Wirk­lich genießen konnten die Fans von Ein­tracht Frank­furt ihre Sta­di­on­wurst am ver­gan­genen Spieltag nicht. Bereits am Mitt­woch machte der Bezahl­karten-Anbieter der Com­merz­bank-Arena seine Pleite öffent­lich. Die Anhänger ver­suchten dar­aufhin, die unge­liebten Karten zurück­zu­geben. Mit mäßigem Erfolg, denn bereits zum Ende der Halb­zeit­pause war das Bar­geld aus und die Schlan­ge­ste­henden mussten unver­rich­teter Dinge nach Hause gehen.

Keine Rück­zah­lung

Wenige Tage später ver­kün­dete der Insol­venz­ver­walter, was die Fans schon am Samstag geahnt hatten. Die betrof­fenen Firma Pay­ment Solu­tions, die ihr Bezahl­system außer in Frank­furt auch noch im Ber­liner Oym­pia­sta­dion und am Bet­zen­berg anbietet, wird bis Juli keine Geschäfte mehr machen können. Heißt: Die Fans haben keine Mög­lich­keit mehr, die Karten zurück zu geben, bestehendes Gut­haben aus­ge­zahlt zu bekommen oder gar ihre Karten zu benutzen. Im letzten Spiel wird wieder Bar bezahlt. Die Fans bleiben auf ihrem Gut­haben sitzen.

Mil­lionen für Ver­eine

Eine Bar­zah­lung war in Frank­furt schon seit län­gerem nicht mehr mög­lich, genauso wie in elf wei­teren Bun­des­li­ga­sta­dien wird hier bar­geldlos bezahlt. Das bringt den Ver­einen jähr­lich Mil­lionen ein. Durch Min­dest­gut­haben, weil Karten ver­loren gehen oder aus anderen Gründen nicht aus­be­zahlt werden.

Mit der Insol­venz könnten Verein und Unter­nehmen so auch noch einmal richtig absahnen. Laut Hes­sen­schau sind der­zeit 60.000 bis 70.000 Bezahl-Karten mit durch­schnitt­lich je acht Euro Gut­haben im Umlauf. Also 500.000 Euro, die vor­erst nicht aus­ge­zahlt werden.

Gute Gründe?

Die Ver­eine nutzen das System aber nicht nur des­wegen. Die guten Gründe“ lie­fert die Pay­ment Solu­tions AG selbst auf ihrer Web­site: Es gehe um die Stei­ge­rung des Umsatzes durch kür­zere Bedien­zeiten“ sowie opti­mierten Per­so­nal­ein­satz. Und: lücken­lose Daten über das Aus­gabe- und Kon­sum­ver­halten bilden eine gute Basis für Mar­ke­ting­maß­nahmen“.

Und obwohl das bar­geld­lose Zahlen eigent­lich küzere Abläufe gewähr­leisten soll, bedeutet es für die Fans in den Sta­dien zunächst einmal ewiges Anstehen: Zu Kauf und Auf­la­dung der Karte, ihrer Nut­zung und für die Rück­gabe. Zudem ver­lieren die Nutzer bares Geld, denn wer stellt sich nach dem Spiel schon für 1,50 Euro in die lange Schlange. Das System gilt daher als teuer und nervig, beson­ders unter Aus­wärts­fans.