Die Zweit­li­ga­saison war ver­rückt. Über Monate waren nahezu alle Mann­schaften glei­cher­maßen im Auf­stiegrennen wie auch in Abstiegs­ge­fahr. Ein gesi­chertes Mit­tel­feld, das gelobte Land der Durch­schnitt­lich­keit, gab es nicht. So sehr einen die Unde­fi­nier­bar­keit dieser Liga nervte, umso schöner waren die Dis­kus­sionen zwi­schen den noto­ri­schen Opti­misten und den bein­harten Pes­si­misten. Wir waren noch nie so nah dran am Auf­stieg!“ gegen Ihr werdet sehen, wir steigen ab!“ – und beide hatten recht. Doch wer muss nun runter?

In Hei­den­heim geht nichts mehr schief
Die Hei­den­heimer waren lange Zeit ganz tief drin im Abstiegs­kampf. Im Früh­jahr leis­teten sich der FCH eine fast zwei­mo­na­tige Durst­strecke ohne Sieg – ein Verein in Schief­lage, die Kopf­nei­gung des Frank Schmidt näherte sich gefähr­lich dem 90-Grad-Winkel. Mitt­ler­weile ist die wei­test­ge­hend ent­spannt, denn aus­ge­rechnet gegen Auf­steiger Düs­sel­dorf gelang es, wieder in die Erfolgs­spur zu finden. Gegen die abge­stie­genen Lau­terer ver­passte man den letzten Schritt und muss nun noch ein wenig bangen. Aber im letzten Spiel gegen Fürth ist viel­leicht Marc Schnat­terer wieder da und der hat es bisher immer gerichtet.

End­lich wieder eine nor­male Saison
Alle in den letzten zwei Jahren dazu­ge­kom­menen Dynamo-Fans zit­tern seit Wochen vor sich hin. Ein Verein in der Krise! Der rou­ti­nierte SGD-Anhänger mit selbs­ge­hä­keltem Umhän­ge­bier­halter weiß natür­lich: Alles ganz normal.“ Die Mann­schaft ist längst nicht mehr die Friede-Freude-Eier­schecke-Ein­heit, wie man es in den Image­filmen der letzten Jahre dar­stellte, das Cha­risma eines Ralf Minge fehlt aktuell und täg­lich schlägt die Dresdner Fuß­ball­welt drei neue Auf­stel­lungs­va­ri­anten für Uwe Neu­haus vor. Eigent­lich geht es für Dynamo nur noch um die Rele­ga­tion. Ein direkter Abstieg ist nur noch mög­lich, wenn am Ackis das Bier aus­geht, die Park­ei­sen­bahn Ver­spä­tung hat und man mit fünf Toren gegen Union… Was soll da noch pas­sieren?“, fragt der junge Dynamo-Fan. Kennste Uer­dingen?“, fragt der Alte.

Faltet die eigenen Hände!“
Nach einem guten Sai­son­start wollten die Darm­städter keine Lan­ge­weile auf­kommen lassen. Mit einer beein­dru­ckenden Zahl von 12 Spielen ohne Sieg, schal­teten sich die Lilien nochmal in den Abstiegs­kampf ein. Quasi die gesamte Rück­runde ver­brachten sie im Keller, um jetzt zum Schluss auf­zu­tau­chen und die Sache wieder in den viel beschwo­renen eigenen Händen“ zu haben. Am letzten Spieltag emp­fängt man Erz­ge­birge Aue. Ein echtes End­spiel, bei dem – Ach­tung Bingo­freunde! Der nächste Begriff – das Momentum für Darm­stadt 98 spricht. Zumin­dest bis zum ersten Gegentor.

Denn sie wussten, was sie tun.
Hadern quasi alle anderen abstiegs­be­drohten Ver­eine mit dem sport­li­chen Über­leben min­des­tens so sehr, wie mit den eigenen Ansprü­chen, so sieht das im Erz­ge­birge ganz anders aus. Aue ist der ein­zige Verein, der von Anfang an gegen den Abstieg spielte und diese Situa­tion kennt. Schon ab dem ersten Spieltag zählte man Punkte, die am Schluss sicher noch wichtig sein würden. Als alle anderen Mann­schaften in der Rück­runde schwä­chelten, hauten die Veil­chen acht Spiele ohne Nie­der­lage raus, standen auf Platz acht und waren so gut wie gerettet. Das war am 29. Spieltag. Seitdem holte man nur noch einen Punkt und hat nun ein End­spiel in Darm­stadt, aber das wusste man ja vorher.

Glück­wunsch zum Zehn­jäh­rigen, da ist die Tür!“
Torsten Lie­ber­knecht ist Ein­tracht Braun­schweig. Genau an diesem Wochen­ende ist er zehn jahre im Amt. Was für eine Zahl in Zeiten des modernen Fuß­balls. Er schrieb Ver­ein­ge­schichte und war den­noch Ende Januar diesen Jahres so gut wie weg. Mit einem 3:1 in Aue ret­tete Lie­ber­knecht seinen Job. Vor­erst. Von allen Abstiegs­kan­di­daten hat Braun­schweig die wenigsten Siege auf dem Konto. Im letzten Spiel geht es gegen den sicheren Dritten Kiel. Zahl­reiche Fuß­ball­ex­perten sind sich sicher, dass sie sich nicht sicher sind, ob das ein Vor­teil oder Nach­teil ist. So oder so scheinen die Tage des Torsten Lie­ber­knecht an der Ham­burger Straße gezählt und allein das ist schade.

Der HSV der Zweiten Liga
Wenn man eine Mann­schaft mit der zweiten Liga ver­bindet, dann ist es Greu­ther Fürth. Am letzten Spieltag könnte sich der Dino der Zweiten Liga aber nach 1024 Spielen im Unter­haus aus sel­bigem ver­ab­schieden. Fürth steht vor drei Pro­blemen. Man muss gegen den direkten Kon­kur­renten aus Hei­den­heim ran. Man ist die schwächste Aus­wärts­mann­schaft und das Spiel ist in Hei­den­heim. Dazu kommt noch die feh­lende Form, denn man hat seit fünf Spielen nicht gewonnen. Trainer Damir Buric will All-In gehen“. Muss er auch, denn eine zweite Liga ohne Fürth ist schwer vor­stellbar.