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Borussia Dortmund – FC Sevilla 2:2
Champions League

20:45 Uhr

Oh Fuß­ball, du Blume auf dem Schrott­haufen, der diese Welt ist. Trag uns durch die Wochen, auch wenn du genauso Teil dieses Schrotts und aus Plastik bist. Bezie­hungs­weise: Tach zusammen. Heute ist Schäm­piens Liech, wie Aki Watzke sagt. Dort­mund Sevilla. Immerhin.

20:47 Uhr

Aber, aber, eins nach dem anderen: Der Bundes-Jogi ver­lässt im Sommer also den sin­kenden Kutter. Lothar Mat­thäus sagte dazu, es hätte keinen bes­seren Zeit­punkt geben können. Spontan würden mir 32 Monate ein­fallen, in denen der Zeit­punkt besser gewesen wäre. Aber naja, Goodbye Löwin. Gebt mal Bescheid, wie die EM lief.

20:51 Uhr

Löw hin oder her. Hier soll es heute um den BVB und Rose-Side­kick Edin Terzic gehen. Eine Leis­tung wie am Wochen­ende wird gegen Sevilla nicht rei­chen. Da hatte Dort­mund gegen Bayern zehn starken Minuten. Das macht Schwache 80. Oder wie man in der Gesund­heits­po­litik sagt: Impf­gruppe 1.

20:53 Uhr

Ich sag ganz ehr­lich: Bayern würde dieses Spiel heute gewinnen. Isso.

20:57 Uhr

Eine schweig­same Choreo auf der Süd­tri­büne“, sagt Wolf Fuss. Ich lese da ein Banner, auf dem steht: Stop UCL Reforms! Find ich gar nicht mal so schweigsam.

20:59 Uhr

Wichtig: Haa­land spielt also. Außerdem, wie Lothar Mat­thäus es in etwa dar­stellen würde: Im Tor wieder Hitz­feld, in der Ver­tei­di­gung darf Schan ran, Schulte ersetzt Gur­rero, vor der Abwehr Bel­ling­hausen und Offensiv mit Marco Rose und Thorsten Hazard. Schanso fehlt ver­letzt. Sevilla sparen wir uns mal.

1.

Anpfiff. Schöne Geste: Anläss­lich des Endes der Ära Jogi Löw als Natio­nal­trainer spielen die Deut­schen Natio­nal­spieler heute mit Finger in der Nase.

4.

Puh, erste Chance Sevilla durch Ocampos oder so, aber ich krieg nix mit, weil ich hier erstmal mit­tel­schwere tech­ni­sche Pro­bleme habe. Womit wir ja irgendwie wieder bei der Dort­munder Hin­ter­mann­schaft wären. Puh, Kurve gekriegt und Tick hin­be­kommen.

7.

Sevilla direkt gut drin im Spiel, geht ordent­lich drauf, presst, läuft an. Aber klar, die haben bei dem Hin­spiel­ergebnis halt not­hing left to andalus.

9.

Dahoud erstmal mit der Watschn gegen Jordan. Bleibt unge­ahndet, aber wenn ich den Fuß­ball richtig ver­standen habe, geht der Jordan jetzt zu Bayern Mün­chen, und nicht zu 1860.

12.

Sevilla deut­lich stärker, Dort­mund wackelt aktuell mehr als ein durch­schnitt­li­cher 11FREUNDE-Redak­teur um 23 Uhr auf der Weih­nachts­feier. Wann tor­kelt Marco Reus zum vierten Offi­zi­ellen und wünscht sich Don’t stop belie­ving!“, bevor er die nächste Runde Kill­epitsch ordert und dann weiter an Renate aus der Buch­hal­tung rum­bag­gert?

15.

Jetzt mal ein wenig Ent­las­tung für den BVB, ein langer Ball auf Hazard. Den dieser aber direkt ins Nir­gendwo huft. Ich sag’s, wie es ist: Ein langer Ball beim BVB, der nicht auf Haa­land kommt, fühlt sich falsch an. Als würde man ein Drei-Sterne-Menü in den Hun­denapf kippen.

17.

Ich trink Ouzo und was macht Suso? Der knallt das Ding aus guter Schuss­po­si­tion ans Außen­netz.

21.

Dahoud eben mit einem Yes Baby“ Rich­tung Reus, nachdem der den Ball gewonnen hat. Ernst­haft? Yes Baby? Das würde mir nicht mal auf beschrie­bener 11FREUNDE-Weih­nachts­feier über die Lippen kommen. Auch wenn ich so der­maßen einen im Schlappen hätte, dass ich nicht ralle, dass die schmucke Renate aus der Buch­hal­tung eigent­lich Frank aus der IT ist.

24.

Sevilla dürfte so um die 96 Pro­zent Ball­be­sitz bis­lang haben. Dort­mund dem­nach wie die farb­lich ähn­lich auf­ge­stellte FDP: Kämpft mit der 5 Pro­zent-Hürde.

28.

Jetzt mal die Chance für den BVB ein biss­chen durch­zu­pusten. Sevillas Diego Carlos liegt am Boden. Der Bra­si­lianer heißt mit vollem Namen übri­gens Diego Carlos Santos Silva – und das klingt für mich als hätten Schim­pansen in der Zoom Erleb­nis­welt Gel­sen­kir­chen bei der Namens­ver­gabe random Zet­tel­chen gezogen.

Men­schen, Leben, Tanzen, Welt

o‑eo‑o, o‑o-ehoooo

Diego, Carlos, Santos, Silva

o‑eo‑o, o‑o-ehooo

32.

Kurzes Zwi­schen­fazit: Dort­mund fastet seit gut 30 Minuten Offen­siv­fuß­ball.

34.

Frei­stoß Sevilla, aber jede Vari­ante, die sie aus­pro­bieren, wird weniger gefähr­lich. Würde mir wün­schen, Corona würde sich ein Bei­spiel am FC Sevilla nehmen.

37.

Und dann TOOOOOOOOOR für den BVB. Schulz auf Reus, der legt an Tor­wart Bono vorbei auf Haa­land, der trifft. Freut mich ganz per­sön­lich, dieser Treffer. Das ist für dich Bono, und für diese ganze ätzende Cha­rity-Pose und die beschis­senen Radio­songs. Bloody Tuesday in Dort­mund, ha!

42.

Sevilla jetzt nur noch am meckern. Jede Schiri-Ent­schei­dung wird laut bemä­kelt, alle schreien ständig, gucken genervt, schubsen, gerade gab’s ne Gelbe wegen irgend­einer quat­schigen Unsport­lich­keit. Sehe da tolle Mög­lich­keiten für eine tiefe Freund­schaft mit Werder Bremen.

45.

Aber mal im Ernst: Wenn der BVB Haa­land nicht hätte, würden in Dort­mund aktuell wahr­schein­lich schon die Vor­be­rei­tungen auf das Rele­ga­ti­ons­spiel gegen Fürth laufen.

45.+1

Dahoud jetzt, der einen Schuss von Ocampos blockt. Gut gemacht. Da zieh ich meinen houd.

45.+2

Und Pause. Wäre ich ein BVB-Spieler, würde ich jetzt schonmal den Haa­land fragen, ob er nach dem Spiel das Trikot tau­schen will.

22:01 Uhr

Schon geil irgendwie, die Wer­be­kunden in der CL-Halb­zeit­pause. Ent­weder Wett­an­bieter oder Ver­mö­gens­be­ra­tung, dazwi­schen eigent­lich nichts. Schrö­din­gers Geld: Es ist zugleich ver­zockt und solide ange­legt.

46.

Weiter geht’s. Can holt in Max-Kruse-Manier den Prügel raus. Haa­land fehlen ein paar Zen­ti­meter.

48.

Und jetzt wird’s seltsam. Dahoud mit klasse Pass auf Haa­land. Der rem­pelt sich Rich­tung Sech­zehner, schiebt halb Sevilla bei­seite und mogelt den irgendwie von der Grund­linie an Bono vorbei. Bei Bayern wäre das gepfiffen worden. Bei Dort­mund nun auch. Daher nimmt Schiri Cakir das Tor zurück, pfeift aber dafür Elf­meter für Dort­mund, weil Haa­land 2 Minuten vorher gefoult wurde. Samma?

54.

AAAALTER! Jetzt muss ich mich mal kurz sor­tieren. Der Reihe nach: Haa­land tritt an, Bono hält. Das Spiel geht weiter. Cakir unter­bricht das Spiel kurz darauf erneut, lässt den Elfer wie­der­holen. Haa­land tritt wieder an – und trifft diesmal. Sprich: TOOOOOOR. 2:0 Dort­mund. Junge, junge. Und Bono? Hat den mal einer gefragt? Der hat still nicht gefunden what he’s loo­king for.

57.

Die Gäste jetzt mit Wut im Bauch, stürmen an, schießen aus allen Lagen, bringen neues Offen­siv­per­sonal. Und ich sag mal: se villa, aber kann nicht.

62.

Haa­land hat doch irgendwas geschnuppt! Ganz ehr­lich, ich würde dem als Abwehr­spieler ein­fach aus dem Weg gehen. Ey weißte was, mach deinen kranken Scheiß alleine. Das ist mir zu krass. Und der Nor­weger? Bal­lert auch wenn keiner mit­zieht. Und das obwohl die Klubs alle geschlossen sind.

66.

Was für Szenen das eben waren. Was für ein Bull­shit. Ein trau­riger, spie­ßiger Richt­li­ni­en­zirkus, mehr nicht. Drei Jahre machen wir das jetzt mit, und jede Woche wird es ätzender, und nein: Das ist nicht mehr mein Sport, sorry. Das ist beschis­sene Erb­sen­zäh­lerei, klein­li­ches, kaltes Regel­ge­wichse, ein Sport im Pal­lia­tiv­zu­stand, zu Tode kali­briert von irgend­wel­chen Linien aus dem Kölner Keller und zu Schund geritten von irgend­wel­chen Para­gra­phen­rei­tern bei den Ver­bänden. Und ich bin es ein­fach leid. Denn was hat das alles gebracht? Für was hat man diesen Sport so ver­stüm­melt? Für eine hun­dert­pro­zen­tige Gerech­tig­keit, die es eh nicht geben wird, und für die man all die Leben­dig­keit, die der Fuß­ball hat, mit tau­send kleinen Pfiffen betäubt? Das ist ein beschis­sener Tausch, sorry.

70.

Elf­meter Sevilla jetzt. Also viel­leicht. Und Tor. Also viel­leicht. Viel­leicht aber auch nicht, weil der VAR sicher nach­weisen kann, dass der Groß­onkel müt­ter­li­cher­seits vom Tor­schützen El-Nesiry in den Sieb­zi­gern mal an einem Fuß­ball­sta­dion vor­bei­ge­laufen ist und gefurzt hat und der Furz dann näher ans geg­ne­ri­sche Tor geweht wurde als der letzte geg­ne­ri­sche Abwehr­spieler also bitte schnell ein­schreiten, liebe Video­schiris. Danke.

73.

Sevilla jetzt also nur noch zwei Tore von der Ver­län­ge­rung ent­fernt. Und was noch schlimmer ist: Wir damit nur noch zwei Tore von einer unbe­zahlten Über­stunde ent­fernt.

78.

Vor­schlag zur Güte: WENN der FC Sevilla hier noch in die Ver­län­ge­rung kommen sollte, dann wenigs­tens durch einen Dop­pel­pack von Jules Koundé. Dann hätte ich mir den ganz und gar nicht platten Koundé ist König“-Gag, den ich noch auf dem Zettel habe, wenigs­tens nicht umsonst über­legt.

80.

Auf der BVB-Bank noch, laut Kicker​.de: St. Tigges. Herr im Himmel, Sankt Tigges! Der Schutz­pa­tron aller in den Kader gerutschten Mit­telmaß-Stürmer. Sehe ihn seine Thesen per Voll­spann an die Tore der Gegner in der Regio­nal­liga West nageln und die Asche­plätze mit Weih-Dusch­bier segnen. Amen.

83.

Tja, wird wohl nix mehr für Sevilla, in diesem Sinne: Hasta la vista. Aber genießen wir, dass ein sol­cher Verein über­haupt noch Cham­pions League spielt. Wenn die Reformen der super­rei­chen ECA-Bonzen so wei­ter­gehen, qua­li­fi­zieren sich Klubs wie Sevilla in ein paar Jahren aller­höchs­tens noch fürs jähr­liche Run­ning-Man-Hob­by­tur­nier der Top­club-Bosse.

85.

Wahn­sinnig stres­siger Kick gerade. Schieds­richter Cakir wirkt wie ein über­for­derter Vater aufm Kin­der­ge­burtstag in der Soc­cer­halle: 8 gegen 8 auf 15 Meter Platz­länge und alle 20 Minuten heult einer, weil er Gra­nulat in der Nase oder einer von den Großen ihn in die Bande gestaucht hat. Wir haben den Platz nun mal bezahlt, Marco. Gleich ist Schluss, dann gibt’s Robby Bubble aus dem Plas­tik­pokal. So lange halten wir jetzt noch durch, okay?“

87.

Langer Schlag nun von Hitz nach vorne. Dahoud wie im Bür­geramt Dort­mund-Bra­ckel: will den Pass ver­län­gern. Ist nach vier Stunden War­te­zeit end­lich dran. Ihm gegen­über sitzt der schnodd­rige Sach­be­ar­beiter Herr Koundé. Es riecht nach bil­ligem Rasier­wasser. Auf dem Schreib­tisch ein Locher und eine abge­blät­terte I‑Love-Sevilla-Tasse, mehr ist da nicht. Koundé blockt tro­cken ab: Nur Bar­zah­lung mög­lich“. Wei­terhin 2:1.

89.

Beim BVB kommt Zag­adou. Schulz muss dafür runter, zurück auf Gunter Gabriels Kutter. Dienstag ist schließ­lich Bootstag.

90. + 3

Bei Sevilla mitt­ler­weile auch Oli­vier Torres drin. An ihm soll Dort­mund vor ein paar Jahren auch mal dran gewesen sein. Er kann mehr als die meisten seiner Mit­spieler, zeigt das aber eher beim Hoch­halten aufm Park­platz als später im Spiel. Ohne, dass ich mich jetzt voll­ends mit seiner Vita befasst habe, würde ich mal behaupten, der Junge ist stracks auf dem Weg zum ewigen Talent. Dem­nächst kann er sich In Sean Dun­dees Fuß­ball­schule mit Wla­dimir But und Penil Mlapa messen.

90. + 6

Und TOOOOOR für Sevilla. 2:2. Meine Güte ist das span­nend. Keine Ahnung, wer’s gemacht hat. Und wenn es Ivan der Schreck­liche war, sei doch ein­fach so gut und mach nicht noch eins. Ich will in die Koje.

90. + 7

So, das war’s! Dort­mund steht im Vier­tel­fi­nale. Puh. Und wie geht’s weiter? Holt Edin Terzic jetzt die Cham­pions League, um dann Platz zu machen für einen Glad­bach-Trainer? Nach der Saison bricht er dann sein Schweigen: Zusammen mit Her­zogin Lucien von Sussex spricht Prinz Edin bei Oprah Win­frey. Fühlen sich beide vom mon­ar­chi­schen Watzke-Impe­rium fal­len­ge­lassen, packen düs­tere Geheim­nisse aus und hoffen auf ein bes­seres Leben – ohne den BVB. Um dann aber, ähn­lich wie Prinz Harry, gut­mütig aus­zu­faden: Trotzdem werde ich dich immer lieben, Aki“. Royal Rumble, Won­nich? Wie auch immer, bis dahin!