Seite 3: Fußball - ein Publikumssport

Die Argu­men­ta­tion der Kam­pagne beruht auf der Unter­schei­dung zwi­schen dem Fuß­ball als sport­liche Dis­zi­plin, dem Fuß­ball als Publi­kums­sport und dem Fuß­ball als Volks­sport. Fuß­ball müsse zunächst als sport­liche Dis­zi­plin begriffen werden, die als Freizeit‑, Breiten- oder Leis­tungs­sport aus­geübt werde, aber auch dem Geld­erwerb dienen könne. Glei­cher­maßen sei der Fuß­ball aber auch kein reiner Selbst­zweck, son­dern ver­folge seither das Ziel, Men­schen­massen zu begeis­tern und zu unter­halten.

Fuß­ball habe sich so zu einem Sport ent­wi­ckelt, der ein­deutig für das Publikum betrieben werde. Die Begeis­te­rungs­fä­hig­keit des Publi­kums nutze der Fuß­ball, um sich als Volks­sport aus der Mitte der Gesell­schaft zu prä­sen­tieren und auf seine inte­gra­tive Wir­kung zu ver­weisen.

Fuß­ball als sport­liche Dis­zi­plin kann selbst­ver­ständ­lich ohne die Bereiche Publi­kums­sport und Volks­sport aus­geübt werden. Aber ohne Fans und Zuschauer*innen wird er nicht zu Publi­kums- und Volks­port. Und ohne Publi­kums- und Volks­sport kein erwerbs­ori­en­tierter Fuß­ball, wie wir ihn als Pro­fi­fuß­ball kennen“, heißt es in der Stel­lung­nahme von Zukunft Pro­fi­fuß­ball“. Für die Kam­pagne sind es die aktiven Fans, die im erheb­li­chen Maße zum Fuß­ball­hype bei­getragen haben und somit die Ver­markt­bar­keit des Sports ermög­lichten.

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Die Kölner Anhän­ger­schaft ist sich einig: Fuß­ball als Volks­sport erhalten“.

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Ein ver­bind­li­cher Dialog muss her

Im Ver­ständnis der Verfasser*innen müssen diese drei Kom­po­nenten des Fuß­balls als gleich­wer­tige Bereiche betrachtet werden, weil sie in Wech­sel­wir­kung zuein­ander stünden. Von Seiten der Offi­zi­ellen werde aber teil­weise argu­men­tiert, dass der Pro­fi­fuß­ball auch ohne die Zuschauer*innen auf den Rängen funk­tio­niere. Um diesen Irrtum auf­zu­klären, brauche es einen stär­keren und bin­denden Dialog zwi­schen den orga­ni­sierten Fans und den Ver­einen und Ver­bänden.

Zwar wurde 2012 ein ver­pflich­tender Dialog zwi­schen Fans und Ver­einen der 1. und 2. Bun­des­liga in der Lizen­zie­rungs­ord­nung der DFL fest­ge­schrieben, es gibt aller­dings kei­nerlei Kon­trolle, ob und wie dieser Dialog tat­säch­lich durch­ge­führt wird. Die Ver­eine sind der DFL keine Rechen­schaft schuldig, son­dern müssen ledig­lich schrift­lich mit­teilen, sich für einen Klub-Fan-Dialog zur Ver­fü­gung zu stellen.