Black­pool. Schwarz­be­cken. Dunkel, zäh und pathe­tisch schwappt das Wasser der Iri­schen See an den Strand, als wäre etwas in ihm unter­ge­gangen. Deine Spuren im Sand, die ich ges­tern noch fand, hat die Flut mit­ge­nommen“. Dieses Schnülz­chen von Howard Car­pen­dale erklingt einem hier mit einer Wucht im Kopf, als wäre es eine Hymne von Johnny Cash. Das eine oder andere Wrack mag dort unten am Grund der Ewig­keit ent­gegen rotten, ein toter Schweinswal viel­leicht – und ganz bestimmt die Erin­ne­rung an früher.



Früher! Als Black­pool noch das Feri­en­pa­ra­dies Eng­lands war und der FC mit Stanley Mat­thews den besten Fuß­baller der Welt in seinen Reihen hatte. Früher!“, sagt Arnold Kyle, der sich mit so was aus­kennt. Er ist 86. Früher waren wir stolz, Black­pooler zu sein.“

Der alte Arnold sitzt in der Fisch­halle in der Abingdon Street, so reglos, dass er auch ein Denkmal sein könnte, ein Denkmal seiner eigenen Erin­ne­rungen. An den Tag vor 57 Jahren, als Stan Mat­thews den Klub zum FA-Cup führte und Arnold daheim sein Ohr ans Röh­ren­radio presste. An Tommy Hut­chinson und Gordon Milne. An Alan Ball, den letzten großen Black­pooler, Welt­meister von 1966. Aber auch an den Nie­der­gang des Ver­eins und der ganzen Stadt.

Heute ist die Fisch­halle, in der auch Mat­thews einst seinen Barsch erstand, eine run­ter­ge­kom­mene Res­ter­ampe. Ein bil­liges Gewusel aus Tama­got­chis, Bil­lig­bat­te­rien und Scherz­kaf­fee­tassen. Arnold Kyle grunzt. Schläft er ein? Noch nicht. Wenigs­tens ist der Klub wieder da, wo er hin­ge­hört.“ 

Ja: 39 Jahre nach seinem Abstieg ist der FC Black­pool wieder zurück in der Pre­mier League – und hat in der lau­fenden Saison zweimal den großen FC Liver­pool besiegt. Ohne Stars. Ohne Schulden. Wie ein Geist aus der Ver­gan­gen­heit, eine Pro­vo­ka­tion für die Fuß­ball­mo­derne. 

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