Würde Stuttgarts Präsident vom Abstieg profitieren?

Wie die Familie Dietrich schon einmal aufflog

Seit sechs Wochen ist übrigens eine neue Firma eingetragen, unter dem wenig originellen Namen Quattrex Finance II GmbH. Unklar, wie sich die Besitz- und Einkommensverhältnisse dadurch verändert haben. Dietrich will seine Anteile an der Quattrex Finance GmbH  zum 01. August 2018 abgestoßen haben.

Die Erklärungen Dietrichs und des VfB Stuttgart lesen sich mittlerweile eher wie ein Eingeständnis. »Der Vorstand und der Aufsichtsrat des VfB Stuttgart waren genauso wie die DFL bereits vor der Wahl von Wolfgang Dietrich zum Präsidenten des VfB Stuttgart u. a. auch über dessen Beteiligungsverhältnisse, an den von Ihnen in Ihrer Anfrage benannten Firmen informiert«, ließ Finanzvorstand Stefan Heim ausrichten. Und er fügte hinzu: »Insofern war den Gremien des VfB bekannt, dass Wolfgang Dietrich an Erträgen, die aus diesen Engagements fließen könnten, partizipieren kann. Entscheidend ist, dass hierbei keine Interessenskollisionen vorliegen und die Integrität in jeglicher Hinsicht gewährleistet ist. Dies wurde durch die DFL vollumfänglich bestätigt.«

Spurensuche bei den Stuttgarter Kickers

Doch genau an dieser Stelle scheiden sich die Geister um jenen, den die Ultras schon vor seiner Wahl einen »Spalter« schimpften. Ein Blick auf die übrigen Protagonisten des Quattrex-Gebildes genügt, denn die Anteile von Wolfgang Dietrich übernahmen zwei Personen. Tobias Schlauch, ein Ex-Banker der Deutschen Bank und Dietrichs Sohn Christoph.

Zwei Menschen, die so gut mit Wolfgang Dietrich vernetzt sind, dass er sie schon einmal einen ganzen Fußballklub leiten ließ. Das wissen sie mittlerweile beim Oberligisten Stuttgarter Kickers. Dort stieg vor neun Jahren die Quattrex-Sports AG ein, als die Kickers noch Regionalligist und auf dem Weg in die 3. Liga waren. Etwa eine Million investierte Quattrex. Ein lohnenswertes Geschäft, sollten die Kickers aufsteigen und an die TV-Gelder der dritten oder gar zweiten Liga gelangen. Dafür sollte Dietrich junior sorgen, der zusammen mit einem weiteren Quattrex-Mitarbeiter im Aufsichtsrat saß. Während Tobias Schlauch zum Finanzvorstand der Kickers berufen wurde.

Engagement auch in Heidenheim

Schlauch musste gehen, als öffentlich wurde, dass Quattrex auch bei einem anderen Verein investiert hatte: beim 1. FC Heidenheim. Damals Drittligist und somit automatisch Konkurrent der Kickers im Einzugsgebiet um Spieler, Sponsoren und Aufmerksamkeit.