Seite 3: „Für solche Momente spielt man doch Fußball“

8.
Gün­do­gans Wun­der­hei­lung
Eigent­lich war vor dem Rele­ga­tions-Rück­spiel zwi­schen dem FC Augs­burg und dem 1. FC Nürn­berg 2010 alles klar. Der damals 19-jäh­rige Ilkay Gün­dogan könne nach einer Knö­chel­ver­let­zung aus dem Hin­spiel defi­nitiv nicht spielen, hieß es in den Medien. Doch die Auf­stel­lung von Club-Trainer Dieter Hecking sagte etwas anderes: Gündgan spielte. Und wie! Noch völlig über­rascht von der Wun­der­hei­lung des jungen Deutsch-Türken, öff­neten ihm die Augs­burger in der 32. Minute Tür und Tor. Gün­dogan ließ sich die Chance nicht nehmen, star­tete mit dem Ball von der Mit­tel­linie und ver­wan­delte zum vor­ent­schei­denden 1:0. Nach dem Spiel wurde klar, dass er nur wegen einer schmerz­stillen Spritze hatte auf­laufen können. Gün­do­gans Kom­mentar: Für solche Momente spielt man doch Fuß­ball.“

9.
Rele­ga­tion geschafft, Haare ab
Gerade hatte Borussia Mön­chen­glad­bach im Rele­ga­tions-Rück­spiel in Bochum durch ein 1:1 die sen­sa­tio­nelle Ret­tung geschafft, da skan­dierte der Gäs­te­block: Wir wollen die Haare sehen!“ Der für ein Fuß­ball­sta­dion recht gewöh­nungs­be­dürf­tige Appell galt an diesem 25. Mai 2011 Innen­ver­tei­diger Dante. Dieser hatte im Winter für den damals noch sehr unrea­lis­ti­schen Fall des Klas­sen­er­haltes ver­spro­chen, sich seine Afro-Locken abzu­ra­sieren. In der Kabine des Bochumer Ruhr­sta­dions löste der Bra­si­lianer sein Ver­spre­chen ein. Als die Borussen schon mit Bier­fla­schen in der Hand mit der Kurve fei­erten, ver­teilte der glatz­köp­fige Dante unter dem Gejohle der Anhänger die Reste seiner Mähne. Der neue Haar­schnitt gefiel nicht nur den Fans. Er sieht jetzt hüb­scher aus“, urteilte der sonst um Sach­lich­keit bemühte Lucien Favre.

10.
Reh­hagel in Panik
Noch frisch in Erin­ne­rung: Die Gescheh­nisse rund um die Rele­ga­ti­ons­spiele 2012 zwi­schen For­tuna Düs­sel­dorf und Hertha BSC. Im festen Glauben, Schieds­richter Wolf­gang Stark hätte abge­pfiffen, stürmten zahl­reiche For­tuna-Fans aufs Feld. Beim Stand von 2:2 musste die Partie minu­ten­lang unter­bro­chen werden. Am Ende fei­erte For­tuna Düs­sel­dorf zwar den Auf­stieg, die Partie sorgte aber noch tage­lang für Gesprächs­stoff. Hertha legte Pro­test ein, Trainer Otto Reh­hagel erklärte vor dem DFB-Gericht: Ich hatte so halb Angst. Ich weiß ja, was alles pas­sieren kann. Ich saß 1943 im Keller, als die Ame­ri­kaner uns bom­bar­dierten.“ Die Öffent­lich­keit sprach von Skandal“ und Schande“, Mode­rator Johannes B. Kerner zün­dete in einer Talk-Sen­dung eine Puppe an, um die Gefähr­lich­keit von Pyro zu demons­trieren. Am Ende half das alles nichts. For­tuna Düs­sel­dorf stieg auf und Sascha Rösler kom­men­tierte im Rück­blick lapidar: Die ganze Auf­re­gung war über­trieben.“