Wird in Bremen nun alles besser?

Nouri wagt etwas

Nouri würzte diese neue defensive Stabilität mit einigen Experimenten. Er gab Talenten wie Stürmer Ousman Manneh oder Innenverteidiger Milos Veljkovic eine Chance und verlieh der Mannschaft damit neue Impulse. Gegen den VfL Wolfsburg am Wochenende änderte er sogar das System. Nouri setzte auf eine Mischung aus 4-3-3/4-5-1.

Der Plan ging auf. Vor allem das Konterspiel funktioniert mit der verjüngten Truppe besser. Die Werderaner schalteten schneller um, suchten direkt die vertikale Anspielstation. Serge Gnabry darf eine zentralere Rolle einnehmen, kann dadurch öfter mit Geschwindigkeit auf die Abwehr zudribbeln. Manneh ließ sich dafür am Wochenende häufig auf die Flügel fallen. Diese Wechselspielchen verwirrten die Wolfsburger Abwehr und taten der Bremer Mannschaft gut. Nouri holte damit auch offensiv mehr aus dem Kader als Skripnik in seinen letzten Auftritten – zumindest im Umschaltmoment.

Gekommen um zu bleiben?

Eine Frage lässt sich indes noch kaum beantworten: Wird sich auch der Spielaufbau unter Nouri verbessern? Erste Ansätze gab es bereits zu erkennen. So waren die Laufwege im 4-3-3 gegen Wolfsburg besser aufeinander abgestimmt und die angepassten Rollen einiger Spieler wirkten passender zu deren Stärken. So konnte Zlatko Junuzuvic als vertikaler Achter seine Dynamik besser ausspielen als zuletzt als Zehner.

Dennoch bleibt die Frage, ob Nouri die Bremer nicht nur defensiv besser einstellen kann. Gelingt es dem Trainer auch, die spielerische Misere der Bremer aufzuhalten? Der Spielplan gibt Nouri die Chance, sich zu beweisen: Welcher Gegner eignet sich schließlich besser für dieses Vorhaben, als die notorischen Spielverweigerer aus Darmstadt? 

Die Bremer Verantwortlichen wollen Nouri diese Chance wohl geben. Am kommenden Wochenende wird sich zeigen, ob Nouri die Bremer nur in den Bereichen verbessert hat, in denen sie vorher unterirdisch waren – oder ob er tatsächlich einen länger anhaltenden Aufwärtstrend starten kann.