Oliver Kahn im Interview

»Ich wollte so sein wie ...«

Würden Sie sagen, dass es einen Stand des Torwartspiels 2019 gibt oder gibt es viele konkurrierende Schulen?
Es kursieren viele Ideen und persönliche Überzeugungen. Wir haben daher versucht, meine persönlichen Erfahrungen, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und den Wissensstand unserer Head Coaches so zu einem Konzept zu verbinden, dass man sich als Torspieler tatsächlich verbessert. Das ist unser Kernpunkt und daran wollen wir uns auch messen lassen.

Neben diesem Akademiebereich, der sich an Fußballprofis wendet, bieten Sie seit diesem Sommer eine App für den Breitensport an. Was wollen Sie damit erreichen?
Mit unserer App wollen wir vor allem die jungen Torspieler ansprechen, aber auch alle anderen Torhüter, die den Ehrgeiz haben, auch jenseits des Spitzenfußballs ihr Spiel zu verbessern. Unsere App ermöglicht es, im Amateur- und im Jugendfußball ein Trainingsprogramm passgerecht auf die jeweilige Leistungsstärke zuzuschneiden. Dazu liefern wir viel Wissen, Spaß und Trainingspakete.

Ist das nicht eine relativ kleine Nische?
Wir betrachten diese Nische sehr global. Wir sehen vor allem in China, wo die Lernbereitschaft mit Hilfe von E-Learning und technologischen Hilfsmitteln stark ausgeprägt ist, spannende Möglichkeiten. Auch in den USA tut sich viel - nicht zuletzt, weil die Amerikaner eine große Affinität zu Wearables und Apps haben. Wir profitieren natürlich auch davon, dass das Ansehen deutscher Torhüter in der Welt sehr hoch ist.

Haben Sie eigentlich eine Erklärung dafür, warum es in Deutschland eine so lange Tradition herausragender Torhüter gibt?
Die Frage habe ich mir auch schon häufig gestellt. Ich denke, dass die Rolle der Vorbilder dabei ganz wichtig ist. Wir haben angefangen mit Toni Turek - damals wollten alle Torhüter wie er sein. Heute wollen die jungen Torhüter wie Manuel Neuer sein. Und bei mir war es so, dass ich so wie Toni Schumacher sein wollte.

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