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Der Liveticker zum Tag der Amateure 2019

Fanboys!!

Kreisliga-Legenden haben sich die Ehre gegeben, Peter Neururer und Rollo Fuhrmann waren beeindruckt und das Bier floss in Strömen. Freunde, was war das für ein grandioser Tag der Amateure?! Hat sicher auch mal höher, aber nie so schön gespielt: der Ticker.

10:12 Uhr

Guten Morgen Freunde, endlich, endlich ist es wieder so weit. Wir nutzen die Länderspielpause, die uns sonst ja so auf die Nerven geht, um das Scheinwerferlicht auf die Holzfüße und Rumpelfußballer der Nation zu richten. Auf die Kreisliga-Legenden und die, die das auch in 1354 Einsätzen noch nicht geworden sind, die aber trotzdem Sonntag für Sonntag die mit grauem Gaffer getapeten Töppen schnüren, um sich beim ersten Zweikampf die suppige Schürfwunde am Knie wieder aufzureißen. Wir tickern heute für all die, die mit Brummschädel und den immer gleichen Ausreden zu spät beim Treffpunkt eintrudeln, und für diejenigen, die schon eine Stunde vor Treffpunkt den Dorfacker begehen, um sich die Schlaglöcher möglichst gut einzuprägen. Wir tickern für die, die den Quatsch eigentlich nur der Abschlussfahrt wegen mitmachen und für die, die auch nach dem Spiel bei Selters bleiben, schließlich ist ja Dienstag schon wieder Training. Wir melden uns aus Göritzhain und Frechen, aus Augsburg und Berlin, aus Ippendorf und Siegelbach. Kurz gesagt: Wir machen uns und euch heute einen wunderschönen Tag. Aber, bevor es losgeht, noch eine wichtige Frage: Hat wer ein zweites Paar Schienbeinschoner dabei?

10.20 Uhr

Wir starten gleich mal mit beeindruckenden Zahlen: Beim Spiel der SV Helios Dresden II gegen TSV Cossebaude II steht heute Uwe an der Linie. Es ist sein 1378. Spiel beim Stadtverband Fußball Dresden. Ref Goals.

10.24 Uhr

Ansonsten in Dresden bislang eher wenig los. Ist ja auch noch früh. Der Ordner ist dennoch bestens gerüstet für potenzielle Störer, Hools und andere sogannte Fans und hat die Kabelninder schon griffbereit. Vielleicht will aber auch einfach nur das Tornetz geflickt werden, wer weiß. 

10.28 Uhr

Derweil gerade live drüben bei Facebook: Die Kollegen Ahrens und Dinkelaker mit einem Themenfrühstück Spezial: Max ab!

10.36 Uhr

Aufatmen beim TSV Merching: Stürmer Simon Sonntag darf auflaufen, hat den Medizincheck bestanden. Beziehungsweise die Polizeikontrolle auf dem Weg zum Platz. »0,0 Promille, Glück gehabt...« Umso beachtlicher wird diese Leistung, bedenkt man, dass der Kapitän gestern seinen Geburtstag gefeiert hat.

10.42 Uhr

Wer sagt Louis van Gaal, dass er ganz schnell nach Aschaffenburg muss? Denn: Beim Spiel der U9 von Teutonia Obernau gegen Viktoria Aschaffenburg: Einlaufmuttis. Eine dicke Kuss von die Trainer!

10.48 Uhr

Amateurfußballer mit Supernamen:

10.54 Uhr

Kollege Finger wird derweil im Südwesten Berlins zum Scout umgeschult, er solle unbedingt auf den Zehner von Stern 1900 achten: »Schreib, dass das ein ganz Großer wird. Real Madrid und alles!«, flüstert ihm ein Mann an der Kasse zu. Um danach, wahrscheinlich beiläufig, eine kleine Info hinterherzuschieben: »Ist nämlich mein Sohn...«

11.01 Uhr

Nennt mich nicht mehr ganz zeitgemäß, aber ich habe heute gelernt, wie ich Memes selber basteln kann. Und, nun ja, da müssen wir jetzt alle gemeinsam durch. 

11.03 Uhr

...

11.04 Uhr

Kommen wir nun zu den Aufstellungen: 

11.05 Uhr

Die beste Ausrede, nicht zu duschen, kommt heute aus Augsburg: »Kein Kleingeld dabei...«

11.06 Uhr

Sind übrigens froh, dass wir heute mit dem Hashtag #tagderamateure alle eure Bilder, Videos, Fundstücke und besten Aussagen vom Geschehen sammeln können. Hatten erst Sorge, dass der Bundeskongress der Jungen Union uns den noch wegschnappt.

11.09 Uhr

Zurück zum Geschehen: Verteidiger von Dobritz mäht den Stürmer von Striesen um. Torhüter: »Das ist Körpersprache!«. Eh klar. 

11.12 Uhr

Keine Ahnung, warum uns grade ein Arturo-Vidal-Aggressive-Leader-Iro wächst, aber vielleicht liegt's ja an der Kabinenprädigt in Berlin: »Genießt die Atmosphäre, genießt den Tag! Schaut euch das an, 11FREUNDE sind hier. Die wollen euch sehen, nicht TeBe! Bringt das auf den Platz, zerreißt euch für eure Freunde, eure Familie, für den Fußball!« 

11.17 Uhr

Es ist noch nicht mal 12:00 Uhr, und Kollegin Esser kommt jetzt schon mit dem Spitznamen des Tages um die Ecke. Gestatten, Torwart Trosch, Cosmos-Bonn, genannt: der Teacher. 

11.20 Uhr

In Steglitz besinnt man sich aufs Wesentliche: »So Männer, auf geht‘s, Fußballspielen!« Später, wenn es dann nicht läuft wie gewünscht wahrscheinlich gefolgt vom Klassiker: »Fangt doch mal an Fußball zu spielen!«

11.21 Uhr

Kleiner Nachtrag zu 11.09 Uhr. Denn Geschichten wie diese erinnern mich immer an einen ehemaligen Mitspieler. Der Junge war so hart, dass wir selbst bei den Trainingsspielen genaustens drauf geachtet haben, mit ihm in einer Mannschaft zu spielen (ansonsten: Aua). Jedenfalls ging der Kollege in der A-Jugend(!) zu einem Pressschlag und brach dabei seinem unglücklichen Gegenspieler sowohl Schien- als auch Wadenbein (und das angeblich doppelt). Alle in Aufregung, viele Tränen, Krankenwagen kam, wir zu unserem Mann: »Junge, willst du dich nicht mal entschuldigen? Das Bein ist durch...« Seine Reaktion: »Nö, der is' mir vorhin schon aufgefallen! Hat sich nicht ordentlich warmgemacht, dann darf er sich nicht wundern.« Alle stumm. Der Kollege arbeitet heute, habe ich gehört, professionell als Baumfäller. Keine Pointe.

11.23 Uhr

Einer geht noch.
Wenn in den Semesterferien (Februar und März) plötzlich alle Studenten fehlen...

11.25 Uhr

Sehr nett übrigens auch von Innenminister Seehofer, dass er den Tag der Amateure gestern schon mit einer flammenden Rede über Ballerspiele eingeläutet hat...

11.27 Uhr

Prominente Unterstützung haben wir heute übrigens für unser Hauptevent bei Polar Pinguin gewonnen. Rollo Fuhrmann hat sich angekündigt und, so haben wir gehört, er erlebt bisher einen fantastischen Vormittag. Glücklicherweise ist es erst der siebte Spieltag und Polar Pinguin II nur Tabellendritter. Sonst hätte Rollo heute noch jemanden zum Meister erklärt...

 

11.32 Uhr

Wo wohl all die L-Hosen sind, die heute in deutschen Amateur-Umkleidekabinen fehlen werden?

11.35 Uhr

Was man am Tag der Amateure auch machen kann: Mietschulden eintreiben. So berichtet Kollege Volpers aus Augsburg: Ein aufgebrachter Gast kommt vorbei und fragt nach einem Spieler: »Der spielt doch bei euch. Ich erreiche den nicht. Der hat bei uns gewohnt und schuldet mir drei Monatsmieten. Ich hab den seit Ostern nicht gesehen!«

11.36 Uhr

Interessante Coaching-Haltung vom Co-Trainer der SpVg Frechen II. Was man auf der Pierre-Littbarski-Berufsschule so alles lernt...

11.42 Uhr

Warum wir den Amateurfußball lieben, Staffel 3, Folge 73: Beim Gegentor nach Schema F vom Trainer angeschnauzt werden. Siehe: ETV Hamburg. 

11.46 Uhr

Bei Kollege Volpers, heute zu Gast beim Spiel zwischen TJKV Augsburg und dem TSV Merching 2 (Spielstand 4:2), läuft bereits die 78. Minute. Was (so jedenfall unsere Erfahrung mit Kreisliga-Schiris) auch bedeutet: Es könnte jeden Moment vorbei sein. 

11.53 Uhr

Stark: TeBe-Fans setzen sich dafür ein, dass Ascheplätze endlich von der Bildfläche verschwinden. 

11.54 Uhr

Wir wollen diesen Tag auch nutzen, um all den Spieler-Omas, die heute mit ihren 70. Geburtstagen für all die Absage-Ausreden ihrer Enkel herhalten müssen, von der 11FREUNDE-Redaktion aus recht herzlichen Glückwunsch zu wünschen. Alles, alles Gute!

11.55 Uhr

An dieser Stelle eine kurze Würdigung eines für den Amateurfußball unverzichtbaren Staudengewächses: Denn in diesem Moment verschwinden wahrscheinlich gerade hunderte - vielleicht sogar tausende - Bananen in den alkoholausdünstenden Mündern deutscher Kreisligaspieler. In der selbstbetrügerischen Hoffnung, dass die paar Kohlenhydrate irgendwie dabei helfen mögen, die anstehenden 90 Minuten ohne Krämpfe zu überstehen. Also, liebe Banane, nimm es uns nicht krumm: Danke!

12.02 Uhr

Die U9 von Obernau hat vielleicht heute 0:10 gegen Viktoria Aschaffenburg verloren, kennt sonst aber alle Tricks. Trick 43: Dem kleinen Bruder die Popcorn-Tüte aus der Hand schießen und dann mit den Kumpels das auf dem Rasen verstreute Popcorn futtern. Die Einlaufmuttis stoßen derweil mit Sekt an: »Auf das Debakel!«

12.04 Uhr

Aber nach wenigen Stunden wird auch klar: Der Tag der Amateure, das bedeutet nicht nur ausgelassene Feierei des unterklassigen Fußballs, nicht nur große Gefühle, Kabinenansprachen und ein bisschen Erotik. Tag der Amateure bedeutet auch, die hässlichen Szenen abzubilden. Die, die eigentlich keiner sehen will. Bilder wie eben diese:
 

12.08 Uhr

Falls wer noch das perfekte Geschenk für einen Tag-der-Amateure-Teilnehmer sucht, wie wäre es denn mit diesem praktischen Hinweis-Feuerzeug? 

(Quelle: »dortmunderisch«)

12.12 Uhr

Falls dieser Ticker gleich endet, wundert euch bitte nicht, wir sind auf dem Weg nach Hordel. Denn dort hat der Stadionsprecher gerade die Preise für das heutige Gewinnspiel verkündet: 1.) Wochenende mit einem VW-Cabrio, 2.) Hilti-Bohrhammer, 3.) Matchworn-Trikot von Dariusz Wosz(!). Belegt einen beachtlichen vierten Platz: der Ticker. 


Stadionsprecher und 11FREUNDE-Abonnent Axel. 

12.15 Uhr

Zeit für eine kleine Runde Familienduell.
100 Leute haben wir gefragt: Nennen Sie einen Satz, der genau so vor jedem, also wirklich jedem Kreisliga-Spiel in jeder, also wirklich jeder Kabine Deutschlands fällt.
- »Wer hat die Wertsachen-Tasche?« (11 Antworten)
- »Können wir nicht mit den Lang-Arm-Trikots spielen?« (17 Antworten)
- »Hat einer Tape dabei?« (25 Antworten)
- »Gehen wir noch mal rein?«  (Top-Antwort, 47 Antworten) 

12.19 Uhr

Grüße gehen raus an meinen Kumpel Sascha, der vor wenigen Augenblicken erfahren hat, dass er beim Spiel des FC Neuruhrort II gegen den LFC Laer heute die Ehre hat, das Tor zu hüten. Bisherige Spiele im Tor: Null.

12.22 Uhr

Kollege Finger, beruhigend:
»Stern ist für ein mögliches Elfmeterschießen bestens vorbereitet.«

12.27 Uhr

In Göritzhain hält man es mit Rudi Assauer: »Nur gucken, ne andadschn!!!«

12.28 Uhr

Dass diese neumodischen Erfindungen wie ein Ball-Sponsor-Haltedings auf den Amateurfußball übertragen werden... finde ich einfach sensationell! 

12.30 Uhr

Zum Tag der Amateure haben wir viele prominente Gäste eingeladen. Peter Neururer macht mit, Dr. Markus Merk auch. Von manchen bekannten Zuschauern wussten wir aber selbst nichts. In diesem Sinne, herzlich Willkommen... Mike Werner. 

12.35 Uhr

Spektakuläres Field-Interview mit Null-Promille-Stürmer Simon Sonntag vom TSV Merching 2, bei dem es gar nicht so sehr um das gewonnene Spiel, sondern viel mehr um den etwas vermaledeiten Anfahrts-Weg geht (Stichwort: Polizeikontrolle). Lieblingssequenz: 

»Simon, wie war das heute Morgen?«
»War scheiße!«

12.44 Uhr

Tote Hose in Göritzhain. Auf die Frage, was es mit den Buchsen auf sich hat, erfährt Kollege Albrecht: »Das hat unsere Deko-Queen anlässlich unseres 70-jährigen Vereinsjubiläums im August gemacht und wir haben das einfach stehen lassen.«

12.44 Uhr

Vor dem Nachbarschaftsduell des SC 1894 Siegelbach gegen den SV Mölschbach findet das eigentliche Highlight statt. Die Frauenmannschaft des Gastgebers empfängt den TuS Wörrstadt, Deutscher Meister(!) von 1974. Beide Mannschaften zählen zu den Pionieren des Frauenfußball und feierten jüngst ihr 50-jähriges Bestehen. 

11.46 Uhr

Schaue mir das Video von Simon Sonntag (11:35 Uhr) gerade zum achten Mal an, weil mir ein Gefühl, dem ich zunächst gar keine Worte geben konnte, keine Ruhe ließ. Eine Ahnung, dass in der von Simon Sonntag geschilderten Erzählung mehr drin steckt, als man auf den ersten Blick erkennen kann. Und dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Lieber Simon, das war Schikane! Der Polizist, der dich kontrollierte, muss ein Fanboy gewesen sein!

12.47 Uhr

Weil der Verein ja schließlich Bierstadt heißt, haben sich drei Jungs aus der Zweiten kurzerhand dazu entschlossen, einfach selbst ein klub-eigenes Bier zu brauen. Das »Bierstadter Gold« wird im Vereinseim und bei Mannschaftsfeiern bereits ausgeschenkt und kommt »hervorragend an«. Was allerdings, nun ja, bisher auch für jedes andere Bier galt. 

12.51 Uhr

Moni, die gute Seele aus Bierstadt, kommt jeden Tag ins Vereinsheim, um die Tabellen aktuell zu halten. Das Ergebnis: Das wahrscheinlich tollste Foto für alle Liebhaber von 10.000-Teile-Puzzles, unlösbaren Sudokus und Statistiken aus Absurdistan.

 

12.53 Uhr

Sommermärchen an einem goldenen Oktobertag für den SSC Südwest? In Steglitz sind alle Nostalgie-Knöpfe gedrückt.

12.55 Uhr

Die einen würden sagen: Extrem süße Aktion von den Eltern der Obernauer U9, ihren Sprösslingen eine Spezial-Ausgabe im 11FREUNDE-Look zu gestalten.
Die anderen (wir) würden sagen: Anzeige ist raus!

12.57 Uhr

Fantastische Traineransprache auch bei Germania Lamme 3 gegen SC Olympia/Leoni 2. Coach: »Ich hab jetzt keinen Bock auf die dritte Niederlage gegen diese Idiotentruppe - ohne zu wissen, warum!« Und noch ein heißer Tipp für den Stürmer: »Alex, denk vorm Tor nicht nach... wie immer!«

13 Uhr

1. Minute in Bierstadt: Keeper Pascal liegt nach einem Zusammenprall am Boden und muss behandelt werden. Das sieht nicht gut aus. Da hilft nur Eisspray, schreibt Jonas, unser Mann vor Ort. Die 11FREUNDE-Medizinabteilung (Praktikum bei Dr. Sommer) meint: Vielleicht nicht die beste Idee, so auf der offenen Fleischwunde. 

13.04 Uhr

Kollege Rathfelder kommt mit einem Klassiker aus Westercelle um die Ecke: »Klar besser bislang unser VfL« - angepfiffen wurde noch nicht.

13.07 Uhr

Kollegin Esser berichtet vom heutigen Deeskalationstraining in Bonn: Kurze Rangelei auf dem Feld, keiner schreitet ein. Bis gerufen wird: »Komm lass den, der hat ne Brille.« Rangelei beendet.

13:08 Uhr

In Westercelle beschreiten die Mannschaften den Platz. Unter der Musik von »VfL ist mein Verein, Westercelle muss es sein«. Und irgendwo verdrücken HP Baxxter und die zwei von Klaus&Klaus Tränen der Rührung. 

13.09 Uhr

Im Tor bei Fortschritt Lunzenau steht heute Pokalheld Sven Mehner, der letztes Jahr in einem Spiel insgesamt vier Elfmeter gehalten hat. Dazu Vereinspräsident Tommy Haeder: „Der hält aber nur so gut, wenn er am Vorabend getrunken hat. Zum Glück war bei uns gestern große 80er und 90er Party, von daher müsste er heute wieder in Topform sein.“

13.11 Uhr

Hier die drei am häufigsten genutzen Einlauf-Songs der deutschen Kreisliga:
3. Fluch der Karibik, Main Theme
2. Fluch der Karibik, Main Theme
1. Fluch der Karibik, Main Theme

13.12 Uhr

»Vollzahler: 6 Euro, Ermäßigt: 4 Euro, die richtige Einstellung: unbezahlbar« Der DJK TuS Hordel kann man nur gratulieren. 

13.15 Uhr

Kollege Marvin Hey meldet sich aus Siegelbach mit diesem fiesen Sanitär-Stillleben. Andererseits: Waschlappen gibt's in der Kreisliga ja eh keine. 

13.22 Uhr

11FREUNDE-Investigativ deckt in Zusammenarbeit mit der SpVg Frechen auf: Reiner Calmund passte früher noch auf Hochkant-Fotos!

13.26 Uhr

Bei Kollegin Schüler-Springorium, heute bei Germania Lamme 3 gegen SC Olympia/Leoni zu Gast, fragt sich manch Zuschauer, ob der Lamme-Trainer sonst bei der Bank arbeitet. Zwei süffisante Falschgeld-Bemerkungen an die eigenen Spieler innerhalb von nur fünf Minuten: 
»Du stehst da wie Falschgeld!«
»Ihr lauft rum wie Falschgeld!«

13.30 Uhr

Brenzliche Situation für Kollege Volpers, der den Standort innerhalb Augsburgs gewechselt hat, um sich jetzt auch noch die Partie SV Polizei Augsburg – FC Hochzoll zu geben – und der von einem FCH-Verantwortlichen gleich mal gewarnt wird: »Das Polizeipräsidium ist direkt nebenan, also nicht öffentlich kiffen!«

13.39 Uhr

Beeindruckend: Die Ultras vom SV Fortschritt Lunzenau haben sogar einen eigenen Fanmarsch zum Auswärtsspiel in Göritzhain organisiert. Wenn man an die Szenen der RB-Fans in Lissabon denkt, könnte man sogar sagen: Champions-League-reif!

13.51 Uhr

»Ich hab keine Lust, jetzt schon nach 20 Minuten zu wechseln“, knurrt Lammen-Trainer Sebastian Schultz, der trotz 1:0-Führung  überhaupt nicht zufrieden ist mit dem Auftritt seiner Mannschaft. Den darauf folgenden, etwas zu frech geratenen Kommentar eines Ersatzspielers bügelt er souverän ab: »Du kommst eh nicht rein. Du nervst mich schon wieder. Man merkt so, dass dein Vater Politiker ist!«

13.58 Uhr

Freizeit-Paparazzo Uli Hesse mit leichter Beute in Hordel: »Klar kannze Fotto machen. Wennz schön werden soll, dann lass den Kopp wech.«

 

14.10 Uhr

Hier die VIP-Tribüne in Obernau. Für den aktuellen Spielstand zuständig: Robin aus der ersten Mannschaft. Denn: Kreuzbandriss, OP vor drei Tagen. #ComebackstrongerRobin

14.18 Uhr

Traurig, dass heutzutage kein Hund mehr die Fußballschuhe auffrisst...

(twitter.com/keviniesmus)

14.19 Uhr

Da kein 11Freunde-Ticker ohne einen Namenswitz auskommen darf: die Nikes vom Lunzenauer Kapitän Uwe Sparschuh waren gar nicht so billig.

14.23 Uhr

Stop Press, stop TdA, stop Everything! SENSATION in Hordel! Jiri Nemec kann sprechen. Er will sich nicht fotografieren lassen, aber er spricht. Er sagt: »Asa kommt nicht. Ich kenne ihn. Oder haben die gestern gewonnen? Dann kommt er.« Schalke II hat gestern gewonnen. Puh, Glück gehabt.

14.27 Uhr

Gleich kommt Mario Basler vorbei und macht das Ding voll: 

14.31 Uhr

Reporter Tolu meldet sich aus dem Wilden Ostwestfalen. Das Motto beim FC Gütersloh heute: »Komm als Cowboy vorbei und der Eintritt ist frei«. Wer Cowboyhut, -weste oder -stiefel in Kombination mit einem Fanartikel des FC Gütersloh trägt, muss nicht zahlen. Eine Anspielung auf den 70er-Jahre-Hit »Der letzte Cowboy kommt aus Güterloh«, der hier vor jeder Partie gespielt wird.

14.34 Uhr

Sven Demandt, Rekordtorschütze der eingleisigen 2. Liga, trainiert mittlerweile die SpVg Frechen 20. Und warum das ganz großartig ist, erklärt er uns hier: 

14.39 Uhr

Grüße an dieser Stelle übrigens auch nach ganz oben und ein ganz herzliches Dankeschön dafür, dass es Petrus an diesem Tag der Amateure so gut mit uns meint. Oder um es mit einem Bierstädter Zuschauer zu sagen: »Schon Wahnsinn: 24 Grad und Sonne - und das am 13. Oktober. Es lebe der Klimawandel!« Die ungewohnten Temperaturen sorgen für die ein oder andere Trinkpause - auf dem Platz und auf der Tribüne. »Wer braucht 'ne Molle?«

14.46 Uhr

Der Ton in Lamme wird immer rauer. Immer mehr Spieler werden umgenietet. Das gefällt den Lamme-Fans gar nicht. »Das war Körpereinsatz!« verteidigt sich der SG Olympia/Leoni Spieler. »Was für ein Körper, du hast doch gar keinen! (Kurze Pause) Ein Kadaver ist das!«

14.47 Uhr

Was für Szenen bei Polar Punguin: Der Außenseiter gewinnt das Pokalspiel gegen Gropiusstadt mit 3:2. Alle liegen sich in den Armen. »Berlin, Berlin wir bleiben in Berlin«, skandieren die Fans. Rollo Fuhrmann vergleicht den Sieg mit der Schalker Meisterschaft. Polar Pinguin - Pokalsieger der Herzen.

14.53 Uhr

Kollege Volpers lässt sich bereitwillig von der Kalauer-Atmosphäre in Augsburg (SV Polizei Augsburg läuft zu »Sound of da Police« ein) anstecken: »Polizei SV übrigens überraschend nicht in Adidas-Spielkleidung. Dabei kommen die doch sonst immer mit drei Streifen...«

14.55 Uhr

Berliner Herzlichkeit, so erlebt von Reporter Wolgemuth, den es heute zum SSC Südwest nach Berlin verschlagen hat: Alter Mann mit Rolator möchte sich an den Spielfeldrand setzen, Bratwurst schmatzender Mann, 30 Jahre jünger, schickt ihn mit den Worten »Junger Mann, hier bitte nicht. Danke!« weg. Ist das noch unfreundlich oder schon authentisch?

15.03 Uhr

In Hordel ist Gerald Asamoah zu Gast! Der Ex-Nationalspieler hat auch gleich einen alten Bekannten getroffen und mit 11FREUNDE gesprochen. Und was sollen wir sagen? So wie »Asa« über den Amateurfußball spricht, wollen wir uns am liebsten die Schienbeinschoner überziehen und auf den Platz rennen. 

15.06 Uhr

Der FC Gütersloh präsentierte sich schon zu früheren Zweitligazeiten im Stile eines Amateurvereins. Stadionsprecher Rolf erinnert sich: »Beim Flutlichteinweihungsspiel ist das Flutlicht ausgefallen.«

15.11 Uhr

Im Profifußball sucht man immer man polyvalenten Spielertypen. Wir präsentieren: Sven Kühnel, in Halbzeit Eins im Sturm bei Göritzhain, jetzt im Tor. Co-Trainer hinter dem Tor zu ihm: »Denk dran Svenni, jetz kannst‘n in de Hand nehm!« 

15.15 Uhr

Wir wollen nicht despektierlich klingen, aber es kann doch kein Zufall sein, dass Rafael van der Vaart sein Abschiedsspiel ausgerechnet auf den Tag der Amateure gelegt hat. 

15.18 Uhr

Kollege Hesse meldet sich mit einem Update aus Hordel. Langer Ball auf Schürens Rechtsaußen. Hordels Linksverteidiger trabt hinterher und ruft »Den kanna nich.« Der Ball kommt runter, die Annahme misslingt, das Leder geht ins Aus. Hordels Verteidiger murmelt: »Sach ich doch« und wirft ein.

15.27 Uhr

Bei der SG Walluf, heute zu Gast beim FC Bierstadt, läuft übrigens Drittliga-Legende Alf Mintzel auf. War früher bei Wehen ja eher Typ Wadenbeißer auf der linken Außenbahn, spielt jetz aber selbstverständlich auf der Zehn. Letzte Woche hat er laut mehreren Berichten der Zuschauer ein Sahnetor von der Mittellinie erzielt. Dieses Kunststück hatte er bereits in der Halbzeit angekündigt. »Der Keeper steht zu weit vorne. Ich versuche das mal«.

15.28 Uhr

»Ich will nicht, dass ihr nur wegen eines scheiß Livetickers zweimal links und rechts spielt!«, redet Mölschbach-Trainer Patrik Schäffler seinen Jungs kurz vor Anpfiff noch mal ins Gewissen. Und wir wollen bitteschön nicht scheiß Liveticker geschimpft werden! 

15.31 Uhr

Leckerbissen für Germanistikstudenten: Auf dem Feld schmeißt ein Spieler des SV Schermbeck nach einem Pfiff des Schiris den Ball weg. Gütersloh-Fan dazu: »Werf ihn doch noch weiter weg, du Arschloch!« Typ neben ihm: »Wirf.«

15.34 Uhr

Die Verantwortlichen in Hordel schätzen die Zuschauerzahl auf 6-700. Dem Trainer wären weniger lieber. »Das geht mir so so auf den Sack, dass heute jeder Scheiß kommentiert wird hier«, brüllt er, als das Publikum die zweite Torwartunsicherheit innerhalb von fünf Minuten eher kritisch sieht. 0:0.

15.40 Uhr

Kurz zwischendurch, weil wichtig: Die Gamer-Szene hat mit dem Terroranschlag von Halle ungefähr so viel zu tun wie das Verschiebe-Verhalten des durchschnittlichen Kreisliga-Abwehrchefs mit der Fußball-Idealvorstellung von Pep Guardiola. Punkt. 

15.41 Uhr

In Göritzhain feuert man die Mannschaft derart lautstark mit: „RO-RO-ROTATION!“ an, Ottmar Hitzfeld hätte eine Träne im Auge. Und es wirkt: Tor zum 2:2, 80. Minute. Verlängerung in Sicht.

15.46 Uhr

11FREUNDE-Chefscout Marvin Hey hat in Siegelbach ein großes Meckerrentner-Talent aufgetan. Körperhaltung wie bei den Großen, auch die Joggingplinte gibt Pluspunkte. Jetzt noch die Plastikflasche durch Rauchwaren ersetzen und ein herzhaft krakeeltes »Der hat schon Gelb« und der Junge ist auf einem richtig guten Weg.

15.48 Uhr

Patrick Nemec, Sechser bei der DJK TuS Hordel und Sohn des großen Schweigers, sieht derweil Gelb. Nun sorgt sich die Bank. Weil: »Der Paddy quasselt gerne mal mit dem Schiri.« Kein Scherz.

15.52 Uhr

Gütersloh-Fan Markus (aus Gründen erscheint an dieser Stelle kein Foto) heute in handsigniertem Ansgar-Brinkmann-Trikot im Heidewaldstadion. Wobei die offizielle Sprachregelung anders lautet, denn offiziell räumt er gerade seine Bude auf. »Mit meiner Freundin war wegen Fußball schon mal fünf Jahre Schluss. Die darf  nicht wissen, dass ich heute hier bin, sonst kriege ich einen aufn Kopp.« 

15.57 Uhr

Kollege Volpers meldet sich mit einem Fazit aus Augsburg: Nicht der 6:2-Sieg des FC Hochzoll sei dort der eigentliche Erfolg, sondern die überraschende Ankündigung des Torwarts nach dem Spiel: »Ey Coach, am Donnerstag schaffe ich es eventuell ins Training!«

16.01 Uhr

Suderwichs Vereinslegende Willi wie jeden Sonntag auf seinem Stammplatz an der Eckfahne. Hat in den 70ern Tribüne und Flutlichtmasten selbst mitaufgebaut. Sein traurigstes Erlebnis im ganzen Leben(!): Als sein bester Mitspieler und Freund, Karl Schroth, dem Lockruf des Geldes folgte und Ende der 60er zum Konkurrenten wechselte. »Ab da wusste ich, dass es nicht mehr dasselbe war. Ich habe tagelang in der Kneipe bei Maria geweint. Der angesprochene Karl, 100 Meter weiter rechts postiert, nur lapidar: »Da haben noch mehr geweint.« Die beiden sehen sich heute noch wöchentlich in der Sauna. Der Wechsel ist mittlerweile kein Thema mehr.


16.00 Uhr

Deutsche Oli Kahn... (gesehen in Göritzhain)

16.08 Uhr

Inzwischen Galgenhumor in Obernau: Ein Zuschauer kommt vom Bierholen zurück, fragt: »Hab ich was verpasst?« Die Antwort: herzhaftes Gelächter auf den Bierbänken.

16.11 Uhr

Bei Germania Lamme lässt man sich von einer Niederlage nicht den Nachmittag kaputt machen: »Wenn wir schon nicht gewonnen haben, mach‘ ich jetzt wenigstens noch was für meinen Teint.«

 

16.12 Uhr

Bitte nicht wundern, falls ihr von irgendwoher ein penetrantes Wecker-Gepiepe hört. Schließlich ist grade auf vielen, vielen Plätzen der Republik Halbzeit, und, wenn wir die Trainer richtig verstehen, dann haben viele, viele Mannschaften die erste Halbzeit komplett verschlafen...

16.18 Uhr

Der FC Hochdorf hat gewonnen. Doch mitten in die Kabinenparty kracht die böse Botschaft: Die Zweite hat verloren - 0:15! Die Reaktion der Männer? Die einzig richtige... 

16.20 Uhr

In Suderwich, berichtet Reporter Schwarzhoff, hat der Stadionsprecher den großen Peter Neururer übrigens vor wenigen Minuten als ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichter vorgestellt. Autsch. Empörtes Geschrei auch in der 11FREUNDE-Redaktion. »So hoch hat der doch nie gepfiffen!!!«

16.28 Uhr

»Komm Schultzen, wir geben dir alle 'nen Zehner für den nächsten Urlaub!« schlägt Björn Adlung seinem Trainer vor und klopft ihm aufmunternd auf die Schulter. Keine Sorge, die Urlaubs-Verordnung gibt es nicht aufgrund eines drohenden Burnouts: aber die Mannschaft hat die letzten drei Spiele gewonnen. Genau da war »Schultzen« im Urlaub...

16.29 Uhr

Bilder, die nun wirklich niemand sehen will:

16.37 Uhr

Die nächste Verletzung, die nicht mal Kühlspray wieder richten kann: Olchings Außenverteidiger liegt nach einem Foul seit einer Minute schreiend auf dem Boden und hält sich das Knie. Unvermeidlicher Kommentar von draußen: »Schiri, das war gar nichts!!!« Und das obwohl alle morgen wieder arbeiten müssen...

16.42 Uhr

Wie man gescheiterte Flirts in Gütersloher Clubs demnächst noch gekonnt retten kann: »Hey Süße, bist du die Hintermannschaft vom SV Schermbeck oder warum ziehst du dich so weit zurück?«

16.40 Uhr

Weitere, wunderbare Schnurre aus Gütersloh: Als vor ziemlich genau 30 Jahren der VfB Stuttgart in der zweiten Runde des DFB-Pokals zu Gast in Ostwestfalen war, ließen die Gütersloher zur Feier des Tages einen Heißluftballon vom Platz aus hochsteigen. Als man den Bulli, der den Ballon ins Stadion gebracht hatte, zum Anpfiff wieder vom Spielfeld fahren wollte, kam die schockierende Erkenntnis: Der Zündschlüssel des Wagens schwebte im Heißluftballon über Gütersloh. So ist es zumindest überliefert. Doch Stadionsprecher Rolf weiß: »Der Schlüssel war gar nicht im Ballon, sondern im Handschuhfach. Da hat nur keiner nachgeguckt.« Ende der Geschichte jedenfalls: Guido Buchwald, Maurizio Gaudino, Michael Fronzeck und andere mussten das Auto vom Platz schieben.

16.42 Uhr

Eine Minute früher ist hingegen ausgeschlossen. 

(via twitter.com/max_imi_lian_s)

16.44 Uhr

Die 15:00-Uhr-Spiele neigen sich dem Ende entgegen. Im Bild: Die Taktik jeder einzelnen zurückliegenden Kreisliga-Truppe.

16.47 Uhr

Robin (4) fragt seine Mutter gerade, ob der Torwart wirklich erst ein Jahr alt sei. Die erklärt ihm, dass die Rückennumer nicht zwangsläufig mit dem Alter eines Spielers korrespondieren muss.

16.52 Uhr

Die letzte zehn Minuten brechen in Siegelbach an, immer noch 1:1 und damit zu wenig für beide Mannschaften. Das Spiel wird zunehmend hektischer. Entsprechend kommen Ratschläge wie von Oma beim Anblick unserer Socken: »Löcher stopfen! Löcher stopfen!«

17.04 Uhr

Spielende in Gütersloh. Nur 0:0 gegen Schermbeck. Warum es nicht für einen Sieg reichte? »Ja weil die zu doof sind.«

17.06 Uhr

Noch was Freches aus Frechen: Frechens Ehrenmitglied Karl Lambertin schoss mit 44 Jahren das zwischenzeitliche 1:1 gegen den Bünder SV und ist damit der älteste DFB-Pokal-Torschütze aller Zeiten. Anschließend spielte er noch weitere fünf Jahre als Frechens Libero, bis er mit 49 Jahren beim Verbandsligaspiel gegen gegen den VfR Übach-Palenberg dem Schiedsrichter in den Hintern trat und daraufhin seine Karriere beendete.

17.21 Uhr

Alle heutigen Spiele sind rum. Was uns die Zeit lässt, auf drei mögliche Szenarien für das Dienstags-Training zu blicken.
- Variante 1: Die Mannschaft war heute erfolgreich.
Lockeres Eck zu Trainingsbeginn, danach viele Spielformen, die Mannschaft zieht mit, alle haben gute Laune (nur der chronisch-knurrige Co-Trainer warnt vor Überheblichkeit), man plauscht über die Kabinenfeier nach dem Sieg und über Matze, der ja eigentlich nur ein Bier trinken wollte, am Ende aber doch wieder das Vereinsheim zuschloss, und, so konnte man es seinen kryptischen Whatsapp-Nachrichten entnehmen, noch in irgendeiner Spelunke gelandet ist, Montagfrüh verpennt hat und jetzt wieder Nachtschichten schieben muss. Von 22 Mann im Kader sind 21 anwesend. Nur Matze fehlt.
- Variante 2: Die Mannschaft hat unentschieden gespielt oder knapp (und unverdient!) verloren
Es wird von der ersten Minute an konzentriert gearbeitet. Die Führungsspieler treiben die Mannschaft an, es gibt anfeuernde Worte und harte Zweikämpfe, nicht alles klappt, aber alle sind mit Leidenschaft dabei. Von 22 Mann im Kader sind 16 anwesend (zwei verletzt, zwei Arbeit, einer, wie immer, unentschuldigt).
- Variante 3: Die Mannschaft hat (schon wieder) total auf den Sack bekommen
Vor Trainingsbeginn versammelt der Trainer die gesamte Mannschaft (von 22 Mann sind sechs anwesend) auf dem Platz. Krisengespräch. Es wird lauter. Die Worte »Ich mach mich wegen euch doch nicht«, »zum« und »Hampelmann« fallen in genau dieser Reihenfolge. Als einer der sechs zu bedenken gibt, dass sie, die sechs Anwesenden, ja eigentlich immer anwesend seien, sich auch Sonntags stets zerreißen würden und folglich am wenigsten für das ganze Schlamassel könnten, verliert der eigentlich längst nicht mehr zurechnungsfähige Co-Trainer die Nerven. Er scheucht den traurigen Haufen 60 Minuten lang quer über den Platz. Ohne Ball. Um etwas Druck vom Kessel zu nehmen, gibt's danach ein Abschlussspiel. Beim ersten Zweikampf mäht der komplett geladene Torwart, der sonst nie bei den Laufeinheiten mitmachen muss, den einzigen fähigen Fußballer um. Er muss mit der Hilfe von zwei Kollegen in die Kabine gebracht werden. Das Training wird abgebrochen. 

17.23 Uhr

Und kurz vor Schluss erzählt euch die Drittliga-Legende Alf Mintzel, warum Amateurfußball immer noch großartig ist: 

17.34 Uhr

Der Nachmittag wird mit Reibeplätzchen und einer Kanne Pils beendet. In Suderwich haben sie nun seit fünf Spielen keine Bude mehr gemacht, dafür aber insgesamt 20 Stück kassiert. Daher das Motto dieses frühen Abends: Kisten machen!

17.44 Uhr

Heimliche Helden des Amateurfußballs sind ja auch diejenigen, die sich jeden Sonntag dazu bereit erklären, den Linienrichter zu geben. Was aber auch durchaus zu einigem Ruhm führen kann. Zum Beispiel, wenn sich beim Freundschaftsspiel zwischen Ecuador und Argentinien der erste Schiedsrichter verletzt und der Linienrichter einspringen muss - und den fantastischen Namen Salvatore Tuttifrutti trägt!

17.49 Uhr

Frust in Gütersloh nach unzähligen verpassten Chancen. Doch Ute und Bärbel haben im »VIP-Raum« derweil ganz andere, gravierendere Probleme. »Irgendwas stimmt mit dem Bier nicht. So sieht doch kein Schaum aus.«

17.56 Uhr

Fazit Neururer zu seinem FC Marl: »In Kombination der Leistung und dem Tabellenplatz zeigt sich die Qualität einer Mannschaft. Sie haben heute schlecht gespielt, sind aber durch das 3:0 weiterhin Tabellenführer. Gute Spiele kann jeder gewinnen. Schlechte Spiele gewinnen nur die Besten. Das Team werde ich verfolgen. Beim entscheidenden Aufstiegsspiel will ich wieder dabei sein.«

18 Uhr

Freunde, der dritte Tag der Amateure ist Geschichte. Und wir können uns nur bedanken: bei euch. Weil ihr die letzten Stunden wieder zu dem gemacht habt, was den Fußball eben ausmacht. Dieser Tag hat nach Gras gerochen, wenn Werner, der kauzige Greenkeeper, was hier Gott sei Dank noch Platzwart genannt wird, zum ersten Mal nach zweieinhalb Jahren den Aufsitzrasenmäher vom befreundeten Gartengerätegroßhändler geholt hat. Dieser Tag hat geschmeckt wie das frischgezapfte Helle aus dem Dorfplatzkiosk, bei dem man sich für 50 Cent noch sechs süße Teile aussuchen darf. Und es hat wehgetan wie die Grätsche auf Meniskushöhe, wenn zuvor der altbekannte Gegenspieler aus dem Nachbardorf mit Hingabe die Eisenstollen spitz gefeilt hatte. Mit einem Wort: Es war großartig! Und also solltet ihr nächste Woche wieder in einem Bundesligastadion stehen - was ja auch schön sein kann, solange man aktuell nicht gerade Fan vom 1. FC Köln ist - und euch an Spielzeiten, Kommerz und teuer-teuer ärgern, dann denkt an heute zurück. Denkt an Manni, den Ordner. Denkt an Moni, die Schiedsrichterin. Denkt an Sepp, den treuen Co-Trainer. Denn die stehen jede Woche dort, wo ihr heute wart. Nächste Woche auch wieder. Und ihr könnt dabei sein. Deshalb: bis bald und auf Wiedersehen!