Warum SGE-Fans den Hashtag #freehinti starteten

»Hinti gehört nach Frankfurt«

Um Martin Hinteregger vom FC Augsburg loszueisen, starteten die Fans von Eintracht Frankfurt auf Twitter den Hashtag #freehinti. Basti Red vom Eintracht-Videopodcast Fussball 2000 und Initiator der Aktion, erklärt die außergewöhnliche Liebesbeziehung zwischen Hinti und der SGE.

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Basti Red, Martin Hinteregger ist seit vier Tagen Gefangener des FC Ausgburg. Wie geht es ihm?
Er wirkt nicht glücklich. Wenn man die Fotos sieht, läuft er alleine um den Platz. Er soll ja auch mit Eintracht-Rucksack zum Training gekommen sein, wobei ich nicht sicher bin, ob das stimmt. Aber es geht ihm offensichtlich nahe, dass er erst einmal zurück zum FCA musste. Hinti wirkt wie einer, der bei seinem alten Arbeitgeber gekündigt hat, aber gegen seinen Willen noch eine Weile dort antanzen muss.

Die SGE-Fans warten sehnsüchtig auf Hinteregger, ihr habt auf Twitter den Hashtag #freehinti gestartet, der zwischendurch trendete. Wie kam es dazu?
Wenn man so will, ist das eine Fortführung unseres Songs »Hinti Army« von FUSSBALL 2000. Schon der Song ist total durch die Decke gegangen, die Spieler haben ihn teils in der Kabine gesungen. Die Leute hier lieben Martin Hinteregger einfach, er gehört nach Frankfurt. Jetzt ist er erst einmal weg und die Fans können ihn nicht mehr abfeiern. Ich habe bei Twitter einfach nur die Eintracht mit #freehinti angetwittert, und wie das Internet nun mal so ist, haben da plötzlich extrem viele Fans mitgemacht.



Hinteregger war nur ein halbes Jahr in Frankfurt. Woher kommt diese innige Liebe?
Er ist einfach ein geiler, irgendwie anderer Typ, und es hat von Beginn an gepasst. Wir in Frankfurt mögen ja Typen, siehe Kevin-Prince Boateng letztes Jahr. Vielleicht war da auch eine Art Vakuum, das Hinti gefüllt hat. Auch die Art zu spielen, ist natürlich Publikumsliebling-tauglich. Ich erinnere mich an eine absolute Monstergrätsche von ihm, in irgendeinem bedeutungslosen Bundesligaspiel. Die Leute sind vor Begeisterung aufgesprungen, es gab Standing Ovations. Oder das Spiel gegen Chelsea. Hinti hat Gonzalo Higuain so gnadenlos bearbeitet, der dürfte immer noch von ihm träumen. Dass Hinti dann auch noch einen Elfmeter verschoss, nach diesen krassen 120 Minuten, und dann völlig fertig in der Kurve von einem Fan in den Arm genommen und getröstet wird – das sind Szenen, die brennen sich ein.

Hinteregger sagte vor Kurzem »Für mich gibt es nur Frankfurt.« Merkt man als Fan, dass die Liebe auf Gegenseitigkeit beruht?
Auf jeden Fall. Er soll sich bei der Eintracht bereits die Rückennummer 13 reserviert haben, außerdem schon auf Wohnungssuche gewesen sein, bevor er überhaupt wieder zum FCA zurückgegangen ist. Es gibt auch dieses Video, wo er nach einem Europacup-Spiel im YokYok-Kiosk im Bahnhofsviertel steht, mit Fans im Arm, und freudestrahlend »Hinti Army« mitsingt. Vor zwei Wochen war hier Opernplatzfest, da ist Hinti privat hingekommen, hat sich mit Fans unterhalten, Fotos gemacht und auch da nochmal beteuert, dass er unbedingt zur Eintracht will. Ich glaube, Hinti ist ein Spieler, der extrem viel Wertschätzung und Nestwärme braucht. Und genau das kriegt er bei uns.