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3. Liga

Seite 3: Das Glück ist wieder da

Die Dritte Liga ist ein absurdes Schau­spiel. Abso­lute Auf­stiegs­fa­vo­riten stram­pelten dieses Jahr lange ver­zwei­felt im Abstiegs­kampf, der Vor­jah­res­meister steigt ver­mut­lich ab. Selbst die aktu­ellen Top-Teams müssen sich mühsam durch die Saison mäan­dern. Ernst­haft Krise ist für jeden Klub min­des­tens zweimal im Jahr. Här­tels Fuß­ball, immer noch kein Augen­schmaus, keine fili­grane Offen­ba­rung, dafür klug orches­triertes Schach­spiel, gibt Hansa in jedem Spiel bis zur letzten Minute die Mög­lich­keit zu gewinnen. In der Rück­runde hat Hansa nur ein Spiel ver­loren. Immer war es so knapp, dass am Ende der Mumm der Ein­zelnen über Punkte ent­schied. Härtel sei Dank.

Ros­tock hat den Bay­ern­dusel!

Dieses Jahr nutzt die Mann­schaft diese Mög­lich­keiten. Allein im Kalen­der­jahr 2021 errang Hansa vier Siege, die einige Fans nah an den Herz­kasper führten. Späte Tore, dazu ein gehal­tener Elf­meter, nachdem zuvor ein Abwehr­spieler auf der Linie mit der Hand pariert hatte. Drama! Bloß diesmal nicht auf der Tri­büne, im Vor­stand oder in der Bou­le­vard­zei­tung. Dort blieb es erstaun­lich ruhig.

Härtel, der in den ersten 18 Monaten seiner Amts­zeit noch an der Fahr­läs­sig­keit seines Teams ver­zwei­felte, trai­niert mitt­ler­weile ein vom Aus­sterben bedrohtes Men­ta­li­täts­monster. Das so geflis­sent­lich beim Glück­haben vor­geht, dass man­cher glauben könnte, dass sich der berühmte Bay­ern­dusel etwas besoffen von der Dach­ter­rasse in das kalte Kel­ler­ge­wölbe ver­irrt habe.

Sicher und Ver­si­che­rungen

Und Ros­tock dieser Tage gibt es zwei Gruppen von Men­schen. Da sind die, die noch Angst haben, dass doch alles in die Binsen geht und des­halb Ver­si­che­rungen gegen den Nicht-Auf­stieg abschließen. Sieg Lübeck, Sieg Ingol­stadt – die Quote liegt bei etwa 24 Euro. Andere schauten am Wochen­ende 2. Bun­des­liga und haben längst einen Spick­zettel, auf dem drauf­steht, wer run­ter­gehen soll und wer besser drin bleibt, um nächstes Jahr anstelle von Hansa abzu­steigen.

Den Auf­stieg vor Augen zu haben, ist für manche in Meck­len­burg-Vor­pom­mern ein noch schö­neres Gefühl als der greif­bare Auf­stieg selbst. Es fühlt sich bele­bend an wie ein Bolz­platz­abend im Früh­sommer, mit Dosen­bier und einem Sound­track aus wilden Jahren. Wenn Hansa wirk­lich auf­steigt, dann ist in Ros­tock die lang­wäh­rende Ebbe über­wunden.


*Hin­weis: Der Autor ist Mit­ar­beiter der Digi­ta­l­agentur, die an der Aktion Ein Land. Eine Kurve” betei­ligt war.