Marc Schnatterer über seinen arbeitsfreien Spieltag

»Entspannt unter die Dusche«

Vor einer Woche saß Marc Schnatterer zum ersten Mal über die vollen 90 Minuten bei einem Ligaspiel vom 1. FC Heidenheim auf der Bank. Doch wie fühlte es sich für den Heidenheimer Dauerbrenner an und wie ungewohnt war es tatsächlich?

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Marc Schnatterer, war Ihnen bewusst, dass Sie bis zum vergangenen Samstag noch nie in einem Ligaspiel des 1. FC Heidenheim 90 Minuten auf einer harten Ersatzbank Platz nehmen mussten?
Nein, ich habe auch erst in den Tagen nach der Partie gegen den FC Erzgebirge Aue davon gelesen. Das hat mich ehrlicherweise sehr überrascht. So lang kam es mir dann doch nicht vor.

Wie ungewohnt war’s dennoch?
Natürlich war es ungewohnt, aber ich bin auch schon letzte Saison im Pokal gegen Leverkusen 90 Minuten draußen geblieben.  Man hofft natürlich auch noch während der 90 Minuten auf einen Einsatz und fiebert unheimlich mit. Die Jungs haben dann aber zu meiner Freude das 1:1 gemacht.

Musste sich Trainer Frank Schmidt für seine Entscheidung bei Ihnen entschuldigen?
Auf keinen Fall. Warum auch? Wir haben das im Vorfeld des Spieltages ganz klar miteinander besprochen. Es ist jedenfalls nicht so, dass ich aus allen Wolken gefallen bin. Im Gegenteil: Ich fühle mich für mein Alter extrem fit, aber natürlich verlängert sich mit fast 34 Jahren die Regenerationsphase.

Mussten Sie denn nach dem Abpfiff des Spiels, wie das für die Reservisten üblich ist, noch eine kleine Laufeinheit einlegen oder sind Sie direkt unter die Dusche gesprungen?
Nach dem Pokalspiel am Mittwochabend beim SV Werder Bremen musste ich dann nach dem Aue-Spiel nicht mehr laufen. Es ging eher darum zu regenerieren und nicht noch mehr Körner zu lassen. Zumal ich es noch nie gewohnt war, alle drei Tage spielen zu müssen. Für mich ging es deshalb nach dem Abpfiff entspannt unter die Dusche.

Wie waren die beiden Tage danach?
Zumindest das war mal etwas Ungewohntes. Normalerweise laufen wir eingesetzten Spieler ein- oder zwei Tage nach dem Spiel immer gemeinsam aus, doch am Montag habe ich dann mit den anderen Jungs, die kaum oder nicht gespielt hatten, voll trainieren müssen. Da musste ich richtig an die Arbeit.

Mussten Sie sich dort dann erstmal auf das fußballerische Einmaleins konzentrieren?
(schmunzelt.) Nein, so verunsichert war ich dann doch nicht. Dass man das eine oder andere Zweitligator für den 1.FC Heidenheim geschossen hat, vergisst man nicht mal eben. Ich habe also Vollgas gegeben, ich wollte zeigen, dass ich gut drauf bin und habe mich gefreut kicken zu dürfen.

Mit der neu gewonnenen Bank-Erfahrung: Können Sie sich vorstellen, dass Ihnen in Zukunft eine andere Rolle im Team von Trainer Frank Schmidt zukommt?
Es gibt viele junge und gute Spieler, die auch Ihre Spielzeit bekommen müssen und sich das auch verdient haben. Da ich noch das ein oder andere Jahr spielen möchte, tut es sogar gut, mal zu pausieren und den Jungs von der Bank Power geben zu können. Das ist man der Mannschaft schuldig. Und trotzdem werde ich nicht einfach auf der Bank Platz nehmen, sondern möchte nach wie vor so oft wie möglich auf dem Platz stehen und der Mannschaft helfen.