In Eng­land nehmen Fan­ge­sänge schneller als sonst wo eine gewisse Form von Per­so­nen­kult an. Schon Per Mer­te­sa­cker wurde als Big f*cking German“ besungen, Mesut Özil als bes­serer Zidane gefeiert und auch Didi Hamann wird sich erin­nern. Ihm wid­meten die Liver­pool-Fans einst auf Gary Glitter’s Song Leader“ eine per­sön­liche Hom­mage. Als im August dieses Jahres nun die Wol­ver­hampton Wan­de­rers im hei­mi­schen Moli­neux Sta­dium auf Man­chester United trafen, wurde gleich­zeitig Neu­zu­gang Hwang Hee-chan besungen. Die Wolves hatten den Süd­ko­reaner von RB Leipzig geliehen. Und auch er wurde besungen. Aller­dings von den United-Anhän­gern. Mit einem Fan­ge­sang aus ver­gan­genen Zeiten:

Park, Park whe­rever you may be.
You eat dogs in your country,
it could be worse, you could be scouse
eating rats in your council house.“

Der Song war einst Ji-Sung Park gewidmet, ehe­mals Uniteds Publi­kums­lieb­ling, Lauf­wunder – und genau wie Hwang: Süd­ko­reaner. Im ver­eins­ei­genen Pod­cast hat Park nun die Fans seines Ex-Ver­eins kri­ti­siert. Er wüsste zwar, dass die United-Anhänger seinen Lands­mann nicht belei­digen wollten, der Moment sei den­noch gekommen, das Wort zu ergreifen: Hunde essende Koreaner seien nichts weiter als ras­sis­ti­sche Ste­reo­type. 

Zeiten ändern sich

Vor sieben Jahren been­dete Ji-Sung Park seine Kar­riere. Er spielte von 2005 bis 2012 für die Red Devils und kam dabei auf 134 Ein­sätze. Zu seiner aktiven Zeit galt er als abso­luter Fan­lieb­ling. Three-Lung Park tauften ihn die Anhänger, ob seiner irren Lauf­freude. Videos aus seiner Zeit legen ein Zeugnis davon ab, wie beliebt Park bei den Fans war – immer wieder besungen mit besagtem Lied. Die Mei­nungen zu dem Song gehen aus­ein­ander. So kom­men­tiert ein Nutzer: Einer der besten Gesänge aller Zeiten!“, wäh­rend es in einem wei­teren Kom­mentar heißt: Keine Chance, sowas heut­zu­tage noch zu singen.“ Parks State­ment unter­mauert letz­tere Aus­sage.

Als ich den Song damals hörte, war ich zunächst sehr stolz“, erzählt er: Ganz ein­fach, weil sie einen Song für mich erschaffen haben.“ Eine Art Lie­bes­be­weis. Als er dann aber ver­standen habe, dass sich der Song auf das Essen von Hun­de­fleisch bezieht, sei ihm unwohl geworden.

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Ji-Sung Park im ver­eins­ei­genen UTD-Pod­cast

manutd​.com

Als junger Spieler dachte ich, so etwas müsste ich akzep­tieren“, erzählt Ji-Sung Park weiter. Nie­mals habe er gedacht, dass sich Fans der eigenen Mann­schaft Lied­texte aus­denken würden, die die eigenen Spieler schlecht machen oder belei­digen könnten. Des­halb habe Park den Inhalt lange nicht hin­ter­fragt und ihn schlicht hin­ge­nommen.

Heute ist er reflek­tiert genug, um sein Hei­mat­land in Schutz zu nehmen. Die heu­tige Kultur in Korea sei stark im Wandel, erklärt Park. Gerade bei der jün­geren Genera­tion sei Hun­de­fleisch inzwi­schen ziem­lich unbe­liebt. Des­halb ist es ihm ein Anliegen, auf diesen Ras­sismus hin­zu­weisen. 

Der Bei­trag zum Pod­cast wird mit den Worten geschlossen, dass Ji-Sung Park kom­plette Unter­stüt­zung sei­tens des Ver­eins bekommt. Die Fans werden gebeten, seine Wün­sche zu respek­tieren. Dem Süd­ko­reaner dürfte schon bald ein respekt­vol­leres Lied gewidmet werden. Auf Twitter gibt es dazu bereits Ideen von United-Anhän­gern. Eine davon:

Park, Park, whe­rever you may be
your still loved by MUFC…“