Wäh­rend Zlatan Ibra­hi­movic bei seiner Rück­kehr in Mai­land fre­ne­tisch emp­fangen wurde, muss sich Schwe­dens Natio­nal­held in seiner Heimat der­weil hef­tigen Angriffen aus­ge­setzt sehen. Die ihm zu Ehren errich­tete Statue wurde nach zahl­rei­chen Vor­fällen nun gänz­lich gestürzt. Unbe­kannte sägten die Skulptur in der Nacht auf Sonntag ober­halb der Füße ab und brachten sie zu Fall.

Knapp drei Monate ist es her, dass Ibra­hi­movic vor dem Sta­dion des Malmö FF ver­ewigt wurde: eine Statue zur Ehren seiner Majestät. Die anfäng­liche Begeis­te­rung hielt aller­dings nicht wirk­lich lange und schlug nach Zla­tans finan­zi­ellem Enga­ge­ment beim Rivalen Hamm­arby IF Ende November für einige wenige in tiefen Hass um. Zlatan, der im von starker Armut und Segre­ga­tion betrof­fenen Stadt­teil Rosen­gård in Malmö auf­wuchs, hatte bereits in der Jugend knapp vier Jahre für den Rekord­meister Malmö FF gespielt und war auch nach der Jugend­ab­tei­lung wei­tere zwei Jahre für die Profis aktiv, ehe er seinen Weg bei Ajax Ams­terdam fort­führte. 

Das Zer­stören einer Statue ist ein­fach unwürdig.“

Die Fan­grup­pie­rungen begründen ihren Unmut nun damit, dass ihr Verein das Sprung­brett und der Auf­takt für Zla­tans erstaun­liche Kar­riere gewesen sei. Dass der 38-Jäh­rige Ende November mit etwa 25% als Anteils­eigner beim Rivalen Hamm­arby aus Stock­holm ein­stieg, sei aus Sicht der Fans Verrat. So sprayten Unbe­kannte in Folge der kur­sie­renden Nach­richt im November Judas“ an die Tür von Zla­tans Haus in Stock­holm. Der stell­ver­tre­tender Vor­sit­zende eines füh­renden Malmö-Fan­klubs, Kaveh Hoss­einpur, sagte gegen­über der schwe­di­schen Fuß­ball­zeit­schrift Fot­bolls­ka­nalen“, dass jeder im Verein das Enga­ge­ment sehr kri­tisch sehen würde. Manche seien ent­täuscht und manche ver­är­gert und andere denken, dass Zla­tans Enga­ge­ment bei Hamm­arby idio­tisch sei. 

Ja, und manche sind anschei­nend so erzürnt, dass sie die Statue zer­stören und ver­un­stalten. Gemein­de­rätin Frida Trollmyr äußerte sich bezüg­lich der Van­dalen wie folgt: Ich ver­stehe, dass viele von Zla­tans Taten ent­täuscht sind, aber das Zer­stören einer Statue ist ein­fach unwürdig“

Es ist beun­ru­hi­gend, ich kann das über­haupt nicht ver­stehen“

Der Vor­fall am ver­gan­genen Wochen­ende war bei weitem nicht der ein­zige Angriff auf die Statue. Fans schmückten“ die Bron­ze­statue bei­spiels­weise bereits mit einer Klo­brille und Müll­tüte. Wei­terhin wurde die gol­dene Statue mit Sil­ber­farbe über­gossen und mit Rauch­fa­ckeln beworfen. Neben auf­ge­sprühten ras­sis­ti­schen Belei­di­gungen wurde außerdem Zla­tans Nase ent­fernt. Nach den zahl­rei­chen Zwi­schen­fällen ent­schied die Stadt, einen Zaun zur Ver­hin­de­rung wei­terer Beschä­di­gungen zu errichten. Der hielt die Van­dalen aller­dings kei­nes­wegs auf, die sich ihren Weg durch den Stahl­zaun ver­schafften und die Skulptur ober­halb der Füße absägten und so zu Fall brachten.

Die Stadt Malmö trans­por­tierte die Statue am Morgen zur Repa­ratur vor­erst ab, über die die Zukunft des Kunst­werks soll in den kom­menden Wochen dis­ku­tiert werden. Eine Umplat­zie­rung an einen anderen Standort sei dabei kei­nes­wegs aus­ge­schlossen. Die schwe­di­sche Zei­tung Expressen“ schrieb, dass die bis­he­rigen Schäden rund 2.000 Euro gekostet hätten. 

Peter Linde, Künstler und Erschaffer der Statue sagte gegen­über der Bou­le­vard­zei­tung: Es ist beun­ru­hi­gend, ich kann das über­haupt nicht ver­stehen. Es sind meh­rere Jahre Arbeit, die in kür­zester Zeit sabo­tiert und zer­stört werden, wäh­rend alle dane­ben­stehen und nur zuschauen“