Franz Xaver Wack, Stu­denten einer Fach­hoch­schule haben sich auf die Suche nach dem per­fekten Schieds­richter gemacht. Gibt es den?

So lange Men­schen mit Men­schen arbeiten, wird es den per­fekten Schieds­richter in der Rea­lität genauso wenig geben wie den per­fekten Spieler oder den per­fekten Trainer.



Die groß ange­legte Studie brachte als Ergebnis die Note Drei (befrie­di­gend) für die aktu­ellen Bun­des­li­ga­re­fe­rees. Ist das Ihrer Mei­nung nach eine kor­rekte Beur­tei­lung?

Bei groß ange­legten Stu­dien bin ich immer sehr skep­tisch, bei pau­schalen Noten ebenso. Fakt ist, dass die deut­schen Spit­zen­schiris unter den Fach­leuten welt­weit zu den besten Ihrer Zunft gehören. Somit, wenn Sie das schon in Beno­tungen aus­drü­cken wollen, muss zumin­dest die Zwei vor dem Komma stehen.

Was macht für Sie einen guten Schiri aus?


Das ist für mich ein Schieds­richter, wel­cher sich über Jahre in der Top­liga bewährt hat und Per­sön­lich­keit, Bere­chen­bar­keit in der Regel­an­wen­dung, sowie kör­per­liche Fit­ness und ein­fach nur team­fä­higes Mensch­sein ins Lot gebracht. Das sind die Grund­lagen für einen guten Schieds­richter und nach denen werden sie bewertet.

Als ent­schei­dender Fehler wird in der Studie die feh­lende Trans­pa­renz bei der Leis­tungs­be­ur­tei­lung der Schiris aus­ge­wiesen. Was kann und sollte der DFB ändern?


Für diese Frage bin ich der fal­sche Ansprech­partner, nur eines ist klar: das Rad muss nicht neu erfunden werden, es haben sich nur das Mate­rial, der Stra­ßen­belag und der Antrieb massiv ver­än­dert.

Seit mitt­ler­weile zwei Jahren werden Sie von den Zuschauern und Spie­lern auf den Plätzen der Bun­des­liga ver­misst. Warum haben sie ihre Schieds­rich­ter­kar­riere beendet obwohl sie von der Alters­re­ge­lung her noch hätten pfeifen können?

Wegen einer schwer­wie­genden Knie­ver­let­zung, einem Knor­pel­schaden, habe ich mich 2007 ent­schlossen, diesen wun­der­schönen Abschnitt der aktiven Lauf­bahn zu beenden.

Nach ihrer Ver­ab­schie­dung erklärte Schiri-Chef Volker Roth: »Selbst­ver­ständ­lich wird Franz Xaver Wack bei uns in irgend­einer Form inte­griert.« Sind Sie heute wie viele ehe­ma­lige Refe­rees als Beob­achter tätig?


Nein, ich arbeite in meiner geliebten Zahn­arzt­praxis Bogen­hausen in Mün­chen.

Werden wir sie trotzdem irgend­wann wieder in der Bun­des­liga sehen?

Ich gehe der­zeit öfter privat mit meiner Familie ins Sta­dion und habe noch sehr viele gepflegte Kon­takte, so dass ich auf dem aktu­ellen Stand gehalten werde. Einmal Schiri, immer Schiri!