Sadio Mané hat in seiner Kar­riere schon so einiges gewonnen. 2019 wurde er Cham­pions-League-Sieger mit dem FC Liver­pool, 2020 dann auch eng­li­scher Meister. FIFA-Klub-Welt­meister ist er auch und seine Zeit in Salz­burg brachte ihm zwei öster­rei­chi­sche Meis­ter­titel ein. Alles schön und gut, aber: Ich würde all diese Titel ein­tau­schen, um diesen einen zu gewinnen“, sagt der Stürmer in einem auf­wendig pro­du­zierten Wer­be­clip von einem seiner Aus­stat­tungs­partner, der seit Don­ners­tag­morgen auf Insta­gram zu sehen ist.

Mit diesem einen“ meint Mané den Afrika Cup, der am Sonntag mit der Auf­takt­partie zwi­schen Gast­geber Kamerun und Bur­kina Faso beginnt. Zweimal stand der Senegal im Finale des Kon­ti­nen­tal­wett­be­werbs, beide Male verlor er, zuletzt 2019 gegen Alge­rien. Die Sehn­sucht im Land ist groß, in dem Clip sagt Mané: Meine Leute warten schon so lange.“

Schlechte Nach­richten kurz vor Abflug

Doch kurz vor dem Abflug nach Kamerun wurden neun Mit­glieder des Teams positiv auf das Corona-Virus getestet. Es han­delt sich um die Spieler Saliou Ciss (AS Nancy Lor­raine), Loum Ndiaye (Depor­tivo Alaves) und Habib Diallo (Racing Straß­burg) sowie sechs Betreuer, wie das sene­ga­le­si­sche Sport­mi­nis­te­rium bekannt gab. Ursprüng­lich hätte das Team am Dienstag nach Kamerun fliegen sollen, die Abreise wurde in Folge der posi­tiven Fälle jedoch auf den Mitt­woch ver­schoben. Mitt­ler­weile ist das Team mit zwei­tä­giger Ver­spä­tung in Kamerun ange­kommen.

Ob und wie rei­bungslos die Sene­ga­lesen am Montag ins Tur­nier starten können, ist der­zeit noch nicht abzu­sehen. Es gibt wei­tere Ver­dachts­fälle“, teile das Minis­te­rium am Dienstag mit. Mög­lich also, dass wei­tere Spieler positiv getestet werden und eben­falls in Qua­ran­täne müssen. Inwie­fern in solch einem Fall Spiele ver­legt werden könnten, ist der­zeit noch unklar. Für das ambi­tio­nierte Team wäre das ein herber Schlag. Am Dienstag stat­teten die Spieler ihrem Prä­si­denten Macky Sall noch einen Besuch ab, der das Team moti­vierte, den Pokal nach Hause zu bringen“.

Und tat­säch­lich dürfte der Senegal selten so gute Chancen gehabt haben wie in diesem Jahr. Dank des qua­li­tativ und quan­ti­tativ sehr breit besetzten Kaders gilt das Team als einer der Top­fa­vo­riten auf den Tur­nier­sieg. Neben Sadio Mané gehören der Keeper Edouard Mendy (FC Chelsea), Kal­idou Kouli­baly (SSC Neapel) und Idrissa Gueye (Paris Saint-Ger­main) zu den Stützen des Teams. Für Chef­trainer Aliou Cissé ist der Gewinn des Afrika Cups mitt­ler­weile ein per­sön­li­ches Anliegen. 2002 schei­terte er noch als Spieler im Finale gegen Kamerun, als er selbst im Elf­me­ter­schießen einen Straf­stoß ver­schoss. 2019 verlor er als Chef­trainer das End­spiel gegen Alge­rien. Ich will diesen Titel unbe­dingt. Ich renne ihm seit 1999 hin­terher“, sagte Cissé bei der Kader­vor­stel­lung im Dezember.

Corona, kaum Geimpfte und ein Bür­ger­krieg

Nun muss auch er abwarten, wie stark das Corona-Virus seine Mann­schaft und das gesamte Tur­nier beein­flusst. Am Dienstag gab der Afri­ka­ni­sche Fuß­ball­ver­band (CAF) bekannt, dass die Sta­dien bei Spielen der gast­ge­benden Kame­runer nur zu 80 Pro­zent aus­ge­lastet werden können, bei anderen Spielen wird die Kapa­zität auf 60 Pro­zent begrenzt. Zuschauer müssen geimpft sein und einen nega­tiven und tages­ak­tu­ellen Test vor­weisen. Aller­dings: In Kamerun sind laut aktu­ellen Berech­nungen nur ledig­lich drei Pro­zent der Bevöl­ke­rung geimpft. Und auch bei den Natio­nal­teams von Alge­rien, der Elfen­bein­küste und Marokko gab es schon erste posi­tive Fälle. Dazu befindet sich das Land wei­terhin in einem Bür­ger­krieg. Eine eng­lisch­spra­chige Min­der­heit kämpft um seine Unab­hän­gig­keit, die Zen­tral­re­gie­rung schlägt mit Waf­fen­ge­walt zurück. Volle Sta­dien und eine große Fuß­ball­at­mo­sphäre wird es wohl eher nicht geben.

Als Sene­gals Natio­nal­mann­schaft dann am Don­nerstag in Kamerun lan­dete, wirkte Sadio Mané fokus­siert. Er grüßte kurz das anwe­sende Flug­ha­fen­per­sonal und zog sich danach eine schwarze Kappe tief ins Gesicht. Beim Tur­nier wird er mit der Nummer 10 auf­laufen, die Erwar­tungen an ihn und sein Team sind im Senegal groß. Er will seine Lands­leute nicht länger warten lassen, der erste Afrika Cup soll her. Bleibt nur zu hoffen, dass die Pan­demie den ambi­tio­nierten Plänen keinen Strich durch die Rech­nung macht.