Anzeige
Präsentiert von VW

50 Jahre Frauenfußball

Seite 4: Starten die 1860-Frauen gleich mit zwei Mannschaften?

Trotz der lockeren Hal­tung in Hin­blick auf die anste­hende Saison bleiben die Mädels des TSV fokus­siert: Wir stellen uns darauf ein, dass wir für jeden – ein­fach wegen unseres Namens – das Spiel des Jahres sein werden“, sagt Conrad. Damit einher geht natür­lich auch ein gewisser Druck, doch davon wollen sich die Münch­ne­rinnen nicht unter­kriegen lassen. Für Mann­schaften in den unteren Ligen wird es eine Sen­sa­tion, wenn die Damen­mann­schaft der Löwen auf hei­mi­schem Rasen ein­läuft. Zumin­dest im ersten Jahr in der A‑Klasse Mün­chen. Ob ein Auf­stieg mög­lich ist? Daran möchte aktuell noch nie­mand so genau denken. Im Vor­der­grund steht der Aufbau der Sparte Frau­en­fuß­ball“ und das Zusam­men­finden des Teams.

Aller­dings gibt es auch wei­ter­füh­rende Über­le­gungen: Nach Ver­öf­fent­li­chung der Pres­se­mit­tei­lung haben sich etliche moti­vierte Spie­le­rinnen gemeldet, die eben­falls Inter­esse am Ver­eins- und Mann­schafts­bei­tritt geäu­ßert haben. Aus diesem immensen Feed­back ent­wi­ckelte sich die Idee, im kom­menden Jahr nicht nur mit einer, son­dern gleich mit zwei Mann­schaften in den Liga­be­trieb zu starten. Ob dieses zweite Team dann nicht unbe­dingt auf­steigen wolle? Wenn wir in drei Jahren immer noch in der A‑Klasse rum­krebsen würden, dann wäre wahr­schein­lich keiner zufrieden“, sagt Beer.

Doch bis die Trai­ner­suche nicht abge­schlossen wurde, werden die Füße still­ge­halten. Gene­rell wollen es die drei Ver­ant­wort­li­chen langsam angehen lassen: Wir sagen immer, wir bauen jetzt das Fun­da­ment“, erklärt Deh­ling. Auf lange Sicht scheint jedoch auch die Vor­stel­lung einer Mäd­chen-Jugend­fuß­ball-Abtei­lung nicht abwegig: Grund­sätz­lich ist es schon so, dass unser Ziel ist, den Frau­en­fuß­ball bei 60 zu eta­blieren. Da gehört über kurz oder lang auch eine Jugend dazu.“ Doch noch ist es zu früh, solche Schritte anzu­gehen. Außerdem stünde der Verein dann wohl wieder vor der Platz­frage.

Wir sind Löwen­fans. Wir zielen nicht auf den Leis­tungs­ge­danken“

Anders als bei dem Frau­en­fuß­ball-Grün­dungs­mo­dell des BVB geht es nicht um einen ambi­tio­nierten Zehn-Jahres-Erfolgs­plan. Es geht auch nicht darum, mit­hilfe von Sich­tungs­trai­nings, wie es Schalke 04 vor­machte, ein kon­kur­renz­fä­higes Team ins Rennen zu schi­cken. Viel mehr bietet 1860 end­lich auch seinen weib­li­chen Fans die Mög­lich­keit, mit dem Ver­eins­wappen auf­zu­laufen. Für die drei Initia­to­rinnen See­mann, Deh­ling und Conrad ist ganz klar: Wir sind Löwen­fans. Wir zielen nicht auf den Leis­tungs­ge­danken, son­dern wir haben das gegründet, um Spaß am Sport zu haben.“

Außer Frage steht, dass der Liga­start 2021/22 ein auf­re­gender für die Löwinnen wird.

Beson­ders, wenn der Spiel­plan dem­entspre­chend aus­fällt, dass das gesamte Team nach aus­ge­tra­genen Par­tien noch oft genug zum Anfeuern der Profis ins Grün­walder Sta­dion gehen kann. Auch ein Sieg im ersten Liga­spiel würde richtig gut schme­cken. Denn Vroni“ hat mit ihrem Freund gewettet, dass das nicht ver­loren geht. Ein­satz? Essen gehen. Der Ver­lierer zahlt.“ Hannah Conrad hat aller­dings den ganz großen Plan: Wenn wir gewinnen, kommen wir alle mit, oder?“

DFB-Verbot

*DFB-Verbot vom 30.06.1955: Der Deut­sche Fuß­ball Bund ver­bietet allen im DFB orga­ni­sierten Ver­einen, Frauenfußball(-Abteilungen) anzu­bieten, geschweige denn ihre Plätze für den Frau­en­sport zur Ver­fü­gung zu stellen oder Schieds- und Lini­en­richter Spiele leiten zu lassen. Gründe dafür waren, „ …dass diese Kampf­sportart der Natur des Weibes im Wesent­li­chen fremd ist“ und der weib­liche Anstand ebenso in Mit­lei­den­schaft gezogen würde wie die Gebär­fä­hig­keit der Frau. Nichts­des­to­trotz orga­ni­sierten sich Damen­mann­schaften und trugen Par­tien aus, selbst Län­der­spiele fanden statt. Im Oktober 1970 wurde das Frau­en­fuß­ball­verbot auf­grund großer Wider­set­zung auf­ge­hoben.