Stefan Bur­mester, ein 3:2 gegen VfL Wit­tingen II im Juni 2015 war der bisher letzte Liga­sieg der 1. Herren des SV Dan­nen­büttel. Wie fühlt sich das für Sie als Fuß­ball­ver­ant­wort­li­chen des Ver­eins an?
Wir haben selbst erst nach etwa einem Jahr gemerkt, dass der letzte Sieg schon eine kleine Ewig­keit her ist und ich hätte nicht gedacht, dass wir die ein­zigen sind, die so einen rekord­ver­däch­tigen Nega­tiv­lauf hin­ge­legt haben. Von der Truppe von damals ist nicht mehr viel übrig. Viel­leicht sechs Leute sind noch da, der Rest hat sich das mit der Zeit nicht mehr antun wollen. 

Damals war die Welt in Dan­nen­büttel noch in Ord­nung. Aber nicht mehr lange, seitdem konnte die Mann­schaft nur einen ein­zigen Punkt holen. Man kann sich vor­stellen, dass das auf die Moral schlägt.
Schon nach den ersten sieben Nie­der­lagen sind viele ein­fach nicht mehr gekommen. Hätten wir keine Alt­herren-Mann­schaft, wäre es schon längst vorbei. So hat es immer irgendwie gereicht, noch eine Mann­schaft auf­zu­stellen. Aber den Spaß am Fuß­ball hat es denen, die noch da sind, nicht genommen.

Selbst gegen den Vor­letzten der 2. Kreis­klasse gab es diese Saison eine 0:4‑Klatsche. War die Mann­schaft tat­säch­lich immer so chan­cenlos, wie es scheint?
Wir wurden nicht jedes Mal abge­schlachtet. Es waren auch knappe Dinger und unglück­liche Nie­der­lagen dabei. 

Hätten Sie vor dieser Saison gedacht, dass es so wei­ter­geht?
Ehr­lich gesagt nicht. Wir hatten auch eine für unsere Ver­hält­nisse gute Vor­be­rei­tung. Das erste Spiel im Pokal haben wir erst im Elf­me­ter­schießen ver­loren. Danach waren wir opti­mis­tisch, dass es besser laufen würde. Nach den ersten Nie­der­lagen war der Nega­tiv­trend aber wieder in den Köpfen der Spieler drin.

Zwi­schen­zeit­lich mussten Sie neben Ihrer Funk­tion als Spar­ten­leiter Fuß­ball auch noch als Spie­ler­trainer aus­helfen. Haben Sie nie über­legt, hin­zu­werfen?
Fuß­ball gehört für mich zum Leben dazu. Ich kann damit nicht auf­hören. Der kom­plette Vor­stand spielt bei uns in der Mann­schaft, auch der Vor­sit­zende. Die Leute, die hier aus dem Dorf kommen, ver­su­chen den Verein am Leben zu halten. Solange eine Mann­schaft vor­handen ist, werde ich mit­spielen.

Letzten Winter standen Sie dann trotzdem kurz vor dem Aus.
Die Anzahl der Leute wurde von Nie­der­lage zu Nie­der­lage immer weniger. Das ging soweit, dass wir ein Spiel schon absagen mussten. Da macht man sich natür­lich Gedanken. Wenn jedes Mal nur fünf oder sechs zum Trai­ning kommen, bringt das natür­lich auch nichts.

Den Trai­nerjob über­nimmt jetzt ein Anderer. Patrick Grof­meier kam von der VfR Wilsche/​Neubokel II aus der 3. Kreis­klasse. Wieso wird gerade er die krasse Trend­wende schaffen?
Wir haben früher selber mal zusam­men­ge­spielt und ich weiß, dass er gut darin ist, andere zu moti­vieren und zu pushen. Was er ver­mit­telt, wird auch ange­nommen, nicht wie bei mir damals. Jetzt bleibt zu hoffen, dass es tat­säch­lich wieder auf­wärts geht.