Seite 2: Unheilvolle Parallelen und Verbindungen

Nun also die nächste Attacke. Die Ereig­nisse erin­nern ein wenig an ähn­liche Vor­fälle etwa in Aachen oder Braun­schweig, wo es rechten Anhän­gern, alt­ein­ge­ses­senen Hoo­li­gans und orga­ni­sierten Neo­nazis gemeinsam gelungen war, durch gewalt­volle Ein­schüch­te­rungen und Über­griffe die ihnen wider­spre­chenden Fans aus der Kurve zu drängen. In beiden Fällen spielte der Verein keine glanz­volle Rolle, es man­gelte an Unter­stüt­zung des anti­ras­sis­ti­schen Teils der Anhän­ger­schaft.

In Duis­burg hin­gegen scheint man die Zei­chen der Zeit erkannt zu haben. Gegen sechs der Angreifer von Darm­stadt, die iden­ti­fi­ziert werden konnten, sprach der Verein umge­hend Haus­ver­bote aus. Zudem plant der MSV mit den betrof­fenen Fans und anderen Fan-Gruppen einen runden Tisch, der sich der The­matik widmen und Gegen­stra­te­gien ent­wi­ckeln soll. Dabei sei auch externe Hilfe vor­ge­sehen, sagt Pres­se­spre­cher Hal­ter­mann.

Bedroh­liche Ver­wick­lungen

Gänz­lich bannen lässt sich die Gefahr erneuter Über­fälle der­zeit wohl aber nicht. Laut MSV-Angaben stammen die Beschul­digten in der Causa Darm­stadt zudem nicht sämt­lich aus dem Fuß­ball­mi­lieu, son­dern sind zum Teil eher in der Kampf­sport­szene behei­matet.

Ver­wick­lungen von Hoo­li­gans, aktiven Kampf­sport­lern und Neo­nazis sind der­zeit vie­ler­orts zu beob­achten. Akteure der extremen Rechten ver­netzen sich, um ihr Gewalt­mo­nopol aus­zu­bauen – auch in den Fuß­ball­sta­dien. Zudem pflegen die Gruppen über­re­gio­nale Kon­takte: Die ehe­ma­ligen Mit­glieder der Divison“ sollen nicht nur mit den Neo­nazis vom Natio­nalen Wider­stand Duis­burg“, son­dern auch mit dem Dort­munder Pen­dant in Ver­bin­dung stehen.

Diese Droh­ku­lisse ist es, die zur Ent­schei­dung der Zebras stehen auf“, sich vor­erst zurück­zu­ziehen, führte. Für ein Gespräch stehen sie der­zeit nicht zur Ver­fü­gung, auch das orts­an­säs­sige Fan­pro­jekt gibt sich bedeckt. Hal­ter­mann spricht von einer unschönen Auf­gabe“, der man sich nun stellen müsse. Viel­leicht trägt die interne Auf­ar­bei­tung aller­dings auch schon bald Früchte und der Wunsch der Zebras stehen auf“ kann in Erfül­lung gehen: Ein Schritt zurück mit dem Anspruch, drei nach vorne zu gehen“.