Seite 2: Ein heißdiskutierter Transfer und geliebte Feindschaft

Als Ikone der Ham­burg-Glasgow-Ver­bin­dung gilt Jörg Albertz. Er wech­selte 1996 vom HSV auf die Insel. Freunde und Bekannte aus Glasgow haben Albertz sehr geschätzt“, erin­nert sich Mansen. Drei Meis­ter­titel konnte Albertz mit den Ran­gers holen, heute ist er noch häufig als Reprä­sen­tant des Ver­eins unter­wegs. Durch das Internet wurde der Kon­takt auf Inter­net­foren erwei­tert, Dis­kus­sionen um Spieler wie Jörg Albertz nahmen, wie auch der per­sön­liche Kon­takt, eine neue Geschwin­dig­keit an. Das war ein regel­mä­ßiger Aus­tausch, durch den wir gemerkt haben, dass der Transfer sehr gut ange­kommen ist.“

Die Rivalen von nebenan

Mei­len­steine dieser Ver­bin­dung sind die beiden UEFA-Cup-Spiele gegen Celtic, 1996 und 2009. Beim ersten stand Jörg Albertz im Trikot des HSV auf dem Platz. Als der Termin fest­stand, hatten wir nur acht Tage Zeit, um über­haupt Touren zu orga­ni­sieren – aber wir sind dann mit etwa 1800 Leuten hin­ge­fahren“, erin­nert sich Mansen und lacht. Wir dachten uns, wir spielen jetzt bei Celtic, da müssen wir natür­lich Unsinn machen. Da mit uns eine große Zahl von Ran­gers-Anhän­gern im Sta­dion begleitet haben, haben wir ein paar von ihren Gesängen ange­stimmt.“

2009 kam es zum erneuten Duell. Auf der Nord­tri­büne wurde zum Anpfiff ein schwarz-weiß-blauer Union Jack mit einem No Surrender“-Spruchband prä­sen­tiert. Die Celtic-Anhänger wurden ihrer­seits beim Spiel von gut 2000 St.-Pauli-Fans unter­stützt. Zwei Stadt­ri­valen, die jeweils mit einem Club einer anderen großen Riva­lität befreundet sind. Mansen sagt: Wenn ein Derby anstand, waren in den Flie­gern aus Schott­land und Nord­ir­land größ­ten­teils Fans der beiden Glas­gower Ver­eine – die einen wollten St. Pauli unter­stützen, die andere Hälfte hielt zum HSV. Dadurch bekamen sie sich manchmal schon im Flieger in die Wolle.“

Jetzt offi­ziell

Die Koope­ra­tion zwi­schen den Klubs soll nun dabei helfen, die Freund­schaft wei­terhin mit Leben zu füllen, in den Ver­einen Kräfte zu bün­deln und neue Impulse umzu­setzen. Wir beschäf­tigen uns mit Ideen rund um die Mit­glieder- und Fan­be­treuung und um den Aus­tausch in den Fuß­ball­schulen“, erklärt Mansen. Klau­seln im sport­li­chen Bereich wie die ver­pflich­tende Aus­leihe einer bestimmten Anzahl von U23-Spie­lern soll es nicht geben, die Trainer und das medi­zi­ni­sche Per­sonal sollen aber Mög­lich­keiten haben, sich aus­zu­tau­schen und für Hos­pi­ta­tionen zu besu­chen. Einen beson­deren Stel­len­wert hat die Ticket­frage für Besu­cher des jeweils anderen Ver­eins. Wir haben pro Spiel bis zu 200 Besu­cher aus Schott­land. Deren Kon­tin­gente können wir im Vor­feld ein­planen. In Schott­land ist das schwie­riger, das Sta­dion ist zu 98 Pro­zent mit Dau­er­kar­ten­in­ha­be­rinnen und ‑inha­bern besetzt.“

Aktuell sind die Ran­gers unter Trainer Steven Ger­rard Tabel­len­führer in der schot­ti­schen Liga, der HSV kämpft unter­dessen um den Auf­stieg in die erste Liga. Wir drü­cken natür­lich den Ran­gers die Daumen“ sagt Mansen, der auf einen Dop­pel­er­folg hofft. Wie man das feiern könnte, weiß Mansen ganz genau: Unser größter Wunsch ist es, mal ein Freund­schafts­spiel im Ibrox aus­zu­tragen. Dann bräuchte es aber richtig viele Tickets“, sagt er. Der Bedarf wäre groß!“