Liveticker
Hertha BSC – Schalke 04 3:0
Bundesliga

18.15 Uhr

Will­kommen, liebe Lese­rinnen und Leser, zu diesem Ticker und in diesem neuen Jahr, in dem ja alles besser werden soll. Und dann gibt’s doch nur: Schalke gegen Hertha. Wir legen uns schon mal fest: Fuck 2021.

18.18 Uhr

Und auch sonst ist ja nicht viel anders, als noch im ver­gan­genen Jahr: Der Winter prü­gelt uns die schlechte Laune ins Gesicht, ein Virus hält die Welt im Still­stand und Schalke versucht’s mit einem neuen Trainer. Und wir wissen ja alle: Bergauf geht’s danach in der Regel eher nicht.

18.20 Uhr

Aber gut, Chris­tian Gross ist ein erfah­rener Mann, hat immerhin al-Ahli trai­niert und das schon drei Mal. Bei seiner Vor­stel­lung betonte also dieser Gross, er habe sich mit Stärken und Schwä­chen“ der Schalker längst intensiv beschäf­tigt. Und wir, die 11FREUNDE-Redak­tion, konnten für Sie sogar einen exklu­siven Ein­blick bekommen, in diese detail­lierte Aus­ar­bei­tung. Hier zunächst alle Stärken, die Gross finden konnte:

18.21 Uhr

Schau­spieler Peter Loh­meyer jetzt im Inter­view mit Sky. Sagt: Schalke ist mehr als die erste Liga. Schalke bedeutet für viele das letzte Hemd.“ Mir ist das neu. Also, dass Schalke-Fans tat­säch­lich Hemden besitzen.

18.25 Uhr

Aber gut, widmen wir uns dem Fuß­bal­le­ri­schen. Gross setzt heute auf Fähr­mann. Klar, will nicht direkt unter­gehen. Die rest­liche Schalke-Auf­stel­lung im Über­blick: Lasst – es doch ein­fach – das wird – ja eh – schon wieder – nichts.

18.26 Uhr

Obwohl, einer auf Schalke-Kosten geht noch. Das letzte, was Schalke-Fans sehen, ehe ihre Hoff­nungen mal wieder einen lang­samen Tod sterben müssen:
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18.28 Uhr

Hertha heute wieder mit Cór­doba im Sturm­zen­trum und das reicht ja auch erstmal als Gag.

18.29 Uhr

Zum Glück können wir uns heute auf ein ver­spä­tetes Sil­ves­ter­feu­er­werk von Mat­thew Hoppe freuen:

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1.

Anpfiff. Wie Sil­vester in Coro­na­zeiten: Einer stößt an.

2.

Auch sonst alles wie immer am 2. Januar: Hertha mit einem Knaller, Schalker setzen auf Konter.

4.

Gefällt mir aber, wie Schalke hier in den ersten Minuten auf­tritt. Knapp fünf Minuten gespielt, schon drei Fouls. Zwi­schen­durch tritt Uth noch den Ball ein paar Meter weg. Schalke hat seit Ewig­keiten nicht mehr gewonnen, mal den DFB-Pokal aus­ge­nommen. Ob Gross das damit gemeint hat, als er seiner Mann­schaft gesagt hat, sie sollen jetzt jedes Spiel wie ein Finale angehen?

7.

Hoppe mit der nächsten guten Aktion. Der Junge, der sich den Hin­tern weg­sprengen will. Nicht aus­ge­schlossen, dass er nach dem Spiel ein Angebot von der Hertha bekommt. Denn mit diesen Ambi­tionen eine Iden­ti­fi­ka­ti­ons­figur für viele Jugend­liche aus dem Wed­ding.

9.

Aha, und du bist immer noch Schalke-Fan?“
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11.

Ansonsten Schalke hier so kreativ wie Sky, das vor der Sen­dung einen gewissen Peter Loh­meyer zur Situa­tion auf Schalke befragt hat.

13.

Hertha orga­ni­siert das Spiel und müsst ihr auch an diesen einen Moment zuhause denken, als eure Mutter eurem Vater mal die Pfanne in die Hand drückte und meinte: Und jetzt du.“?

15.

Luke­bakio mit der ersten Gelben Karte. Akten­zei­chen: Vier­tel­stunde gespielt und immer noch was drin für Schalke.

17.

Sky zeigt jetzt die Real­for­ma­tion der Schalker und man sieht: Alle auf einem Haufen um den Mit­tel­kreis. Roberto Di Matteo würde sagen: ein Offen­siv­spek­takel.

19.

Und dann Luke­bakio in einer aus­sichts­rei­chen Posi­tion, drib­belt sich frei an der Straf­raum­grenze der Schalker, könnte hin­ein­passen, aber: da ist nie­mand. Und irgendwie glaube ich auf einmal zu wissen, wie sich die Ärzte in Impf­zen­tren in Bautzen fühlen müssen.

21.

Auf der anderen Seite: Flanke Oczipka, Hoppe pro­biert einen Seit­fall-Irgendwas, holzt den Ball in Rich­tung Himmel. An der Sei­ten­linie steht Olaf Scholz mit einem Koffer voll Geld, für nutz­lose Flug­ein­lagen stellt er erfah­rungs­gemäß gern ein paar Mil­lio­nen­hilfen bereit.

23.

Wäh­rend­dessen ver­gibt Hertha ein paar gute Chancen. Und irgendwo nicken alle Ber­liner Lokal­po­li­tiker aner­ken­nend, tolle Loya­li­täts­geste für ihre Arbeit, finden sie.

27.

Ich finde ja immer, Plat­ten­hardt ist der ber­li­ne­rischste Spie­ler­name, den es gibt. Klingt wie Frak­tur­tattoo auf dem Bauch, eine Stange Ziga­retten zum Früh­stück, Hobby-Pit­bull­zucht im Wohn­zimmer. Und ist dann aber doch nur: Ball­ver­lust im Mit­tel­feld.

29.

Uth! Der ja ein biss­chen aus­sieht, wie der böse Zwil­lings­bruder von Plat­ten­hardt. Nun aber wie Johannes B. Kerner und Andrea Kiewel am 31. Dezember: Allein vor dem Tor. Und mit einem Abschluss wie die Sil­ves­ter­abend-Quoten des ZDF: ein­deutig kein Erfolg. 

31.

Ein­deutig hat Chris­tian Gross seine Mann­schaft auf das Kon­ter­spiel ein­ge­stellt. Will den Klas­sen­er­halt gewinnen wie Fried­rich Merz die Kanz­ler­wahl: Mit Ideen von 2001.

33.

Wir bei 11FREUNDE ver­stehen uns auch als Nach­rich­ten­ma­gazin.
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35.

Ach, egal.

36.

Hertha mit der Füh­rung! Weil die Wand, die Schalke dort im Sechs­zeh­ners des Olym­pia­sta­dions auf­ge­baut hatte, dann doch Risse bekam. Und Guen­douzi (gespro­chen: Nimm du ihn!“) einen Abpraller vor die Füße fällt. Und den Ball so gefühl­voll ins Eck schlenzt, dass das ein Fall für die Sitte wäre.

39.

Kabak schlägt zum zehnten Mal in dieser Halb­zeit den Ball raus. Ball wieder bei Hertha. Wieder Angriff. Wieder Ballraus­schlagen. Wer solche Szenen sieht, hat keine Fragen mehr, warum trotz tage­langer War­nungen hun­derte Men­schen heute im Harz waren.

42.

Auf der anderen Seite, wenn man sieht, wie Guen­douzi das Spiel beherrscht, Her­thas Bemü­hungen Tempo und Struktur schenkt, obwohl viele ja vorher sagten Jaja, aber bei Arsenal.. schwierig. Und über­haupt“, dann muss man heute sagen: Glück­wunsch Schalke, der Kolasinac ist ein Guter.

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Auf der anderen Seite, wenn man sieht, wie Guen­douzi das Spiel beherrscht, Her­thas Bemü­hungen Tempo und Struktur schenkt, obwohl viele ja vorher sagten Jaja, aber bei Arsenal.. schwierig. Und über­haupt“, dann muss man heute sagen: Glück­wunsch Schalke, der Kolasinac ist ein Guter.

44.

Blöd natür­lich: Jetzt stellen sich beide Mann­schaften hinten rein.

45.

Schalke und Hertha jetzt wie die Olaf-Scholz-SPD im Wahl­kampf: Wollen es über die Zeit bringen.

19:17 Uhr

Pause. Oder wie Chris­tian Gross sagen wird: Kann ich den Ver­trag nochmal sehen?“

19:23 Uhr

Ernst­haft, Schalke – Tabel­len­letzter, ohne Sieg, ohne Selbst­ver­trauen – macht’s für diese Ver­hält­nisse eigent­lich ganz gut. Paar Chancen, biss­chen Pech, hinten ok. So dann aber auch wie ein Klein­kind, das end­lich die Regeln ver­standen hat, und jetzt machen die großen Brüder Ernst.

19:29 Uhr

Sky zeigt, wie Chris­tian Gross vor dem Kabi­nen­gang auf seine Spieler gewartet hat, um ihnen nochmal ein­zeln auf die Schul­tern zu klopfen. Und ich kann mir nicht helfen, aber dabei sieht er aus, wie ein Ordner, der 90 Minuten vor dem Gang steht, in den nie­mand hin­ein­will, aber der sich dann eben doch als nicht zu erset­zender Teil seines Ver­eins sieht und des­halb immer wieder Interna mit den Profis aus­tauscht: Hey Ozan (Zei­ge­finger erhoben), nicht nochmal ne, hahaha“. Kabak (in Gedanken): Wer ist das schon wieder?!“

19:32 Uhr

Baby, bist du die Bun­des­liga? Weil ich bin ja auch im neuen Jahr kom­plett chan­cenlos.“ 

46.

Weiter geht’s. Hier noch eine schnelle Auf­nahme aus der Kabine von der Tak­tik­be­spre­chung von Chrstian Gross:
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47.

Was mich bei Gross aller­dings am meisten ent­täuscht, ist die Erkenntnis, dass die Narbe für die Blo­feld-Rolle damals anschei­nend nur auf­ge­malt war.

48.

Cór­doba, erfahren wir, hängt die lange Zeit ohne Praxis wie ein Klotz am Bein. Und irgendwo küsst Marco Reus heim­lich seinen Füh­rer­schein.

50.

Matheus Cunha hat gerade einen Doppel-Über­steiger ver­sucht und ich denke das sagt auch schon alles über die Ver­fas­sung der Schalker Abwehr.

52.

Man meint ja, Schalker kennen sich mit Kon­tern aus. Aber ne, Cunha schon wieder, dieser fleisch­ge­wor­dene Kopf­schmerz, rennt ein­fach durch, legt zurück und ja, dann ist da Cór­doba und schiebt den Ball so gelassen rein, dass eine Wie­der­ho­lung dieses Schusses bald bei Selbst­fin­dungs­se­mi­naren auf Bau­ern­höfen in Bran­den­burg in End­los­schleife laufen wird. Man meint schon jetzt das Durch­atmen von aus­ge­brannten Mana­gern von den Rän­gern wie­der­hallen hören zu können, aber nein, das ist nur das fas­sungs­lose Schnauben von Chris­tian Gross. 2:0.

55.

Harit geht bei Schalke raus. Erfah­rungs­gemäß kein Spieler mit guten Ansätzen:
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58.

Aus den Neu­jahrs­vor­sätzen der Schalker Mann­schaft:

– mehr Bücher lesen

- mal wieder die Eltern anrufen

- Fuß­ball­spielen lernen

60.

Schalke unter Gross: Ver­zet­telt sich im Klein-klein.

64.

Würde mich nicht wun­dern, wenn gleich das Ber­liner Ord­nungsamt ein­schreitet. Denn hier haben offenbar 11 Her­thaner orga­ni­siert Spaß!

66.

Für alle, die nach diesem Spiel keine Hoff­nung mehr für Schalke haben: Sie könnten auch noch einen vierten neuen Trainer holen.

69.

Wenn Sie wollen … dann jetzt!“

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72.

Sky blendet Jochen Schneider ein, der eine Minute und immer mal wieder auf seinem Handy rum­tippt, als würde er Quiz­duell spielen. Nächste Frage, Thema Schalke“: a) Was b) mache c) ich d) hier?

75.

Für Hertha dürfte dieser Sieg natür­lich Rücken­wind bedeuten. Womit aber auch klar ist: Nächste Woche gegen Bie­le­feld setzt es ein auch in dieser Höhe ver­dientes 0:2.

76.

Und man muss auch sagen: Gross hatte nur fünf Tage Zeit und was will man in fünf Tagen schon groß ver­än­dern?
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79.

Jetzt wird’s albern: Darida mit einem traum­haften Lupfer über die gesamte Schalke-Abwehr, der ein­ge­wech­selte Piatek sprintet los, und macht im Eins-gegen-Eins das 3:0. Noch fünf Minuten und Niklas Stark wird aus 20 Metern treffen. Per Okocha.

81.

Und auf der anderen Seite zim­mert Uth aus nächster Nähe min­des­tens andert­halb Meter am Pfosten vorbei. Und dann wird gesagt: Aber es ist auch wichtig, dass er wieder dabei ist. Und ich frage mich: Wofür genau? Ver­liert es sich besser als Tabel­len­letzter mit 0:3 gegen Hertha BSC, wenn Mark Uth mit auf dem Feld steht? Ist er ein sehr guter Tröster? Kann er fester als andere in den Arm nehmen? Oder, und das legt ja seine Frisur irgendwo zwi­schen Auto­ver­käufer und Spiel­hal­len­be­sitzer nahe, schafft er es tat­säch­lich seinen Team­kol­legen irgendwie noch ein woh­liges Gefühl ein­zu­reden, obwohl klar ist, dass, wenn nicht mal langsam wirk­lich etwas pas­siert, das Ver­halten nicht mehr länger zum Job passt. Ich weiß es doch auch nicht, man, ich weiß es doch auch nicht.

85.

Jetzt habe ich durch diese Wut­rede die letzten vier Minuten ver­passt, fühle mich aber nicht so.

88.

4:0 durch Piatek. Schade, dass ich den Schalke‑0:4‑Witz diese Saison schon mal gemacht habe.

88.

Abseits. Das haben auch die Schalke-Spieler nicht kommen sehen.

90.+1

Abpfiff. Noch eine Nie­der­lage und Schalke hat ein paar Feinde mehr.
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20.24 Uhr

Der Kra­cher des Abends wurde Ihnen prä­sen­tiert von Hanuta-Riegel. Ah ja, okay, ich ver­stehe.

20.26 Uhr

Lothar Mat­thäus ver­misst die Kom­pakt­heit bei Schalke. Ich ergänze um folgen Fer­tig­keiten: alles andere, das man so braucht, um halb­wegs ertragbar ein Fuß­ball­spiel zu bestreiten.

20.27 Uhr

Jetzt spricht Mat­thäus von Über­ra­schungs-Eiern. Klage von Hanuta ist schon raus.

20.30 Uhr

Darida im Inter­view: „ Die Räume waren zu. Dann muss man den Ball halten, kom­pakt spielen. Dann sind irgend­wann die Räume wieder offen.“ Und das klingt natür­lich viel zu ein­fach. Aber das war es ja auch heute gegen Schalke: Viel zu ein­fach. Und des­wegen lassen wir das hier jetzt auch, denn mehr als Darida muss man auch gar nicht mehr zu diesem Spiel sagen. Also, bis bald. Und Ball halten nicht ver­gessen.