Liveticker
England – Schottland 0:0
EM

20:34

Liebe Fans! The Battle of Bri­tain! Eng­land gegen Schott­land! Ich bin gewillt, den ganzen Abend nur auf das Blatt Papier mit dieser Paa­rung zu starren, so tröst­lich ist alles, was sie aus­löst. ENG­LAND GEGEN SCHOTT­LAND! Das riecht nach frisch gepflügtem Straf­raum, Wäsche­körben voll von halb­ver­schim­melten Trai­nings­leib­chen und nach »Dop­pel­dusch«.

ENG­LAND GEGEN SCHOTT­LAND! Allein dass die Länder immer noch so heißen – und nicht RB Eng­land und RB Schott­land –, macht mich irre froh. Das ist Tra­di­tion, liebe Fans, das ist Geschichts­be­wusst­sein. Das zeigt, dass beide Seiten kein gebro­chenes Nasen­bein, keine Joch­bein­fraktur, keine Hoden­quet­schung all der Jahr­hun­derte ver­gessen haben und je ver­gessen werden.

Und wie immer soll ein Hadri­ans­wall im Halb­feld die Über­fälle der Schotten ver­hin­dern, wie immer werden Wil­liam Wal­lace, Colin Hendry und Berti Vogts Seite an Seite für die Frei­heit und den häss­li­chen Fuß­ball kämpfen. Ich stimme natür­lich Gary Lineker zu, der sagt: »Man sollte nicht zu oft FAN­TAS­TISCH sagen, und auch das Wort OFFEN­SICHT­LICH ist gefähr­lich.«

Aber ENG­LAND GEGEN SCHOTT­LAND – das ist OFFEN­SICHT­LICH FAN­TAS­TISCH.

20:36

Das Prak­ti­sche ist: Die ästhe­ti­schen Erwar­tungen an dieses Spiel sind seit je her so gering, dass man gar nicht ent­täuscht werden KANN. Das erste Auf­ein­an­der­treffen am 30. November 1872, das zugleich das erste Län­der­spiel über­haupt war, endete torlos. Gleich­wohl schrieb ein Reporter des Maga­zins »The Field« in seinem Bericht: »The result was received with rap­turous applause.« Den möchte ich jetzt schon spenden, allein für die pure Exis­tenz dieser beiden. ENG­LAND gegen SCHOTT­LAND, liebe Fans! Ich habe mir gerade vor lauter Vor­freude das Nasen­bein gebro­chen.

20:40

Apropos Brüche: Arthur Kinn­aird – oder 11th Lord Kinn­aird, wie er später hieß –, der erste große Star des noch jungen Fuß­balls, war vor allem berühmt für seine Grät­schen. Grät­schen, liebe Fans, von denen es frei­lich keine Bilder gibt, über die aber durch die Zeiten den­noch ein Raunen zu uns dringt, in dem selbst die Todes­ver­ach­tungs­grät­sche von Mats Hum­mels gegen Kilian Mbappé zur Tol­lerei eines ver­spielten Dackels ver­küm­mert. »Ich habe Angst«, sagte Kinn­airds Frau einmal, »dass er eines Tages mit einem gebro­chenen Bein nach Hause kommst.« Dar­aufhin ver­si­cherte ihr ein Freund ihres Mannes: »Keine Sorge, Madam. Sollte es so kommen, wird es nicht sein Bein sein.« Das Bein des Geg­ners als Sie­ges­tro­phäe: Einer­seits natür­lich gut, dass das ein biss­chen aus der Mode geraten ist, ande­rer­seits… naja: wenn das Spiel schon mal so spät ange­pfiffen wird und die Kinder im Bett sind… Aber lassen wir uns über­ra­schen!

20:41

Und Stich­wort »Dop­pel­dusch«: Die Reklame prangte ja in den frühen Acht­zi­gern auf den Tri­kots des 1. FC Köln. Und ich dachte damals: Schwitzen Fuß­baller wirk­lich so sehr, dass sie dop­pelt duschen müssen? Die Armen! Aber ich dachte ja auch, Pierre Litt­barski hieße »Pierrelit Barski«, und sollte mich lieber nicht äußern.
A6 DCD0 F8 8 F39 4 E53 83 D5 64 D7 D633 F87 E

20:43

Bei den Eng­län­dern gehen indes schon die Wech­sel­ge­sänge los. »Hey Jude«, twit­tert Liam Gal­lagher. »Hey Liam«, twit­tert Jude Bel­lingham. Rap­turous! Wäre das auch in Deutsch­land denkbar? Stefan Remmler: »Peter! Peter, oh, Peter! Lass mich rein, lass mich raus!« Neururer: »Ich werfe elf Tri­kots hoch. Wer eins fängt, darf spielen.« Keine wei­teren Fragen.

20:45

Womit wir end­lich beim Thema »EM 1996« wären. Es war der Sommer des größten kleinsten gemein­samen Nen­ners in der Geschichte der Pop­musik: »Don’t Look Back in Anger« von Oasis, bei dessen Refrain sich damals Grunge- und Tech­no­fans in den Armen lagen, soge­nannte »Bom­ben­leger« aus der Ober­stufe und Mit­glieder der Jungen Union, Mäd­chen­schwärme und ver­klemmte Ecken­steher. Wir wurden eins in diesem Lied, mein Gott, war das schön. Slip inside the eye of your mind: Und was war das für ein Sommer! Es ist, als spürte ich immer noch Paul Gas­coi­gnes Son­nen­brand auf meiner eigenen Haut. Als säße ich immer noch im Wohn­zimmer von Basti rei­chen Eltern mit den anderen Tage­dieben aus der 11b, eine nie­mals leere Rie­sen­schale Erd­nuss­flips vor uns, und irgendwer geht immer noch mal schnell rüber zur Tanke, um Bier nach­zu­holen. Als würde in der Hitze des Gefechts Mat­thias Sammer immer noch mit bren­nendem Kopf in die Hälfte der Kroaten vor­dringen und den Ball ins Tor hassen, als stürzte der dicke Timo immer noch in den Glas­tisch beim Ver­such, nach dem Tor im Halb­fi­nale gegen Eng­land zu Stefan Kuntz zu gelangen und ihn zu umarmen. And so Sally can wait, wer immer sie ist: Wir gucken ENG­LAND-SCHOTT­LAND, den Klas­siker der ewigen Jugend. Lasset die Ver­gan­gen­heit beginnen!

20:46

Bei der Durch­sicht von Bil­dern des Spiels Eng­land gegen Schott­land 1996 fällt mir auf, dass die Spieler alle­samt so alt aus­sehen, wie ich heute bin (unge­fähr 42), teils wesent­lich älter (Colin Hendry). Das heißt, dass sie inzwi­schen hart auf die 70 zugehen müssten. Gareth Sou­th­gate hin­gegen, damals Innen­ver­tei­diger, jetzt Natio­nal­trainer der Eng­länder, sieht heute so jung aus, wie ich damals aussah, wenn ich am anderen Morgen im Wohn­zimmer von Bastis Eltern auf­wachte, den Kopf auf eine leere Liter­dose Faxe-Bier von der Tanke gebettet. Irgendwas stimmt hier nicht im Raum-Zeit-Gefüge. Der Schieds­richter müsste es vor dem Anstoß auf jeden Fall noch mal so genau prüfen wie das Tor­netz – nicht dass noch ein Loch drin ist.

20:46

Oliver Schmidt kom­men­tiert. Na, schönen Dank auch. Aber wie heißt es so schön: Don’t Look ZDF in Anger.

20:48

Rod Ste­wart, der Uwe Seeler Schott­lands: Macht sich seit Jahr­zehnten große Sorgen. Aber wenn ich richtig gerechnet habe, kann die Mann­schaft den Klas­sen­er­halt ja noch aus eigener Kraft schaffen.

20:52

Und los geht’s. Erste Ent­täu­schung: Die Schotten nicht in Röcken. Hätte mir das hier irgendwie archai­scher vor­ge­stellt. Immerhin regnet es, und der schot­ti­sche Natio­nal­trainer Steve Clark trägt eine Kra­watte im lan­des­ty­pi­schen Muster, mit der er not­falls Gefan­gene fes­seln kann.

20:58

Eben­falls lan­des­ty­pisch: die Schotten im 10 – 0‑0-System.

21:00

Ein Oliver Schmidt muss tun, was ein Oliver Schmidt tun muss: Er hat jetzt schon »Bra­ve­he­arts« gesagt. Und ein Schieds­richter muss tun, was ein Schieds­richter tun muss: Er pfeift dieses Spiel an. Ver­blüf­fend, dass alles immer genauso kommt, wie man es kommen sieht.

3.

Per Mer­te­sa­cker indes als Co-Kom­men­tator, was uns die ein­ma­lige Gele­gen­heit gibt zu, einmal live mit­zu­er­leben, was er bei der WM 2014 Kevin Groß­kreutz auf der Ersatz­bank erzählte. Merte: »Da waren sie absolut nicht gut posi­tio­niert.« Kevin: »Erzähl’s der Straße.«

5.

Immer noch 0:0 – der größte Erfolg in der schot­ti­schen Fuß­ball­ge­schichte, seit die Lisbon Lions von Celtic Glasgow 1967 den Euro­pa­pokal der Lan­des­meister gewannen. In der Schild­krö­ten­for­ma­tion, die sich vorm schot­ti­schen Tor gebildet hat, fließen erste Tränen.

8.

Andrew Robertson beim Frei­stoß, in der 8. Minute des Spiels Schott­land-Eng­land am 18. Juni 2021. Bleibt lange regungslos stehen, um dem Bild­hauer Modell zu stehen für seine Skulptur »Andrew Robertson beim Frei­stoß, in der 8. Minute des Spiels Schott­land-Eng­land am 18. Juni 2021«.

12.

Stones mit dem Kopf­ball, pariert vom Pfosten, dem erfah­rensten Ver­tei­diger der Schotten (1276 Spiele für Kil­mar­nock).

15.

Kennen Sie dieses urtüm­liche Spiel, in dem zwei Dörfer eine Woche lang ver­su­chen, im kol­lek­tiven Krampf gegen eine Mauer gemalmt, schreiend, schwit­zend, irgend­wann den Ball durch die Tür des geg­ne­ri­schen Pubs zu werfen, und dann weiß auch keiner, wer jetzt eigent­lich gewonnen hat? Wenn sie es nicht kannten, kennen sie es jetzt. Gelb für alle!

19.

Chance für Phil Foden. Pep Guar­diola hatte ihn per Gedan­ken­kraft weit in die schot­ti­sche Hälfte geführt, dann aber den Kon­takt ver­loren, weil der Kellner die Cala­mares gebracht hat. Schade.

22.

Ein typi­scher Dialog zwi­schen Kom­men­tator und Co-Kom­men­tator: »Blabla, bla­blabla.« – »Absolut.« »Absolut«, das heißt ja eigent­lich nur »Ich hab nicht zuge­hört. Und weißt du auch, warum? Es inter­es­siert mich nicht die Bohne.« Klingt aber sou­ve­räner. Muss ich mir merken. Meine Frau: »Hast du end­lich den Müll run­ter­ge­bracht?« Ich: »Absolut.«

28.

Schön aber, Merte im brei­testen Han­no­ver­a­nisch »sie greifen VOANE an« sagen zu hören. Wünschte, er würde mich mal mit »Hallo, DIAK!« anspre­chen. Da würde mir das HEAZ auf­gehen.

30.

Gän­se­h­aut­mo­ment! Denn da ist sie: Die erste Chance, seit Schotten gedenken. O‘Donell mit einem satten Schuss, Pick­ford aber, der von den Gän­se­h­aut­mo­ment­pla­nern der UEFA nicht richtig gebrieft wurde, pariert.

33.

Auch Oliver Schmidt findet, es wäre »ein schöner Moment gewesen für sein erstes Län­der­spieltor«. Andere schöne Zeit­punkte: alle Minuten bis zum Abpfiff. Beson­ders schön: die 89. Minute des End­spiels. O‘Donell hat eigent­lich die freie Wahl im großen Regal der schönen Momente, hier im Super­markt namens EM.

35.

Merte sagt jetzt »offener Schlag­ab­tausch«, aber er sagt es der­maßen traurig, ja nie­der­ge­schlagen, dass es wie die Ant­wort auf die Frage des Schul­di­rek­tors klingt, was denn da bitte schon wieder los­ge­wesen sei zwi­schen Per und Marvin, an der Tisch­ten­nis­platte der Gesamt­schule Pat­tensen, und dass er, tja, leider, Per, jetzt gar keine andere Mög­lich­keit habe, »als deine Eltern anzu­rufen«.

38.

Täuscht es, oder sind die Schotten nasser als die Eng­länder? Und was sagt das über den Regen?

40.

Gareth Sou­th­gate greift in die Trick­kiste: Lässt Paul Gas­coigne die schot­ti­schen Ergän­zungs­spieler über­lupfen. Allemal schöner anzu­sehen als das Spiel selbst. Wann macht Sou­th­gate, wann macht Gazza Ernst?

43.

Das Spiel der Eng­länder ist seltsam sno­bis­tisch, ja irgendwie iro­nisch – als würden sie vor und nach jeder Aktion mit Zeige- und Mit­tel­finger Anfüh­rungs­zei­chen in die Luft malen. Ha, Ihr Mil­le­nials: Ich habe schon VOR der EM Anfüh­rungs­zei­chen gemacht und kann es nicht erwarten, sie nach dem Finale noch mal zu machen.

45.

Der Schieds­richter »pfeift ab«. Und damit ist die »erste Halb­zeit« vor­über.

21:59

Die Schotten spielen laut ZDF-Experte Chris­toph Kramer, wie ein Schüt­zen­könig der Mai­kom­tess nachts um halb vier hin­term Zelt in die Bluse greift: »Hinter die Kette und tief.«

46.

Und Oliver Schmidt fasst die Hoff­nungen auf die zweite Halb­zeit und (Danke für diesen per­sön­li­chen Bezug) auch auf meine soge­nannten besten Jahre treff­lich zusammen: »… dass es span­nend bleibt, aber auch besser wird.«

48.

Die Schotten spielen hier wie Klein­stadt­po­li­zisten, die ein paar Halb­starken, die auf die erste Ansprache hin, dass Fuß­ball auf dieser Grün­fläche ver­boten sei, immer noch fei­xend weiter spielen, jetzt den Ball abjagen und ein­fach mal zeigen, was Alte Herren noch so drauf haben, wenn sie Ernst machen. Würde mich nicht wun­dern, wenn die Joker, die Steve Clark später bringt, beritten sind.

50.

Robertson mit der Flanke, sucht Mo Salah. Doch der ist nicht da. Ein Ball wie eine SMS an die Ex-Freundin, die längst die Nummer gewech­selt hat: Sie geht ins Leere, ins ent­setz­lich Leere.

52.

Die Schotten wissen es selbst noch nicht, aber tief in in ihrem Inneren planen sie bereits ein Eigentor in der 91. Minute.

54.

Apropos ent­setz­liche Leere. Schmidt: »Du bist ja ehe­ma­liger Ver­tei­diger. Das ist schon Ver­tei­digen, leicht gemacht.« Mer­te­sa­cker: ».….….….« Kann ich noch mal die Flanke von Robertson sehen, um mich auf­zu­hei­tern?

57.

Biss­chen mies von Merte, dass er Schmidt ein ums andere Mal stehen lässt wie den Typen auf dem Som­mer­fest der Firma, der sich an den Steh­tisch wanzt und irgendwas Super­un­in­ter­es­santes im Sen­sta­ti­ons­ton­fall erzählt. Wann täuscht er einen Anruf vor und geht ein­fach aus der Kom­men­ta­to­renbox?

60.

Das muss ich Ihnen noch nach­rei­chen: Drei­fach-Chance für die Schotten vorhin, jetzt schon wieder eine, was aber nicht weiter erheb­lich ist, da sie wäh­rend all dieser Chancen nicht wussten, wo genau das Tor steht und ob es über­haupt irgendwo steht. Ich kenne mich in der schot­ti­schen Geschichte nicht so gut aus, ver­mute aber, dass das geg­ne­ri­sche Tor für sie so eine Art Bern­stein­zimmer ist.

63.

Foden geht. Benei­dens­wert.

64.

Ecke für Eng­land. Zurück­ge­spielt in die eigene Hälfte. Es ist, als würde man auf ein Kon­zert gehen und müsste dem Sänger der Band andert­halb Stunden lang beim Ing­wertee-Trinken zusehen, weil er heute »so ein Kratzen im Hals« hat.

68.

Was die Eng­länder nicht wissen: Eigent­lich steht es 0:4. Denn wie ich gerade aus Schott­land erfahre, nimmt man dort tat­säch­lich die Chancen ernster als anderswo. Oder wie es so schön heißt: »They are con­si­dered goals.« Muss schön sein.

71.

Mir ist so lang­weilig, wie Mer­te­sa­cker klingt. Aber ich sage mir: This is con­si­dered a match. Viel­leicht hilft es ja.

74.

Chance für Eng­land. Doch Luke Shaw klärt. Dafür bekommt er noch auf dem Platz die Terry-But­cher-Medaille in Gold.

76.

Kann mir nicht helfen: Mer­te­sa­cker spricht, als wollte er jemanden nicht wecken. Sich selbst viel­leicht?

76.

Mir ist so lang­weilig, ich habe inzwi­schen den roten Rie­sen­fleck aus Kirsch­t­raum­kotze aus dem weißen Flo­kati in Bastis Eltern­haus, in dem wir 1996 unser EM-Quar­tier auf­ge­schlagen hatten (ich berich­tete), kom­plett raus­ge­schrubbt. Sen­sa­tio­nelle Szene von mir!

79.

Das Span­nendste an diesem Spiel bis­lang: Die Frage, ob es nach einem Sturz von Ster­ling zur Anwen­dung des Video­be­weises kommt oder nicht. Ich löse das mal nicht auf, dann haben Sie noch eine Weile was davon.

81.

Ecke für Schott­land – eine schöne Szene für alle, die schöne Szenen hassen.

83.

Suche VHS-Kas­sette »Salm­rohr gegen Pir­ma­sens 1982«. Biete das hier.

84.

Tolle Geste: Steve Clark bringt jetzt ein­fach mal den netten jungen Mann, der ihm neu­lich beim Umzug die Wasch­ma­schine auf dem Rücken in den vierten Stock getragen hat.

87.

O’Donnell sieht Gelb – und bedankt sich. Die gelbe Karte ist für die Schotten ja das, was für andere ein Hard-Rock-Café-Shirt ist: Ohne diesen Beweis sind sie nicht wirk­lich da gewesen.

89.

Ein Trost, der selbst schon traurig ist: Wenigs­tens wurde meine Erin­ne­rung an die EM 1996 heute nicht über­schrieben, und ich kann wei­terhin beweinen, dass das alles so lang her ist und nie wieder kommt. Danke, liebe Spieler, die ihr damals noch nicht geboren wart!

91.

Jetzt noch eine Szene, die »Chance« zu nennen in sofern ver­fehlt wäre, als gar nicht klar ist, für wen diese Chance denn wäre. Alle, wirk­lich alle, Eng­länder wie Schotten (viel­leicht sind auch noch ein paar Nord-Maze­do­nier dabei) ver­su­chen, gemeinsam ein Tor zu ver­hin­dern, legen sich wie eine mensch­liche Mauer schüt­zend vor Pick­ford. Das mag ein ver­söhn­li­ches Ende sein, mich inter­es­siert aber eigent­lich nur, dass das hier über­haupt mal ein Ende hat. Jetzt pfeift der Schieds­richter ab und schwingt sich allein durch diese Szene zum Mann des Spiels auf. Gute Nacht, Per Mer­te­sa­cker. Gute Nacht, Fuß­ball. Gute Nacht, liebe Fans.