Liveticker
Borussia Dortmund – Hertha BSC 1:0
Bundesliga

18:00 Uhr

Haar­li­hallo liebe Freun­dinnen und Freunde fre­cher Fri­suren, hairz­lich will­kommen zum Sams­tag­abend­spiel zwi­schen dem Bar­bier­verein Borussia und Hairtha BSC. Wird bestimmt eine haa­rige Ange­le­gen­heit. Für euch an den Scheren: Uli Minipli“ Hesse und Flo­rian Vokuhila“ Nuss­dorfer. Und Tobias Haa­rens. Tschul­di­gung.

18:10 Uhr

Hier übri­gens die Kampf­an­sage zum heu­tigen Spiel von Arne Fried­rich und Bruno Lab­badia:

18:15 Uhr

Bei Hertha fehlen Matheus Cunha und Marvin Plat­ten­hardt. Kol­lege und Hertha-Fan Max Din­kelaker wird vor allem Ers­teren ver­missen. Schließ­lich hat Max sich daheim einen kleinen Schrein ein­ge­richtet, mit lie­be­voll aus­ge­schnit­tenen Zei­tungs­fotos von Cunha und einer Ampulle, in der sich angeb­lich Schweiß des Bra­si­lia­ners befindet. Mich hin­gegen schmerzt es mehr, dass Plat­ten­hardt nicht in der Elf steht. Mit­tel­städt und Plat­ten­hardt“, das hat sowas von Rosen­kranz & Gül­dens­tern. (Falls schon Stu­denten wach sind.)

18:18 Uhr

Apropos Namen. Der ver­län­gerte Arm des Video­schieds­rich­ters heißt heute Harm Osmers. Also, er heißt natür­lich nicht nur heute so. Ihr wisst schon, was ich meine. Wie auch immer: Harm mag ja ein feiner frie­si­scher Vor­name sein, aber ich als Anglist habe immer ein wenig Sorge, wenn Osmers mein Team pfeift.

18:22 Uhr

Hertha ist die zweit­beste Mann­schaft der Corona-Krise“, hat Lothar Mat­thäus vorhin gesagt. Das klingt so nach Kriegs­ge­winnler, war aber wahr­schein­lich als Lob gemeint. Gehen die Gäste am Ende gar als Favorit in diese Partie? Unser Chef per­sön­lich hat ges­tern schließ­lich 0:3 getippt. Und der hat ja immer recht. (Hoffe, er liest das auch, sonst habe ich mir die ganze Mühe umsonst gemacht.)

18:25 Uhr

Das Schöne an diesen Geis­ter­spielen ist ja, dass man mal die Mög­lich­keit – und die Muße – hat, um archi­tek­to­ni­sche Details zu stu­dieren. Jetzt gerade konnte man zum Bei­spiel gut sehen, dass auf der Nord­tri­büne nicht nur Steh­plätze für die Gäs­te­fans sind. Ganz links, an der Grenze zur Nord­west­ecke, ist offenbar noch ein Block, in dem Borussen stehen. Warum ich als Dort­munder das nicht wusste? Na, weil ich das Sta­dion nur voll kenne. Schnief.

18:28 Uhr

Martin Groß hat schon drei Gags über Fri­suren gebracht. Aber noch keinen über die Schuhe von Lothar Mat­thäus. Schaut sie euch bei der Halb­zeit­ana­lyse mal an.

18:29 Uhr

Gleich geht’s los. Mein Tipp: Hertha bleibt im Thema und spielt Vokuhila – vorne Kurz­pässe, hinten Lang­holz.

1.

Anstoß wird aus­ge­führt, sieht gut aus. Oh. Darf man das noch sagen?

2.

Kurzer Blick auf die Dort­munder Bank.

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3.

Damit soll es das aber auch gewesen sein mit den Fri­seur-Gags. Denn ganz ehr­lich, mit dem Fri­seur- ver­hält es sich ja wie mit dem Klo­be­such: Jeder muss mal. Und manchmal geht’s halt daneben.

4.

Und sowieso: Wollen hier nicht alle über einen Kamm scheren.

6.

Tolle Sache: Vla­dimir Darida läuft mit einem Zeit­mess­gerät an den Schnür­sen­keln auf. Damit nebenher seine Mara­thon­zeit gestoppt werden kann. 

9.

Hertha noch immer unge­schlagen seit der Corona-Pause. Und ich will nicht sagen, dass Lab­ba­dias Fuß­ball die Haupt­stadt bewegt, aber die Bilder spre­chen für sich:

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12.

Sky zeigt zum ersten Mal die Real­for­ma­tion. Also so, wie die Spieler von Borussia Dort­mund tat­säch­lich stehen. Und was soll man sagen: So schlecht gestaf­felt sah ich zuletzt elf Men­schen beim Rewe vor der Kasse.

14.

Men­schen­an­samm­lungen sind wieder erlaubt, Restau­rants und Kneipen öffnen wieder. Und hier tasten sich zwei Mann­schaften vor­sichtig ab. Und in 14 Tagen will wieder nie­mand etwas gewusst haben… 

16.

Böser Ver­dacht: Auch Witsels Fri­seurin beachtet Hygie­ne­re­geln nicht! 

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19.

Ist ja jetzt schon das fünfte Spiel, da kann man ja mal ein erstes Zwi­schen­fazit ziehen, wie die ver­schie­denen Bun­des­li­gisten so aus der Pause gekommen sind: 

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22.

Hazard mit einer ersten guten Chance. Doch sein Schuss wie Witze von Oliver Pocher. Ein­fach drüber. 

24.

Nächster Schuss, wieder drüber. Wenn der Dort­munder Fri­seur so unprä­zise gear­beitet hätte, sehen die Dort­munder Jungs jetzt auf dem Kopf mög­li­cher­weise so aus wie wir.

27.

Ibi­sevic und Can ras­seln anein­ander. Und plötz­lich weiß man wieder, wes­halb die Abstands­re­geln eigent­lich auf­ge­stellt wurden. 

28.

Langer Ball auf Luke­bakio, aber der wie wir, wenn wir doch mal wieder ver­su­chen im Club jemanden anzu­spre­chen: viel zu umständ­lich.

30.

Hertha muss schon wech­seln. Dil­rosun geht, Ess­wein kommt. Apropos Ess­wein: Finde ja per­sön­lich Döner­cola viel besser.

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32.

Dreißig Minuten lang stand Lab­badia im Schein der unter­ge­henden Sonne. Fünf­zehn Meter links von ihm musste sich Lulu“ Favre immer wieder die Hand vor die Augen halten, um nicht geblendet zu werden. Wollte ich nur mal sagen.

35.

Bei Sky sind sie jetzt dazu über­ge­gangen, auf der Ton­op­tion Sta­di­on­sound“ mono­tones Getrom­mele laufen zu lassen. Ist kor­rekt, weil: spiel­be­zogen.

38.

Spek­ta­ku­lärer Kut­scher­gruß“ von Witsel. Jetzt weiß man, was die Abstands­re­geln sollen.

40.

Wenn BVB-Fans im Sta­dion wären, würden sie ihr Geld zurück­for­dern. Sozu­sagen als – Ach­tung, Nussi, der ist für dich! – Her­tha­fall­an­trag.

42.

Gut, nach vorne geht so viel wie beim neuen Flug­hafen. Trotzdem kaum zu glauben, dass das die Hertha-Elf sein soll, die im Sommer 2019 in die Saison ging mit Ante Covic. (Oder, wie man ihn seither in Berlin nennt: COVIC-19.)

44.

Gleich ist Pause. Ich habe jetzt schon Angst, und zwar vor diesem Mr. Instinkt aus der betway-Wer­bung. (Gegen diesen Irren ist die Check24-Familie witzig.)

45.

Pause. San­chos Haar­schnitt mag am Ende 10.000 Euro gekostet haben, aber er ist sein Geld wert: Die Frisur sitzt auch bei all dem Gegen­wind, für den Hertha hier sorgt.

19:18 Uhr

Tjoa. Wenig los in Dort­mund. Hat alles irgendwie etwas von einem gemüt­li­chen Nach­mittag im Schre­ber­garten.

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19:20 Uhr

Toll, jetzt sitzt Loddar hin­term Tresen. Ich! Will! Deine! Schuhe! Sehen!

19.21 Uhr

Hertha stellt die Bass­wege zu“ – Lothar Mat­thäus, Akus­tiker. 

19:25 Uhr

Vla­dimir Darida ist übri­gens in der ersten Halb­zeit 7,5 Kilo­meter gelaufen. Da hat Johan Micoud früher 7,5 Spiele für gebraucht! 

19:30

Okay habe die Schuhe von Lothar Mat­thäus gefunden. Internet – Fluch und Segen. 

46.

Weiter geht’s. Oder wie man in Dort­mund sagt: Heit­hair weit­hair!

47.

Hertha hat gewech­selt. Für Luke­bakio ist jetzt Ngankam im Spiel. Oder wie man in Dort­mund sagt: Ngan­kamm. Jaja, wir hören ja schon auf. Wissen auch gar nicht, ob der Gag über­haupt Ngankam. 

50.

Finde es übri­gens eine Frech­heit, dass Hakimi als moderner Außen­ver­tei­diger mit seinem irren Tempo und seiner Flü­gel­stürmer-Atti­tude mit der Rücken­nummer 5“ auf­laufen darf. Die 5 gehört dem Libero! Mit leicht span­nendem Trikot über Plauze. Innen­ver­tei­diger würde ich so gerade noch durch­gehen lassen, aber dieser Der­wisch braucht die 7, meine Mei­nung.

52.

Alter! Bezie­hungs­weise: Haha­ha­haha, was? Hazard spielt Sancho im Straf­raum an, aber der ver­gibt kläg­li­cher als ein jam­mernder Pastor bei der Beichte. 

55.

Es wird etwas tem­pe­ra­ment­voller“. Hof­fent­lich lassen alle ihre Hosen an. 

57.

Ja moin! Tor für Dort­mund! Brandt per Kopf auf Can und der zeigt: er kann nicht nur Eiche rus­tikal, son­dern auch die feine Klinge. War offenbar auch vorher beim Barber. 

60.

Ganz viel Liebe übri­gens für Lothar Mat­thäus, der drüben bei Twitter besser kon­tert als gerade noch der BVB, als Julian Brandt Boyata ein­fach in die Hacken schoss. 

63.

Dort­mund etwas schwung­voller“, sagt Groß. Sie spielen ja jetzt auch auf die Gelbe Wand zu.“ Sollte ein Scherz ein, aber ich weine in mein Kissen.

64.

Schöner Trick von Brandt – und er kriegt Applaus auf offener Szene. Diese Ton­op­tion von Sky ist wirk­lich, wirk­lich spooky.

68.

Reina kommt rein. In Dort­mund steigt der R‑Wert.

70.

Lange erin­nerte das Dopp­spiel an Iser­lohn. Da kam näm­lich eine Band namens Zoff her und die hatte ein Stück, das hieß: Herta kommt nich’.“ Das muss nun anders werden.

73.

Die Fans, die nicht da sind, singen: Wer wird Deut­scher Meister?“ Ja, wer wohl?

75.

Wahr­schein­lich ver­hält es sich so: Zu Beginn waren die Dort­munder ein­fach nur vor­sichtig, weil sie mit feuchten Haaren nicht in den Wind wollten. Heut­zu­tage kriegt man die ja beim Fri­seur immer gewa­schen.

76.

Hakimi mit Tempo!“ Sind die Toi­let­ten­pa­pier­lager noch immer nicht auf­ge­füllt?

78.

Und wäh­rend sich Ess­wein eine Gelbe Karte abholt, beginnt es noch stärker zu regnen. So stark, dass es fast wirkt, als wäre eine neue Sorte Fans in der Arena, die laut­stark und auf ihre Weise Stim­mung machen würden. Regen, quasi die Vuvu­zela der 20er-Jahre. Dinge, die wir nach diesem Tur­nier nicht ver­missen werden.

80.

Mit­tel­städts Quer­pass so ungenau, er könnte in seiner Frei­zeit als Covid19-Test arbeiten.

82.

Kom­plett unwürdig auch, wie hoch­be­zahlte Fuß­ball­profis in einer leeren Arena um Hand­elf­meter flehen und sich streiten und gegen­seitig beschul­digen, nur weil – wie hier – der Ball aus kür­zester Distanz an Boyatas Ell­bogen kam. Wie in einer Knei­pen­schlä­gerei, wenn einer plötz­lich das Licht anma­chen würde. Und alle schlag­artig stock­nüch­tern wären. Ne du, sorry, mein Fehler. 

84.

Dort­mund spielt jetzt auf Zeit. Mit einer Kör­per­hal­tung, als würden sie sich wün­schen, dass die Saison gleich beendet wäre, wenn sie nur gut genug auf Zeit spielen würden.

87.

Natür­lich, nur dass das nicht falsch rüber­kommt, immer noch alles besser als gar kein Fuß­ball. Aber hier sehen ja auch Drei‑, Vier­jäh­rige zu. Die sich jetzt gerade also in diese Sportart ver­lieben sollten. Die wilde Cho­reos sehen und bald mit Papa ins Sta­dion wollen. Die wochen­lang nicht schlafen können, weil sie hoffen, dass sie zum Geburtstag ein Ticket für Mainz gegen Düs­sel­dorf geschenkt bekommen. Oder so. Und die wir nun an, sagen wir mal, das Rhön­rad­fahren zu ver­lieren drohen. Und mein vier­jäh­riges Ich tritt vor lauter Frust in ein Sanyo-Bat­te­rie­mo­dell.

90.

Boyata lässt sich jetzt im geg­ne­ri­schen Straf­raum gegen den Kopf schießen, damit es mit dem Aus­gleich klappt. Damit ziem­lich ähn­lich zu unserem Lie­bes­leben: Am Enga­ge­ment soll’s nicht schei­tern.

90.+2

Noch eine Minute Nach­spiel­zeit. Oder wie man in Leipzig sagen würde: Ne komm, passt schon so.

90.+3

Osmers hat ein Ein­sehen – und pfeift ab. 

20:23 Uhr

Und damit ist’s zu Ende. Dort­mund gewinnt 1:0, hat damit einen großen Satz in Rich­tung Cham­pions League gemacht. Lab­badia gra­tu­liert Favre, bietet ihm, wenn ich das richtig sehe, gleich seinen Mantel für die inter­na­tio­nalen Spiele an. Favre ent­täuscht, wollte Mat­thäus‘ Schuhe haben. In diesem Sinne: Wir machen nen Abgang.