Liveticker
Italien – Österreich 2:1
EM

20.45 Uhr

Ciao! Machen wir es kurz: Möge der Bes­sere gewinnen! Oder halt Ita­lien.

20.48 Uhr

Ich meine, ganz ehr­lich: Ita­lien! Ita­lien ist seit 700 Jahren unge­schlagen, das letzte Gegentor datiert aus dem Holozän. Und das alles ohne Stein­zeit-Caten­nacio, ohne Mau­er­werk. Statt­dessen: La dolce vita! Die Fuß­ball gewor­dene Leich­tig­keit. Wer sagt, diese EM habe spie­le­risch ent­täuscht bisher, hat kein Spiel dieser Mann­schaft gesehen. Und dann noch dieser Zusam­men­halt. Eine Truppe, bei der gefühlt auch noch das Tape im Köf­fer­chen des Mann­schafts­arzt applau­diert, gelingt auch nur einem Spieler etwas ansätz­lich Gutes. Öster­reich hin­gegen …

20.51 Uhr

… Öster­reich …! Eine Mann­schaft, die spielt, wie ich koche. Es sind eigent­lich alle Zutaten da, sogar ein feines Filet­stück vom Alaba. Und trotzdem: Wie man es dreht und wendet und anstellt – am Ende ist da immer nur Gur­ken­salat. Nichts gegen Gur­ken­salat. Aber haben sie schonmal einen Gur­ken­salat gesehen, der eine Euro­pa­meis­ter­schaft gewinnt? Eben.

20.54 Uhr

Kommen wir zu den Auf­stel­lungen. Hier die des kom­menden Euro­pa­meis­ters: G. Don­na­rumma – di Lorenzo, Acerbi, Bonucci, Spi­naz­zola – Jorginho, Ver­ratti, D. Berardi, Barella, L. Insigne – Immo­bile

20.52 Uhr

Es kann kein Zufall sein, dass sich diese Auf­stel­lung liest wie das Stich­wort­ver­zeichnis einer Füh­rung durch ein ita­lie­ni­sches Renais­sance-Museum. Und hier, meine sehr ver­ehrten Damen und Herren, hier sehen einen Barella. Achten sie auf die Leich­tig­keit, die der an sich doch so gewal­tige Marmor hier aus­strahlt. Oder dort, der di Lorenzo! Als wollte der gol­dene Schnitt sich selbst ein Denkmal setzen!

20.55 Uhr

Die Startelf Öster­reichs: Bach­mann – Lainer, Dra­govic, Hin­ter­egger, Alaba – X. Schlager, Gril­litsch, Laimer, Sabitzer, Baum­gartner – Arn­au­tovic

20.58 Uhr

Die Natio­nal­hymne Ita­liens. Und jetzt gebt ihnen doch end­lich diese Tro­phäe!

1.

Anstoß. Ita­lien weiter ohne Gegentor. Auch für mich jetzt Favorit. 

2.

Öster­reich sieht ein biss­chen aus wie Arsenal“, sagt Bela Rethy. Dabei hatte Ita­lien bisher noch gar nicht den Ball. Ande­rer­seits: Das ist bei Arsenal meis­tens dann auch nicht das Pro­blem.

3.

Okay, geht gut los. Öster­reich über Baum­gartner mit der ersten Chance. In der Mitte ver­passt Arn­au­tovic, kriegt sogar im Nach­gang die Gelbe Karte. Die Ita­liener mussten hier erst­mals ihr eigenes Tor ver­tei­digen und werden gefoult. In diesem Sinne: Herz­lich Will­kommen bei der EM!

5.

Erster Vor­stoß der Ita­liener, aber passé. Berardi beschwert sich bei Acerbi, weil der einen Pass nicht sauber gespielt hat. Ich weiß nicht, was er sagt, und auf mich ist in dieser Frage auch nicht wirk­lich Ver­lass. Denn dem­nach kann Berardi nur Prego!“ oder Salute!“ gerufen haben. Der Lip­pen­leser in mit hält mutig dagegen: Duo espressi por favore.“

5.

Erster Vor­stoß der Ita­liener, aber passé. Berardi beschwert sich bei Acerbi, weil der einen Pass nicht sauber gespielt hat. Ich weiß nicht, was er sagt, und auf mich ist in dieser Frage auch nicht wirk­lich Ver­lass. Denn dem­nach kann Berardi nur Prego!“ oder Salute!“ gerufen haben. Der Lip­pen­leser in mir hält mutig dagegen: Duo espressi por favore.“

8.

Roberto Man­cini, in seinem hell­grauen Nadel­strei­fen­anzug. Sieht aus wie ein Mann, der einem im Flo­renz-Urlaub auf dem großen Platz begegnet, an einem nur stumm vor­bei­läuft. Und dabei so gut aus­sieht, dass man sich denkt: Wahn­sinn, diese Ita­liener, Stil haben sie. Und er sich viel­leicht in dem Moment denkt: Scheiße, was gucken die mich alle so an. Ich muss zu meiner Schicht im Klär­werk.

10.

Das Spiel bis hierhin wie die Som­mer­ur­laubs­pläne meiner Eltern, als ich 14 Jahre alt war und gerne mal in die USA oder wenigs­tens ans Meer wollte: Öster­reich über­rascht.

12.

Offen­sive Idee der Ita­liener scheint es, Immo­bile zu füt­tern. Der beschwert sich der­weil über feh­lende Ein­la­dungen ins Restau­rant. Im Zusam­men­spiel wie ein guter Ape­ritif: bitter.

14.

Ita­lien, hat Bela Rethy infor­miert, die Mann­schaft, über die zur­zeit die Welt spricht. Ande­rer­seits spricht die Welt auch gerne mal dar­über, was ein fahr­rad­fah­render Troll vom Tegernsee unter Pseud­onym über die Grünen denkt und ver­kauft das ganze als Jour­na­lismus.

17.

Die letzten Minuten wie ein Schü­ler­aus­tausch am zweiten Abend, wenn wir den Gast­schü­lern mal unsere Kneipe zeigen wollten: Die Ita­liener kommen zu ersten Chancen. Ich klammer mich stumm an der Theke fest.

20.

Öster­reichs Tri­kots aus der Ferne aber wirk­lich mit frap­pie­render Ähn­lich­keit zu denen von Arsenal. Nicht mehr lange, und die ersten Fans skan­dieren Wenger out“. Und was soll man sagen: Diesmal mit Recht.

23.

Ita­lien sucht hier mehr die Tiefe als Felix Baum­gartner Aner­ken­nung. Und auch wenn nicht alles gelingt, sie ver­su­chen es mit einer Dring­lich­keit und zugleich mit einer Leich­tig­keit, die mich fas­sungslos zurück­lässt. Ich meine, wer jemals ein Sonntag-18-Uhr-Spiel zwi­schen Augs­burg und Mainz gesehen hat, wird nicht fassen können, dass das die­selbe Sportart sein soll. Aber viel­leicht ist das auch ein deut­sches Pro­blem. Wir sagen schließ­lich auch tanzen“, wenn wir kopf­ni­cken“ meinen.

26.

Man kann den ganzen Bums ja von zwei Seiten aus beleuchten. Man kann sagen: Im Fuß­ball geht es darum, weniger Tore zu kas­sieren als der Gegner. Oder aber man kann sagen: Im Fuß­ball geht es darum, mehr Tore zu schießen als der Gegner. Und wenn ich dieses Spiel hier richtig deute, lautet die Ant­wort: Si.

27.

Immo­bile plötz­lich freier als sei­ner­zeit an einem trai­nings­freien Tag in Dort­mund. Und wie damals werden sofort die ersten Ver­mu­tungen laut: Steht er da im Abseits? Aber eh man dar­über Gewiss­heit hat, endet es auch schon, so wie damals: Immo­bile bekommt die Sache nicht in den Griff.

30.

Öster­reich erin­nert hier stark an die ver­gan­genen Jahre von Jerome Boateng bei Bayern Mün­chen: hofft auf die Ver­län­ge­rung.

32.

Bums mich! Immo­bile an den Pfosten! Ein­fach mal so. Strahlt da aus 20 Metern einen aus dem Fuß­ge­lenk, dass der Ortho­phäden-Ver­band ver­eint aus dem Sattel geht: medi­zi­nisch unmög­lich! Ist es aber doch! Was für ein Schuss! Und wenn ich das in der Zeit­lupe richtig gesehen habe, ist der Pfosten leicht rot ange­laufen. Ver­ständ­lich. Nach der Anmache.

35.

Liebe Leser, ich komme ein­fach nicht drauf, hier bei bei meinem kleinen Kreuz­wort­rätsel, dass ich nebenbei zu lösen ver­suche: Alibi-Fuß­baller mit zehn Buch­staben – ARN_UTOVIC?! Lösungs­vor­schläge bitte an IchWillDeinLebenNichtMalGeschenkt@​11freunde.​de

37.

Meine Jungs und ich, wenn in der Kneipe bald wieder Angels“ läuft.

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39.

Als ich das erste Mal in Ita­lien war, fuhren wir auf der Auto­bahn bei Mai­land rechts ran, um zu tanken. Ich wollte mich erleich­tern, was blind nicht ein­fach war, weil die Ört­lich­keit so unglaub­lich grau­en­haft aussah, dass man sich diese Kata­strophe, die sich Toi­lette nannte, wirk­lich nicht mit ansehen wollte. Kurz darauf raus, irgendwie Hände waschen, keine Seife, bloß nicht die Tür anfassen, ein­fach nur raus. Dann fiel mein Blick auf die schä­bige Kasse und das Gerät dahinter. Eine Espres­so­ma­schine, groß wie ein Mofa, im edelsten Rot. Eine Tasse, einen Euro. Was soll schief­gehen? Den Tod habe ich mir, wenn über­haupt, vor zwei Minuten geholt. Und als ich da stand und die kleine Tasse bekam, genoss ich den besten Hallo wach meines Lebens. Und unge­fähr so müssen Sie sich das ita­lie­ni­sche Spiel bis hierhin vor­stellen.

41.

Ita­lien jetzt mit der Stra­tegie Gruppe A, zweiter Spieltag, und der beste Grup­pen­dritte kommt auch weiter“. Öster­reich hofft auf das nächste Duell mit Nord­ma­ze­do­nien.

43.

Sobald ich Arn­au­tovic sehe, muss ich daran denken, dass der Mann einen Gin ver­treibt, den ich einmal aus­pro­bieren durfte. Auch damals: Ein lus­tiger Abend. Und auch diesmal: Es drohen Kopf­schmerzen.

45.

Frei­stoß für Ita­lien. Arn­au­tovic foult Spi­na­zolla und der Öster­rei­cher muss natür­lich auf­passen. Ver­hält sich wie ein Vor­be­strafter. Und Gelb hat er auch schon gesehen.

21:48 Uhr

Halb­zeit in Wem­bley. Rethy gibt erfolg­reich an Chris­tian Sie­vers ab. Franco Foda erkun­digt sich sogleich, wie sie das gemacht haben.

21:56 Uhr

Die erste Halb­zeit (Sym­bol­bild).
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46.

Anstoss zur zweiten Halb­zeit. Hier Live-Bilder aus dem ita­lie­ni­schen Fern­sehen:

49.

Konter Öster­reich, aber dann ist Arn­au­tovic allein auf weiter Flur. Ver­sucht es mit Dribb­ling, Haken und Schlenzer. Ergebnis: Ein­wurf Ita­lien. Und dann liegt Arn­au­tovic am Boden und schaut wieder wie so ein Traktor, der nicht ver­steht, warum die Formel 1 ihn nicht will.

52.

Gute Frei­stoß-Mög­lich­keit für Öster­reich. Alaba aus 17 Metern, zen­tral. Und dann mit einer schönen Hom­mage an Heidi Klum: Sieht gut aus, ist aber leicht drüber.

55.

Ja gut, äh. Das Spiel für den Moment wie von sich selbst ermattet. Nichts geht mehr. Kann nicht mehr lange dauern, dass Franco Foda vom Sei­ten­rand hinein ruft: Genau so, Männer!“

58.

Ita­lien fällt hier ein­fach nichts mehr ein. Jogi Löw im Quar­tier von DIE MANN­SCHAFT lehnt sich zufrieden in seinen Fernseh-Sessel zurück: Das haben sie von uns!“

61.

Völlig absurd. Es geht wei­terhin nix. Als würde man nach 20 Jahren bei seinem Stamm-Ita­liener erfahren, dass Gui­seppe“, der Stamm-Kellner beim Stamm-Ita­liener, eigent­lich Franz“ heißt und gebür­tiger Hesse ist. Und dann ist Schweigen, ehe ein il conto, per favor“ die Lippen ver­lassen will, dass dann doch ein­fach in die Rea­lität abrutscht: Komm, Franz, mach halt die Rech­nung.“

63.

Ita­lien aktuell so ratlos, sie könnten glatt als Bun­des­tags­kan­di­datin im Saar­land auf­treten.

64.

Und jetzt? TOR für Öster­reich! Und wenn im Fuß­ball das Wort Aus­ge­rechnet“ einmal nicht zu oft benutzt wurde, dann viel­leicht hier. Weil Marko Arn­au­tovic den Kopf hin­hält und damit alle Ver­spre­chen ein­löst, die er nie gemacht hat. 1:0. Der Mann richtet über sich selbst. Der Mann, der einmal gesagt hat: Ich kenne keinen Schieds­richter auf dieser Welt.“ Und aus­ge­rechnet so einer meldet sich jetzt aus dem VAR-Raum. Abseits. Als hätte Marko Arn­au­tovic vor der Rente noch eine Szene gebraucht, die sein ganzes Leben beschreibt. Weiter 0:0.

67.

Ande­rer­seits: Die zweit­beste Szene, die ich von Arn­au­tovic in Erin­ne­rung habe.

70.

Immer wenn ich in Wien bin, gehe ich ins Café. Uncool, ich weiß, und dann auch noch ins kathe­dra­li­sche Cen­tral. Weil dort immer, links und rechts zum Ein­gang, dort wo ich abge­holt und mir dann ein Platz gewiesen wird, zwei oder drei Herren sitzen. Mit ihren Braunen (Kaffee) und ihren Braunen (Hunde). Jeder von ihnen strei­chelt mit einer Hand den Kopf des Zam­perl, und mit der anderen halten sie eine der vielen Zei­tungen, die dort im Café frei aus­liegen. Keine Handys, kein Stress, nur Hunde und Ruhe. Und jedes Mal denke ich mir: So stelle ich mir die Rente vor. Oder wenigs­tens den nächsten Urlaub. Das Pro­blem: das ita­lie­ni­sche Mit­tel­feld sieht das offenbar ganz genauso. 

73.

Die ita­lie­ni­sche Defen­sive jetzt wie ein Drei-Sterne-Hotel in Rimini: Pro­bleme mit den Stan­dards.

75.

Oha! Viel­leicht sogar Elf­meter? Martin Hin­ter­egger schlägt sym­bo­lisch mit dem Ellen­bogen um sich. Kann aber auch sein, dass der Mann end­lich seinen Abgang in Augs­burg auf­klären will.

77.

Übri­gens klasse, dass das ZDF Manuel Gräfe, der auf­klärt, dass kein Foul­spiel vor­liegt, weil vorher Abseits, als Schiri-Experten gewinnen konnte. Kom­men­tiert so unauf­ge­regt, als würde er gleich ein DFB-Pokal­end­spiel leiten müssen. Und also: Herz­schlag bei ‑2. Er, der aus­sieht, als würde er auf dem Platz nur fla­nieren, ein wenig schauen, was die Geschäfte auf dem Ku’­Damm gerade in der Aus­lage haben, exper­tiert auf diese Weise nun auch durch die EM. Ver­ab­redet sich gleich mit Rethy auf ein Stück Torte im Café Kranzler. Ach komm, die spielen auch noch, wenn wir wie­der­kommen …“

80.

Oh Gott, merke es jetzt erst, die könnten mög­li­cher­weise tat­säch­lich noch spielen, wenn Gräfe das Stück Torte gegessen hat, weil: Ver­län­ge­rung und Elf­me­ter­schießen. Und darauf können Sie sich jetzt ver­lassen, liebe Leser, denn Beh­nisch und Ahrens, die beiden Glücks­pilze an der Stechuhr tickern. Und unsere Über­stunden werden wie immer mit Gratis Lei­tungs­wasser abge­golten – danke, Chef!

83.

Aus der Kate­gorie bezeich­nend“: Berardi. Will eine Spi­naz­zola-Flanke artis­tisch mit einem Seit­fall­zieher ver­edeln, liegt auch in der Luft wie eine Con­corde auf ihrem Jung­fern­flug, nur um dann abzu­schmieren wie ein Papier­flieger auf Zucker­wasser. Wird dann direkt aus­ge­wech­selt, der gute Berardi. Nehme an, aus medi­zi­ni­scher Vor­sicht. Hat sich sicher das Ego geprellt. Bitter.

89.

Öster­reich wech­selt. Bringt Ales­sandro Schöpf. Und irgendwo in der Schweiz sitzt ein ehe­ma­liger Trainer namens Chris­tian Gross und denkt sich: nie gehört.

90. +2

Es fühlt sich komisch an, das zu schreiben, aber: Öster­reich hat sich die dro­hende Ver­län­ge­rung ver­dient. Oder Ita­lien ver­kackt. Je nachdem. So oder so: Wer hätte das gedacht? Und: Was kommt als Nächstes? Ein Bun­des­tags-Wahl­kampf, bei dem es um Inhalte geht?

22.52 Uhr

Tja. Ver­län­ge­rung. Tat­säch­lich. Oder wie man in Wien sagt: Ein klas­si­scher Ver­län­gerter sieht nach etwas wäss­rigem schwarzem Kaffee aus.“ Bezeich­nend.

91.

Klingt wie der Anfang eines unvor­sehbar guten Abends: Es wird zum dritten Mal ange­stoßen.

94.

Franco Foda hat seine Mann­schaft ein­ge­stimmt, als müssten sie gleich die Alpen über­queren. Man­cini mehr so: Männer, hier das Rezept für die herr­liche Bechamel-Soße, das ihr immer von mir haben wolltet.“ Ich sag mal so: Moti­va­ti­ons­tech­nisch funk­tio­niert bei mir beides.

95.

Als hätte man jah­re­lang drauf gewartet, die Pol­kappen schmelzen längst, die Natur­ka­ta­stro­phen nehmen zu und auf einmal klat­schen sich alle beim Anblick des Kli­ma­wan­dels auf den Schoß und rufen: Ha, jetzt ist es doch pas­siert! TOR für Ita­lien. Weil Chiesa eine Flanke wun­derbar ver­wertet, den Ball einmal auf den Boden auf­schlagen lässt und mit dem anderen Fuß das Ding ins Tor knallt. 1:0. Ein ganz heißes Ding.

98.

Möchte einmal in meinem Leben so ver­liebt ange­schaut werden, wie Gian Luca Vialli, der ganz Große, gerade mit offenen Armen auf Man­cini zulief. Statt­dessen darf ich nachher den Müll raus­bringen. Und Elf­me­ter­schießen ist noch gar nicht aus­ge­schlossen.

100.

Ein Aus­gleich Öster­reichs hätte übri­gens keine gra­vie­renden Folgen. Die Uefa hat unter der Woche die Aus­wärts­tor­regel abge­schafft.

102.

Wir schalten live nach Öster­reich.
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104.

2:0 für Ita­lien. Ein Tor wie die Strache-Videos: Das dürfte es gewesen sein.

23.15 Uhr

Pause in der Ver­län­ge­rung. Zeit, einmal eine ernste Frage zu stellen. Ist das wirk­lich der Staff“ der ita­lie­ni­schen Natio­nal­mann­schaft oder der fucking cast eines Hol­ly­wood-Block­buster-Ever­greens?! Ich meine, da kann sich Jogi Löw noch fünf LKW-Ladungen Nivea auf die Gerbe schmieren, das ist ein­fach ein anderer Schnack. Was für Legenden!
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106.

Es ist nun wie mit Andy Scheuer: Nie­mand weiß warum, aber es geht weiter.

107.

Und wie! Der ein­ge­wech­selte Schaub für Öster­reich auf der einen Seite, Belotti für Ita­lien auf der anderen. Und wäh­rend Schaub nur durch eine Glanz­pa­rade gestoppt werden kann, ver­murkst Belotti mit einem Gewalt­roller mal eben selbst. Weil er kann. Jetzt klappt wirk­lich alles bei Ita­lien. Selbst das mit der Arro­ganz.

109.

Nun Gio­vanni di Lorenzo mit der Chance für Ita­lien. Hab‘ ich doch immer schon gewusst, dass so ein Job als Chef­re­dak­teur der Zeit“ nie­manden aus­füllt.

112.

Öster­reich wech­selt nochmal, bringt Ils­anker und Trimmel. Wichtig auch, jetzt hinten wirk­lich sicher zu stehen …

115.

Alter! Bzw.: Bums mich! Bzw.: Kalajdzic. Der längste Spieler der EM. Der nach Ecke ganz tief runter geht, fast auf Höhe seiner Knie, also unge­fähr auf 1,5 Meter. Aber mal im Ernst: Toll gemacht. Wie er sich da wie so ein Gum­mi­band um die halbe ita­lie­ni­sche Abwehr schlän­gelt und dann quasi gegen die Lauf­rich­tung ein­schä­delt. Womit ich nur sagen will: Sollten sie jemals ver­su­chen, diesen Treffer nach­zu­stellen, schließen sie vorher bitte eine gute Lebens­ver­si­che­rung ab.

118.

Lieber Leser, wenn sie wüssten, wie ich hier seit nun­mehr 118. Minuten damit zu kämpfen habe, keine Hitler-Witze zu machen, dann hätten sie eine unge­fähre Vor­stel­lung davon, wie sehr Ita­lien jetzt hier plötz­lich die Pumpe geht.

119.

Bei­nahe das 3:1 für Ita­lien. Womit wir nur sagen wollen: Fick Dich, Benny Fuchs.

120. +1

Öster­reich pro­biert nochmal alles, also alles, was es kann: lang und weit. Aber es ist wie mit dem Ever­green der beschis­senen Anmach­sprüche, wie mit Na Schnitte, schon belegt?!“ – soll schonmal geklappt haben, ist aber trotzdem ziem­lich traurig.

23:35

Und dann: basta. Finito. Ita­lien quält sich ins Vier­tel­fi­nale. Aber wann gewinnt man schonmal etwas Wich­tiges ohne jeden Wider­stand? Wes­halb die ita­lie­ni­sche Mann­schaft hier auch feiert, als gäbe es gleich Pinot Grigio aus dem Druck­schlauch. Was uns auf eine Idee bringt. In diesem Sinne: Gute Nacht.