Wie sich ein 250.000-Euro-Wettgewinn anfühlt

»Max Kruse hat sich für mich mega gefreut«

Und wie haben Sie es ihrer Frau erzählt? Gleich am Telefon oder persönlich?

Ich hab sie angerufen, hab gesagt: »Schatz, kannst du bitte nach Hause kommen?« Sie hat sich natürlich richtig Sorgen gemacht, weil sie gemerkt hat, dass ich unter Schock stehe. Als sie dann zu Hause war hab ich ihr gesagt: »Pass auf, ich glaube ich hab ne Viertelmillionen gewonnen.«

Wie hat sie reagiert?

Sie meinte: »Ist nicht dein scheiß Ernst« und ist in Tränen ausgebrochen. Meine Frau hatte schon öfter gesagt, ich solle weniger wetten, oder weniger mit den Jungs in die Sportsbar. Dann hat sie sich bei mir entschuldigt, weil sie mal gesagt hatte, dass ich nie den Jackpot knacken werde. Und jetzt ist das Ding geknackt.

Sind Sie dann direkt zur Filiale gefahren, um das Geld abzuholen?

Ne, ich war zwar da und habe gesagt: »Ich hoffe, dass ihr jetzt nicht den Laden schließen müsst. Ich glaub, ich hab eine Viertelmillionen gewonnen.« Ich habe das Geld dann aber nicht abgeholt, weil ich mir dachte: Du solltest eine bestimmte Person sehen, bevor du das machst.

Wen denn?

Den Milot (Rashica; Anmerkung der Redaktion). Ich wollte mich bei ihm bedanken und ihm sagen, was er mit diesem Tor angerichtet hat. Dass er nicht nur drei Punkte geholt hat, sondern auch die Lebenssituation einer ganzen Familie komplett verändert hat. Ich wollte ihm einfach Danke sagen und den Schein zeigen. Deshalb hab ich mich ins Auto gesetzt und bin nach Bremen gefahren.

Haben Sie ihn denn getroffen?

Leider nicht, da war Nuri Sahins Geburtstag, aber Milot war nicht da. Ein Fotograf hat mir gesagt, dass er nicht kommt. Deshalb wollte ich eigentlich schon wieder fahren, war schon kurz vorm Auto – und dann kommt genau der Typ, mit dem ich eh reden wollte, weil er auch ne alte Zockernase ist.

Lassen Sie mich raten...

Max Kruse. Ich bin direkt zu seinem Auto, sagte »Tach, Herr Kruse«, hab kurz mit ihm gequatscht. Der hat schon die ganze Zeit geguckt, wo denn mein Kugelschreiber ist. Ich hab dann aber mein Handy rausgeholt und ihm einen Artikel über meinen Gewinn gezeigt. Der hatte das natürlich schon gelesen und hat sich dann mega gefreut, hatte direkt ein Lachen im Gesicht und hat mich beglückwünscht und gesagt: »Dir ist wohl klar, dass du ab jetzt Werder-Bremen-Fan bist, oder?«

Und, sind Sie es?

Darüber brauchen wir gar nicht reden, da hab ich jetzt allen Grund zu. Eigentlich bin ich Dortmund Fan, auch wenn ich aus Herne komme, aber mein erstes Trikot, dass ich bekomme habe, war ein Continental mit Chapuisat drauf. Ich hab das Champions-League-Finale als kleiner Junge gesehen. Ich werde auch immer Dortmunder bleiben. Aber dieser supertolle Verein, der mein Leben verändert hat, hat auch einen Platz in meinem Herzen.