Er ist wieder da. Zlatan Ibra­hi­movic wird mit an Sicher­heit gren­zender Wahr­schein­lich­keit in die schwe­di­sche Natio­nal­mann­schaft zurück­kehren. Schon am 16. März soll das his­to­ri­sche Come­back nach fast fünf Jahren der selbst gewählten Abwe­sen­heit ver­kündet werden. Ibra­hi­movic‘ vierter Früh­ling beim AC Mai­land lässt man­chen Fan in Pippi-Lang­strumpf-Land sogar schon vom Euro­pa­meis­ter­titel träumen. Für viele seiner neuen, alten Kol­legen in Blau-Gelb aber wird mit der Reak­ti­vie­rung des 39-Jäh­rigen ein Alb­traum wahr: Der Zla­ta­ni­sierer“ gilt – wohl nicht ganz zu Unrecht – als ego­maner Dik­tator, der ein intaktes Mann­schafts­ge­füge mit nur einem Fin­ger­schnips sprengen kann.

Janne Andersson (58) weiß ver­mut­lich genau, wen er sich da ins Haus holt. Und den­noch beugt sich Schwe­dens Natio­nal­trainer dem Druck der Medien und womög­lich auch der immensen Haus­macht, die Ibra der Schreck­liche“ besitzt. Nur wenige, wie Ralf Edström (68), trauen sich, öffent­lich gegen eine Rück­kehr des 116-maligen Natio­nal­spie­lers (62 Tore) zu oppo­nieren: Ich glaube noch immer, dass das falsch ist, und dass man Nein sagen sollte“, erklärt Schwe­dens Stürmer-Legende gegen­über der Zei­tung Afton­bladet“. Ich kenne Natio­nal­spieler, die genau so denken wie ich“, verrät Edström, aber sie trauen sich nicht, das zu sagen.“ Das Pro­blem: Keiner der aktu­ellen Prot­ago­nisten aus dem schwe­di­schen Kader wagt sich aus der Deckung.

Ibra­hi­movic hat gute Argu­mente

Aller­dings gab Schwe­dens aktu­eller Natio­nal­mann­schafts-Kapitän Sebas­tian Larsson (35, AIK Solna) im Jahr 2017 Fol­gendes über Ibra­hi­movic zu Pro­to­koll: Wenn Zlatan in der Kabine das Wort ergriff, dann hörten alle sofort auf zu spre­chen. Manchmal bekam man dann als Mit­spieler – nun ja – die Haare geföhnt, wenn ich das so sagen darf.“ Ex-Natio­nal­spieler Kim Käl­l­ström hatte 2016 in einem Pod­cast noch viel deut­li­chere Worte über Ibra­hi­movic‘ her­ri­sches Gehabe im Natio­nal­team gefunden: Er bestimmte über sich selbst, über die Mann­schaft, über die Mann­schafts­lei­tung und über den Ver­band. Er ging immer vor. Wenn ich im Spiel mal einen weiten Ein­wurf machen wollte, musste ich zuerst Blick­kon­takt mit ihm auf­nehmen, um zu sehen, was er davon hielt.“

Es sind Berichte wie diese, die auch Schwe­dens der­zei­tige Natio­nal­spieler intern vor­bringen, wenn sie auf die Gefahren eines Ibra­hi­movic-Come­backs hin­weisen. Doch der Mann aus dem Mal­möer Pro­blem-Vorort Rosen­gard hat eben­falls gewich­tige Argu­mente auf seiner Seite: Tore – ein eher rares Gut im Spiel der schwe­di­schen Elf. Ibra“ traf in seinen bis­lang 14 Liga-Ein­sätzen für den AC Mai­land stolze 14 Mal. Damit ran­giert er auf Platz vier in der Tor­schüt­zen­liste der Serie A, hinter Juves Cris­tiano Ronaldo (20 Tore), Inters Romelu Lukaku (18) und Ata­lantas Luis Muriel (15). Wobei: An Ibra­hi­movic‘ Tor­quote von 1,0 pro Partie kommt keiner der drei Genannten heran. Und wohl auch nicht an den Enter­tain­ment-Faktor des Schweden mit bos­nisch-kroa­ti­schen Wur­zeln.