Es war vor dem Pre­mier-League-Spiel zwi­schen dem FC Chelsea und Brighton & Hove Albion am 20. April dieses Jahr: Vor der Stam­ford Bridge demons­trierten tau­sende Chelsea-Fans – mit Pla­katen, Flaggen und hier und da auch mit blauen Rauch­fa­ckeln. Fuck Super League“, riefen sie immer wieder vor dem Sta­dion der Blues. Es waren Szenen, wie sie auf der bri­ti­schen Insel schon lange nicht mehr zu sehen gewesen waren. Kurz zuvor hatte der Lon­doner-Klub ver­kündet, mit elf anderen euro­päi­schen Spit­zen­ver­einen einer Super­liga gründen zu wollen. Nach viel Auf­re­gung und hef­tigen Pro­testen – von Spie­lern, Trai­nern und Fans – mussten Flo­ren­tino Perez, Andrea Agnelli, Roman Abra­mo­witsch & Co. ihren Plan vor­erst auf Eis legen.

Den­noch halten die Pro­teste in Eng­land weiter an. In Man­chester stürmen einige United-Fans aus Pro­test gegen die Eigen­tü­mer­fa­milie Glazer das eigene Sta­dion. Anhänger vom FC Arsenal demons­trierten eben­falls gegen ihre Besitzer, die Familie Kro­enke. Im Kern for­dern die eng­li­schen Fans mehr Mit­spra­che­recht, einige plä­dieren sogar für das deut­sche 50+1‑Modell, wonach der Haupt­verein immer die Stim­men­mehr­heit behält. Mit dem FC Chelsea hat nun ein Verein erste kon­krete Maß­nahmen für mehr Fan­teil­habe ein­ge­leitet.

Mitsprache‑, aber kein Stimm­recht

Am Diens­tag­abend gab der Verein bekannt, dass die Fans ab dem 1. Juli durch drei Ver­treter bei den Vor­stands­sit­zungen reprä­sen­tiert werden sollen. Ein Stimm­recht werden die Ver­treter jedoch nicht erhalten. Mit dem Schritt will der Verein sicher­stellen, dass die Mei­nung der Fans bei den Ent­schei­dungs­pro­zessen des Ver­eins berück­sich­tigt wird.“ Bezüg­lich der Aus­wahl der Ver­treter will sich der Klub zeitnah mit den Fan­or­ga­ni­sa­tionen abstimmen. 

In einer ersten Stel­lung­nahme begrüßten die Fans den Schritt des Ver­eins: Der Chelsea Sup­por­ters‘ Trust heißt die Bekannt­gabe will­kommen. Gleich­zeitig möchten wir betonen, dass Fan­teil­habe nicht nur auf dem Papier exis­tieren darf. Wir for­dern den Verein dazu auf, den Fans zuzu­hören, sich von uns beraten zu lassen und auf unsere Mei­nungen ein­zu­gehen“, schreibt die Fan­grup­pie­rung. Die Aus­ge­wählten müssten alle Chelsea-Fans reprä­sen­tieren. Die Ent­schei­dung sei ein großer Schritt in die rich­tige Rich­tung. Die kom­menden Wochen und Monate werden zeigen, ob noch wei­tere Ver­eine dem Bei­spiel folgen.