Seite 2: Gruppe Jenseits-von-Gut-und-Böse und der gefährdete Mittelstand

Dass es in der Bun­des­liga ein Pro­blem mit dem Wett­be­werb gibt, ist in den letzten Wochen häufig the­ma­ti­siert worden. Doch zumeist redu­zierte sich die Dis­kus­sion darauf, dass die Bayern Titel um Titel ein­fahren. Doch das Pro­blem geht viel weiter. Die Bun­des­liga teilt sich inzwi­schen in eine Reihe von weit­ge­hend undurch­läs­sigen Klein­wett­be­werben auf. Vor­neweg bildet der FC Bayern seine eigene Gruppe, gefolgt von vier Kan­di­daten für die Cham­pions League, dem geho­benen Mit­tel­stand mit euro­päi­schen Ambi­tionen, der Gruppe Jen­seits-von-Gut-und-Böse, dem gefähr­deten Mit­tel­stand und schließ­lich dem Pre­ka­riat im Abstiegs­kampf.

Nicht nur der Unter­schied zu Spit­zen­klubs ist groß

Inter­es­sant daran ist, dass es inzwi­schen unheim­lich schwierig ist, aus seiner Kohorte in die nächst­hö­here zu kommen. Das hat auch damit zu tun, dass es beacht­liche Unter­schiede bei den Erlösen aus den Fern­seh­gel­dern für die Bun­des­liga gibt. Zwi­schen Frank­furt und Frei­burg liegen genauso zehn Mil­lionen Euro Unter­schied wie zwi­schen Augs­burg und Düs­sel­dorf, und mit diesem Geld ist schon eine Menge mög­lich. Auch ein Grund für das viel beklagte Rat­ten­rennen“ in der Bun­des­liga ist, dass Ver­eine immer wieder ins Risiko gehen, um sich in höhere Fern­seh­ein­nahmen zu sichern.

Die Initia­tive Unser Fuß­ball“, die unter der Woche mit großem Wumms und der Unter­stüt­zung von über tau­send Fan­gruppen aus allen Lagern die Szene betreten hat, hat als erste For­de­rung die Über­ar­bei­tung der Fern­seh­geld­ver­tei­lung genannt. Das ist richtig, aber es sollte dabei nicht nur um eine Umver­tei­lung von oben nach unten gehen, auch jen­seits der Spit­zen­klubs sind die Unter­schied so groß, dass wir letzt­lich beim Immer­glei­chen landen.