent­scheidet sich aber lieber für den viel zu harten Voll­spann­pass, Chance ver­pufft. Draußen kaut Tuchel vor Wut auf Salz­streuern rum.

19.

Man spürt das Knis­tern in der Luft“, raunt Experte Mladen Petric gerade Schmidt-Som­mer­feld lüs­tern zu. Und zu Hause sitzt Buschi mit Ben&Jerrys-Giganten-Eistonne und flennt vor Eifer­sucht in sein Kissen.

22.

Tuchel gerade mit Tob­suchts­an­fall nach einem schlechten Pass von Ziyech. Wenn das Shawn Parker gewesen wäre, hätte er ihn an Ort und Stelle beer­digt. Pardon: Kom­pos­tiert natür­lich.

27.

City drückt Chelsea jetzt tief hinten rein. Ein­ziger, der den Laden für die Lon­doner noch dicht hält, ist Toni Rüdiger. Da komme ich ehr­li­cher­weise immer noch nicht so recht drauf klar, dass der es plötz­lich zum Super­star gemacht hat. Hatte den immer irgendwo zwi­schen Doppel-Apfel-Kopf auf der Son­nen­allee und Kurz-vor-Faust­kampf in Cann­statt abge­spei­chert – und jetzt spielt der hier seit zwei Jahren den Ball seines Lebens.

31.

Pulisic jetzt am Ball. In der Bun­des­liga wurde der immer Pul­li­sitsch genannt bis er irgend­wann mal auf­ge­klärt hat, es werde Pju­li­sick aus­ge­spro­chen. In Dort­mund haben wir den ein­fach immer Pulle“ genannt. Zack, Pro­blem gelöst. Man ey, der Pott ist so geil simpel.

32.

Bes­serer Rasen, grö­ßeres Sta­dion, mehr voll­ge­tankte Briten auf den Rängen: Das war’s aber auch schon in Sachen Unter­schiede zwi­schen diesen ersten 30 Minuten und dem spek­ta­ku­lären 1:0‑Fußball beim dies­jäh­rigen Afrika-Cup.

36.

Carabao-Cup, Papa Johns Trophy, League Cup, Fan­tasie Pokal und Sponsor-X-Tro­phäe. Ich gestehe: Bei all den eng­li­schen Pokal­wett­be­werben habe ich bis zum Anpfiff dieses Spiels ver­gessen, dass es die Pre­mier League über­haupt noch gibt.

38.

City macht und tut, stellt sich dabei aber an wie wir damals im Mathe-Grund­kurs in der Ober­stufe: Findet ein­fach keine Lösungen.

40.

Jetzt aber mal: Kovacic ver­tän­delt den Ball vor dem Sech­zehner, Grea­lish geht dazwi­schen, hat nur noch Kepa vor sich und schießt den dann an. Also: Kein Tor. Es bleibt beim völlig ver­dienten 0:0.

41.

Experte Petric erzählt, dass er seine Schien­bein­schoner gerne klein und leicht mochte, sonst hätten die genervt. Ach, Mladen, bitte renn doch da mal runter auf den Rasen, schädel einen ein und schieß einen Lie­bes­pfeil in mein gebeu­teltes Fuß­ball­herz.

44.

Nächster Abschluss, diesmal von de Bruyne. Geht weit drüber. Sah diesmal tat­säch­lich aus wie ein ehe­ma­liger Bremer oder Wolfs­burger.

45.

City am Spielen, Chelsea am Mauern. Nicht schön, aber kann durchaus den gewünschten Erfolg bringen. Wissen sie auch bei Hertha BSC. Oder dem FC Augs­burg. Oder Arminia Bie­le­feld.

14:18 Uhr

Also, Halb­zeit, 0:0. Die Spieler unten auf dem Rasen bis­lang mit einer künst­le­risch wert­vollen Imi­ta­tion der Zuschauer im Etihad, so wenig ist da los. Macht jetzt einen Tee samt Meatpie ding­fest: der Ticker. Bis gleich.

14:25 Uhr

Welche Reak­tion ein Spieler zu erwarten hat, wenn er jetzt mit einer per­sön­li­chen Ange­le­gen­heit zu Guar­diola oder Tuchel kommt:

46.

Beide Teams bis­lang wie Boris Johnson in der Dow­ning Street: Mit wenig guten Ideen aufm Rasen. Lassen sich aber alle­samt nicht unter­kriegen. Halb­zeit Zwei: Loose goes!

51.

Und Chelsea hat sich was vor­ge­nommen, stellt das Spiel bei­nahe auf den Kopf. Lukaku erst mit hun­dert Pro­zen­tiger, die Ederson wie ein acht­ar­miger her­aus­kratzt. Alonso kurz darauf mit dem Fern­schuss. Es scheint, als hätte Tuchel seinen Spie­lern in der Halb­zeit was mit auf den Weg gegeben. Sein Plan geht bei den Spie­lern nun in Fleisch und Blut über. Sorry, kor­ri­giere: In Seitan und Blut.

55.

Erstaun­lich übri­gens, dass Guar­diola seinen Abwehr­chef Ruben Dias auf die Bank gesetzt hat. Kennt man ja von ihm, diese selt­samen Per­so­nal­ent­schei­dungen. Im Cham­pions-League-Finale hatte er, warum auch immer, ohne Rodri und Fer­nandinho gespielt. Heute ent­gegen aller Erwar­tungen nicht mit der Küchen­hilfe im Tor, dem Sta­dion-Tour-Guide auf Rechts­außen und dem Social-Media-Prak­ti­kanten auf dem Pinn.

58.

City nun wieder am Kommen. Jetzt ham wir ein Spiel, wo zwei mit­spielen“, sagt Kom­men­tator Schmidt-Som­mer­feld. Er meint Sechs­zehner-Kloppen? Wusste doch, dass er im Herzen ein Bolz­platz-Atze ist.

62.

Aber jetzt mal im Ernst, was ist das für ein öder Kick? Die Pre­mier League hatte für mich auch immer etwas Mys­te­riöses. Weil ich trotz jahr­zehn­te­langem Bet­teln keinen Sky-Account bekam und die High­lights höchs­tens mal zu unsäg­li­chen Bett­zeiten auf DSF liefen, kannte ich die ganzen tollen Kicker von Man­U­nited oder Arsenal in meiner Welt eigent­lich nur als Fifa-Ava­tare. Jetzt bin ich erwachsen, habe end­lich meinen lang ersehnten Zugang zu Sky und darf mir einen Chris­tian Pulisic angu­cken, dem die Nerven gegen einen Typen ver­sagen, der sich einen Smiley aus nem Scherz­ar­ti­kel­laden hin­ters Ohr geklebt hat. Das habe ich also all die Jahre ver­passt?

63.

Na also! De Bruyne zieht einen Frei­stoß aufs Tor, Kepa wischt ihn relativ mühelos weg. Nicht spek­ta­kulär, aber wir nehmen hier was wir kriegen können.

65.

Jetzt mal Alonso, der auf links giftig anschiebt. Macht’s dann aber doch wie Volker Bruch: Driftet kom­plett ab, irrt irgendwo am Rand herum und am Ende kommt nur Quatsch dabei heraus.

68.

Ziyech übri­gens nicht für Marokko beim Afrika-Cup dabei. Offi­ziell, weil er und der Trainer sich nicht grün sind. Sieht man dessen Gekicke heute, recht­fer­tigt auch das schon eine Nicht-Nomi­nie­rung.

69.

Nächste Chance für City, diesmal sogar eine ganz gute: Ster­ling drib­belt sich in den Straf­raum und zieht aus halb­rechts ab. Der Ball rauscht aber flach am langen Pfosten vorbei. Direkt danach kommt Timo Werner bei Chelsea ins Spiel. Glück­wunsch zur Meis­ter­schaft, Pep!

70.

Jetzt aber: TOOOOOR! Prinz Harr… äh Kevin de Bruyne macht’s. Zieht aus dem linken Halb­feld ins Zen­trum, guckt sich die Ecke aus und strei­chelt die Kugel dann ins lange Eck. Kepa in der Szene wie Novak Djo­kovic: Fliegt ver­geb­lich.

74.

Ein tolles Tor des Magiers vom Mit­tel­land­kanal. End­lich hält das Spiel für einen kurzen Moment, was es ver­spricht. Danach flankt Chelsea zweimal erfolglos auf Lukaku und Werner und schon sind wir wieder auf dem Boden der Tat­sa­chen.

76.

Mir geht das hier in den letzten Minuten alles zu schnell. Ein Glück wird sich im Anschluss zum Run­ter­kommen Wolfs­burg-Hertha in der Ein­zel­op­tion rein­ge­knat­tert.

80.

Weil wir es eben mit den Fans hatten, ne… Sta­dion natür­lich beden­kenlos aus­ver­kauft. Aber ver­wun­dert’s? Wir sind nunmal in Eng­land und hier gibt’s nur dieses Omi­kron:
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82.

Und jetzt Chelsea über links mit dem 23-jäh­rigen Wenn Sie wüssten, was wir schon alles sicher haben“. Schon in jungen Jahren war der kleine Wenn Sie wüssten“ ein ganz flinker Bur­sche. Es sei immer sein Traum gewesen, irgend­wann mal für den großen FC Bayern zu spielen, sagte Sicher haben“ einst. Nun ja, Brazzos Ver­hand­lungs­ge­schick sei Dank, muss Callum Hudson-Odoi nun Tuchel ertragen.

86.

Foden mit der riiiieeesen Chance, alles klar­zu­ma­chen. Kann von der Straf­raum­kante frei abschließen. Und knallt ihn drüber. Ich sag’s immer wieder: Zahlen lügen nicht. Und die Rücken­nummer 47 ist nunmal was für semi-talen­tierte Jugend­spieler, die sich gefäl­ligst an Zweit­li­gisten aus­zu­leihen haben, um da Spiel­praxis zu sam­meln.

87.

Im Anschluss geht de Bruyne. Also de Blasse.

90.

Und dann? Und dann? Und dann?

Abseits Werner. Keine Pointe.

90. + 2

Bei Chelsea gerade Ross Barkley im Hin­ter­grund auf der Bank zu sehen. Der sieht aus wie ein Typ, den du in Magaluf beim Kreuz­pissen ken­nen­lernst, der sich vier Pit­cher später aber nicht mehr dran erin­nern will und dir bei Freed from Desire“ ein Stuhl­bein über den Schädel zieht. Also, hab ich so gehört.

90. + 3

Ich habe Zeit für solche Quatsch-Beob­ach­tungen, weil hier rein gar nichts mehr pas­siert. City gewinnt mit 1:0, Chelsea ent­täuscht auf ganzer Linie und steht nun 13 Punkte hinter Peps Mann­schaft. Ker, war das ein Krampf. Und sowas nennt sich Beste-Liga-der-Welt? Wie auch immer: Kol­lege Richter nör­gelt schon, er hat die ganzen Taschen voller Salz­streuer, Anti­pas­ti­tel­ler­chen und Ser­vi­et­ten­klam­mern, um das Spiel jetzt in der Redak­tion bei Sel­le­rie­saft und Reis­waf­feln noch einmal nach­zu­spielen und Revue pas­sieren zu lassen.

15:30 Uhr

Aber irgendwie ist es auch traurig: Man­chester emp­fängt London. Zau­ber­stunden mit Eric Can­tona und Dennis Berg­kamp, Thierry Henry und Ruud van Nistel­rooy, der Fight­club zwi­schen Roy Keane und Patrick Vier, Arsène Wenger gegen Sir Alex. It was mental! Heute heißt das, City gegen Chelsea, Timo Werner und Ilkay Gün­dogan stehen da unten kuschelnd auf dem Rasen, Guar­diola und Tuchel sab­beln gepuffte Hirse und in der Loge emp­fängt Scheich Man­sour-bin-Sonstwat den Schlot­baron Abra­mo­witsch. Naja, dit is dann wohl dieser Fuß­ball, von dem alle reden. Wie auch immer: Wir ham‘ 15.30! Bis denne.