Im November 2010 trafen sich in Leipzig an paar betagte und ehe­mals äußerst erfolg­reiche Fuß­baller zu einem etwas ver­spä­teten Län­der­spiel: Weil die Wie­der­ver­ei­ni­gung dem deutsch-deut­schen Auf­ein­an­der­treffen 20 Jahre zuvor einen Strich durch die Rech­nung gemacht hatte, traten Deutsch­land Ost und Deutsch­land West ein­fach noch einmal gegen­ein­ander an. In seinem Buch Zonen­fuß­ball“ hat Her­aus­geber Frank Will­mann seine Beob­ach­tungen an diesem Tag mit leicht iro­ni­schen Unterton fest­ge­halten.

Der Kaiser war nicht da. Der Sammer spielte nicht. Bör­de­fuchs Heyne­mann dufte nicht pfeifen. Igno­ranten wie Neu­berger und Tischs Harry weg­ge­storben. Aber der Thom lebt noch! Und der feiste Cal­mund, der einst­weilen den Osten dolle lieb hat. Franky Mill ist der­zeitig Fri­seur oder Alters­mo­dell! Streich macht den Al Bundy. Fast alle waren sie gekommen. FAST!

Berti machte wau. Dann machte er wauwau

Der ehe­ma­lige Bun­des­berti, der momentan auf einer aser­bei­dscha­ni­schen Res­ter­ampe ein Leben am Rande der fuß­bal­le­ri­schen Würde führt, durfte den Franz ver­treten. Zwanzig Jahre nach 1990 machte Berti in Leipzig einmal halb­laut wau, als er irgend­etwas Belang­loses gefragt wurde. Später macht er noch einmal wauwau.
Der Kaiser war in Mün­chen unab­kömm­lich. Lokal unter­wegs in Sachen Sekre­tärin oder Rasier­ap­parat. Oder beides.

Auf der Bank der Zonis, der DDR in Anfüh­rungs­zei­chen, saßen der stirn­lose Schleifer Ede G. samt Vogels Eber­hard. Ede, im frü­heren Leben angeb­lich ehren­amt­li­cher Tschek­kist, blies Unteruffz­mäßig Luft durch die Backen, dass die Hel­den­stadt Leipzig ins Wanken geriet. Doch weil Bun­des­merkel grad in Dublin den Iren das Fell über die Ohren zog, oder kleinen Wai­sen­kin­dern in Bel­grad die Hand schüt­telte, blieben Mon­tags­demos aus. Die tumben Ostler pfiffen, heim­lich, still und leise Das Lied vom kleinen Trom­peter“, den alle sooo lieb hatten. Dann spuckten sie einen Schock Zähne aus und warfen die Krü­cken gen Westen.

Wir“ gegen Uns“

Am Sonntag spielten in Leipzig die Teams von Uns“ gegen Wir“. Zwanzig Jahre Fuß­balla Balla Ein­heit. Trabi gegen Mer­cedes Benz. Spar­wasser. Trotz rie­sigem Frei­kar­ten­kon­tin­gent blieb das Zen­tral­sta­dion, das heute nach irgend­einem alpinen Schwe­den­trunk benannt ist, wei­test­ge­hend leer. Gäh­nend leer. Zum Gähnen das Spiel, deckungs­gleich das Geschwafel der ver­dienten Prot­ago­nisten.

Für den E‑N-D-L-I-C‑H abda­ckelnden Nordost-Prä­si­denten Moldi Mol­den­hauer ist das Zusam­men­wachsen der Fuß­ball­zone mit dem Fuß­ball­westen eine Erfolgs­ge­schichte“. Auch wenn im Pro­fi­be­reich zwi­schen Sass­nitz und Suhl eine bun­des­li­gafreie Zone besteht.

Er blieb am Popo der Fuß­ball­ge­schichte

Man kann den Fuß­ball nicht darauf redu­zieren, wo eine Mann­schaft gerade spielt“, säu­selte Mol­den­hauer ohne Sinn und Ver­stand. Er hat uns sei­ner­zeit die 2 plus 6 Regel ein­ge­brockt. Zwei Ost­truppen in die 1. Bun­des­liga, sechs in die zweite Liga. Der Rest musste sehen wo er blieb. Er blieb am Popo der Fuß­ball­ge­schichte. Dort wo neben der Klabus­terbeere die Hämor­ride blüht.

Nur Kirsten bleibt Kirsten. Immer an der Grenze zum Beschiß, immer den per­sön­li­chen Vor­teil im Tun­nel­blick. Er ließ sich im Straf­raum thea­tra­lisch fallen, der fäl­lige Elfer war das Siegtor für Uns“. Ob Wir“ in zwanzig Jahren nochmal antreten, bleibt dahin­ge­stellt. Diver und Alte­so­te­riker Klins­mann zog einen beein­dru­ckenden Flunsch. Der Rest von Bertis Alt­ha­sen­combo tat gut daran, noch vor Mit­ter­nacht den Osten wieder zu ver­lassen. Man weiß ja nie.

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