Sprinter Hua Wilfried Koffi über sein Leben als Kreisliga-Fußballer

»Die Gegner ermüden schnell«

Er war mal Afrikameister im 100-Meter-Lauf, trat bei den Olympischen Spielen und gegen Usain Bolt an, seine Bestzeit ist 10,01 Sekunden. Nun spielt Hua Wilfried Koffi Fußball in der Kreisliga Mosel. Was zum Geier macht er da?

Felix Schmitt

Hua Wilfried Koffi, die wichtigste Frage zuerst: Wer kickt besser, Usain Bolt oder Sie? 

Ich. Ich habe ihn tatsächlich schon mal spielen sehen und weiß natürlich, dass er schneller ist als ich, aber fußballerisch bin ich besser.

Das heißt, Sie haben nie geglaubt, dass er als Profifußballer Erfolg haben wird? 

Ich denke nicht, dass das möglich gewesen wäre. Dabei ging es auch viel ums Geld. Bolt hat zudem wegen seiner Stellung im Sport so viel zu tun, dass er das rein zeitlich nicht hinbekommen hätte.

Sie versuchen sich jetzt auch als Fußballer. Wie kam es dazu? 

Ich habe über meine Frau jemanden kennengelernt, mit dem ich heute gut befreundet bin. Der hat mich eingeladen, mit ihm zu kicken. Das hat Spaß gemacht, und ich brauche einfach etwas, um mich fit zu halten. Nachdem ich so lange auf hohem Level trainiert habe, kann ich nicht einfach aufhören. Und so bin ich dann in Hetzerath in der Kreisliga Mosel gelandet.

Sie stammen aus der Elfenbeinküste. Was hat Sie überhaupt nach Deutschland verschlagen? 

Ich habe beim Studium in Shanghai meine deutsche Frau kennengelernt. Was verrückt ist, denn wir kamen aus zwei verschiedenen Ländern und haben uns auf der anderen Seite der Welt getroffen. Meine Frau hat dann angefangen, in Luxemburg zu arbeiten, während ich mich in den USA auf die Olympischen Spiele 2016 vorbereitet habe. Damals hatten wir eine Fernbeziehung, aber später bin ich dann auch nach Trier gezogen, weil ich ebenfalls einen Job in Luxemburg angenommen habe. 

Sie haben ein Masterstudium in Wirtschaft und Finanzen absolviert. Wie ließ sich das mit dem Leistungssport verbinden?

Während meiner ganzen Karriere habe ich mich immer auch auf die Bildung konzentriert. Das war eine Art Vertrag zwischen meinem Vater und mir. Er sagte, allein auf den Sport zu setzen, sei zu riskant. Also brachte ich gute Leistungen in der Schule, und er ließ mich im Gegenzug laufen. Dafür bin ich ihm extrem dankbar.

Haben Sie als Jugendlicher in der Elfenbeinküste auch Fußball gespielt? 

Klar, in der Schule. 

15 Bücher

15 Bücher

Feinde des Sports