Bayern München

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BVB

Bayern - Dortmund im Liveticker

BOA, was 'ne Party!

Der FC Bayern ist wieder auf Meisterkurs. Weil Borussia Dortmund sich ein Beispiel an Heidenheim nahm - und wie ein Zweitligist auftrat. Geht jetzt ins P1 und schmeißt ne fette, fette Party: der Ticker. 

18.10 Uhr

Freunde! Mia sans. Klingt wie die Schriftart des Super-Duper-Erfolgsmagazins »BOA« (Titelthema: Stripclubs in Atlanta!), ist aber einfach nur falsches bayrisch. Also sowas wie der Nico Kovac der Dialekte. Zumindest wenn man dem Stimmungsbarometer der Bayern-Fans glauben darf, die im Dauerschluckauf dessen Ablösung fordern, weil die Meisterschaft nicht schon seit 13 Jahren entschieden ist. Aber ist doch schön, zum Beispiel für uns, denn so eine spannende Meisterschaft, das ist doch was. Genauso wie so ein Spitzenspiel. Gell? Also: Moin, moin, pöhlen wir mal los.

18.12 Uhr

Geile Vorberichte bei Sky. Erst Ecki Häuser, der Marco Reus trifft, der ihn für Schnittbilder ein bisschen durch Dortmund Brackel laufen lässt, der richtig Zeit hat mit ihm, und der nichts anderes macht am Ende, als diesen Marco Reus vor dem Spiel bei Bayern München zu fragen, wie es denn nun im Kreißsaal war, ob er Angst hatte, bewußtlos zu werden und wie es denn nun im Kreißsaal war. Gut also für alle Spieler, Funktionäre, Unparteiische und Berichterstatter rund um dieses Spiel: die schlechteste Leistung des Tages ist schon verbucht.

18:17 Uhr

Hallo auch von mir. Kollege Behnisch wirkt auf mich ein bisschen angespannt. Ist aber ja auch nur verständlich, denn sollte Dortmund heute gewinnen, wären es schon 16 Punkte auf Gladbach.

18.15 Uhr

Und gleich danach: Patrick Wasserzieher im Interview mit Niko Kovac, nervt ihn mit »harten« Fragen, nervt einfach nur. Soll er doch bitte jemanden fragen, ob er ihm den Kaffee umrührt. Soll er fragen zum Spiel stellen. Aber dieses ganze »War ihre Ansprache nach Heidenheim.., was sagen sie zu Uli Hoeneß..warum sind sie nicht, also sie doch..«. Also, Freunde.

18.18 Uhr

Kommen wir mal zu den Aufstellungen. Hier die der Bayern: Neuer - Kimmich , Süle , Hummels , Alaba - Javi Martinez - Thiago - T. Müller - Gnabry , Coman - Lewandowski

18.19 Uhr

Boateng nicht in der Startelf. Muss noch ein bisschen im P1 aufräumen.

18.20 Uhr

Und Dortmund: Bürki - Piszczek , Akanji , Zagadou , Diallo - Witsel , Delaney - Sancho , Dahoud , Bruun Larsen - Reus

18.21 Uhr

Also zunächst ohne Götze. Der muss der Bank zeigen, dass er besser ist als Messi.

18.22 Uhr

Wenn ich das richtig verstanden habe, ist Lothar Matthäus gerade als US-Präsident zurückgetreten.

18:23 Uhr

Kovac gerade mit Wasserziehr im Infight. »Hören Sie mir auf!« Aber Wasserziehr bohrt immer weiter wie ein kerniger Hausmann, dessen Frau bohrt, während er selbst nur mit dem Staubsauger daneben stehen darf, um an der Bohrstelle zu saugen, damit kein Spahn auf den teuren Flokati gerät.

18:25 Uhr

Möchte an dieser Stelle übrigens ankündigen, dass ich, sollte es zur Halbzeit 0:3 aus Bayern-Sicht stehen, zum Hauptbahnhof laufen und dann nach München fahren werde. Und dann gibt’s heute Nacht Themenfrühstück aus dem P1.

18:26 Uhr

Die Fans des FC Bayern wedeln mit den Stadtfarben Münchens - also Schwarz-Gelb - in den eigenen Fahnen. Ist das schon die weiße Flagge?

18.27 Uhr

Wahnsinn. Patrick Wasserzieher mit seinem letzten Statement vor dem Spiel, sagt: »Ich habe den Eindruck, dass Nico Kovac angespannt ist.« Wahnsinn! Was deckt er als nächstes auf? Dass Robert Lewandowski lieber polnisch spricht? Dass es für einen Sieg drei Punkte gibt? Dass er keine Ahnung hat, warum er diesen Job hat?

18.29 Uhr

Die Dortmunder machen einen etwas, nun ja, schüchternen Eindruck. Wie eine Bande von Schülern, die wochenlang geübt haben, diese Jazz-Dance-Choreo sitzt jetzt aber auch. Und dann kommen sie zur verabredeten Zeit an den verabredeten Ort und stellen fest: Ist ein Autorennen.

1.

Anpfiff. Bis hierhin - das muss man so sagen - ein recht gewöhnliches Fußballspiel.

2.

Nach 22 Sekunden gibt es die ersten Ecke für die Bayern. Nach 52 Sekunden die erste Torchance durch Hummels, dessen Kopfball einen Meter am Tor vorbei geht. Lothar Matthäus tritt als Freistoß-Trainer der Bayern zurück.

3.

Zweite Minute und es wird schon die Gretchenfrage des modernen Fußballs gestellt: »Was sagt Köln?« Diallo gegen Lewandowski im Strafraum, der Stürmer kommt zu Fall. Aber insgesamt gleiches Urteil wie über den VAR: das war nichts.

5.

Alaba beim Einwurf, dirigiert seine Mitspieler, aber auf eine erschreckende Art und Weise. Denn man wird in den ersten Minuten das Gefühl nicht los, dass es die alten Bayern sind, die heute spielen. Die Abgezockten. Die Abgeklärten. Die, die sich über den Fußball wie Ingenieure unterhalten. »Viererkette? Ja gut, da legst du dann das Sechskant an und schweißt den Dübel drüber. Aber musst aufpassen, dass dir der Zerspanner nicht um die Ohren fliegt.« Bis jetzt aber noch wie wir als Handwerker, suchen noch den Werkzeugkasten.

6.

Dortmund hier bisher mit der guten alten Theresa-May-Taktik: hangelt sich von Minute zu Minute.

7.

Und dann suchen sie den Exit aus der Starre, kontern einen Blitz in die Allianz-Arena und lasern den Ball durch Dahoud am Ende doch nur gegen den Pfosten. Womit wir wieder bei Theresa May wären. Schön.

8.

Wenn ich das im Dortmunder Mittelfeld richtig deute, trägt Oliver Kirch heute seine Axel-Witsel-Perücke.

9.

Nochmals zum Pfosten-Konter eben. Was. Für. Eine. Schönheit! Pässe, Drehungen, Tempo - alles drin. Bruun Larsen, Reus und Dahoud. Endlich ein Dreier, der auch mich glücklich macht. Und ein Spielzug, so schön, so Kunst, dass Jackson Pollock vielleicht von den Toten aufersteht. Nur, um eine Copyright-Klage einzureichen.

10.

Und jetzt? TOOOOOR für die Bayern! Mit der nächsten Ecke bekommt Hummels den Ball formgerecht auf den Kopf serviert, er setzt sich gegen Piczczek und Diallo durch, steigt am höchsten und legt den Ball ins lange Eck. 1:0. Bayern im Partymodus. Und da soll noch einer sagen, dass sich Hummels und Boateng nicht verstehen würden.

12.

Nico Kovac bleibt Bayern-Trainer für immer. Stand jetzt.

14.

Ich sag mal so: Gegen Heidenheim stand es nach 14 Minuten auch 1:0 für die Bayern.

16.

Fuss bemängelt jetzt, dass Lewandowski beim Eckball Delaney geschubst hätte. Aber ganz ehrlich, was soll er, schließlich ja auch Arbeitnehmer und somit in der Pflicht, auch sonst machen, wenn er in großen Spielen schon keine Tore schießt.

17.

Dortmund verwaltet souverän den Rückstand. Irgendwer sollten ihnen sagen, dass das hier das Rückspiel ist..

18.

Apropos Heidenheim: Zagadaou eher zweitklassig! Spielt den Querpass in Lewandowskis Füße, Bürki muss rauskommen. Und dann möchte ich gerne mal nachsehen, ob Lewandowskis Stammbaum nicht irgendwo einen Zweig zu Albert Einstein, Thomas Mann und Alexander Graham Bell gleichermaßen enthält. Denn das ist einfach genial! Spitzelt den Ball über Bürki, schießt im Fallen aus 20 Metern direkt aufs Tor und - es passt! 2:0.

19.

Wann wechselt Favre Robert Glatzel ein?

22.

Dortmund hier wie mein Toilettenpapier gestern Nacht um 0:20 Uhr: Komplett von der Rolle. Und Mundabwischen alleine hilft jetzt auch nicht.

24.

DHL wirbt mit dem »Wunschort«. Keine Ahnung, was das ist, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass elf Dortmunder gerade ausfüllen würden: »Völlig egal, nur nicht München«.

25.

Angesichts des Klassenunterschieds muss man sagen: Chapeau Dortmund, dass ihr überhaupt für eine Weile eine Titelchance hattet. Keine Pointe. Leider.

29.

Mein Gott, so überlegen wie die Bayern hier gerade sind, befürchte ich, dass diese Saison einem genialen Plan von Karl-Heinz Rummenigge folgt. Weil auch die Bayern-Vorstandsebene eingesehen hat, dass man nicht jedes Jahr durch die Liga spazieren kann, wenn man ordentlich TV-Geld absahnen will. Da herrscht die gleiche Regel wie beim Gedanken daran, dass die Geissens und die Kelly-Family eine Reality-TV-Show im Big-Brother-Haus bekommen sollten: Das will auf Dauer niemand sehen! Und deshalb haben die Bayern dieses Jahr mal die Handbremse angezogen. Und heute? Heute wird alles überrollt.

27.

Wie David gegen Goliath. Ohne Schleuder.

30.

Lothar Matthäus beendet Astronauten-Karriere.

31.

Bayern so dominant, dass es traurig stimmt. Deshalb kurz was zum Lachen zwischendurch:

32.

Chance für die Bayern. Wieder Ecke, wieder Hummels. Und irgendwo im Breisgau sitzt ein Herr Löw und atmet erleichtert auf: Zum Glück spielen wir ohne Standards.

33.

Gnabry spaziert jetzt durchs Dortmunder Mittelfeld wie einst die Junggesellen über die Prinzregentenstraße. Grüßt ein paar unschuldige Wesen, zeigt vielleicht kurz seine Taschenuhr und rückt seine Monokel zurecht. Herrlich, wenn man sonst keine Arbeit zu verrichten hat.

34.

Ach, es ist ja auch traurig. Da ist dieser Eine. Dieser Marco Reus. Alles, was er macht, selbst jetzt, selbst bei dieser Tracht Prügel, die das Spiel bisher für die Dortmunder ist, alles was er macht also, ist fehlerlos und wunderschön. Und dann sind da die Mitspieler. Als würde Lang Lang die Keyboards bei Pur spielen. Immerhin: Toni Kroos gefällt das.

35.

Und Michael Zorc zuckt zusammen. Irgendeine Stimme hatte ihm gerade im Schatten der Auswechselbank zugeflüstert: »Du, Susi, dass mid dem Ende meiner Drainerkarriere… Spaaaaß!«

37.

»Dortmund jetzt mit leichtem Pressing«, sagt Fuß. Und Marco Reus nimmt unweigerlich die Expertenrolle ein, schwört seine Jungs ein: »Ein- und ausatmen! Ein- und ausatmen! Alles gut, ich schau mal, wo die Schwester bleibt.«

39.

Armer Lucien Favre. 15 Minuten Halbzeitansprache sind sieben Stunden zu wenig.

40.

Zagadou fällt Lewandowski, hindert ihn so auf seinem freien Weg zum Tor. Aber: der Weg wäre noch arg lang gewesen. Die gelbe Karte durch Manuel Gräfe ist also absolut angemessen. Auf der anderen Seite. So wie Zagadou bisher spielt, hätte ihm Gräfe auch gut und gern Schutz-Rot geben können. Als Erlösung.

41.

3:0. Javi Martinez. Maschinez. Der Freistoß nach dem Zagadou-Foul nach Schema-F wie einfach. Einfach lang und geradeaus und auf Thomas Müller. Der mit der Direktabnahme scheitert. Aber der Ball kommt dann über den Doppel-Flipper zu Martinez, der Kroosesk einwinkelt. Schön. Bzw.: Bäh. Und Lothar Matthäus bereut so langsam, heute das Ende seiner Trainer-»Karriere« bekannt gegeben zu haben. Weil: In Dortmund könnte...

42.

4:0. Gnabry. Die Dortmunder Abwehr immerhin umweltfreundlich. Löst sich von selbst auf.

43.

Es wird für Zorc und Watzke natürlich schwer, einen Nachfolger zu präsentieren, der dann noch die Halbzeitansprache halten kann.

44.

So oft, wie der Stadionsprecher gerade zur Feier eines Tores das Flutlicht an- und ausmacht, kann Boateng seine Party auch gleich in der Allianz Arena abhalten.

45.

Bin gespannt, was Patrick Wasserzieher in der Halbzeit zu sagen hat. Tippe auf: »Ich habe den Eindruck, Lucien Favre ist angespannt.«

45.

Behnisch kann sich nicht mehr zusammenreißen, während Hoeneß jubelt, Neuer brüllt, und sich Bayern gegenseitig Luft-füttern: »Oah, ist das eklig! Boah! Ist das eklig!« Und auch ich finde, er sollte das mit der eingewachsenen Blutblase lieber zuhause machen.

45+1

Jetzt erstmal Pause. Oder um es aus Gräfes Sicht zu sagen: Erbarmen.

19.29 Uhr

Knallhart-Ergebnis aus der 11FREUNDE-Recherche-Abteilung (Gründungsdatum: morgen): Wenn man »Zagadou« bei GoogleTranslate eingibt, schlägt GoogleTranslate als Ausgangssprache zunächst »Russisch« und dann »Weißrussisch« vor. Das Ergebnis? Seht und urteilt selbst: Kann das Zufall sein?

19:30 Uhr

Sky zeigt jetzt nochmal alle Szenen der ersten Halbzeit. Und ich erinnere mich urplötzlich an ein Highlight meiner Kindheit auf dem Dorf: die Trecker-Auktionen. Da wurde Hallen gefüllt mit etwas dicklichen Landwirten und ihren dicklichen (ohne etwas) Söhnen, die aber alle Oberhemden nach dem gleichen Prinzip trugen: Je karierter das Hemd, desto größer der Hektar (was zu einer Menge Spaß führte, wenn wir auf Landjugendfeten auftraten, aber das führt zu weit). Jedenfalls schaute sich das Publikum dann belustigt dieses Schauspiel an, wenn fein säuberlich vorbereitet alle zwei Minuten mal wieder etwas vorgeführt wurde.

19.34 Uhr

Unfassbare Szene jetzt. Michael Rummenigge am Mikrofon bei Patrick Wasserzieher. Ist das dieses schwarze Loch? Seht selbst: 

46.

So. Zweite Halbzeit und die Frage: Kann Dortmund noch einmal aus einem 4:0 ein 4:4 machen?

48.

Weigl jetzt für Zagadou im Spiel. Oder wie man in Dortmund angesichts des Spielstands sagen wird: »Glück auf!«

49.

Die Bandenwerbung zeigt »Tipico Cashout bei 1:2« an. Aki Watzke sucht den »Bestätigen«-Button.

51.

Was aber natürlich blöd ist, dieses Ergebnis, dass die ganzen »Experten« heute Abend auf ihr Telefon blicken müssen, das einfach nicht klingeln wird. All die Effenbergs, die Baslers, ja sogar Christian Ziege soll sein Handy aufgeladen haben, um die Bayern endgültig in die Verdammnis zu reden. Und dann? 4:0. Und wer Ex-Dortmunder hören will, die ihren Verein kritisieren, braucht schon die Nummer von Ciro Immobile.

52.

Bayern weiter drückend überlegen. Ballbesitz-Quote laut 11FREUNDE-Datenbank jetzt bei 107 Prozent. Noch fünf Minuten nach diesem Muster, und das Spiel ist ein Fall für die Menschenrechtskonvention. Wegen Folter.

53.

Julian Weigl zieht sich das Trikot hoch. Damit jetzt schon besser als Zagadou.

55.

Behnisch spricht mich gerade auf Keanu Staude und seine eigene Hochzeit an. Nur falls jemand eine Gewissheit brauchte, dass der Tiefpunkt noch lange nicht erreicht ist.

57.

Sehe gerade, dass 20 Leute auf einem uralten Artikel bei 11freunde.de sind. Vermutlich, weil sie sehen, was man immer sieht, wenn man ein Heimspiel der Bayern sieht. Und vermutlich, weil sie sich fragen, was man sich dann immer fragt: Wie ist es eigentlich, Teil des Telekom-T zu sein? Hier kommt die Antwort ---> 

59.

Coman jetzt mit sieben-acht Übersteigern, während Witsel wild mit den Armen rudert, irgendwem irgendwas zu signalisieren, was dieser jemand - so viel ist sicher - ganz falsch verstehen wird. Und dann frage ich mich, ob es nicht sinnvoll wäre, wenn jede Mannschaft so spielen würde wie die Bayern in der 2. Halbzeit. Völlig losgelöst. Nur ein paar Übersteiger, zwischendurch einen Tunnel verteilen und Hacke-Spitze. Weil sie das ja können. Während der Gegner, aus Angst vor der eigenen Courage, am taktischen Korsett festhält. Dann würde der Gegner verschieben, und Deckungen beschatten, und diagonale Kreisläufe laufen. Und man selbst spielt wie aufm Bolzer und legt sich nach drei Ecken den Ball kommentarlos zum Elfmeter hin. Ließe sich so die Bundesliga übertölpeln?

60.

Treffender Kommentar eines Lesers auf Facebook: »Wieso muss Bayern so oft hintereinander gegen einen Zweitligisten?«

62.

Nur noch ein Tor und es wird bei jeder Dortmunder Ballberührung vorgelesen, was der Spieler hauptberuflich macht.

63.

Götze jetzt endlich drin. Will der Welt zeigen, dass er besser als Dahoud ist. Hat noch keinen Fehlpass gespielt. Ist besser als Dahoud. Glückwunsch.

66.

Lothar Matthäus kündigt Rücktritt von seiner Karriere als Lothar Matthäus an.

67.

Oha! Jetzt demütigen die Bayern den Gegner. Bringen Ribery für Coman. Oder aber: sie wollen den Sieg vergolden.

69.

Auf der anderen Seite: Wenn es bei diesem Ergebnis bleibt, könnte man den verletzten Arjen Robben von der Tribüne holen, damit er noch sein letztes Spiel gegen Dortmund bekommt. Würde dann wahrscheinlich treffen, in Straßenklamotten.

71.

Gräfe zeigt zweimal Gelb! Weil Delaney solange an Lewandowski zurrt und zerrt, bis dieser nicht mehr an den Ball kommt und stattdessen gegen eben jenen Delaney auskeilt. Situation ist aber schnell bereinigt, nachdem sich Delaney sofort entschuldigt: »Ja, sorry, Sie müssen wissen, ich stand noch nie neben einem Promi. Und bitte, Herr Lewandowski, schenken Sie mir Ihr Trikot? Ja? Danke!«

75.

Lucien Favre auf der Dortmunder Bank. Umringt von den Seinen, umringt von 75.000. Und doch so allein, wie ein Mensch nur sein kann. Sitzt auf den letzten Millimetern seines Selbst, als wolle er sich davon lösen. Reibt nervös die Hände an den Oberschenkeln auf und ab. Die Lippen zittern leicht, der Blick ist ganz klar und fern zugleich. Ein Mensch, der ein einziger Gedanke ist, weil er tausend Fragen hat. Wie konnte das passieren? Was ist da passiert? Er muss einem leid tun. Dieser Magier. Der mit einer talentierten Truppe einen Meisterschaftskampf geschultert hat. Und unter der Hyrdaulik-Presse FC Bayern in die Zweifel gedrückt wird.

77.

Kovac wechselt Martinez aus. Und in diesem Moment befinde ich mich für einen seltenen, kleinen Augenblick mit den Menschen in der Allianz Arena verbunden. Die da gerade aufgestanden sind, um sich zu erheben, für einen, den die Bundesliga ganz sicher mal sehr vermissen wird. Aber erst, wenn er weg ist, weil sie dann erst alle merken werden, was für ein wunderbarer Fußballer Javi Martinez ist. Einer, der immer dann auffällt, wenn man sich gegen die eigene Natur entscheidet und nicht den Ball verfolgt, und sieht, wie er sich anbietet, Löcher stopft, Wege zuläuft. Wenn sie jetzt richtig in München ticken würden, sie würden sich verneigen.

79.

Reus legt, grätscht und tritt Lewandowski. Als würde Beethoven Chopin mit dem Taktstock traktieren. Unwürdig. Und wunderschön.

81.

Aktuell führen die Bayern die Tabelle an, werden jetzt als Meisterschaftsfavorit gehandelt. Was aber auch bedeutet: Nächste Woche wird sich Friedhelm Funkel schon was einfallen lassen.

85.

Auf der anderen Seite: Es ist halt nur ein Punkt. Und Dortmund-Anhänger, die das sehen, schauen in etwa so wie Dortmund-Anhänger, die ihre enttäuschten Gesichter auf der Stadionleinwand sehen. Genau, sie sehen aus wie ein lachender Reinhard Grindel.

87.

Wann wendet sich Greta Thunberg den wirklich wichtigen Fragen zu und erklärt sich zum Meisterschaftskampf in der Bundesliga?

88.

»Ausgesperrte immer bei uns«, bannern die Bayern-Fans jetzt. Schön, dass Reinhard Grindel wenigstens etwas Unterstützung erfährt.

89.

Und jetzt: 5:0! Weil Gnabry den nächsten Querpass auf Lewandowski spielt. Sie könnten mit diesem Tor Werbung gegen Fußpilz machen: Total unnötig und könnte man verteidigen.

90.

Bürki holt den Ball aus dem Netz, hält ihn zehn-zwanzig Mal hoch. Aber klar, bei dem Spielstand würden wir auch auf Zeit spielen.

20:22 Uhr

Wenn die letzte »Game of Thrones«-Staffel, für die Sky jetzt Werbung macht, so läuft wie dieses Spiel, dann setzen die Drachen in der ersten Folge das ganze Land in Flammen und fliegen weg. Menschen, solche Trottel.

20.25 Uhr

Es ist ja so: Vergangene Saison traf der FC Bayern München am 28. Spieltag auf Borussia Dortmund. Und gewann mit 6:0. Diese Saison trifft der FC Bayern München ebenfalls am 28. Spieltag auf Borussia Dortmund. Und gewinnt mit 5:0. Es geht also aufwärts. Der Abstand wird kleiner. Und irgendwann ist die Bundesliga auch wieder spannend. Also so richtig. Vielleicht ja schon nächste Woche. Friedhelm Funkel, übernehmen Sie!