Wollte der Papa von Nils Petersen ein Spiel manipulieren?

Wie der NOFV jetzt handeln will

Womit Civa natürlich Recht behalten sollte. Wenig später wollten die »Potsdamer Neueste Nachrichten« sogar die genaue Summe erfahren haben, die den Babelsbergern für ein (un)sportliches »Entgegenkommen« offeriert worden sei: 12.000 Euro. Laut der Zeitung soll Petersen auch noch versucht haben, einen dritten Babelsberger Spieler telefonisch zu erreichen – jedoch ohne Erfolg. Dazu sei erwähnt, dass insgesamt drei Spieler des SV Babelsberg 03 eine Vergangenheit bei Germania Halberstadt haben: Kapitän Philip Saalbach (2011 bis 2012), Mittelfeldspieler Manuel Hoffmann (Januar bis Juni 2016) und Stürmer Tom Nattermann (2017 bis 2018).

Keine Manipulation erkennbar

Sollte es wirklich einen Versuch gegeben haben, jenes Trio zu korrumpieren, so müsste man diesen als grandios gescheitert betrachten: Nattermann traf per Doppelpack (29./76.) zur Babelsberger 2:0-Führung. Auch Saalbach und Hoffmann fielen nicht durch fußballerische Sabotage-Akte auf, im Gegenteil: Ersterer bereitete das 1:0 durch eine mustergültige Freistoßflanke vor. Den zwischenzeitlichen Halberstädter Anschlusstreffer beantwortete schließlich Babelsbergs Godbless Igbingie mit der endgültigen Entscheidung in der 86. Minute.

Zu diesem Zeitpunkt war der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) längst über den angeblichen Bestechungs- und Manipulationsversuch unterrichtet. Und zwar vom Vorstand des SV Babelsberg. Noch vor dem Anpfiff der Partie sei die unschöne Nachricht beim Verband eingegangen, bestätigte NOFV-Präsident Erwin Bugar dem TV-Sender rbb: »Wir haben dann alles in Gang gesetzt, um mögliche Beweise zu sichern. Wir gehen erst einmal von der Unschuldsvermutung aus«, sagte der Verbandsboss, betonte aber auch: »Wir sind betroffen, dass es im NOFV-Gebiet so ein Vorkommnis geben soll. Es gilt nun, das allumfassend aufzuklären.«

Alle wollen aufklären

Das will auch Papa Petersen, wie er nun im MDR ankündigte: »Ich war 31 Jahre im Fußballgeschäft sauber und werde immer sauber bleiben. Ich werde mit einem Anwalt gegen die Schmutzkampagne des SV Babelsberg vorgehen.« Der Klub aus der Filmstadt hält in einer Pressemitteilung hart dagegen: »Was den Grund sowie Inhalt der Kontaktaufnahme durch den Verantwortlichen aus Halberstadt angeht, hat der Verein nicht den geringsten Anlass, an den Darstellungen der betroffenen Spieler des SV Babelsberg 03 zu zweifeln. Wir werden die weitere Aufklärung des zuständigen Nordostdeutschen Fußballverbands vollumfänglich unterstützen und insoweit auch sämtliche uns vorliegenden Unterlagen übergeben.«

Man darf gespannt sein, was in dieser Sache noch zum Vorschein kommt. Im Falle eines Schuldspruchs droht Germania Halberstadt ein Punktabzug, Andreas Petersen könnte für weitere Tätigkeiten als Funktionsträger im Fußball gesperrt werden. Hoffentlich endet auch dieser (Fußball-)Krimi wie die meisten – mit einer vollständigen Aufklärung.