Zu den Vergewaltigungs-Vorwürfen gegen Cristiano Ronaldo


Treu ergeben

Die Vorwürfe gegen Cristiano Ronaldo wiegen schwer – zumal er sie 2009 teilweise selbst bestätigt haben soll. Trotzdem schlagen sich Abertausende von Unbeteiligten wie selbstverständlich auf Ronaldos Seite. Warum bloß?

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Muhammad Usman Butt hat den Fall längst gelöst: »Sie tut das nur für billige Werbung, das ist alles.« Mit »sie« meint er Kathryn Mayorga, mit dem ersten »das« meint er die Vergewaltigungs-Vorwürfe, die die 34-jährige Amerikanein gegen Cristiano Ronaldo erhebt. Woher Muhammad Usman Butt das weiß, wissen wir nicht, allerdings wissen wir, dass er in Peshawar in Pakistan wohnt, weder die junge Frau noch den Fußballstar persönlich kennt, dafür aber großer Fan des Portugiesen ist. 



Man könnte den Kommentar, den Butt bei Facebook unter ein Ronaldo-Statement (in dem dieser die Vorwürfe entschieden zurückweist) geschrieben hat, abtun als trolliges Internet-Gefasel, als unwichtigen Nonsens eines einzelnen, parteiischen Fanboys. Das Problem dabei: Allein dieser Kommentar kommt auf knapp 2000 Likes. Und er ist nur einer unter zehntausenden, in denen Mayorga unter Zustimmung der Massen wahlweise als süchtig nach Aufmerksamkeit und/oder gierig nach Geld dargestellt wird. Weshalb er exemplarisch dafür steht, wie schwer es eine Frau wie Mayorga mit Vorwürfen gegen einen Mann wie Ronaldo hat. 


Sie habe deutlich »Nein« gesagt und sich körperlich gewehrt

Vor zehn Tagen veröffentlichte der »Spiegel« einen Artikel, in dem sich Mayorga erstmals öffentlich zu Ronaldo äußerte und in dem sie schwere Vorwürfe gegen den Portugiesen erhob. Der »Spiegel« recherchiert seit fast zwei Jahren an dem Fall, die Enthüllungsplattform »Football Leaks« hatte dem Magazin geheime Dokumente zugespielt. 

Aus diesen und aus den Aussagen Mayorgas ergibt sich folgende Version der Geschichte: Nach einer Party soll Ronaldo Mayorga im Juni 2009 in einem gemieteten Penthouse in Las Vegas vergewaltigt haben. Mayorga habe ihm mehrmals zu verstehen geben, dass sie keinen sexuellen Kontakt wolle, deutlich »Nein« gesagt und sich auch körperlich gewehrt.

Trotzdem habe Ronaldo nicht aufgehört, sie anzufassen und sie schlussendlich anal vergewaltig. Direkt danach soll er sich bei ihr für seine Tat entschuldigt haben. Aus Angst vor der Macht des Stars, der gerade für die Rekordsumme von 94 Millionen Euro von Manchester United zu Real Madrid gewechselt war, habe Mayorga sich danach zu einer außergerichtlichen Einigung drängen lassen. Der Fußballstar zahlte 375.000 Dollar, die damals 25-jährige Frau verpflichtete sich dafür, über die Vorgänge auf ewig zu schweigen.